Leserstimmen zu
Cari Mora

Thomas Harris

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"Schade nur, dass sie schneller kalt werden würde, als das Haus die Sonnenwärme abgab. In der klimatisierten Luft würde sie nicht lange warm bleiben, nicht einmal wenn er die Decke über sie beide zog und mit ihr kuschelte - Sie blieben nie warm. So schnell klamm, so schnell kalt." (S. 22) In der Villa des einstmaligen Drogenbarons Pablo Escobar soll sich noch Gold im Wert von fünfundzwanzig Millionen US-Dollar befinden. Ein Grund weshalb diese Villa in kriminellen Kreisen weiterhin von großem Interesse ist. Einer dieser Kriminellen ist Don Ernesto, der Anführer der Ten-Bells, einer kolumbianischen Mafia. Der andere ist Hans-Peter Schneider. Letzterer ist nicht, wie der Name vielleicht vermuten lässt, ein harmloser Hausmeister mit Dackel, sondern ein gebürtiger Deutscher der in der Sexindustrie in Miami Fuß gefasst hat. Dies klingt jedoch auch noch zu harmlos, denn er verdient sein Geld nicht nur mit Prostitution und Menschenhandel, sondern auch damit sexuelle Gewaltfantasien und morbide Fetische für Männer mit genügend Kapital Realität werden zu lassen. Für ihn ist keine Fantasie zu abstoßend und jeder Fetisch wird befriedigt, möge er noch so bizarr, ekelerregend und grausam sein. Für ihn ist es nahezu ein Vergnügen, gehört er schließlich selbst zu diesen Männern, welche von unmöglichen Neigungen und Perversion getrieben werden. Hans-Peter hat sich un in diese besagte Villa eingemietet, um ungestört nach dem Gold zu graben und dies bleibt Don Ernesto natürlich nicht verborgen. Es bahnt sich ein Konkurrenzkrieg an und zwischen diese Fronten gelangt Cari Mora, eine Frau von 25 Jahren, mit 16 aus Kolumbien geflüchtet und nun schon seit 9 Jahren in den USA. Sie hält sich mit verschiedenen Jobs über Wasser und einer davon ist als Haushüterin der ehemaligen Villa Escobars. Schneider sieht in ihr auch gleich einen netten Bonus und in seiner Fantasie hört er sie schon vor Schmerzen schreien, bevor er sie an seine Kunden verschachert, ob im Ganzen oder "modizifiert". Doch Cari Mora ist eine Frau die schon viele blutige Gewalttaten gesehen hat, eine Kämpferin ist und die vor diesem milchgesichtigen Glatzkopf alles andere als Angst hat. Das Buch hätte so verdammt gut weren können...hätte, hätte Fahrradkette. Der Autor wollte hier eindeutig zu viel Story, jedoch nicht allzu viel schreiben. Zumindest beschlich mich diese Vermutung während des Lesens. Dieses Buch enthält nämlich quasi zwei Storys. Zum Einen den Kampf um das Gold in Escobars Villa zwischen dem Mafiaboss und dem psychopathischen "Business-Man". Zum Anderen die Story mit diesem grausamen und perversen Business und das Cari Mora als neue Beute ins Visier genommen wird. Es besteht zwar durchaus eine Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen, doch der Kampf um das Gold dominiert hier, vor allem in den ersten beiden Dritteln des Buches. Die Story um das eigentliche, im Klappentext erwähnte Thema, kommt erst auf den letzten Seiten in Fahrt. Dies war dann auch relativ schnell vorbei und man ist am Ende des Buches angelangt. Jede dieser beiden Storys bietet guten Stoff für ein eigenes Buch, wenn sich der Autor auf eine davon konzentriert hätte. So aber bleiben