Leserstimmen zu
NEIN

Anja Förster, Peter Kreuz

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Auch dieses mal haben es die beiden Autoren geschafft, vielen Lesern aus dem Herzen zu sprechen. Mit ihrem Werk “NEIN“ zeigen sie nicht nur auf wie wichtig, aber auch wie es überhaupt möglich ist, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, sondern sprechen auch die in unserer Zeit noch immer teilweise negativen Folgen auf, die Menschen zu erwarten haben, wenn sie ein autonomes Leben führen. Dabei üben sie eine nicht zu leugnende Kritik an unserer Gesellschaft. Ab dem Kindergarten wird den Kindern schon indoktriniert, wie negativ es doch ist, selbstbestimmt und individuel zu sein. Dies geht hin bis zu fast jeder Firmenpolitik, aber gilt auch im Sozialleben. Doch die Autoren zeigen auch deutlich auf, das dies nicht mehr Zeitgemäß ist und wie viele Firmen, einer hirachischen Arbeitspolitik entsagen und sehr erfolgreich sind, indem sie ihren Mitarbeiten sehr viel Freiheit geben. Zudem geben sie klar zu, dass es eben auch Menschen gibt, die die Verantwortung freiwillig abgeben und sich lieber “von Oben“ einem Diktat aussetzen, da es ja doch bequemer zu sein scheint. Eines ist logischerweise vorwegzunehmen, es ist kein Buch, das einem mit Regeln, oder Anleitungen nach Maß, odg., zeigt wie ein selbstbestimmtes Leben funktionieren könnte. Was selbstverständlich auch ein wenig widersprüchlich wäre. Das muss dem Leser klar sein. Ein Buch für Leser, die ein selbstbestimmtes und individuelles Leben führen wollen.

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Das Buch gibt keine Tipps oder Belehrungen. Es ist eher als Orientierungshilfe oder auch Leitfaden gedacht, um mit einer Typologie aus dem Buch feststellen zu können, wie genau man ist, wo die Fehler liegen, damit man sich dementsprechend für sich selbst verändern kann. Es gibt einem viel Mut zur Änderung des eigenen Selbst, damit man glücklich und zufrieden sein kann. Ich muss gestehen, dass ich selbst sehr wenig entscheidungsfreudig bin und lieber den sicheren Weg einschlage. Dies wollte ich mit Hilfe dieses Buchs verändern, um selbstständig eigene Entscheidungen treffen zu können, ohne mich dafür zu rechtfertigen, was mir auch immer sehr schwer fällt. Ich hatte mir erhofft ein Buch zu lesen, in dem mir erklärt wird, wie ich Schritt für Schritt lerne, mich selbst mehr zu schätzen und meine eigene Meinung mehr zu vertreten, sprich öfter Nein zu sagen. Allerdings muss ich nun sagen, dass dies hier nicht der Fall ist und es mich anfangs doch sehr enttäuscht hat. Es wird gleich zu Anfang ein sehr bekanntes Beispiel angegeben, warum das Nein-Sagen eine sehr wichtige Rolle im Leben spielt. Hier wurde Marie Curies Leben als Beispiel gewählt. Sie musste ihr Leben lang für alles kämpfen, was sie erreichen wollte. Ihre Ziele wurden damals nicht für Frauen zugelassen. Marie Curie wollte studieren, doch dies durften damals nur Männer. Sie fand einen Weg. Dieser brauchte eine lange Zeit, um umgesetzt zu werden. Dies ist sehr bewundernswert. Immer wieder setzte sie sich neue Ziele und die Gesellschaft und das System legten ihr Steine in den Weg. Das hielt die jedoch nie auf. Heute ist das System sehr verändert und hat sich weiter entwickelt. Allerdings so stark, dass man heute gar keine direkte Entscheidung mehr treffen kann. Es gibt viel zu viele Möglichkeiten. Darauf ist der Mensch nicht vorbereitet und ist überfordert. Dies alles muss erst noch erlernt werden. Auch in der Berufswelt ist das Nein-Sagen ein großes Thema. Sehr viele Arbeitgeber möchten lieber, dass die für ihn Arbeitenden immer alles abwickeln und das tun, was der Chef sagt. Es wird nicht gern gesehen, wenn sie sich selbst Gedanken machen und widersprechen. Dies führt oft zu Konflikten, bis hin zur Kündigung. Davor haben alle Angst und nur wenige trauen sich zu solch einem Schritt. Auf Seite 46-47 geht es um Kinder und ich muss sagen, dass ich den Autoren sehr Recht geben muss. Die meisten Kinder sind überbehütet. Viele dürfen