Leserstimmen zu
Artemis

Andy Weir

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Ich kann gar nicht genau beschrieben, was ich erwartet habe. Schon seit längerem habe ich richtig Lust auf Bücher in diesem Genre, das unter anderem ja für viele neue Technologien, Gesellschaftsformen und Welten bekannt ist. Es ist zwar nicht so, dass Artemis nichts davon bietet, doch war es wesentlich einfacher gestrickt als ich gedacht hätte. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, was zusätzlich noch dafür gesorgt hat, dass ich schnell in der Geschichte drin war. Jazz ist wirklich ein cooler Charakter, auf den ich mich schon sehr gefreut habe, eine kleine Antiheldin. Verstoßen von Zuhause und aus ihrem Bekanntenkreis, übernimmt sie Tätigkeiten, die wohl kaum weniger ihren Kompetenzen gerecht werden könnten. Ganz so facettenreich wurde sie dann leider doch nicht aufgebaut. Ebenso hat mich das Verhalten doch an einen wesentlich jüngeren Menschen erinnert, der sich gerade in einer Trotz-/Rebellenphase befindet. Dennoch konnte sie für gute Unterhaltung sorgen und hat mit ihren Macken und Kanten Abwechslung in die Geschichte gebracht. Was allerdings wirklich schön war, dass unter den verschiedenen Charakteren Herkunft, Religion & Co. absolut gar keine Rolle spielt, was man ja auch nicht allzu oft erlebt. Das Konstrukt rund um Artemis ist durchaus interessant, aber auch sehr begrenzt. So kann man sich hier eine kleine Stadt oder auch Siedlung auf dem Mond vorstellen, die aber sehr überschaubar gehalten ist. Die Gesellschaftsformen sind nicht groß verändert, dominierend ist hier zwar ein reicher Anteil der Bewohner, doch natürlich bleibt eine sogenannte Unterschicht nicht aus, denn irgendwer muss ja auch die unliebsamen Aufgaben erledigen. Auch, wenn es kein extrem detailreiches Wissen war, so fand ich die kleinen eingebauten Aspekte doch sehr interessant - wie es zum Beispiel ist, in einer anderen Atmosphäre zu leben, was für Auswirkungen die Schwerkraft auf den menschlichen Körper hat usw.. Bei der Story an sich, handhabt es sich für mich ein wenig wie bei den Charakteren und dem Aufbau von Artemis selbst: es war durchaus interessant, für mich persönlich aber nicht unglaublich fesselnd, geschweige denn faszinierend. Die Geschichte hat sich unglaublich schnell weggelesen, ich wurde gut unterhalten und musste nicht allzu viel Konzentration aufbringen, um dem Verlauf der Geschichte folgen zu können. FAZIT Artemis war mein erstes Werk von Andy Weir - und auch, wenn es nicht mein letztes sein wird, so war es auch nicht unbedingt ein Highlight. Eine unterhaltsame nette Geschichte für zwischendurch, die wohl aber nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich persönlich hatte mir einfach noch mehr darunter vorgestellt, eine ausgetüfteltere Welt, facettenreichere Charaktere und vor allem mehr Spannung. Dennoch empfehlenswert wird Zwischendurch und sicherlich auch als Einstieg in das Science Fiction Genre.