beide Storys leider nur sehr oberflächlich und enthalten somit auch nur wenig Spannung. Die Grundstory, die Suche nach dem Gold, hätte mir schon genügt, denn hier schafft es Harris eine Atmosphäre zu kreieren, welche an den Film "Scarface" erinnert, oder, um die etwas jüngere Generation anzusprechen, etwas GTA-Vice-City-Feeling. Ich persönlich hätte also die Story mit dem Psychopathen und seinem morbiden Business überhaupt nicht benötigt. Wer hätte gedacht, dass ich einer Mafiastory mehr abgewinnen kann, als eine über einen perversen Killer. Ich am allerwenigsten. "Don Ernesto trat in den Qualm. Die Leiche zuckte noch, Blut pumpte aus dem zerfetzen Körper. Ein Stück Schädel, das an der Decke geklebt hatte, fiel auf Don Ernesto. Er schnippste es weg. Er blickte betrübt, aber gefasst drein. Ein Tropfen Blut lief über seine Wange, wie eine Träne." (S. 149) Ich liebe es, wenn man beim Lesen die Liebe zum Detail erkennt. Manchmal trägt dies zur Atmosphäre bei, manchmal erkennt man dies an den Charakterzeichnungen und manchmal erhält eine Story dadurch das gewisse Etwas. Harris hat es damit leider etwas übertrieben und man bekommt das Gefühl er hat selbst nicht wirklich gewusst wohin er mit der Story will. Er verliert sich in Details und Handlungen, welche nicht wirklich zur Story, bzw. zu den Storys, beitragen. Abschweifungen und Längen, zwischendurch hin und wieder ein Ansatz von Handlung und somit schreitet die Geschichte nur langsam vorwärts - ein Schritt vor, zwei Schritte zurück. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und auch hier hat der Autor übertrieben. Immer mehr Figuren betreten die Bühne, manche interessant, manche weniger und manche tragen nicht wirklich zur Handlung bei. Ja, selbst ein Krokodil hat hier seinen Auftritt. Im Gegenzug werden diese, wie auch die verschiedenen Handlungsstränge nur angerissen, bleiben ebenfalls nur oberflächlich, selbst die vermeintlichen Protagonisten. Vor allem von Cari Mora und einem Kommissar hätte ich gern mehr erfahren, während mir dieser Hans-Peter relativ am Senkel vorbei ging, was mich selbst überraschte, da ich einen Faible für morbide Killer in Büchern habe. "Abgesehen von Felix hatte das Krokodil erst ein Mal einen Menschen gefressen, einen Säufer, der von einem Boot voller Säufer fiel und weder damals noch später vermisst oder betrauert wurde. Nachdem ihn das Krokodil verspeist hatte, war es eine ganze Stunde lang ziemlich beschwipst." (S. 229) Der Schreibstil hingegen ist genial und doch auch fesselnd. Man erkennt also durchaus das Potenzial des Autors und da ich "Das Schweigen der Lämmer" mit Begeisterung gelesen habe, weiß ich, dass der Autor es auch wesentlich besser kann. Davon kann man sich auch durch eine 40-seitige Leseprobe überzeugen. Bei diesem Buch hat sich der Autor jedoch anscheinend wesentlich weniger Mühe gegeben. Fazit: Was habe ich mich gefreut endlich wieder neuen Stoff von Thomas Harris zu lesen. Die Vorfreude war also groß und meine Erwartungen wohl viel zu hoch, denn es entwickelte sich für mich eher zu einem Lesefiasko und ließ mich enttäuscht zurück. Vor allem da ich weiß, dass der Autor auch anders kann und dieses Können auch in diesem Buch ersichtlich ist. Diesen Thriller kann man lesen, muss man aber nicht. © Pink Anemone

