Leserstimmen zu
Die langen Abende

Elizabeth Strout

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Ich möchte vorab empfehlen „Mit Blick aufs Meer“ zu lesen, bevor man mit „Die langen Abende“ beginnt. Elizabeth Strout hat mit diesem Roman eine gelungene Fortsetzung geschrieben. Wir befinden uns wieder in Crosby, einem kleinen „Kaff“ in Maine und begegnen erneut der außergewöhnlichen Olive Kitteridge wie sie leibt und lebt! Mit einer gehörigen Portion Zynismus und kratzbürstig wie eh und je, hat sich die pensionierte Lehrerin kaum verändert und sorgt so in dem kleinen Küstenstädtchen weiterhin für Gesprächsstoff. Des Weiteren lernen wir weitere Charaktere kennen, wie Jack Kennison, einen ehemaligen Harvardprofessor oder die McPhersons, die seit einer Ewigkeit im gleichen Haus getrennt voneinander leben. Wortwörtlich durch Trennlinien im gesamten Haus. Strout beschreibt hier wie im Vorgänger wunderbar Menschen mit Ecken und Kanten. Nichts ist schwarz oder weiß, Menschen machen Fehler, lernen daraus oder nicht, sind glücklich und traurig, entdecken die Liebe neu oder beginnen einen neuen Lebensabschnitt. Man fühlt mit den Protagonisten mit, lacht und weint, es schwingt ein wenig Melancholie mit und man fühlt sich einfach wohl mit diesem Buch. In meinen Augen ein Roman ideal geeignet für den Sommerabschluss. „Kiss me hard before you go, summertime sadness“

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Hatte ich nicht vor kurzem noch recht verhalten und zögerlich über Strouts "Mit Blick aufs Meer" geschrieben? Ich konnte mich bei diesem vor 10 Jahren erschienenen, hochgelobten Roman nicht richtig erklären. Wusste nicht, ob ich ihn nun gut fand oder eher langatmig und zu unspektakulär. Gleichwohl habe ich in der Rezension schon angekündigt, dass ich den nun erschienenen Nachfolgeband lesen möchte. Und das tat ich auch. Kehren wir also zurück nach Maine, an die Küste, nach Crosby, der Kleinstadt und zurück zu Olive Kitteridge. Zwanzig Jahre sind in dem Roman vergangen seit wir uns in "Mit Blick aufs Meer" von Olive, ihrem Ehemann Henry und den anderen Kleinstadtbürgern verabschiedet haben. Zwanzig Jahre, in denen vielen der Charakteren klar wurde, dass sie es nicht schafften, das Leben lebenswerter zu gestalten, sich zu ihren Gunsten zu verändern oder freier und leichter zu werden.  Strout schreibt hier feinfühlig und dennoch mit klarem Blick und konkreten Aussagen über zwischenmenschliche Schwierigkeiten, die sich über Jahre tief in den Menschen verankerten und es ihnen schwer macht, sich zu verändern. Einigen, auch Olive, wird bewusst, wo sie sich in den vergangenen Jahrzehnten falsch oder selbstsüchtig verhalten haben. Gerade Olive versucht es zu verändern, kommt jedoch häufig gar nicht gegen ihre Art an. Auch das Altern der Menschen wird hier nicht beschönigt, sondern als das beschrieben, was es meist ist: beschwerlich. In einer Szene überlegt Olive eine ganze Weile, ob sie sich zu der deutlich jüngeren Frau auf den Felsen setzen soll. Und zwar nicht nur aufgrund ihrer zwischenmenschlichen Probleme miteinander, sondern weil Olive weiß, dass sie Schmerzen beim Sitzen auf dem Stein haben wird, und dass es sehr beschwerlich werden wird, sich wieder zu erheben. War ich bei "Mit Blick aufs Meer" noch skeptisch, was ich von Olive Kitteridge und Crosby halten soll, zog mich der neue Roman der Autorin voll in seinen Bann. Ich versank tief in die Geschichten, fühlte mich gleichzeitig wieder zum Nachdenken angeregt.

