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Leserstimmen (8)

Ian McDonald: Luna (Luna-Reihe) (1)

Luna Blick ins Buch

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Paperback, Broschur ISBN: 978-3-453-31795-6

Erschienen:  12.12.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Science-Fiction oder Erotik?

Von: Michelle Yolanda Datum : 19.11.2017

hiddenbookparadise.blogspot.de/

Wieder war es ein Buch, auf welches ich mich sehr freute, denn ist Science Fiction, die sich mit dem Leben der menschlichen Spezies auf anderen Planeten befasst, stets ein interessantes Thema. Was wird wohl in der Zukunft eintreten? Doch obwohl dieses Buch sehr gut klang und gepriesen wurde, konnte es mich nicht ansatzweise überzeugen.

Die Menschheit hat begonnen den Mond zu besiedeln. Dieser kleine Himmelskörper wird von den fünf großen Drachen beherrscht – sich rivalisierende Wirtschaftsgiganten. Einst waren es nur vier und der wird Corta-Clan stets eine Art Außenseiter bleiben. Adriana Corta gründete ihn vor vielen Jahren, doch machte sie sich Feinde, die den Untergang ihrer Familie bedeuten könnten.

Weder der Anfang, die Mitte, noch das Ende haben sich voneinander unterschieden, noch konnten sie mich fesseln. Dies hatte viele Gründe, die jedoch nicht die Grundidee des Buches betrafen, welche wieder eine Möglichkeit der Entwicklung der Menschheit bot. Es war interessant, wie sich die die Zukunft gestalten könnte, wie sich die Sprache und die Menschheit verändert, welche Innovationen es geben könnte und wo die Prioritäten des Lebens auf einem anderen Himmelskörper liegen. Doch leider scheiterte es an allem Anderen.

Ein großes Problem war es, dass das Buch wie eines geschrieben war, das in der Gegenwart spielt und nicht zum Genre des Science-Fiction gehört. Das heißt, es gab zu wenige Informationen und Beschreibungen zur Veränderung der Welt. Da die Handlung wahrscheinlich zu Beginn des 22. Jahrhunderts stattfindet, muss sich sehr viel innerhalb der Gesellschaft, der Technik und allgemein dem alltäglichen Leben geändert haben, zumal der Mond der Handlungsort ist. Unter anderem diese Veränderungen, die Möglichkeiten, die es gibt, sind so faszinierend an diesem Genre. Man möchte eine neue Welt kennenlernen und die Faszination dieser spüren. Das war hier nur nicht der Fall. Es tauchten viele Fragen auf, die nie beantwortet worden sind. Stets wollte ich mehr wissen, mehr erfahren. Ich wollte die Neuheit der natürlichsten Dinge erfahren. Woher zum Beispiel die Lebensmittel oder ganz allgemeine Ressourcen stammen, wie sich das alltägliche Leben außerhalb der Erde verändert hat. Stattdessen bekam ich die Erzählung des Daseins auf dem Mond, das wie etwas Selbstverständliches angesehen wird, obwohl die Menschen ihn erst seit einem halben Jahrhundert bevölkert haben. Wo bleibt die Entwicklung? Wie ist das Leben dort möglich? Wie ist alles aufgebaut? Man bekommt kaum Erklärungen des Denkbarseins der Existenz auf einem lebensfeindlichen Körper. Ich kann nach dem Lesen des Buches nicht sagen, wie die Städte aufgebaut sind, welche Architektur es gibt, woher Menschen ihren Sauerstoff zum Atmen bekommen, ob sie unter einer stabilen Kuppel leben, wie die Farben eines Sonnenaufgang ohne Atmosphäre auf dem Mond entstehen können, wie Regen möglich ist. All jene essentiellen Dinge blieben unbekannt, trotz dass sie derart wichtig sind. So auch die Vertrauten, eine künstliche Intelligenz, die jeder Mondbewohner besitzt. Man erhielt weder erläutert wie sie im groben funktionieren, wie private Kanäle aufgebaut sind, wenn jeder Mensch in der Umgebung eigentlich zuhören könnte, wo sich ein Mikrophon befindet oder ein Chip, ob es eine Modifikation im Gehirn des Nutzers befindet, wie der Skinwechsel vonstattengeht. Es ist als würden wir alles schon kennen, der Grund, weshalb es mir wie ein Buch in heutiger Zeit spielend erschien. Ein Handy müsste nicht erklärt werden, ebenso wenig ein Auto, aber bei der Beschreibung einer zukünftigen Welt ist genau dies nötig. Oder nicht? Sollte sich der Leser fremd fühlen, so bleibt er es tatsächlich über das ganze Buch hinweg. Wenn er schließlich eine Erklärung bekommt, so viel zu spät.