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Bewertung Oh wie hüpfte mir das Herz als ich die Versandbestätigung für dieses Rezensionsexemplar sah. Von daher, vielen Dank ans bloggerportal und an den Heyne Verlag. Aber vielleicht hüpfte es auch zu sehr, denn Artemis konnte mich nicht begeistern. Relativ schnell ging mir die derbe Art der Protagonistin auf die Nerven. Und findet man einen so wichtigen Charakter erstmal anstrengend, ist man nur noch am Augen rollen. Worin sich Andy Weir aber treu geblieben ist, ist sein Humor und seine Liebe zur Technik. Diese beiden Punkte bekommt man auch in Artemis stark zu spüren, was mir durchaus gefiel. Aber dann... eine schwache Nebenhandlung folgte die nächste, während das eigentliche Problem (das Jazz Geld braucht und und um es zu bekommen,kriminellen Tätigkeiten nachgehen muss) nicht wirklich gelöst wurde. Und es wollte nicht so richtig das Gefühl von Weltraum aufkommen. Andy Weir begeisterte mich mit dem Marsianer durch dieses unglaublich starke Gefühl von Realität. Zeitweise hielt ich zusammen mit Mark Wattney den Atem an. Doch in Artemis ist das Leben im Weltraum ganz normal, und für alle Bürger keine Besonderheit mehr, sondern nur noch eine Touristenattraktion. Trotz allem war der Schreibstil angenehm und auch die Idee von Mord auf dem Mond genial. Weir weiß wie man schwierige technische Details in Kombination von Humor, verständlich rüber bringt. Und so las sich Artemis einfach und schnell. Fazit Andy Weir hat sich nicht übertroffen, und ich möchte auch nicht sagen sich verschlechtert. Mit Artemis hat er einfach etwas vollkommen anderes erschaffen, dass nicht mit dem Marsianer in eine Schublade gesteckt werden darf. Allerdings sollte er beim nächsten Mal darauf verzichten, sich in eine Frau hineinversetzen zu wollen.

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Vom Mars zum Mond. Mit seinem Debütroman und Bestseller „Der Marsianer“ hat Andy Weir große Wellen geschlagen und schließlich auch mein Herz erobern können. Es ist also kaum verwunderlich, dass meine Erwartungen an seinen neuesten Roman „Artemis“ hoch waren. Mark Watneys Geschichte strotzt vor Originalität. Statt einen Kampfs ums Überleben zu beobachten, taucht der Leser diesmal in ein gefährliches Macht- und Intrigenspiel in einer auf dem Mond errichteten Stadt ein. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass der Roman es mir nicht schwergemacht hätte. Die Geschichte beginnt wirklich langsam und der Leser verbringt erst einmal viel Zeit mit der Protagonistin Jazz, um ihren Alltag und ihre Eigenheiten kennenzulernen. Im Grunde nimmt der Klappentext bereits die Hälfte der Handlung vorweg. Dennoch passiert wirklich viel. Das ändert allerdings nichts daran, dass der Plot leider an vielen Stellen vorhersehbar und im Grunde nichts Neues ist. Das einzig neue Element ist der Mond als Setting. Dadurch hat es der Autor schwer, den Leser bei der Stange zu halten, schafft es aber durch die intensive Involvierung des Settings als maßgebliches Element der Geschichte. Dieses wirkt sehr realistisch, ist liebevoll ausgearbeitet worden und die vielen technischen Details unterstützen die authentische Wirkung. Ich persönlich fand die vielen technischen Aspekte auch gut eingebracht, so dass auch eine Laie gut mitkommt und sich nicht durch seitenweise chemische Erläuterungen und derlei kämpfen muss. Wie gesagt, die Handlung an und für sich ist als Rahmen nichts Neues und die Schwäche des Romans liegt leider auch darin, dass sie sehr konstruiert wirkt, wenn auch trotzdem interessant und spannend. Aber beim Lesen hat man immer dieses Gefühl, dass alles sich perfekt ineinanderfügt und das kann gutgehen und begeistern, aber hier stört es eher. Das Weltall als Schauplatz hat im Grunde auch die größten Anteile der Spannung erzeugt. Anfängliche Probleme hatte ich vor allem mit der Protagonistin Jazz. Ich will nicht unbedingt sagen, dass sie Mark Watney in weiblich ist, aber sie ist genauso eine Sprücheklopferin, sehr intelligent und sie ist einfach extrem burschikos geraten. Da bleibt der Vergleich nicht aus. Leider ist sie auch überhaupt nicht mein Fall. Ein typischer Fall von Genie, die ihr Potenzial