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„Die langen Abende“ von Elizabeth Strout Dieser Roman ist kein Roman. Eigentlich ist es eine Sammlung von Kurzgeschichten, zusammengehalten von der Tatsache, dass sie alle in der idyllischen Kleinstadt Crosby in Maine spielen. Olive Kittridge, die Hauptprotagonistin aus „Mit Blick aufs Meer“, für das Elizabeth Strout 2009 den Pulitzerpreis erhielt, wirkt als personifizierte Klammer, die diese Schicksale verbindet. Sie taucht, ähnlich wie Alfred Hitchcock in seinen Filmen, immer wieder in den Geschichten der anderen als Randfigur auf. An diese lockere Verbundenheit der Erzählungen musste ich mich erst gewöhnen. Die Zeitsprünge umfassen immer einige Monate, bisweilen Jahre. Olive Kittridge ist verwitwet und trauert, flirtet und heiratet bald darauf Jack, verzweifelt an dem schlechten Verhältnis zu ihrem Sohn, während die Menschen um sie herum ebenfalls mit ihren Problemen kämpfen. Elizabeth Strout entfaltet den ganzen amerikanischen Kosmos, poliert den gesellschaftlichen Spielgel mit Lakonie und leiser Ironie und zeigt die Menschen mit ihren Fehlern und Abgründen, Vorurteilen und Großmütigkeit, Geiz und Großzügigkeit. Eine beliebte Pastorin entpuppt sich als engstirnig und eifersüchtig, alltäglicher Rassismus zeigt sich bei liebenswerten Großeltern, der Mensch in all seiner überheblichen Winzigkeit, mit seinen inneren und äußeren Vorzügen und Hässlichkeiten tritt in diesem Sommerreigen an. Immer wieder geht es um Angst vor dem Tod, um Einsamkeit und die unsichtbaren Mauern, welche die Menschen voneinander trennen. „Ihm schien, dass sie niemals leichtfertig abgetan werden durfte, die Einsamkeit am Grund eines jeden Lebens, und dass die Entscheidungen, die die Menschen trafen, um dieser klaffenden Schwärze zu entgehen, Entscheidungen waren, denen Respekt gebührte.“ So erzählt Strout vom jungen Mädchen Kayley, das neben der Schule putzen geht, um ein wenig Geld zu verdienen und die Aufmerksamkeit des Ehemanns ihrer grässlichen Lehrerin zu genießen beginnt. Vom großen Bruder, der für den tödlichen Unfall des Vaters in der Kindheit zu unrecht den jüngeren Bruder beschuldigte und an dieser Schuld sein Leben lang trägt. Von der furchterregenden Ex-Lehrerin, die eine ehemalige Schülerin besucht und sie selbstverständlich beim Sterben begleitet, während alle anderen sie meiden. Unausgesprochene Sehnsüchte, alte Rechnungen, unbewusste Herablassung, in ihren Figuren erschafft Elizabeth Strout wunderbare Psychogramme, kommt ohne Analyse und erhobenen Zeigefinger aus und zeigt damit, wie menschlich der Mensch in seinen Stärken und Schwächen ist. Das ganze spielt an diesem beschaulichen Ort, an dem die langen Abende das Leben in goldenes Licht tauchen. Nach dieser Lektüre ist man nachsichtig gestimmt und erfüllt von diesem warmen Strahlen aus Maine.

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Elizabeth Strout erzählt in ihrem Roman "Die langen Abende" Geschichten über die kleinen Leute mit ihren Problemen - seien es Paarprobleme, Ärger mit Kindern, Trennung, Fremdgehen, Krankheiten - Situationen im Leben, die jeder kennt. Im Mittelpunkt steht Olive Kitteridge, eine pensionierte Lehrerin. Sie ist schrecklich direkt und manch einer wird sie als sehr unangenehm empfinden. Jack, ehemals Professor an der Harvard University und verwitwet, umwirbt Olive. Auch er nimmt eine große Rolle in dem Buch ein. Der Roman spielt in Crosby, einer Kleinstadt in Maine an der Ostküste der USA. Es ist ein berührendes Buch, das einen nachdenken lässt über das Leben, über das Alter. Ein Buch, das vielleicht ein wenig traurig stimmt, vor allem aber auch herrlich komisch, amüsant und skurril ist. Für den vorhergehende Band "Mit Blick aufs Meer"- im Englischen unter dem Titel "Olive Kitteridge" erschienen - bekam Elizabeth Strout 2009 den Pulitzerpreis.  Man kann beide Romane ohne Weiteres unabhängig voneinander lesen. Aber ich habe mir sagen lassen, es sei ideal, wenn man sich die Geschichten der Reihe nach gönnt. Ich kenne "Mit Blick aufs Meer" bisher noch nicht,  habe mir den Roman aber jetzt bestellt und freue mich schon sehr auf die Lektüre.  "Die langen Abende" ist im Luchterhand Verlag erschienen, hat 352 Seiten und gehört definitiv schon jetzt zu meinen Bücher-Highlights 2020.  Absolut lesenswert!