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Als ich gesehen hatte, dass es von Thomas Harris ein neues Buch gibt, bin ich vor Begeisterung fast durch die gesamte Wohnung gehüpft! :) Ich LIEBE "Das Schweigen der Lämmer, Hannibal, Roter Drache und Hannibal Rising" und genau aus diesen vier Gründen, habe ich mich wahnsinnig auf das neue Buch von ihm gefreut! Der Klappentext von Cari Mora klang einfach mehr als vielversprechend, Hannibal Lecter hat einen Nachfolger. Er ist Erbarmungslos. Und er kann dich fühlen.(Klappentext) - doch was man als Leser bekommt ist was völlig anderes! Es geht um einen Tresor voller Gold, denn mal Pablo Escobar gehört haben soll. Dieser Tresor ist in einer Villa und diese Villa wird immer wieder für Filmaufnahmen vermietet. Und da treffen wir auf unseren Bösewicht Hans-Peter Schneider, - er hatte eine furchtbare Kindheit und ist wirklich brutal und schonungslos. Er mietet die Villa und will diesen Tresor finden, jedoch ist er natürlich nicht der einzigste der hinter dem Gold her ist. So beginnt der Kampf ums viele Geld und fordert einige Opfer. Cari Mora arbeitet bei einem Pflegedienst und passt auf Häuser auf, die zum Verkauf stehen, - wie jetzt gerade auf das von Pablo Escobar. Sie ist eine wirkliche taffe Person, die nicht so wehrlos ist wie man zum Anfang vielleicht glauben mag. Hans-Peter Schneider geht jedoch genau davon aus, dass sie "hilflos" ist und überlegt sich schon, an wenn er Cari Mora teuer verkaufen könnte. Im großen und ganzen muss ich leider sagen, dass dieses Buch einfach nur sehr langweilig und langatmig war. Der Autor verliert sich immer wieder in super langen Beschreibungen, die absolut Nebensächlich sind. Viel wichtiger wäre mir z.B. gewesen, wenn Cari Mora und Hans-Peter Schneider viel mehr tiefe bekommen hätten, ich konnte mir beide Charaktere kaum vorstellen. Der Schreibstil ist mit dem Cover das einzigste Positive an diesem Buch. Denn das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet und ist ein richtiger Blickfang. Die Farben harmonieren perfekt miteinander und dadurch, dass die Schlange, Krokodil, Adler,- ein wenig hervorgehoben sind, ist dieses Buch wirklich schön anzusehen und anzufassen. Und der Schreibstil ist wieder einmal super flüssig und leicht, sodass man alles wirklich gut versteht. Für mich persönlich war dieses Buch einfach überhaupt nix und ich hoffe einfach sehr, dass der Autor vielleicht noch einmal ein Buch schreibt und er zu seinem "alten Ich" zurück findet.