nichts alleine tun und bekommen erst später eigene Verantwortung. Immer wieder hören sie nur Nein, das darfst du nicht und Nein, dies darfst du nicht usw. Dies ist keine gute Methode, da sie sonst am Anfang der Erwachsenenzeit nicht wissen, wie sie sich selbst entscheiden soll, da immer alle Entscheidungen von den Eltern übernommen wurden und sie damit völlig überfordert sind. Dies und noch mehr wird in diesem Buch zusammen gefasst und gute Ideen und Tipps helfen, sich darüber Gedanken zu machen und das Handeln zu verändern, um selbst mit der Situation zufrieden sein zu können. Definitiv ein wichtiges Thema und noch wichtiger angesprochen zu werden. Vor allem von Menschen, die auch wissen, was sie erzählen und es begründen können. Dieses Buch ist eine gute Grundlage, um sich über die eigenen Verhaltensweisen Gedanken zu machen. Es ist meiner Meinung nach eher für Menschen geeignet, die Selbstvertrauen besitzen, es jedoch aus Angst oder ähnlichem nicht vollständig nutzen, um Nein zu sagen. Ich selbst kann aus diesem Buch keine große Hilfe ziehen. Um die Tipps und Ratschläge anwenden zu können, muss zunächst das Selbst gestärkt werden. Es ist also kein Allround-Ratgeber für jedermann sondern gibt gewisse Ansprüche, die aber nur jeder Leser für sich selbst erkennen kann. Da ich es jedoch recht gern gelesen und viel für meine Zukunft erfahren habe, wenn ich irgendwann soweit bin, ziehe ich nur einen Stern ab.

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Be everybody's Darling - so ähnlich kann man die Anforderungen von Heute zusammenfassen. Sei es im Job oder als Person: wir sollen teamplayer sein, aber auch den Ton angeben können, dabei müssen wir in einem gewissen Maße auch einfühlsam sein, ohne die Zielstrebiskeit aus den Augen zu verlieren und nicht zu vergessen ist auch, dass wir flexibel und somit auch anpassungsfähig sein sollen. So was erwartet man, ob im Job, bei der Familie oder im sozialen Unfeld. Jeder muss alles können und das auch in jeder Situation. Everybody's Darling sind da besonders die Ja-Sager. Ja, zu allem und ja, und jeden. Quärdenker, Einzelgänger und Nein-Sager sind daher völlig verpöhnt und gelten gerne als Egoisten oder Feinde der Gesellschaft. Aber wie wäre unsere Welt, wenn alle everybody's Darling wären? Alleine dieser Gedanke, an roboterhaften, eintönigen Menschen jagt mir einen Schauer über den Rücken. Anja Förster und Peter Kreuz zeigen in ihrem Buch NEIN, warum es Nein-Sager geben muss und was dieses kleine Wort alles bewirken kann. Polarisiere dich und die Menschen in deiner Umgebung, denn jeder kann everybody's Darling sein und mal ganz ehrlich? Das wäre auch zu langweilig, wenn jeder so wäre ;) Das Buch ist in drei Kapiteln unterteilt. Das Erste erklärt anhand der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie, dass wir so viel Freiheiten besitzen, wie noch nie zuvor in der gesamten Geschichte. Obwohl uns so viele Türen offen stehen, werden wir zu Ja-Sagern erzogen und die Freiheit bleibt ein Ladenhüter. Traurig. Im zweiten Teil betrachtet man das Ja von einer anderen Perspektive. Ein großes Ja bringt viele Neins mit sich und jeder Zweifel, was auch ein Grund ist, weshalb wir uns dem Ja so gerne unterwerfen, wird hier ganz genau betrachtet. Der letzte Teil zeigt deutlich, dass man mit einem Ja nicht weit kommt, denn wir brauchen Entscheidungen, wir brauchen Antworten und kein Kopfnicken in einer Endlosschleife. NEIN ist kein To-Do Ratgeber wie Entscheidungen treffen von Madame Missou. Viel mehr wird man wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht und wach gerufen. NEIN ist kein Aufruf sich gegen alles zu stellen, sondern macht klar, dass ein Nein auch ein Befreiungsschlag sein kann. Ich habe das Buch sehr genossen. Es ist leicht zu lesen und grafisch schön gestaltet. Es beinhaltet zwar nicht neue Meilensteine, wenn man sich mit diesem Thema schon zuvor befasst hat, aber es schärft wieder den Blick und dafür lohn es sich, immer. Wir vergleichen im Leben immer Preise. Was ist dein Preis?