Ein weiterer Aspekt waren die Charaktere. Kurz gesagt, waren sie mehr eine Füllung der Seite ohne große Bedeutung. Kleine Teile des Lebens der Charaktere bildeten die langen Kapitel. Jedoch waren sie weder interessant noch mit vielen Informationen gestaltet, sondern bestanden aus einzelnen Fetzen, die nicht ein komplexes und großes Ganzes formten, vielmehr auf einer Linie ohne Ausschläge blieben und dem gleichen Faden folgten. Dadurch wurde die Welt nicht erweitert. Anstelle dessen las man Seiten über Seiten Irrelevantes, Brocken aus dem Leben der handelnden Personen, die sich nicht miteinander verbanden.

Ganz am Anfang schienen die Charaktere vollkommen divers zu sein, da sie aus anderen Schichten kamen und sich voneinander unterscheidende Sichtweisen hatten, doch im Endeffekt waren sie alle gleich. Armut existierte nicht mehr, mit der Folge, dass die anfangs angesprochenen Probleme der Gesellschaft, zeitig vollkommen außer Acht gelassen und nicht mehr weiter behandelt wurden. Man erlebte jene Menschen, die ohne vergleichsweise große Sorge und Existenzprobleme bezüglich der vier Grundstoffe – Luft, Wasser, Kohlenstoff und Daten – leben können. Es fehlte schlichtweg die Diversität zwischen den Personen, wodurch es wenig spannend war. Hinzu kam, dass Sex das große Thema des Buches war. Nur weil es ein Buch für Erwachsene ist, heißt es nicht, dass jeder in irgendeiner Art sehr den fleischlichen Gelüsten zugetan ist und man konsequent nach wenigen Seiten eine sexuelle Handlung oder Anspielung las. Beispielsweise der siebzehnjährige Lucaniho, der mit jedem ins Bett steigt und ständig auf Partys zugange ist, dann im Widerspruch stehend peinlich berührt fühlt, wenn es um die Sprache des Aktes an sich geht. Es wird genau beschrieben, wie sich eine Frau, die bei dem körperlichen Kontakt mit anderen Menschen nichts Sexuelles empfinden kann, selbstbefriedigt. Man bekommt mehr Beschreibungen sexueller Gelüste, testosterongelandener Luft als Science-Fiction. Es ist schön und gut, dass es verschiedene Sexualitäten gibt, doch gehen diese einfach unter. Wird ein Charakter äußerlich umschrieben, ist es oftmals nur einer, der von sich selbst überzeugt oder hübsch ist oder es sind die äußerlichen Reize, vor allem die der Frauen.

Neben den Handlungsträgern und dem Setting, fehlt es der Handlung an Spannung und allgemein etwas Interessantem. Der Autor konnte mich als Leser nicht packen oder mir etwas mit diesem Buch geben, denn ist nichts passiert, bezogen auf das Geschehen an sich als auch philosophische Aspekte et cetera. Die Geschehnisse hatten überwiegend keine besondere Bedeutung, wie der Einstieg in die Geschichte mittels des Mondlaufes, dessen Sinn nie erläutert worden ist. Zusätzlich gab es mehrere unrealistische und fragwürdige Aussagen, wie die sehr knapp bemessene Zeit, in der das Leben auf dem Mond aufgebaut wurde. Bevor man an die Gründung einer Familie denkt, steht eigentlich die Ermöglichung von Leben im Vordergrund. Mich sehr überraschend war die unglaubhafte Aussage, dass Gold auf dem Mond lediglich ein Schmuckstück sei. Durch seine Eigenschaften wird Gold in der Raumfahrt verwendet, ebenso in der Technik im Allgemeinen, die eine nicht unbedeutend große Rolle in der Zukunft spielen wird. Wenn es ein Element gibt, das Gold ersetzen könnte, eine billigere und effizientere Ergänzung, so wird dies nicht im Buch erwähnt. Außerdem ist die Aussage, dass ein BH nur wegen der Schwerkraft verwendet wird, dezent absurd. Im Alter spielt die Schwerkraft sicherlich eine große Rolle, doch warum sollten Frauen im jungen Alter dann einen BH tragen? Insbesondere, wenn geringere Schwerkraft normalerweise einen bestimmten Einfluss auf die Bewegung der Brüste hat. Es ist eine Aussage, die mich als Frau noch mehr von diesem Buch abgestoßen hat.

