Der Junge

Psychothriller

Taschenbuch
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Cecilia Wilborg führt ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Sie wohnt mit ihrem erfolgreichen Mann und den gemeinsamen Töchtern in einer friedlichen und wohlhabenden Kleinstadt in Norwegen. Doch eines Tages wird sie gebeten, sich um einen kleinen Jungen zu kümmern, der plötzlich in der örtlichen Schwimmhalle aufgetaucht ist. Keiner weiß, wo Tobias herkommt oder wer er ist. Dann wird eine tote Frau gefunden, die man für seine Mutter hält. Aber Tobias kommt auch Cecilia merkwürdig vertraut vor. Hat sie ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt? Und wie weit ist sie bereit zu gehen, um es zu schützen?

»Ein Krimi wie ein Schraubstock, den die Autorin gnadenlos anzieht.«

Grazia (24. Januar 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Eva Kemper
Originaltitel: The Boy at the Door
Originalverlag: Head of Zeus
Taschenbuch, Klappenbroschur, 464 Seiten, 12,5 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-48812-4
Erschienen am  21. Januar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wen die Vergangenheit einholt…

Von: Lotta

25.03.2019

Zugegeben, der Titel "Der Junge" von Alex Dahl (Goldmann Verlag) ist alles andere als spektakulär und auch das Cover haut einen jetzt nicht vom Hocker, aber fand ich das Versprechen, dass es sich um einen Thriller voller Wendungen handeln sollte, interessant. Soviel vorab: Ich wurde nicht enttäuscht. Nachdem ich bei den letzten Thrillern das Pech hatte, dass alle nach dem gleichen Schema aufgebaut waren und der Plot auch starke Parallelen aufwies, wurde ich diesmal positiv überrascht. In einer friedlichen Kleinstadt namens Sandeljord lebt die verwöhnte und nicht gerade sympathische Protagonistin Cecilia. Weil ihr daheim bei den beiden Töchtern die Decke auf den Kopf fällt, verdient sie sich nebenbei ein kleines Zubrot als Innenausstatterin, obwohl ihr Gatte ein so hohes Einkommen hat, dass sie das nicht müsste, sondern stattdessen auch den ganzen Tag lang shoppen könnte (was sie auch oft genug tut). In ihrer Welt der Schönen und Reichen beschäftigt sie sich höchstens mit der Frage nach der nächsten Dinnerparty und der richtigen Kombination an Aufputsch-Beruhigungsmitteln und Alkohol, um den Tag entspannt zu überstehen. Luxusprobleme also. Bis sie eines Abends von der Kassiererin des örtlichen Schwimmbades gebeten wird, einen kleinen Jungen daheim abzuliefern, der nach dem Schwimmtraining nicht abgeholt wurde. Da ihr keine passende Ausrede einfällt, nimmt sie das Kind mit, obwohl sich alles in ihr dagegen sträubt. An der angegebenen Adresse muss sie feststellen, dass das Haus unbewohnt ist. Der Junge schweigt hartnäckig und bittet erst bei ihr daheim darum, die Nacht dort verbringen zu dürfen, worauf sie sich schlussendlich einlässt und es bald bitter bereut.. Ich habe das Buch zwar nicht in einem Rutsch gelesen, weil es mit seinen rund 460 Seiten doch recht umfangreich, aber ich habe es definitiv sehr zügig durchgehabt. Der Stil liest sich hervorragend, die Story ist spannend und die erhofften Wendungen gab es auch. Vieles ist vorhersehbar beziehungsweise so konzipiert, dass man vieles schon ahnt, es einem aber dennoch nicht langweilig wird, wenn sich diese Vorahnungen bewahrheiten. Vielmehr möchte man dann immer noch den letzten Hinweis haben, damit sich alles aufdröselt. Manche mögen die Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge und Personen ein wenig zu gewollt finden, ich kann gut damit leben und finde es schlüssig. Die Hinweise werden - vermute ich - so deutlich gegeben, dass der Leser bereits ahnen kann, was dahintersteckt, die letzten Puzzleteilchen muss einem aber dann doch noch die Autorin geben. Alex Dahl würde ich auf alle Fälle auch ein zweites Mal auf meinem Nachttisch sehen.

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Wie lange hält ein Lügengebilde?

Von: Elvira Pfeiffer

19.03.2019

Die Welt der einzigartigen und perfekten Cecilia Wilborg droht zu zerbrechen als der Junge, Tobias, in ihr Leben einbricht. Cecilia lebt mit ihrem gutsituierten Mann, Johan, und ihren beiden Töchtern Hermine und Nicoline in einem perfekt ausgestatteten und durchgestylten Haus in exponierter Lange von Sandefjord. Tobias, ein kleiner, schüchterner, braunhäutiger Junge bringt Cecilia völlig aus der Fassung, weil er durch seine Hilflosigkeit ihr durchgestyltes Leben, was sie fest in ihrer Hand zu halten glaubt, nahezu pulverisiert. Cover und Titel fallen auf. Sie deuten daraufhin, dass es mit dem Jungen eine besondere Bewandtnis hat. Das Bild des Jungen sticht aus dem grauen Umfeld heraus und lockt somit den geneigten Thriller-Leser zum Zugreifen. Die Autorin, Alex Dahl, war mir bis jetzt nicht bekannt. Alex Dahl, geboren in Oslo, beherrscht als Halb-Norwegerin und Halb-Amerikanerin das Düstere der Skandinavien-Krimis und die atemlose Spannung der Thriller aus dem Amerikanischen. Sie hat einen Master in Kreatives Schreiben und ist entfernt verwandt mit Roald Dahl. Beste Voraussetzungen für einen düsteren, spannungsgeladenen Psychothriller! Zu Beginn hat mich dieser Thriller begeistert. Ein Thriller, ganz nach meinem Geschmack, kommt er ohne Serienkiller und riesigen Blutlachen aus. Der Thriller verlangt aber auch dem Leser, wegen seiner stetig wechselnden Erzählperspektiven und Rückblenden, einiges ab. Ich musste schon konzentriert und möglichst durchgängig lesen, was bei der fesselnden Erzählweise aber auch nicht schwer fiel. Zwischenzeitlich hatte ich manchmal den Eindruck, dass mir die Geschichte beziehungsweise Cecilias Lügengeschichten zu verrückt und nicht nachvollziehbar waren. Trotzdem wollte ich immer weiter lesen um zu erfahren wie es weitergeht. Die Charaktere wurden gut beleuchtet. Die Angst und Panik und das hin und her getrieben werden von Anni war gut nachvollziehbar. Die Angst und Hilfslosigkeit waren gut zu spüren. Cecilia selber war schwer zu fassen, aber das ging ihr als Figur ja ähnlich. Auch die Cecilia nacheifernden Freundinnen wurden gut getroffen. Nur Johan ist mir fern geblieben. Ich hatte zwischen zeitlich immer wieder das Gefühl, dass er ein falsches Spiel spielt und nicht dieser hingebungsvolle Ehemann ist. Vielleicht war dieser Zweifel aber auch von der Autorin so gewollt. Um ein Fazit zu ziehen: „Der Junge“ ist spannend, undurchsichtig, manchmal unfassbar, manchmal unglaublich, aber immer fesselnd.

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Vita

Alex Dahl ist halb Norwegerin, halb Amerikanerin und lebt in Norwegen und London. Sie ist eine entfernte Verwandte von Roald Dahl, spricht fließend Deutsch und Französisch und hat einen Master in Kreativem Schreiben.

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