vergeudet. Sie ist unnahbar und an manchen Stellen konnte ich ihre Entscheidungen nur schwer nachvollziehen. Trotzdem wird sie über die Zeit hinweg sympathischer und war durchaus erträglich. Sie wird nur leider sehr radikal dargestellt, gerade wenn man sie in Kontrast zu ihrem Vater setzt. Beide sind gebürtige Saudi-Arabier und während Jazz‘ Vater das auch auslebt und gläubiger Moslem ist, ist Jazz nicht nur kriminell, sondern trinkt auch und holt sich ständig Männer ins Bett. Das wird zudem immer wieder betont. Generell findet sich hier eine sehr stereotype Zeichnung der Charaktere. Die Beziehung zwischen den Charakteren ist allerdings gelungen ausgearbeitet, auch wenn der Autor (oder vielleicht auch nur die Protagonistin) an manchen Stellen übertreibt. Trotzdem konnte ich einige Charaktere, vor allem den Wissenschaftler Svoboda, ins Herz schließen. Watney gelingt es aber trotz aller der Stereotype, von der typischen Charakterisierung schwuler Charaktere abzuweichen, was ich wiederum sehr positiv und vor allem erfrischend fand. Sehr beeindruckend ist die Intelligenz der Protagonisten, die aber auch nicht aufgesetzt wirkt – außer vielleicht bei Jazz, was bei ihr allerdings auch daran liegt, dass sie so herausragend begabt ist und es nicht nutzt. Weirs Schreibstil hat mir auch hier wieder gut gefallen. Gerade auch seine humorvolle Art zu schreiben wirkt sehr anziehend. Die Konstruktion der Handlung scheint leider deutlich durch, aber stellt nur einen geringen Abbruch zum Unterhaltungsfaktor dar. Die Erklärungen zu diversen Informationen, wie z.B. zum Schweißen auf dem Mond, sind zwar manchmal etwas tief in die Materie gehend, aber dennoch verständlich. Man hat als Leser das Gefühl, etwas dazuzulernen. Jazz Bashara ist als Ich-Erzählerin – wie man bei ihrem Charakter bereits vermuten kann – nicht nur nicht auf den Kopf, sondern auch nicht auf den Mund gefallen. Es kommt also durchaus auch mal zu Flüchen und derlei. Für mich ist dieser Roman wie eine Medaille mit zwei Seiten. Einerseits habe ich es genossen, andererseits hat es mich aber an einigen Stellen genervt oder nicht wirklich mitreißen können, was gerade auch am etwas zähen Mittelteil lag. Man muss mit Jazz umgehen können und die wenig innovative Handlung tolerieren, dann ist der Roman durchaus unterhaltend und man kann viel Spaß damit haben. Gerade die Nebencharaktere sind an vielen Stellen eine schöne Bereicherung für die Geschichte und Weltall-Freunde dürften trotz allem begeistert sein. Denn auf Artemis wird es Dank Jazz ziemlich brenzlig. Fazit: „Artemis“ ist ein Roman, den man lesen kann, aber nicht zwingend muss. Die Geschichte ist rund, die Charaktere passen ins Bild und der Spannungsfaden steigt vor allem am Ende rasant an. Mark Watney-Fans sollten allerdings ihre Erwartungen runterschrauben, denn mit Weirs Debütroman kann das Buch nicht mithalten. Es ist aber nicht nur eine vergnügliche Unterhaltung, sondern wieder gespickt mit wissenschaftlichen Informationen. Inhalt: 3/5 Charaktere: 4/5 Lesespaß: 3/5 Schreibstil: 4/5

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In der nicht allzu fernen Zukunft haben die Menschen auf dem Mond eine kleine Stadt namens Artemis erricht. Die 26-jährige Schmugglerin Jazz Bashara ist eine der Bewohnerinnen. Als ihr der Milliardär Trond Landvik einen gut bezahlten, illegalen Auftrag anbietet, zögert sie nicht lang. Allerdings geht der ausgeheckte Plan nicht auf, Landvik wird getötet und der Mord Jazz in die Schuhe geschoben... Obwohl die Geschichte rasant und abwechslungsreich ist, brauchte es eine Weile, bis ich mit ihr warm wurde. Vielleicht lag es an der locker-flapsigen, stellenweise fast an Douglas Adams erinnernde Erzählweise. Oder dass alle Figuren etwas überzeichnet, beinahe klamaukig und klischeehaft sind. An den nerdigen Anspielungen auf Star Wars, Star Trek und dergleichen scheiterte es jedenfalls nicht. Alles in allem ist es ein Sci-Fi-Thriller, der sich selbst nicht so ganz ernst nimmt, einem aber eine recht solide Unterhaltung bietet. Im Vergleich zum ebenfalls vor kurzem erschienenen, deutlich komplexeren Sci-Fi-Thriller „Hologrammatica“ von Tom Hillenbrand unterliegt „Artemis“ allerdings.