Was jedoch nicht zu schlecht war, war einerseits die Gestaltung der Sprache und des Aussehens der Menschen, die sich über die Jahre durch Einflüsse aus verschiedensten Kulturen veränderten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Sprache sich in Zukunft weiterentwickelt und mehr vermischen wird. Doch leider war es verwirrend, oft Fremdwörter zu lesen, die nicht kurz umrissen wurden, man hingegen das Lesen unterbrechen musste, um sie im Glossar am Ende nachzulesen. Obschon sie die Sprache authentischer machten und die einzige Komplexität neben der Überhäufung zahlreicher Namen bildeten, ließ sich ihre Bedeutung nicht im Text erschließen oder konnte man sie sich auch nicht herleiten, wenn man diese Sprache nicht spricht. Noch nervenaufreibender wird es, wenn man ganz Sätze in Portugiesisch vorfindet, die nicht übersetzt werden. Mit ein bisschen Französischkenntnissen konnte man manchmal erahnen, von was die Rede ist. Hierbei war es auch nicht so, dass eine Übersetzung unlogisch gewesen wäre, denn konnte der Charakter sie sprechen und verstehen. Vielleicht waren die einzelnen Sätze nicht bedeutend, aber mich hätte es dennoch interessiert, ihre Übersetzung zu wissen.

Andererseits waren die Kleidung und der Druck dieser als auch anderer Dinge im Ansatz interessant, möglicherweise die Verbindung zu alten Modetrends aus dem 20. Jahrhundert. Ebenso war es die, wenngleich einfache Skizzierung der Veränderung der Erde. Dennoch war es nur ein winziger Teil der Erde, der dargestellt wurde, und auch nur recht grob und einseitig.


Schlussendlich kann man es als Buch beschreiben, das mich als Leser zu keinem Zeitpunkt richtig fesseln konnte mit seiner schwarz-weißen Welt, die nur eine Kontur blieb und sich nie zu einem 3-D-Bild entwickelte. Der Schluss reizte mich ebenfalls nicht, die Reihe fortzusetzen. Manchen gefällt dieses Buch, mit gab es jedoch nichts, da es nur Worte waren, die zusammenfassend nur unzureichend wenig erzählten. Es war ein Baum ohne Wurzeln zu einem Konstrukt allzu typischer Intrigenspiele mit wenig Besonderheiten und ohne Tiefgründigkeit.

Blaues Blut auf dem Mond

Von: ralfreitze Datum : 30.10.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com/

Schon immer lebt der Mensch auch von Vergleichen. Unbekanntes muss mit Bekanntem gegenübergestellt werden, damit das Unbekannte vertrauter wird. Der Vergleichende wird natürlich auch zu einem Bewertenden, denn schnell können Vergleiche auch die schlechten und guten Eigenschaften des erzeugten Bildes übernehmen. Darum werden liebend gerne positive Vergleiche genommen. Und wenn ich etwas verkaufen will, dann soll es gleich das Beste sein.

Der kleine Baggersee mit Strand wird natürlich nicht gleich zum Palmenstrand in der Südsee, wenn man ihn damit vergleicht, aber so ein bisschen Sonne, Palme und Exotik erhält er schon, wenn er dermaßen aufgewertet wird. So auch im vorliegenden Fall. Ian McDonalds etwas holpriger Anfang eines aristokratisch angehauchten Science-Fiction-Epos auf dem Mond wird nicht gleich zum zwölf-bändigen, begeistert gefeierten und erfolgreich verfilmten Fantasy-Epos eines Ranges Games of Thrones. Doch bleibt beim Leser des Klappentextes erstmal etwas davon hängen. Und nach dem Lesen des ersten Bandes reibe ich mir verwundert die Augen und frage mich, ob meine Vor-Rezensenten entweder keine Fantasie gehabt haben, oder schlichtweg Game of Thones nicht kennen. Denn die Klappentext-Vergleiche hinken. Wie meistens.