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Aufgrund des Titels, der Werbung und des Prologs hatte ich ein Buch mit Tipps erwartet, wie man es vermeidet, „ja“ zu sagen, obwohl man etwas gar nicht will. „Nein“ sagt man eben nicht so gern, weil man sich nicht unbeliebt machen möchte. Aber solche Tipps gibt es in diesem Buch nicht. Die Autoren halten nichts davon, Anleitungen zu geben. Stattdessen geht es hier im lockeren Plauderton um Entscheidungen, die wir ständig zu treffen haben. Das Leben ist heute voller Möglichkeiten und längst nicht mehr so strikt durch Konventionen festgelegt wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Wo, wie und mit wem wir leben, womit wir unseren Lebensunterhalt verdienen und wie wir unsere Freizeit verbringen – das alles können wir nahezu frei bestimmen. Doch wie man Entscheidungen trifft und zu den Konsequenzen steht, das bringt uns niemand bei. Wer ein selbstbestimmtes Leben führen will, muss also selbst herausfinden, wie das geht. Viele tun sich schwer mit diesen unendlichen Wahlmöglichkeiten. Sie haben es lieber übersichtlich und würden sich sicherer fühlen, wenn ihnen jemand sagte, wo es langgeht. Das ist auch in Ordnung so. Die Menschen sind nicht alle gleich, und nicht jeder trägt das „Freiheitsgen“ in sich. Was immer man tut oder nicht tut – wenn es einem niemand vorgeschrieben oder befohlen hat, ist man für das, was dabei herauskommt, selbst verantwortlich. Mit der Möglichkeit zu scheitern und sich dann anhören zu müssen: „Selber schuld!“ und „Hab ich dir doch gleich gesagt!“, muss man erst einmal zurechtkommen. Und dass die Entscheidung für etwas immer auch die Entscheidung gegen alle Alternativen ist, sollte einem ebenfalls bewusst sein. Wer ständig den verworfenen Möglichkeiten hinterhergrübelt, wird seines Lebens nicht froh. Die perfekte Entscheidung wird es ohnehin nicht geben. Man muss eine treffen, die gut genug ist – und dann mit dem leben, was daraus folgt. Tatsächlich hat man mehr Entscheidungsmöglichkeiten als man gemeinhin denkt. Wenn man bereit wäre, die Konsequenzen zu tragen, könnte man jederzeit seine Familie verlassen, den Job hinschmeißen und anderswo ein neues Leben beginnen. Jede Entscheidung hat natürlich ihren Preis. Wäre das Weggehen schlimmer oder das Bleiben? Aber es gibt Risiken und Nebenwirkungen. „In weiten Teilen der Bildungs- und Arbeitswelt gilt Selbstbestimmung als abweichendes Verhalten, als egoistisch und verantwortungslos“ (Seite 147). Schnell hat man den Ruf weg, unsolidarisch zu sein und sich auf Kosten der anderen einen lauen Lenz zu machen. Das hält nicht jeder aus. Und übertreiben sollte man es mit dem Nein-Sagen auch nicht, denn wer nur stur sein eigenes Ding durchzieht, endet irgendwann als einsamer Steppenwolf, mit dem keiner was zu tun haben möchte, und der Mensch ist nun einmal ein soziales Wesen, das den Kontakt zu seinen Artgenossen braucht. Ein bisschen Rücksicht auf die anderen sollte man schon nehmen. Gemeinschaften profitieren allerdings auch von Abweichlern und Querdenkern. Würden alle immer nur nach Schema F vorgehen, entstünde nie etwas Neues. Ohne Abweichung von der Norm ist kein Fortschritt möglich. Dessen sollte man sich bewusst sein und nicht gleich die Krise kriegen, wenn mal einer ausschert. „Die Zeichen der Zeit sprechen eindeutig für diejenigen, die ihre Freiheit annehmen, eigenständig denken und Selbstverantwortung übernehmen“. (Seite 153), meinen die Autoren. Um selbstbestimmt leben, wachsen und sich verändern zu können, sollte man’s machen wie die Hummer: wenn denen ihr alter Panzer zu eng wird, stoßen sie ihn ab und lassen sich einen neuen wachsen. Um den Preis, dass sie während der Veränderungsphase, in der der neue Panzer noch weich ist, ungeschützt und verletzlich ist. Da muss man durch, wenn man sich weiter entwickeln will. Wenn man seine eigenen Entscheidungen trifft, kann man natürlich niemandem den Schwarzen Peter zuschieben, wenn eine Sache nicht gut ausgeht. Aber ist man deshalb wirklich für alles und jedes verantwortlich, was einem in Folge widerfährt? Da muss man für sich eine Grenze ziehen, sonst ist man ruckzuck bei diesen Schuldzuweisern, die einem einreden wollen, man habe sich sogar seine eigenen Krankheiten selbst „ausgesucht“. Da wird’s dann gefährlich. Nein zu sagen fällt einem, nachdem man dieses Buch gelesen hat, auch nicht leichter als davor. Aber man weiß jetzt zumindest, woran es liegt und kann sich entweder in sein Schicksal fügen oder aktiv an einer Veränderung arbeiten. Man lernt hier was fürs Leben – wenn auch vielleicht nicht genau das, was man anfangs zu lernen hoffte.