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Jazz Bashara ist Mitte Zwanzig und lebt auf dem Mond in der einzigen dort existierenden Kolonie Artemis. Neben den insgesamt 2000 Einwohnern gehört sie zum ärmsten Bevölkerungsanteil und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs als Trägerin und Schmugglerin durchs Leben. Aber eigentlich will sie eine EVA-Meisterin werden, denn nur die dürfen mit einem EVA-Anzug über die Mondoberfläche laufen und rentable Touristenführungen machen. Artemis – Ein Ort für Touristen und Reiche Denn genau das ist Artemis: Ein Ort, an dem die Menschen von der Erde Urlaub machen, auch wenn sich die meisten nur einmal einen Aufenthalt auf der teuren Mondstation leisten können. Denn das Leben auf dem Mond ist verdammt teuer. Jazz wohnt fast ihr gesamtes Leben schon auf dem Mond und kann sich einen Wechsel auf die Erde nicht mehr vorstellen, zumal sie dann an der dortigen Schwerkraft stark leiden müsste. Stattdessen haust sie in einer Zelle auf Conrad Minus 15, in der sie nicht einmal stehen kann und für Toilettengänge oder zum Duschen auf den Gang gehen muss. In Artemis ist alles beengt, denn für Straßen hat man den wertvollen Lebensraum nicht verwendet. Die Treppen sind aufgrund der leichteren Mond-Schwerkraft höher angelegt und nur in den Touristengegenden nahm man Rücksicht auf die Besucher bei der Konstruktion der Gebäude. Artemis besteht aus fünf Blasen, die miteinander verbunden sind: Conrad, Aldrin, Bean, Shepard und die kleinste von ihnen Armstrong. Jede hat ihre Eigenheiten. Conrad zum Beispiel ist der Ort der Handwerker, Schweißer, Klempner, Glasbläser, die dort leben und arbeiten. Aldrin dagegen ist mit seinen Arkaden der Urlaubsort schlechthin. Preisschilder gibt es in den Geschäften nicht; nur wer wirklich reich ist, kann sich dort überhaupt etwas leisten. Artemis – ein Angebot zum Träumen Als Schmugglerin arbeitet Jazz auch hin und wieder für den wohl reichsten Mann auf dem Mond: Trond Landvik lebt mit seiner Tochter auf Ebene Null der Shepard-Blase. Ein äußerst kostspieliges Grundstück. Trond bietet Jazz einen ebenso reizvollen wie gefährlichen Deal an. 1 Millionen Motten (Mond-Transporteinheit) für das Zerstören einiger Maschinen, um eine Kettenreaktion auszulösen: Sauerstoff ist das wichtigste Gut in Artemis und entsteht ganz einfach bei der Herstellung von Aluminium. Dieses Monopol will der reiche Trond an sich reißen und dazu muss die Aluminium-Herstellung unterbrochen werden – denn Ersatzteile von der Erde brauchen dann zu lange, um die Mondkolonie mit Sauerstoff zu versorgen und Trond hat Sauerstoff-Reserven angelegt Doch es kommt alles anders … Artemis – Wie hat’s mir gefallen? Das Setting Artemis und seine verwinkelten Gänge haben mir richtig gut gefallen. Vieles bleibt zwar in den Blasen unentdeckt und es mag vielleicht auch nicht die größte Innovation sein: mit Sauerstoff gefüllte Blasen, die dem Menschen ein Leben in einer