Wir befinden uns auf dem Mond, der sich wirtschaftlich selbstständig gemacht hat: nicht der Mond, aber fünf große Häuser (die hierarchisch aufgebaut und Königshäusern nachgebildet sind). Warum jetzt gerade adlige Häuser den Mond beherrschen, war mir auch nach Lektüre des Buches nicht ganz klar. Einzig allein Konzerne haben das Geld, Macht und die Ressourcen, sich in einer lebensfeindlichen Umgebung wie dem Mond zu behaupten. Doch nun gut, es sind halt hier fünf große Familien, die auf dem Mond herrschen. Die Verbindung und Abhängigkeit von der Erde sind gekappt: Menschen die von der Erde kommen, müssen sich nach einiger Zeit entscheiden, ob sie zurückkehren. Ab einem gewissen Punkt verkraftet der Körper die Erdschwerkraft nicht mehr, und man ist auf dem Mond gefangen. Dazu kommt natürlich noch die Entfernung:

„Diese dreihundertachtzigtausend Kilometer zählen. Die zweieinhalb Sekunden Verzögerung bei den Gesprächen mit den Leuten zu Hause schaffen eine Distanz. Diese Kluft kann man nie überwinden. Sie gehört zur Struktur des Universums. Auch die Physik ist hart.“

Auf dem Mond sind die Ressourcen limitiert – nicht aber für die Menschen der fünf Häuser. Diese leben im Überfluss. Wer von der überfüllten Erde kommt, um auf dem Mond sein Glück zu machen, kämpft jeden Tag um sein Leben.

„Ich arbeite bei Corta Helio. Ich dachte, ich wiederhole das noch mal, damit ihr es euch auf der Zunge zergehen lassen könnt. Das heißt zuerst mal keine Sorgen mehr um Sauerstoff, Wasser, Kohlenstoff und Netz. Das ist auch der Grund, warum ich euch das hier schicken kann. Wahrscheinlich kann ich euch gar nicht begreiflich machen, was es bedeutet, wenn man sich nicht mehr um die vier Grundstoffe kümmern muss. Es ist wie der erste Preis in einer Lotterie, nur dass man nicht zehn Millionen Dollar kriegt, sondern einfach weiteratmen darf.“

Der Anfang ist noch recht spannend. Eine Gruppe von Jugendlichen rennt einen sogenannten Mondlauf von Schleuse zu Schleuse. Das unbarmherzige Vakuum wird von McDonald sehr schön beschrieben. Ja nicht die Augen schließen, ansonsten kleben die Lider fest und man sieht nichts mehr. Die Luft aus den Lungen pressen, sonst platzen diese. Nach dem fulminanten Lauf, versorgt uns Ian McDonald mit gefühlten 200 Personen in den nächsten 50 Seiten, von denen nicht alle eine Rolle spielen. Zumal erklärt er nichts, er setzt voraus. Das erleichtert den Einstieg in die als längere Serie geplante Buchreihe nicht. Hilfreich sind das am Ende des Buches abgedruckte Glossar und die Auflistung aller wichtigen Personen der fünf Häuser. Interessant und stimmig sind die Beschreibungen der lebensfeindlichen Mondumgebung, leider kommen die Dialoge und Charaktere etwas hölzern und flach rüber.

Gut lesbar wird das Buch, nachdem man sich an diese Art des Schreibens gewöhnt hat. Bei mir trat dieser Effekt nach etwa 300 von 500 Seiten ein. Dazwischen wollte ich das Buch mindestens sechsmal abbrechen, habe aber aufgrund der relativ positiven Bewertungen durchgehalten. So richtig gelohnt hat sich das Durchhalten aber nicht. Zwar kommt es zu einem schönen Showdown am Ende des Romans, doch das hebt die quälenden Seiten vorher nicht ganz auf. Ein Auftakt einer Reihe, die mir persönlich viel zu wenig GoT hatte. Dort hat sich George Martin viel Zeit und Raum genommen, die einzelnen Charaktere in einzelnen Kapiteln zu Wort kommen zu lassen. Luna ist einerseits mit passenden physikalischen Besonderheiten des Mondes und den Kuppeln ausgestattet, doch die Intrigen der fünf Häuser sind mir zu aufgesetzt.