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Mit Thomas Harris begibt man sich in eine Welt, die nur aus Drogen, Geld und Erbarmungslosigkeit besteht. Atemlos verfolgt man die Geschichte Caris und hofft inständig, dass diese junge Frau endlich zur Ruhe kommt und ihre eigenen Ziele verwirklichen kann. Während Hans Peter Schneider das Übel der ganzen Menschheit ins sich trägt, verzeiht man Cari rasch ihre Vergangenheit. Man fühlt sich hingezogen zur Treue Caris und beschließt, wenn auch nur für einen kurzen Moment, dass es auf der Welt auch zwischen Dieben noch ein gesundes Maß an Ehre herrscht. Spannung pur! Atemlos gelesen von Achim Buch, der es schafft, bis zur letzten Szene im innersten Herzen mit Cari um ein neues Leben zu kämpfen.

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Meine persönliche Meinung Das Cover: Die kompletten Bücher um Hannibal Lecter wurden neu aufgelegt. Die Cover passen sehr gut zueinander. Auch das Cover von diesem Buch hier passt sich richtig toll in die Reihe ein und ist eine schöne Ergänzung zu den anderen Büchern. Hätte ich die Reihe um Lecter nicht bereits, würde ich sie mir direkt dazu kaufen, damit die Reihe vollständig ist und zueinander passt. Die Handlung: Hans Peter Schneider, der neue Bösewicht aus der Feder von Thomas Harris, ein so gewöhnlicher Name für einen keineswegs gewöhnlichen Menschen. Schneider ist bereits als Kind traumatisiert durch seine bösartigen und sadistischen Eltern. So steht er Lecter in Abartigkeit und Grausamkeit in nichts nach. Jedoch wo bei Lecter noch ein kleiner Funken Menschlichkeit zu erkennen war, sucht man diesen bei Schneider vergebens. Nun hat er es auf die junge Haushälterin Cari Mora abgesehen, die sich Geld hinzuverdient, um Vetirinärmedizin studieren zu können. Mit Cari hat er sich jedoch keineswegs ein unschuldiges und wehrloses Opfer ausgesucht, das bemerkt der Leser auch nach schon direkt. Im Hintergrund sind da auch noch zwei kriminelle Banden, die an einen Tresor voller Gold herankommen wollen, welcher sich in der Villa von dem Drogenboss Pablo Escobar befindet. Wie gesagt, Schneider ist genauso grausam wie Lecter, die Beschreibung seiner unmenschlichen Taten werden bis ins kleinste Detail beschrieben, was für Zartbesaitete auf keinen Fall zu empfehlen ist. Zum Glück bin ich alles andere als zartbesaite und mir machten sogar die abartigsten Szenen nicht viel aus. Der Schreibstil ist zwar ganz angenehm, große Spannung jedoch kommt nicht auf. Ich vermisste hier die Tiefgründigkeit und das Abtauchen in die menschliche Psyche, wie es bei Lecter der Fall war. Das Buch hat nicht viele Seiten, so dass ich schon nach 2 Tagen damit durch war. Ein wenig enttäuscht musste ich es dann beenden, da ich doch leider etwas mehr erwartet hatte. Fazit: Für eine kurzweilige Unterhaltung war das Buch jetzt nicht unbedingt schlecht, nur wer die Buchreihe um Hannibal Lecter kennt und liebt, wird hier wirklich sehr enttäuscht werden. Man sollte es als eigenes Buch ansehen und keine Vergleiche zu den bisherigen Werken von Thomas Harris stellen. Ich gebe dem Buch dennoch 4 Sterne, da es mich auf seine eigene Weise doch recht gut unterhalten hat.