menschenfeindlichen Umgebung ermöglichen. Dennoch lässt Andy Weir die Mondkolonie vor den Augen des Lesers entstehen. Es gibt die verwinkelten Gassen, die platzsparend angelegt sind und die vor Überfluss schäumenden reichen Wohnviertel. Das Leben auf dem Mond ist mit seiner geringen Schwerkraft eine ganz andere Erfahrung und die erlebt man beim Lesen. Die Story Die Story ist eine Mischung aus Gangster-Thriller und Science Fiction. Es geht um Macht, Politik und ein Verbrechersyndikat, das den Mond einnehmen will. Was nach einer spannenden Story klingt, wird leider zwischendrin eher zu einer seichten und zähen Story. Die Wendungen sind oft vorhersehbar und Jazz ist eine Protagonistin, die gerne und viel redet. Leider trifft sie dabei häufiger nicht meinen Geschmack und die ausufernden Erklärungen langweilten mich doch hin und wieder. Die Geschichte von „Artemis“ ist nicht neu und auch nicht besonders einfallsreich. Das Setting ist hier natürlich der entscheidende Punkt, weshalb „Artemis“ dennoch Unterhaltung bietet. Wer von uns SciFi-Lesern wollte nicht schon mal auf dem Mond leben? Die Figuren Jazz Bashara ist kein Mark Watney. Sie besitzt zwar durchaus Ähnlichkeiten mit dem sympathischen Helden aus „Der Marsianer„, nämlich in ihrer Redelust und dem Sprüche klopfen, aber leider war’s das dann auch schon. Für die restlichen Mondbewohner ist Jazz eine gescheiterte Frau, die ihr Potenzial in keiner Weise ausgeschöpft hat. Sie hat sich mit ihrem Vater zerstritten, sich auf die falschen Männer eingelassen und lebt in einer Zelle, die kaum Raum zum Atmen lässt. Und doch ist ihr Wille nicht gebrochen: Sie ist schlau, zielstrebig und versucht sich selbst treu zu bleiben, auch wenn der Erfolg noch ausbleibt. Leider war ich eher selten mit Jazz auf einer Wellenlänge; sie wirkte irgendwie als Figur unausgereift und war mit ihrem Verhalten und ihren vielen seltsamen Sprüchen nicht sehr authentisch. Ich glaube, dass viele Dialoge und Handlungsstränge einen gewissen Witz erzeugen sollten, der leider meist nicht funktioniert hat. Und im Rückblick sind all die anderen Figuren zwar sympathisch (oder auch nicht), aber jede für sich ist ganz klar einem Schema zuordenbar. Es gab in ihnen keine Überraschungen, sondern sie waren alle recht steif, sodass man ihre Motive auch schnell durchschauen konnte. Artemis – Mein Fazit An seinen ersten großen Erfolg mit „Der Marsianer“ kann Andy Weir mit seinem neuen Sci-Fi-Roman nicht anküpfen. „Artemis“ ist eine nette Geschichte für Zwischendurch, die den vielleicht nicht mehr so weit entfernten Traum des Menschen, den Mond zu erobern, lebendig macht. Allerdings enthält der Roman an sich wenig neue Ideen. Handlung und Struktur sind sehr starr und wirken insgesamt oft konstruiert. Es hat am Ende irgendwie alles zusammengepasst, aber das Gesamtpaket „Artemis“ war nicht ganz überzeugend. Zugute halten möchte ich dem Buch allerdings eines: Es hat mich aus meiner Leseunlust herausgeholt!