Review: Luna – Ian McDonald

Von: Aline Datum : 06.08.2017

www.thecupsoflife.wordpress.com

Für die Lektüre von Luna habe ich erstaunlich lange gebraucht. Natürlich ist es, mit über 500 Seiten ein ziemlich dickes Buch, aber es dauerte einfach auch einige Zeit, bis ich in die Geschichte hinein gefunden hatte. Sci-fi ist noch ein neues Genre für mich, aber ein Reizvolles. Der Autor hat, ähnlich wie in Fantasy-Geschichten, die Möglichkeit eine völlig neue Welt, Regeln, etc. zu erschaffen. Das ist Ian McDonald wirklich gut gelungen. Die Gesellschaft auf dem Mond, ist mit der, die wir auf der Erde kennen nicht zu vergleichen. Ihre Gesetze und Eigenheiten erklärt er aber sehr überzeugend, mit den nun mal auf dem Mond vorherrschenden Gegebenheiten und Gefahren. Dadurch wirkt das Setting manchmal auch beklemmend. Man fragt sich, wie die Menschen dort überleben können, gefangen in ihren Städten, die nichts anderes sind als selbst geschaffene Gefängnisse. Denn ein Überleben außerhalb der Städte, auf der Mondoberfläche, ist nicht möglich.

Den größten Teil der Geschichte wird aus der Sicht der Cortas erzählt. Sie sind eine der ursprünglichen Drachen-Familien, die „regierenden“ Familien auf dem Mond. Die Rückblenden des Familienoberhauptes Adriana Corta sind mit die interessantesten Stellen des ganzen Buches. Sie zeigen ihren Weg von der Erde auf den Mond, wo sie sich ein ganzes Imperium aufbaute. Dabei ist sie eindeutig nicht die unschuldige alte Dame, für die man sie vielleicht halten könnte. Eigentlich ist jedes Mitglied der Corta Familie etwas, sagen wir mal exzentrisch. Dadurch fand ich sie jedoch um einiges zugänglicher und liebenswürdiger.

Was Intrigen und Machtkämpfe unter den Drachen angeht, steht „Luna“ „Game of Thrones“ tatsächlich in nichts nach. Auch was die Anzahl an Charaktere betrifft. Jede Familie besteht aus unglaublich vielen Mitgliedern, die teilweise verwirrend ähnliche Namen haben. Gerade bei den anderen Drachen-Familien war es daher schwierig schritt zu halten. Ich bin gespannt, ob der nächste Band aus Sicht einer anderen Familie erzählt wird. Mich würde nämlich jetzt auch interessieren, wie sie es auf dem Mond geschafft haben.

Mit Sex wird auf dem Mond ziemlich offen umgegangen. Die Menschen haben dort nicht einmal Wörter für Hetero- oder Homosexualität. Eine Welt ohne Label sozusagen. Wirklich sehr erfrischend!

Zum Ende von „Luna“ kann man eigentlich nichts sagen ohne irgendwas zu spoilern. Außer, dass ich es nicht abwarten kann, den zweiten Teil „Luna – Wolfsmond“ zu lesen!!

Luna

Von: Charlene Datum : 04.06.2017

mylittlebookpalace.weebly.com

Handlung: In der Zukunft werden sich Menschen auch auf dem Mond aufhalten und dort leben können. Das Leben dort ist auch wirklich toll, zum mindest für die reichen, die Armen müssen schauen, wie sie sich durchschlagen, den man muss auch Kosten für Luft ausgeben und das können sich viele nur schwer leisten. Außer natürlich die reichen die meist auch einer der fünf ' Herscherfamilien ' angehören. In dem Buch geht es spezifisch um die Familie Corta und dem Familienoberhaupt Adriana, die durch den Abbau von Helium-3 reich geworden ist. Damit hat sie sich natürlich auch viele Feinde auf dem Mond gemacht. Es geht um Intrigen, Lügen und Unterdrückung.

Orte:Ein großer großer Pluspunkt ist der Ort in dem das Buch spielt, es spielt auf dem Mond und das Leben darauf hat seine verschiedensten Facetten, ich fand den Ort einfach toll und da auch alles sehr detailliert beschrieben wurde konnte man sich das richtig gut vorstellen.

Personen:Es gab sehr sehr viele Personen und man hat das Buch über auch immer mehr kennengelernt, ich hatte meine Lieblinge und auch die Personen die ich gar nicht gemocht habe, was natürlich auch so sein sollte. Viele Charaktere waren wirklich gut durchdacht und ich konnte mich mit den meisten gut identifizieren.