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NEIN ist ein provokantes Wort. NEIN bedeutet: Ich entscheide mich für etwas und gegen etwas anderes. In unserer Gesellschaft wird NEIN nicht gerne gesehen. Wir sollen teamfähig, glücklichmachend sein und JA zum Leben sagen. Buh, eine fast unlösbare Aufgabe liegt da vor uns. Mit klaren, prägnanten Worten erklären beide Autoren uns warum immer nur Ja-Sagen nicht funktioniert. Warum wir in einer Gesellschaft, die immer mehr weiß, immer mehr kann und immer mehr schaffen soll, unsere Entscheidungsfindungen nicht mehr wie früher machen können. Wir brauchen eine andere Herangehensweise mit mehr Entschiedenheit. Doch erhalten wir keinen 10 Punkte-Plan zum Glücklich sein. NEIN! Das ganz und gar nicht. Doch erklären beide an guten Beispielen wie wir wieder die Verantwortung für unser Tun und Handeln selbst übernehmen können. Wie wir uns entscheiden können und somit eine Möglichkeit zur Selbstbestimmung finden. Denn NEIN ist der Weg zum JA! Wenn wir wissen, was wir wollen, dann sind unsere Entscheidungen zielgerichtet. Alles was uns davon abbringt erhält ein klares NEIN. So wird unser Weg leichter und führt uns zu einem guten JA-Gefühl. Ja sagen zu dem, was wir wirklich wollen. Ausprobieren, ob und wie es funktioniert und dann weitere Entscheidungen treffen. Immer mit dem Blick auf unser Ziel – selbstverantwortlich und selbstbestimmt. Nein zu sagen bedeutet klare Entscheidungen treffen, den Verlustschmerz in Kauf zu nehmen und für sein Tun verantwortlich zu sein. Eigenverantwort und Entschlußfähigkeit paaren sich mit Zielstrebigkeit und Klarheit. Das Buch hat ein aussagekräftiges Cover. In den roten Button stehen JAs in verschiedenen Schriften und Größen. Das NEIN in der Mitte ist der Mittler zu den JAs. Vier mutige Buchstaben können unser Leben verändern. Der geriffelte Einband des Taschenbuches liegt gut in der Hand. Der Klappentext ist kurz und prägnant. Er verspricht nicht zu viel und macht Lust das Buch zu lesen. Die Aufteilung des Buches läßt mich schnell ein Kapitel nachschlagen. Die Button und roten Sätze fassen die Quintessenz des Textes zusammen, so springen sie als Eyecatcher ins Auge. Die Quellennachweise sind übersichtlich und gut lesbar.