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Thomas Harris, 1940 in Jackson, Mississippi geboren, ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, der durch seine Hannibal-Lecter-Tetralogie berühmt wurde. Seine Romane wurden weltweit über 30 Millionen Mal verkauft. Sein größter Erfolg war „Das Schweigen der Lämmer“, das wochenlang die Bestsellerlisten anführte und als Verfilmung mit Anthony Hopkins einen Oskar für den besten Film erhielt. Aber auch die aus drei Staffeln bestehende Serie „Hannibal“ mit Mads Mikkelsen hat mich etliche Stunden abgrundtief gegruselt und bestens unterhalten. Für mich stand daher fest, dass ich unbedingt den erst kürzlich erschienen Thriller „Cari Mora“ lesen würde, zumal der Klappentext folgendes verspricht: „Hannibal Lecter hat einen Nachfolger. Er ist erbarmungslos. Und er kann dich fühlen. Die Schreie einer Frau sind Musik in seinen Ohren. Er ist groß, blass, haarlos, und wie ein Reptil liebt er die Wärme. Menschen begegnen ihm mit Angst und Ekel. Er ist daran gewöhnt. Denn wenn sie das Monster in ihm erkennen, ist es meist zu spät. Bis der Killer sich Cari Mora aussucht. Die junge Frau hat keine Angst vor dem Grauen und wagt es, dem Dämon ins Auge zu blicken.“ Gelesen habe ich jedoch in diesem Buch von rivalisierenden kriminellen Gruppen, die an das gut in einer Villa in Miami gesicherte Gold des Drogenbarons Pablo Escobar zu gelangen versuchen. Das beinahe das komplette Buch einnehmende Gerangel um dieses Gold fordert etliche Opfer, die zum Teil sehr grausam ums Leben kommen. Doch selbst diese Effekthascherei kann nicht vermeiden, dass dieser Teil der Geschichte recht schnell ermüdend wirkt. Auch wenn die Sprache mittels spanischer Sätze den Personen Authentizität und Lebendigkeit zu verleihen versucht, bleiben diese auch aufgrund der Vielzahl der handelnden Personen blass und beliebig. Anders hingegen die Titelgebende Cari Mora, die gezwungen wurde ihre Jugend bei der FARC zu verbringen und irgendwann vor der Gewalt in ihrem Heimatland Kolumbien fliehen konnte. Vom Leben gezeichnet hält sie sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, unter anderem ist sie als Hüterin des Hauses in oben genannter Villa angestellt. Dort wird auch der „Hannibal-Lecter-Nachfolger“ vom Klappentext auf sie aufmerksam. Sein Name ist Hans-Peter Schneider und er ist getrieben von unsäglichen Neigungen. Er verdient in der Hauptsache seinen Lebensunterhalt damit, die Gewaltfantasien von Männern zu bedienen, für die Geld keine Rolle spielt und das Leben einer Frau keinen Wert hat. Und während ich mich durch drei Viertel des Buches durch das Goldgerangel quälte, fragte ich mich, welchen Anteil an der Geschichte Cari Mora und Hans-Peter Schneider wohl noch haben werden. Aber dann überschlägt sich der Autor plötzlich hinsichtlich Erzählgeschwindigkeit, fast als müsse er zügig zum Ende finden. Doch die eigentliche Überraschung war für mich, dass ich plötzlich – noch ganz im Lesefluss – die Danksagung aufblätterte, obwohl noch so viel vom Buch übrig war. Tatsächlich war mir nicht bewusst, dass Seite 277 bis 335 des Thrillers „Cari Mora“ mit einer Leseprobe von „Das Schweigen der Lämmer“ belegt sind. Ab dem Zeitpunkt fühlte ich mich um ein ausführlicheres und somit vielleicht besseres Ende geprellt, beziehungsweise fühlt es sich so an, als hätte der Leser für das Buch zu viel bezahlt, weil er die Leseprobe eines Buches mit eingekauft hätte, das bereits in den 1980er Jahren ein Bestseller war und somit vielen Thomas Harris Fans wohl bekannt sein dürfte. Dabei gehöre ich eigentlich nicht zu den Menschen, die die Anzahl der Buchseiten in ein Verhältnis zum Preis setzen, aber hier schlägt wohl die Enttäuschung über das abrupte Ende bei mir noch zusätzlich hohe Wellen. Aber zurück zum Buch, das sich insgesamt doch mehr hinzog, als ich es mir gewünscht hätte und das Ringen des Autors um möglichst brutale und widerliche Arten seine handelnden Personen zutode kommen zu lassen, eher als mühsam und zu viel des „Guten“ empfand. Gefallen hat mir hingegen die Geschichte rund um Cari Mora, die mich letztlich auch dazu bewegt hat, das Buch zuende zu lesen und ein wenig zu recherchieren, was es mit der FARC auf sich hat. Das Beste an diesem Buch ist für mich jedoch tatsächlich der Schutzumschlag, dessen Farbgestaltung mir gefällt und der durch seine glatte und rauhe, glänzende und matte Oberfläche ein haptischer Hochgenuss ist. Aber das reicht leider nicht, um das Buch empfehlen zu können.

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Ich weiß ja nicht, was Stephen King dazu bewogen hat „Cari Mora“ in den höchsten Tönen zu preisen. Offenbar hat er einen völlig anderen Roman als ich gelesen. Oder es war eine Gefälligkeit für einen Kollegen, der vor über vierzig Jahren mit Hannibal Lecter ein literarisches Monster schuf, das bis heute seinesgleichen sucht, wozu mit Sicherheit auch die großartige Performance von Anthony Hopkins in Jonathan Demmes „Das Schweigen der Lämmer“ beigetragen hat. Um es gleich vorweg zu nehmen: „Cari Mora“ hält dem Vergleich mit „Hannibal“ in keiner Zeile stand, und Hans-Peter Schneider, der „neue“ Psychopath, hat mit diesem etwa so viel gemeinsam wie eine Pferdekutsche mit einem Sportwagen. Dessen durch eine genetisch bedingte Erkrankung haarloser Körper ist das einzige Alleinstellungsmerkmal, welches ihn von den in zahllosen Thrillern beschriebenen Psychopathen unterscheidet, und das war es dann auch schon. Wo Lecter eine Faszination auf den Leser ausübt, ist Schneider nur ekelerregend und abstoßend. Wesentlich interessanter ist die titelgebende Cari Mora, die Haushälterin der von Schneider und seiner Entourage gemieteten Escobar-Villa. Ehemalige Kindersoldatin mit kolumbianischen Wurzeln und großen Träumen für die Zukunft, eine mehr als ebenbürtige Gegnerin für Schneider. Über sie hätte ich gerne mehr erfahren. Und anstelle dessen hätte ich ohne weiteres auf diese ohne Sinn und Verstand beschriebenen ekelerregenden Metzeleien, die keinerlei Einfluss auf den Fortgang der Handlung hatten, verzichten können. Die Story an sich ist dünn, nicht nur, was den Umfang angeht (knapp 230 Seiten, großer Schriftgrad, viele Auslassungen). Organhandel gepaart mit einer Schatzsuche, holzschnittartige Charaktere, breit ausgewalzte Nebenhandlungen ohne Relevanz. Simpel und ohne Raffinesse heruntergeschrieben, alles in allem enttäuschend.