Schreibstil: Mit dem Schreibstil bin ich am Anfang nicht wirklich klar gekommen und es hat auch eine Weile gedauert bis ich endlich drin war. Es waren mir persönlich viel zu viele Beschreibungen, was es dann auch schwierig gemacht hat das Buch zu lesen.

Gestaltung:Mich hat das Cover persönlich sehr gut gefallen und ich finde auch die Kapitelgestaltung gefallen und ich finde es passt auch zu dem Buch und dem Thema.

Geschichte:Mir hat die Grundidee wirklich gut gefallen, doch leider fand ich es an manchen Zeilen zu langweilig und es waren mir persönlich viel zu viele Fakten aufgezählt. Mir hat der Verlauf der Geschichte relativ gut gefallen, auch wenn es an manchen Stellen wirklich langweilig geworden ist und ich mich durch das Buch zwingen musste. Aber dafür bekommt das Ende nochmal ein Pluspunkt, da mir das dafür wirklich gut gefallen hat.

Fazit: Ich fand das Buch leider nur mittelmäßig und es hat mich leider auch nicht wirklich gepackt, was mir wirklich leid tut, denn es hat sich so gut angehört, aber vielleicht hatte ich zu große Erwartungen an das Buch. Mir gefallen solche Geschichten sonst eigentlich sehr gerne und ich fand den Fakt, das die Geschichte auf dem Mond gespielt hat wirklich toll, mir haben die Personen auch wirklich gut gefallen. Leider hat mir der Schreibstil auch nicht ganz zugesagt und die Geschichte fand ich eher langweilig, allerdings war das Ende gut und deswegen gebe ich 2 von 5 Sternen.

Nicht so ganz überzeugend....

Von: Marina Rico Datum : 18.05.2017

www.minas-buecherwelt.de

Der Mond ist besiedelt. Menschen von der Erde können zu ihm reisen, sich dort gänzlich niederlassen oder eben nur für eine Weile auf ihm leben.

Die Grundversorgung, wie Wasser, Luft oder auch Daten, müssen teuer bezahlt werden und nur die wohlhabenden Schichten können sich das problemlos leisten. Alle anderen, weniger gut betuchten, müssen sich diese Grundstoffe hart erarbeiten, machen teils Schulden dafür.

So wie Marina Calzaghe, die auf der Erde nicht genug Geld für eine Therapie ihrer kranken Mutter aufbringen konnte. Dies ändert sich auf dem Mond schlagartig, als sie einen Job bei einem der herrschenden Clans des Mondes bekommt.

Die Fünf Drachen sind reiche Dynastien, so gesehen die High Society des Mondes. Die Cortas, eine der Dynastien, führen das Corta-Heliós Familienunternehmen und sind mit dem Abbau von Helium-3 reich geworden. Das Oberhaupt ist Adriana Corta, die so langsam die Nachfolge ihres Unternehmens bestimmen muss.

Pressestimmen vergleichen die Geschichte mit Game of Thrones und das kann ich so unterschreiben. Auch GoT ist voller Macht und Intrigen (wie Luna). Familienclans, die untereinander Zwangsehen eingehen, Intrigen spinnen, wo Stolz und Ehre wichtiger scheint als alles andere...
...diese Machtgefüge haben ein hohes Konfliktpotenzial, was sich auch immer wieder in der Geschichte niederschlägt.

Die unterschiedlichen Clans haben auch unterschiedliche Beziehungen zueinander: die Cortas und die Mackenzies sind verfeindet, die Suns und Asamoahs sind wiederum freundschaftlich mit den Cortas verbunden, die Woronzows sind eher neutral.

So richtig überzeugt hat mich das Buch nicht. Es könnte überall spielen. Der Mond spielt hier keine so große Rolle wie es am Anfang scheint (mal abgesehen davon, dass es "Luna" heißt und der Mond auf dem Cover abgebildet ist). Etwas mehr Science-Fiction und weniger politische Ränkespiele hätten der Geschichte durchaus gut getan.

Störend empfand ich auch viele Begriffe aus anderen Sprachräumen, die sich einem nicht immer auf Anhieb erschließen. Manche davon werden zwar im hinteren Glossar erklärt, aber wer möchte schon ständig im Buch blättern?
Das Ende ist offen, da mit "Wolfsmond" kürzlich die Fortsetzung erschienen ist. Ob ich die allerdings lese...?