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Um einmal vorweg zu nehmen, es geht in diesem Buch nicht darum, wie ich lerne zu jeder Sache im Leben Nein zu sagen, sondern vielmehr darum, ein Leben in Selbstbestimmtheit zu führen und mich nicht von den Konventionen der Gesellschaft abhängig mache, die ein Ja zu allem und jedem erwartet. Es geht auch darum, die Sache zu finden, zu der ich selbst Ja sagen kann, denn so werden meine Neins viel einfacher akzeptiert. Die beiden Autoren Peter Kreuz und Anja Förster unterteilen ihr Buch in insgesamt drei Teile. Im ersten Teil beschreiben sie, warum Freiheit eigentlich doch nicht so gut ist, wie sie erscheint. Dort geht es vor allem darum, wie wir zu einer Gesellschaft von Ja- Sagen wurden und wieso es so kompliziert ist, trotz aller Freiheiten das Richtige zu finden. Der zweite Teil trägt den Titel "Wie Hummer wachsen" und behandelt das Thema der Wahlfreiheit und die Frage nach dem eigenen großen Ja und den vielen Neins, die sich dann für einen ergeben. Außerdem behandeln die beiden hier das Thema Zweifel, das sich zwangsläufig jedem früher oder später aufdrängt. Der dritte Teil beinhaltet nun noch das Thema, wieso wir eine Antwort brauchen und dreht sich vorwiegend darum, dass man Entschiedenheit leben sollte. Durch diese Aufteilung erreichen Förster und Kreuz, dass man einmal näher über die Gesellschaft und ihren Erwartungsdruck an einen nachdenkt und auch sein Leben überdenkt. So gelingt ihnen hier ein Buch, das die Gesellschaft durchaus kritisch bewertet, sich jedoch durch einen flüssigen, klaren und vor allem dynamischen Sprachstil sehr gut lesen lässt. Alles in allem ist "Nein" meiner Meinung nach ein Buch, das wirklich jeder einmal gelesen haben sollte. Daher vergebe ich hier 5 von 5 Sternen

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In den ersten Kapiteln dieses Buches wird beschrieben, dass wir in der heutigen Zeit so viele Freiheiten wie noch nie haben, uns jedoch noch immer unfrei fühlen. Dieses Empfinden schleicht sich schon in den alltäglichsten Situationen ein, wenn wir beispielsweise keine Lust haben, Freunde zu treffen oder die Verantwortung für ein neues Projekt zu übernehmen. Denn obwohl wir so gerne unsere Freiheiten nutzen würden um einfach mal nein zu sagen, folgt stets ein "ja gut". Auch wenn man nach seinem Befinden gefragt wird, antwortet man doch meistens nur mit einem "gut" oder "muss ja". Im ersten Teil, "Warum Freiheit ein Ladenhüter ist", wird darauf eingegangen, in wie weit sich unser Leben und auch der Grad unserer Freiheit von früher unterscheidet. Als Beispiel hierfür wird Marie Curie angeführt, die nicht bei jedem Hindernis klein bei gegeben hat, sondern für und um ihre Freiheiten hat kämpfen müssen. Als Erklärungsansatz wird eine Erziehung zum Ja-Sager beschrieben, die deutlich macht, wie wenig in unserer Gesellschaft das Widersprechen gefördert wird. "Wer Zäune um Menschen baut, bekommt Schafe.", so wird es hier beschrieben. Im zweiten Teil finden sich die Kapitel "Die Sache mit der Wahlfreiheit", "Ein großes Ja, viele Neins" und "Eine Frage der Haltung", welche sich mit der Problematik befassen, dass man, um sich selbstbestimmt für oder gegen etwas entscheiden zu können, immer eine Wahl getroffen werden muss, mit der man sich gleichzeitig gegen zahlreiche andere Möglichkeiten entscheidet. Teil drei, "Warum wir eine Antwort brauchen" ruft dazu auf, Entscheidungen zu treffen. Dieses Buch bietet sicherlich einige Ansätze, von denen die meisten aber nicht wirklich neu sind. Beispielsweise ist der Tipp, Zeit statt Geld zu verwenden um Freiheit genießen zu können, keine bahnbrechende Erkenntnis. Wenn man sich bereits ein wenig mit solchen Ratgebern beschäftigt hat, wird man vieles wiedererkennen. Interessant war in meinen Augen die Gegenüberstellung der Vergangenheit zur Gegenwart, bei der die später getroffene Aussage, man stünde mit einem Fuß in der alten, mit dem anderen jedoch in der neuen Zeit, sodass man immer kurz davor stünde zu leben, seine Erklärung fand. Diese Darstellung von drei Ereignissen in Marie Curies Leben stellt in meinen Augen den Höhepunkt des Buches dar... "Tiere