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Vorweg muss ich sagen, das es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Fassung handelt. Da ich den Original Text nicht kenne beziehe ich mich daher auf diese Version des Buches. Artemis ist eine stationäre Mondbasis und Jazz Bashara ist eine ihrer Bewohner. Nicht grade eine dieser ordnungsliebenden, netten Menschen, die sich an Regeln und Gesetze halten aber sie ist in Artemis aufgewachsen und daher ein fester Teil, der nicht übermäßig großen Bevölkerung. Wenn man es genau nimmt ist sie sogar eher, sagen wir mal, alternativ Gesetzestreu. Schmuggeln ist eine ihrer Einnahmequellen, was gepaart mit ihrer leicht trotzigen Art dazu führt, das sie sich Kopf über in einen Schlamassel rein manövriert, aus dem sie alleine, obwohl sie durchaus erfinderisch mit der Wahrheit,Worten oder plötzlich auftretenden Schwierigkeiten umzugehen weiß, nicht wieder heraus kommt. Selbstverständlich wird sie von ihren Freunden oder meist auch guten Bekannten... eigentlich sind es bei näherer Betrachtung doch mehr oder weniger nur Geschäftspartner mit positivem Sozialindex, unterstützt und letztlich vor sich selbst geschützt. Ja, das war schon was ich mit meinen Worten sagen kann ohne zu spoilern. Zugegeben ist das jetzt nicht sonderlich viel bei immerhin 9 Stunden Spielzeit. Woran das liegt? Nun ja das Hörbuch hat zwar viele Ereignisse, die manchmal mehr manchmal weniger zu Handlung beitragen, jedoch ist ein großer Teil der Geschichte geprägt von einer technischen Komponente. Andy Wier hat viel Wert darauf gelegt die Mondbasis genaustens zu beschreiben. Zum einen keine schlechte Sache, da man sich sofort einen Eindruck schaffen kann, der mir zumindest direkt ein Bild ins Gedächtnis projizierte. Ich als Trekki hätte das jetzt nicht so detailliert benötigt aber es soll ja auch Menschen geben, die nicht so SciFi versiert sind, daher ist es durchaus vertretbar. Obwohl es an der ein oder andere Stelle schon etwas abdriftet. Die grundlegende Handlung wird stetig fortgesetzt und das ist wörtlich zu nehmen. Irgendwie hat man die ganze Zeit das Gefühl das alles etwas gehetzt wirkt, was sich leider zu Ungunsten der Spannung auswirkt. Grund gekürzte Lesung?! Möglich! Auswirkung zugunsten von Langweilig? Definitiv nein!!!! Wenn man diesen Aspekt, des gehetzten, mal ausblendet ist es eine durchaus ansprechende Story die vertraut wirkt, wobei ich das nicht negativ meine. Andy Wier hat das Genre nicht neu erfunden aber Bekanntes gut zusammengefügt. Da sich die ganze Geschichte innerhalb weniger Tage abspielt ist von Charakterentwicklung nicht viel zu spüren aber wer ändert seinen Charakter schon innerhalb einer Woche. Die Personen werden solide dargestellt und haben auch ihren Charme. Vieles bleibt jedoch hinter der Oberfläche verborgen oder kommt recht plötzlich ans Licht, was durchaus positiv eingesetzt wird. Einige wenige Passagen, ausschließlich Emails von Jazz´s Schmuggelpartner von der Erde, werden von Marius Clarén, der Synchronstimme von Tobey Maguier und Jake Gyllenhaal, gesprochen. Ansonsten spricht das gesamte Hörbuch Gabrielle Pietermann, die Stimme von Hermine Granger, Daenerys Targaryen, und Selenea Gomez. Und da haben wir auch schon den Punkt, der mich an diesem Hörbuch am meisten stört. Keine Frage, Gabrielle Pietermann hat gut und verständlich Vorgelesen, den unterschiedlichen Personen durch ihre Stimme Tiefe verliehen und rein technisch ist ihr und der Produktion nichts