Was ich gut fand, war das haptische Erlebnis. Der abgebildete Mond auf dem Cover setzt sich von der Struktur her etwas ab und fühlt sich echt gut an. :-).

Wie gesagt, das Buch hat mich nicht so überzeugt, aber ich wollte es trotzdem bis zum Ende lesen.

Epos

Von: A.D: Datum : 07.03.2017

www.kultplatz.net

Ein komplexer Roman, der in seiner Art eine Future History ist, eine spannende, verwickelte Geschichte um die Intrigen der fünf Familien, die den Mond beherrschen - das Spiel um Macht kann locker mit jenem in "Game of Thrones" mithalten.

Zugleich eine Social SF. Ian McDonald hat es schon immer verstanden, Anspielungen und Bezüge aus der Zukunft zur Gegenwart zu knüpfen, was besonders in seinem drallen, überbordenden, dichten, chaotischen Roman "Cyberabad" deutlich wird.

Luna ist ein prächtiges Zukunftsepos, eine klassische Familiensaga. Der Roman findet in "Luna - Wolfsmond" seine Fortsetzung.

Detailliert erzählt

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 03.03.2017

www.rezensions-seite.de


Man muss es mögen, diese ruhige, breite Erzählweise, dann kommt man in diesem neuen Science-Fiction Roman von Ian McDonald durchaus auf seine Kosten.

Der Mond besiedelt, aber in gewisser Weise von der Erde abgesondert. Eine Erde, die im Roman kaum eine Rolle spielt und weitgehend noch nicht einmal am Horizont auftaucht. Eine Erde, die vor allem eines ist, Nutznießer und Abnehmer der Erzeugnisse des Mondes. Der Erze, seltenen Erden, und, nicht zuletzt, von Helium 3.

„Ohne mich würde auf der ganzen Erde das Licht ausgehen“, so denkt und sagt es die Matriachin des „Corta-Helios-Komlexes“, Adriana Corta. Und mit diesem helium ist die Familie Corta mächtig und reich geworden, eine der „Fünf Drachen“ auf Luna, der fünf reichsten und herrschenden Clans.

Die einander, trotz mannigfaltiger Heiraten, Querverbindungen, Verträge nicht sonderlich grün sind. Was vor allem das Verhältnis von Adriana Corta zu Robert Mackenzie (der, der nur „von seinem Stuhl“ noch am Leben gehalten wird. Eingebettet und umringt von zig Lebenserhaltungssystemen, aber immer noch durch nackten Willen angetrieben). Angeht. Der den Mond „eroberte“, der als erster Maschinen en Gros auf Luna brachte und den Grundstein zu seiner Erzgewinnung damit legte-

„Der Wille zur Macht, der Wille, zu besitzen, der Wille, festzuhalten und nichts herzugeben, auch nicht den kargen Rest seines Lebens“.

Intrigen, harte Verhandlungen, gegenseitiges unterlaufen von Geschäftsverträgen, vor allem mit der Gesellschaft, der Luna am Ende gehört und welche die Geschäfte mit der Erde vermittelt.

Und auf einmal, bei einem Corta-Empfang, summt da eine Fliege herum. Eine künstliche (Echte Insekten, Bakterien oder andere störende Elemente gibt es auf Luna nicht). Eine vergiftete Fliege. Und die Dinge nehmen Fahrt auf. Denn innerhalb der Millionen von Luna Bewohnern gibt es eben nicht nur die vielen, die ihr Leben versuchen, gut zu leben und die am „endlosen Lauf“ teilnehmen und die genug damit zu tun haben, genügend finanzielle Mittel zusammenzubekommen, um Wasser und Sauerstoff, Lebensmittel und Kleidung erwerben zu können.

Und dennoch werden auch sie betroffen sein, wenn Adriana Corta und ihre drei Söhne (die untereinander ebenfalls die ein oder andere Intrige am Laufen haben) gegen Robert Mackenzie und seinen Clan antreten werden. Subtil zunächst, offen und hart im weiteren Verlauf des Romans. Und auch die andren drei Clans werden nicht außen vor stehen bleiben, wenn es um die Existenz der Kolonie auf dem Mond geht und darum, wer sich dort ganz oben an der Macht halten werden kann.