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total enttäuscht

Von: Suse

27.05.2019

Die Schreie einer Frau sind Musik in seinen Ohren. Er ist groß, blass, haarlos, und wie ein Reptil liebt er die Wärme. Menschen begegnen ihm mit Angst und Ekel. Er ist daran gewöhnt. Denn wenn sie das Monster in ihm erkennen, ist es meist zu spät. Bis der Killer sich Cari Mora aussucht. Die junge Frau hat keine Angst vor dem Grauen und wagt es, dem Dämon ins Auge zu blicken. Der Autor: Thomas Harris, 1940 geboren, begann seine Karriere als Journalist und schrieb hauptsächlich über Gewaltkriminalität in den USA und Mexiko. Danach arbeitete er als Reporter und Redakteur bei Associated Press in New York. Von Thomas Harris sind bislang fünf Romane erschienen, die sich weltweit über 30 Millionen Mal verkauft haben und allesamt verfilmt wurden. Sein größter Erfolg war »Das Schweigen der Lämmer«, das wochenlang die Bestsellerliste der New York Times anführte und als Verfilmung einen Oscar für den besten Film erhielt. Meine Meinung: Oh wie sehr ich mich auf dieses Buch gefreut habe. Ich habe noch nichts vom Autor gelesen aber natürlich kenne ich die Filme, und ich liebe sie sehr. Um so gespannter war ich nun auf diese Geschichte. Schon der Klappentext verspricht ja Hochspannung. Mit Begeisterung habe ich mich also auf das Buch gestürzt. Leider wurde ich schnell enttäuscht. Auf den ersten Seiten war schon zu merken das es absolut nicht mein Schreibstil ist und auch die Handlung der Geschichte war sehr überraschend. So anders als erwartet. Ich wollte dem Buch aber unbedingt eine Chance geben. Angetrieben durch das Wissen der Filme musste da doch noch was geniales kommen. Leider blieb es für mich ein Thriller der mich nicht packen konnte. Die Charaktere waren mir alle zu blass und unsympathisch. Die Entwicklung der Geschichte hat mir auch nicht gefallen und unser Psychopath war mir auch suspekt. Im ganzen betrachtet kein Buch was ich weiterempfehlen kann, leider. Mir hat es nicht gefallen. Und ich kann mir das gar nicht erklären. Nun weiß ich ja auch nicht wie er sonst schreibt. Ich werde mir mal Schweigen der Lämmer zu Hand nehmen, doch wenn es da auch so ist, dann ist der Autor nicht für mich geeignet. Sehr schade