vorzuwerfen. Jedoch wird das ganze Hörbuch aus der Sicht Jazz´ gesprochen. Als wäre man in ihrem Kopf. Eigentlich eine durchaus übliche Erzählposition. Was in diesem Fall negativ auffällt ist das Jazz eine 26 jährige Frau ist, die durch die Sprecherin den Stimmencharakter eines 16 jährigen, pubertären Mädchens bekommt. Einige Geschehnisse passen nicht zur Stimme. Frau oder Mädchen ist halt ein Unterschied. Das macht leider vieles von der Atmosphäre kaputt die Jazz umgibt. Man hat ein wenig das Gefühl das versucht wurde mit dem Hörbuch ein jüngeres Publikum anzusprechen und die vielen technischen Einflüsse abzumildern. Entweder gehöre ich dann nicht zur Zielgruppe dieser Hörbuchproduktion oder die Stimme -aber ansonsten tadellose Performance- von Gabrielle Pietermann passt leider nicht zur Hauptfigur. Fazit Artemis ist nicht „Der Masianer“ und kommt da auch nicht heran. Andy Wier hat hier eine andere Richtung gewählt, die er konsequent umgesetzt hat. Wer eine Marsianer-Fortsetzung erwartet, sollte sich etwas anders aussuchen. Wer aber eine Sciencefiction-Story sucht, die zumindest als Hörbuch eine Mischung zwischen Hanna Montana und Mondbasis Alpha ist der kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt aber auch nicht mehr. Ich würde zwar das Hörbuch aufgrund der doch recht mädchenhaft anmutenden Stimme von Gabrielle Pietermann, eher jugendlichen Hörern als dem erwachsenen SciFi-Chanel-Abonnenten empfehlen. Jedoch ist Alter alleine kein Ausschlußkriterium.

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Viele kennen das Buch oder den Film "Der Marsianer". Ein ziemlich aufregendes und erschöpfendes Abenteuer auf dem Mars, das durch den Autor mit vielen technischen Erklärungen zwar in die Länge gezogen wurde, mich aber trotzdem begeistern konnte. Dieses Mal spielt die Handlung auf dem Mond und der dort einzigen Stadt Artemis, die sich auf fünf Kuppeln verteilt, in der die ca. 2000 Bewohner leben. Jazz ist eine davon und sie hält sich als "Trägerin" über Wasser, d. h. sie befördert Waren von einem Ort zum anderen - unter anderem auch Schmuggelware von der Erde zu potenziellen Kunden, die auf die ein oder andere illegale Sache auch in der Mondstadt nicht verzichten können. Sie erzählt alles aus der Ich-Perspektive auf ihre sehr eigenwillige Art. Sie hat in ihrer Jugend ziemlich viel Mist gebaut und war mir, trotz einer positiven Ausstrahlung, bis zum Ende nicht so richtig sympathisch. Natürlich muss sie sich irgendwie durchs leben schlagen, aber die Art und Weise war nicht immer auf meiner Wellenlänge. Das lag jetzt nicht unbedingt an ihrer zweifelhaften Moral oder ihrer Neigung nachtragend zu sein ... aber sie erinnert doch manchmal noch an einen trotzigen Teenager. Ihr Alter war für mich auch recht schwierig einzuschätzen und man erfährt erst relativ spät, dass sie 26 ist. Im Klappentext steckt ein kleiner, aber böser Spoiler. Die erste Hälfte der Geschichte hat sich für meine Begriffe dadurch auch ziemlich hingezogen, denn auch dieses Mal verzichtet der Autor nicht auf die vielen technischen Raffinessen, mit denen Jazz handeln geprägt ist. Ab der Hälfte tritt eine überraschende (wenn man den Klappentext nicht kennt) Wendung ein die für Spannung sorgt, wobei das große Finale dann doch wieder durch zu viele Details ausgebremst wird und an Spannung verliert. Das war schon etwas schade, denn an sich ist die Schreibweise sehr locker und flüssig; erfrischend einfach und unterhaltsam - wenn man von den