Sehr breit erzählt McDonald, mit spürbarer Lust an den Einzelheiten des Lebens, an „Druckern“, die so gut wie alles herstellen können, an einer ganz besonderen Form der Existenz „unter tausenden von Tonnen Stahl“.

„Auf dem Mond herum zu laufen ist kein Spaziergang. Der Mond kennt tausend Todesarten für uns“. Und die Menschen ebenfalls noch so einige füreinander.

Ein wenig zügiger, mit mehr Tempo hätte es schon gehen können. Zudem es nicht einfach ist, gerade zu Beginn, sich in den vielen Personen zurecht zu finden, die McDonald auf ihren Weg durch die Irrungen und Wirrungen der Luna-Kolonie schickt. Am Ende aber entschädigt die filigrane Atmosphäre und die Ereignisse in der zweiten Hälfte des Romans den Leser aber für das geduldige Lesen der ersten 200 Seiten.

Game of Thrones im Weltall!

Von: Miss PageTurner Datum : 27.12.2016

miss-page-turner.blogspot.de

Game of Thrones in Space
Treffender könnte man den Science Fiction Thriller von Ian MCDonald wohl kaum beschreiben und ich bin sicher, dass dieses Buch viele Leser wird begeistern können. Mich leider nicht so denn es ergeben sich für mich leider auch dieselben Probleme die ich schon mit den Stark, Lannister und Co hatte.

Aber von Vorne: Wie es sich für ein Science Fiction Roman nun mal gehört, spielt Luna nicht auf der Erde. All zu weit zieht es uns aber nicht, denn die Handlung ist komplett auf dem Mond angesiedelt.
An dieser Stelle möchte ich auf einen gravierenden Fehler in der Übersetzung auf der ersten Seite hinweisen: Dort ist eine Karte vom Mond abgebildet, die mit „Rückseite des Mond“ betitelt ist. Dort ist aber ebenfalls der Krater Tycho eingezeichnet, der sich bekanntermaßen auf der Erdzugewandten Seite des Mondes befindet.

Die Ordnung auf dem Mond wird vor allem durch fünf Familien bestimmt, den sogenannten Drachen. Sie ebstimmen sowohl gesellschaftlich, als auch wirtschaftlich wo es lang geht. Ein Drache sind die Cortas. Eine Familie die durch ihren Heliumabbau zum Wirtschaftsriesen geworden sind, unter den anderen Drachen aber als neureiche Aufsteiger gelten.
Im Laufe der Handlung begleiten wir mehrere Mitglieder der Corta Familie und verstricken uns dabei immer mehr in ein Gewirr aus Macht, Intrigen und Verrat.

Das Tempo der Handlung ist anfangs noch gemächlich. Der Fokus liegt auf den Charakteren: Ihren Motiven, Hintergründen und Ziele. Umso weiter die Handlung fortschreitet umso verzwickter werden die Beziehungen, es tauchen immer mehr Geheimnisse und Intrigen auf. Während Fans von Game of Thrones sicher dieses Spiel von Macht, Sex und Hinterlist amüsant und spannend finden, fand ich es eher langweilig und in die Länge gezogen. Auch die Masse an Charakteren und neuen Vokabeln (Auf dem Mond werden nämlich fröhlich Begriffe aus Brasilien, Korea, Japan und Russland durchgemixt) empfand ich als zu viel. Ohne Personenregister und Glossar wäre ich gar nicht klar gekommen.
Zum Ende hin überschlagen sich dann die Ereignisse und es wir richtig spannend, wenn auch mit einem recht ärgerlich offenen Ende.

Die von Ian McDonald entworfene Mondgesellschaft fand ich sehr gut gelungen. Jeder Mensch muss für die 4 Grundstoffe bezahlen: Luft, Wasser, Kohlenstoff und Daten. Die Armen schuften also um überhaupt atmen zu können und jeder Luftzug wird berechnet. Ein Modell dass natürlich nur an einem Ort ohne atembare Atmosphäre wie der Mond funktioniert. Auch Details wieder Muskelabbau in de leichteren Schwerkraft wurden nicht vergessen und lassen das Leben auf dem Mond realistisch erscheinen.

Fazit:
Fans von Machtintrigen wie Game of Thrones werden mit Luna sicher ihren Spaß haben und sich für die Geschehnisse rund um die Cortas begeistern könen. Mein Fall war es aber nicht.