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Die attraktive Cari Mori ist Haushälterin in der Villa eines Filmproduzenten. Erbaut von Pablo Escobar, kursiert das Gerücht, dass dieser hier seinerzeit große Goldvorräte versteckt hat. Grund genug für den Kriminellen Hans-Peter Schneider, sich mit seinen Handlangern einzunisten und den Schatz zu suchen. Doch Schneider ist nicht nur an dem Gold interessiert… Der 1940 in Jackson, Mississippi geborene Thomas Harris ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, der weltweit bekannt wurde mit seiner Roman-Tetralogie um den berühmten Serienmörder Hannibal Lecter. Harris sticht nicht durch einen besonders hohen Output an Romanen hervor, so veröffentlichte er in den Jahren 1975 bis 2006 lediglich fünf Bücher, von denen sich vier mit dem bekannten Serienmörder befassen. Für seinen neuen Roman Cari Mora ließ er sich 13 Jahre Zeit, womit er sogar George R. R. Martin locker in die Tasche steckt. Nun stellt sich die Frage, wie ein Schriftsteller, der das Genre des hochintelligenten und eiskalt kalkulierenden Serienmörders definierte und mit seiner Figur des berühmten Psychiaters und kannibalistischen Serienmörders auf ein erzählerisch außergewöhnliches Niveau anhob, dieses mit einem neuen Roman und neuen Charakteren toppen kann. Denn zahlreiche seiner Kolleginnen und Kollegen haben dieses Figurenmuster kopiert und verfeinert, so dass man hier nicht viel Neues zu erzählen vermag. Ich war also gespannt, ob seine neue Killerfigur (denn sind wir mal ehrlich, in solchen Romanen interessieren einen die Psychopathen mehr, als die Helden*innen) an das große Vorbild heranreicht. Seine Hauptfigur ist der haar,-skrupel,- und empathielose Hans-Peter Schneider (hätte als Buchtitel allerdings deutlich weniger spektakulär geklungen), ein Deutscher, der sich an der Küste Floridas aufhält und es liebt, sich in weißen Latexanzügen an seine schlafenden Opfer anzuschleichen, nach Schwefel riecht und gerne „Kraut und Rüben haben mich vertrieben.“ (ein Volkslied von Johann Sebastian Bach) singt. Klingt komisch? Ist es auch. Denn so spannend sich Teile der Geschichte lesen, kommt man nicht umhin, dass Harris hier viele Versatzstücke zusammensetzt, die man aus diversen anderen Geschichten bereits kennt, diese hier jedoch mit einem ausgesprochenen Hang zum blumigen Klischee verarbeitet. Seine ehrgeizige Heldin Caridad "Cari" Mora ist tough, kampferprobt, bildhübsch und blickt auf eine harte, aber lehrreiche Kindheit zurück. Seine Gangster, in der Regel die Handlanger Schneiders, sind tumbe Schläger, die Spaß an Gewalt, grausam ausgeführtem Mord und Vergewaltigung haben, während die Geschäftsleute käuflich und skrupellos und die ihnen gegenüber stehende ärmliche Bevölkerung aufrecht und im Kollektiv stark sind. Nein, hier werden nur wenige Klischees ausgelassen. Trotzdem muss man der Geschichte zugute halten, dass sie straff aufgebaut und dynamisch geschrieben ist, so dass es kaum Leerlauf gibt. Manchmal schweift der Autor in seinen Beschreibungen ab, genießt das Name-dropping und liebt die detaillierte Beschreibung von Grausamkeiten. Cari Mora ist kurzweilig, wendungsreich und im Gesamteindruck gut lesbar, aber irgendwie hatte ich nach der langen Pause in Allem etwas mehr erwartet. Cari Mora (Originaltitel: Cari Mora, USA 2019) erscheint als gebundenes Hardcover in einer Übersetzung aus dem Amerikanischen von Imke Walsh-Araya bei Heyne (336 Seiten, €22,00). Neben dem 268 Seiten starken Roman befindet sich eine Danksagung des Autors und eine umfangreiche Leseprobe seines größten Erfolgs Das Schweigen der Lämmer im Buch. Nein, mit Cari Mora wird Thomas Harris den Erfolg von Das Schweigen der Lämmer nicht wiederholen können. Aber nichtsdestotrotz ist sein neuer Roman trotz des Hangs zur blumigen Übertreibung und dem Faible zum liebevollen Klischee ein spannender, rasanter und zum Teil auch überraschender Roman, der gut unterhält.

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