technischen Erklärungsversuchen absieht. Wobei ich immerhin insgesamt zumindest die Hälfte davon verstanden hab. Allerdings gab es etwas zu oft passende Zufälle und nicht alle Reaktionen, sei es von den Figuren oder Konsequenzen der Handlung, kamen mir in ihrer Auswirkung logisch vor. Interessant dagegen fand ich die Darstellung über das Leben in den Kuppeln, die zur Hälfte unter der Oberfläche vergraben sind. Gerade in Bezug auf den Sauerstoff fand ich einiges wirklich faszinierend. Zum einen wie die Versorgung geregelt wird und zum anderen die vielen kleinen Beispiele, die Andy Weir einstreut, und damit zeigt, welche interessanten Einflüsse dieses chemische Element auf scheinbar belanglose Gewohnheiten nimmt. Genauso welche Auswirkungen die geringe Schwerkraft auf dem Mond hat; davon weiß man natürlich einiges, aber auch hier gab es witzige und kuriose Einzelheiten, die mich überrascht haben! Dazu kommen die Beschreibungen der Wohngelegenheiten, der Berufe oder auch der Justiz und vor allem der Polizeigewalt, die in dieser "abgeschiedenen" Kleinstadt recht unkompliziert abläuft - jedenfalls kann ich mir jetzt so eine belebte Station auf dem Mond realistisch vorstellen. Insgesamt wirklich unterhaltsam, flott geschrieben, aber eben leider doch sehr viel ausgebremst durch die Liebe zum technischen Detail und der akribischen Beschreibungen. Hätte er sich da etwas kürzer gefasst, würde ich es als spannenden Sci-Fi Thriller beschreiben, aber die Spannung hat sich leider doch etwas zurückgehalten. Die Ideen waren aber wieder großartig, vor allem wenn ich daran denke, welches Hintergrundwissen hinter der Geschichte schlummert. © Aleshanee Weltenwanderer

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Artemis

Von: gosureviews

16.03.2018

Nach seinem unglaublich erfolgreichen Debütroman der Marsianer, bringt Andy Weir nun seinen zweiten Science-Fiction Roman heraus und natürlich ist die Erwartungshaltung nach einem derartigen Erfolg besonders hoch. Alle fragen sich, ist dieser Roman so gut wie der Marsianer? Meiner Meinung nach ein ganz klares Nein, jedoch ist dies bei weitem kein schlechtes Buch. Andy Weir schafft es erneut, mit der Protagonistin Jazz Bashara eine intelligente, witzige und glaubwürdige Heldin zu erschaffen. Aufgewachsen auf der einzigen Mondbasis Artemis verkörpert sie den Archetyp des findigen Pioniers, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln sein Überleben sichert. Obwohl Jazz’s alter mit 26 angegben wird, kam sie mir im Buch irgenwie jünger und naiver vor und insgesamt wirkte die Geschichte eher wie YA-Science Fiction auf mich. Besonders originelle Ideen mit dem Setting der Mondbasis sucht man allerdings vergeben. Hat gerade der Masianer noch mit tollen wissenschaftlichen Erklärungen begeistert, werden hier Erklärungen nur kurz am Rande gegeben. Nichtsdestotrotz lebt die Geschichte von der Charakterentwicklung und macht viel Spaß beim lesen. Das hilft aber leider nur bedingt über die doch etwas langweilige und einfallslose Haupthandlung hinweg, die oftmals sehr vorhersehbar ist und man vergebends auf einen spannenden Twist hofft. Eine sehr generische „Heist gone wrong“ story. Wenn man also seine Erwartungen etwas runterfährt und realistisch betrachtet, dass ein solcher Überraschungserfolg wie „Der Masianer“ eigentlich nicht getoppt werden kann, dann findet man hier einen doch recht unterhaltsamen Science Fiction Roman.

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