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Die langen Abende

Von: Anita Rehm aus Berlin

27.08.2020

Liest sich flüssig. Die einzelnen Kapitel sind in sich gut abgeschlossen.

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Dieses Buch sollte man gelesen haben wenn man gerne und viel liest. Ich finde es einer der besten Bücher die ich seit Jahren gelesen habe.

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Wie bereits der großartige Vorgängerroman „Mit Blick aufs Meer“ besteht auch der neue Roman „Die langen Abende“ aus einzelnen Episoden. Wieder kommen wir den Bewohnern vom beschaulichen Küstenstädtchen Crosby in einzelnen Geschichten sehr nahe, Olive Kitteridge ist wieder und vor allem zum Glück der zentrale Charakter dieses Buches. Die Figur der Olive Kitteridge ist eine dieser Figuren, die mir so ans Herz gewachsen sind und die ich nie wieder vergessen werde. Egal wie kantig und fehlerbehaftet sie auch sein mag. Sie ist als Person so greifbar, das ist einfach nur phantastisch. Olive ist pensionierte Lehrerin, Witwe und eine dieser großen rauen Frauen. Sie kennt die Verstrickungen, Familien, Nöte der Küstenbewohner wie keine andere. Sie ist nicht das was man eine beliebte Frau nennt, eher respektiert, von manchen Bewohnern gefürchtet. Sie ist eine, die genau hinschaut und vor allem sieht, die hilft, wo andere wegsehen und dabei selbst vor allem jetzt im Alter sehr mit sich hadert. Im aktuellen Roman kommt mir Olive, inzwischen 70, noch näher. Nachdem sie im ersten Roman ihren ruhigen liebevollen Mann Henry verloren hatte und man mit ihr und ihrer unendlichen Einsamkeit mitlitt, findet im vorliegenden Roman der ehemalige Harvardprofessor Jack, auch verwitwet, mit Olive zusammen. Zwei Einsame, die sich in jungen Jahren nie gefunden oder gemocht hätten und die von einer tiefen Zuneigung zueinander erfasst werden, der sie sich erst einmal stellen müssen. Wie diese beiden zueinander finden, ohne das es jemals kitschig wird, das hat mich wirklich enorm berührt. Im Roman werden menschliche Nöte, das Zusammenleben in Familien, das Altern, die Einsamkeit und das was wir den uns nahe stehenden Menschen antun können, so klug beleuchtet, wie es nur wenige verstehen. Schwarz und weiß gibt es im Roman nicht, hier schreibt eine Frau, die das Leben mit all seinen Fallstricken kennt und versteht. Wir kommen den Menschen nahe, ohne das Strout je belehrend wird oder den moralischen Zeigefinger hebt. Ganz große Leseempfehlung! #currentlyreading #lesen #instaread #bookstagram #elizabethstrout #dielangenabende #luchterhand #randomhouse #makereadingsexyagain #igreads

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Der Roman "Die langen Abende" von Elizabeth Strout erschien im Frühjahr 2020 im Luchterhand-Verlag. Er beinhaltet eine Reihe an Kurzgeschichten über das Leben der Menschen in einer Kleinstadt in Maine. Es ist das zweite Buch von Strout, dass ich gelesen habe und ebenso wie "Alles ist möglich", mochte ich auch hier wieder ihr gutes Gespür für die Sehnsüchte und Befindlichkeiten der Menschen. Sie beweist viel Empathie, Verständnis und Zugewandtheit für ihre Figuren und bringt sie ihrem Leser so näher. Der Schreibstil ist gelungen, so wie ich ihn von der Autorin bisher gewohnt bin. Die Charaktere wirken sehr menschlich und authentisch, man kann sich häufig mit ihnen identifizieren und mitfühlen. Ich fühlte mich zu jeder Zeit gut unterhalten und freue mich auf neue Geschichten von Elizabeth Strout. Das Cover von Luchterhand mag ich wegen seiner Schlichtheit und den passenden Motiven.

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