verhalten sich, der Mensch aber ist in der Lage zu handeln" (S.107), "Ich will, also bin ich." (S.196) oder ähnliche Weisheiten sind meines Erachtens schon zu genüge in Glückskeksen oder an Teebeuteln zu finden... Sehr erschreckt hat mich, dass man im Schnitt ganze 223 Minuten pro Tag fernsieht (S.108), wobei ich froh bin, diesen Schnitt zu senken... Die verschiedenen Ansätze sind verständlich erklärt und auch Beispiele werden gegeben; beispielsweise dient das Milgram-Experiment der Erklärung. Die Gestaltung des Buches ist ansprechend, was das Lesen angenehmer macht. Einzelne Sätze werden hervorgehoben oder am Seitenrand noch einmal abgedruckt. Auch die Farbwahl ist gut getroffen. Dieses Buch gibt auch Tipps, wie man selbstbestimmter und selbstsicherer wird, damit man seine Entscheidungen auch souverän treffen kann ohne sie später zu bereuen. Einer von ihnen ist das Schreiben einer Not-to-do-Liste, damit man sich bewusst wird, wie viel man eigentlich gegen seinen Willen mitmacht. Alles in allem ist "Nein" ein ganzes nettes Buch, welches auch den ein oder anderen hilfreich Ratschlag beinhaltet, generell wird man aber, sofern man sich ein bisschen mit der Thematik befasst hat, eher wenig neue Erkenntnisse gewinnen. Ich war überrascht als ich entdeckte, wie viele Ratgeber Förster und Kreuz bereits auf den Markt gebracht haben und wie groß ihre Leserschaft doch ist. Mich konnte dieses Buch leider nicht überzeugen, da es jedoch viele begeisterte Leser hat, sollte man vielleicht selbst herausfinden, ob es einem zusagt.

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Das Buch habe ich in der letzten Woche gelesen. Das Buch ist weder wie ein Ratgeber geschrieben noch konnte ich es in einem Rutsch lesen. Es ist mir an vielen Stellen etwas langatmig und an einigen finde ich es etwas überzogen. Und trotzdem ist es lesenswert. Es zeigt für die unterschiedlichen Lebensbereiche auf, warum es sich lohnt, für das eigene Leben Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Dazu ist es notwendig, zu einem klaren „Ja“ oder „Nein“ zu finden. Die verschiedenen Kapitel regen zur Eigenreflexion an und sind eine Absage an die Lebensumstände. Es geht in dem Buch um Verantwortung und das Nein – im Kleinen und im Großen. Meine kurze Zusammenfassung des Buches: Wir leben in einer Zeit, in der fast alles möglich ist und wir viele Wahlmöglichkeiten und Optionen haben, uns aber mit der Optionsvielflat und Wahlfreiheit schwer tun. Denn „es ist nun mal so, dass jede Entscheidung einen Abschied von Optionen beinhaltet.“ Hinzu kommt, dass selbstbestimmt zu leben gelernt werden muss. „Die eigene Entscheidungsfindung, das Sondieren von Möglichkeiten, das Ausprobieren, das Tragen von Konsequenzen aus den eigenen Entscheidungen, das Priorisieren – all das steht leider nicht im Lernplan.“ An vielen Stellen und Weggabelungen unseres Lebens müssen wir Entscheidungen treffen, wenn wir nicht wollen, dass andere für uns entscheiden, „wenn es keine vorgegebenen und klaren Grenzen mehr gibt, muss jeder Einzelne die Grenzen situativ angemessen für sich selbst ziehen„. Die Autoren stellen aber auch fest: „Nichts erfordert mehr Charakter, als im offenen Gegensatz zu seiner Zeit laut NEIN zu sagen. […] Doch wie viele Menschen haben den Mut, aufzustehen und ihr Nein zu vertreten?„. Es kostet Mut und Kraft und ist trotzdem so wichtig. „Es ist sogar so: Man kann erst dann wirklich Ja sagen, wenn man wirklich Nein sagen kann. Und nur wenn man sein Ja kennt, gelingt das Neinsagen.“ Eines der Hauptprobleme ist, dass wir dazugehören wollen und Angst davor haben, abgelehnt zu werden, wenn wir uns klar positionieren und Nein sagen, aber das Mitmachen, um nicht auf- und herauszufallen, hat in der Geschichte bereits sehr großen Schaden angerichtet. „So wahr es ist, dass selbstbestimmte Individuen Gemeinschaft brauchen, um existieren zu können, so wahr ist auch: Gemeinschaften brauchen selbstbestimmte Individuen!“ – Kein einfaches, sondern herausforderndes und empfehlenswertes Buch. Mein Fazit: „Der Mensch hat so viel Freiheit, wie er sich selbst zutraut und wie er sich erkämpft.“

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