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Fallensteller Geschenkausgabe

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Taschenbuch, Flexibler Einband ISBN: 978-3-442-71711-8

Erschienen:  10.04.2018
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Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.

Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen, die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz:

Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann, der eine Leidenschaft hat für die Magie. Er bittet um Stille für die Große Illusion - aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.

Ein Junge, der Bäume nur als Schrank super findet, sich im Wald aber mit Hirschen anfreundet und eine Runde X-Box mit ihnen spielt.

Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterherjagen, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel.

Ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann, der behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier.

Saša Stanišić (Autor)

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman Wie der Soldat das Grammofon repariert wurde in 31 Sprachen übersetzt. Mit Vor dem Fest gelang Stanišić erneut ein großer Wurf; der Roman war ein SPIEGEL-Bestseller und ist mit dem renommierten Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Für den Erzählungsband "Fallensteller" erhielt er den Rheingau Literatur Preis sowie den Schubart-Literaturpreis. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg.

18.10.2018 | 20:00 Uhr | Hamburg

Lesung

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Thalia Theater
Raboisen 67
20095 Hamburg

manfred.boehm@thalia-theater.de

Taschenbuch, Flexibler Einband, 384 Seiten, 9,0 x 14,3 cm
Mit Lesebändchen und eingelegter Grußkarte

ISBN: 978-3-442-71711-8

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen:  10.04.2018

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"Groteskul! Kafkaeskul!"

Von: leseratte_bookworm Datum: 05.05.2018

https://leserattebookworm.wordpress.com/

„Ein vom Leben nicht gerade verwöhnter Mann hat eine Leidenschaft für Magie. Er bittet um Stille für die große Illusion – aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.

Zwei Freunde jagen mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel.

Ein geheimnisvoller Fremder behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier.

Acht Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen, die sich befreien – im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks, mit Mut und Witz.“

Zu Beginn möchte ich anmerken, dass es sich hier um einen Band von Erzählungen handelt, was vielleicht nicht für jeden etwas ist. Es ist keine zusammenhängende Geschichte, sondern viele kleinere, meist kurze, Erzählungen über Menschen und Erlebnisse aus ihrem Leben. Manche Figuren kommen in mehreren Erzählungen vor, manche nicht. Wenn euch das Buch interessiert – dann lest vor dem Kauf erstmal die Leseprobe, damit ihr sicherstellen könnt, dass es euch zusagt.

In seinem Erzählband stellt Saša Stanišić der Leserin selbst Fallen. Keine hinterhältigen Fallen, keine, in die man tappt und sich gefangen fühlt. Er fängt den Geist, er fängt die Meinung und regt zum Nachdenken an. Mit seiner schlichten und doch unglaublich kunstvollen, bunten Sprache kreiert Saša Stanišić wunderbare Bilder in denen sich ein jeder, wenn man sich darauf einlassen kann, geborgen fühlen kann.

Es ist nie eine perfekte Welt. Stanišićs Charaktere haben alle ihre größeren oder kleineren Probleme und führen bei weitem kein perfektes Leben, aber die Ehrlichkeit, mit der sie einander und sich selbst begegnen, macht sie nahbar.

„Manchmal […] verliere ich angesichts völlig banaler Dinge die Kontrolle über meinen Traurigkeitshaushalt. Ich werde so sehr traurig, dass die einzige Kommunikation, zu der ich noch in der Lage bin, keine Kommunikation ist.“ (Die immens schönen tragischen blöden glückseligen deutschen Flüsse, S.54)

Da ist der ältere Mann, der es im Leben nie leicht hatte. Nur die Magie und Zauberkunst fällt ihm leicht. Sie begeistert ihn, er saugt alles förmlich in sich auf und wünscht sich, dass er andere für seine Leidenschaft begeistern kann.

Da ist Georg Horvath, der ein augenscheinlich perfekt geordnetes Leben führt. Alles ist voller Präzision, sein Beruf, sein Zuhause, seine Frau. Doch tief in sich sehnt er sich nach etwas anderem als Präzision. Und so lässt er sich verwechseln, damit er seinem Alltag entfliegen kann.

Da sind die beiden Freunde die, ohne ein klares Ziel, durch Europa reisen. Sie schleichen sich auf eine schicke Party auf einem Floß im Rhein, sie stehlen ein Gemälde einer syrischen Surrealistin von deren Ausstellung in Stockholm oder sie legen sich mit einem Pizzabäcker an.

Alle von Saša Stanišićs Geschichten handeln vom Aufbruch und Ausbruch aus Alltäglichem. Von Abenteuer, von Mut, von Selbstverwirklichung. Seine virtuose Art zu erzählen lädt zum Nachdenken ein, zum Philosophieren.
Wenn ihr mal ein etwas „anderes“ Buch sucht, dann kann ich euch diesen Band von Erzählungen wärmstens empfehlen. Lasst euch darauf ein und philosophiert ein bisschen, egal worüber.

Feines Gespür für das Fabelhafte und Groteske

Von: Buchfundbüro Datum: 18.01.2018

www.buchfundbuero.wordpress.com

Nach seinen vielfach ausgezeichneten Romanen Wie der Soldat das Grammofon repariert und Vor dem Fest hat Saša Stanišić mit dem Fallensteller seinen ersten Erzählband vorgelegt – und erweist sich damit einmal mehr als großer Erzähler mit feinem Gespür für das Fabelhafte und Groteske. Dabei ist es vor allem das Reisen, das unterwegs und auf der Flucht sein, das ein wiederkehrendes Motiv der zwölf, zum Teil zusammenhängenden, Erzählungen darstellt. Stanišićs Geschichten führen nach Norwegen und Island, Frankreich und Jugoslawien, an die entlegensten Winkel Europas und in die tiefste deutsche Provinz. Sie handeln von Aufbruch und Abenteuer, vom Unheimlichen im Vertrauten und dem Wunsch nach Abstand vom Alltäglichen.

Da ist zum Beispiel Georg Horvath, der als Justiziar einer Brauerei schon von Berufs wegen stets um Präzision bemüht ist – sich insgeheim jedoch nichts mehr wünscht, als einmal „selbst aus der Rolle zu fallen, Geschäftspartner mies zu behandeln, Termine zu vernachlässigen und zu Hause Pflichten.“ Dabei ist es nicht nur sein Arbeitsleben, das ihm beständige Gewissenhaftigkeit und Perfektion abverlangt, sondern auch das Zusammenleben mit seiner Lebensgefährtin Regina, die „professionell in allen Dingen“ ist – egal ob sie nun „ihre Patienten aufmacht“, oder „Auberginen aufschneidet“. Selbst im Privaten bleibt Horvath so keine Zeit für Müßiggang:
„Auch zu Hause wäre er überflüssig gewesen, aber er hätte dabei unter dem Druck gestanden, sich nützlich zu machen. Denn für Regina war Zuhause ein Ort, der stetig optimiert werden musste, gesäubert, aufgeräumt, repariert. Nur durch kontinuierliche Arbeit an dem Zuhause blieb das Zuhause ein Zuhause.“

Da kommt Horvath die berufliche Reise nach Brasilien gerade recht, bietet sie ihm doch eine willkommene Gelegenheit, „an drei Tagen mehrheitlich überflüssig sein zu dürfen an einem warmen, voraussichtlich ansehnlichen Ort.“ Als Horvath aufgrund einer Verwechslung schließlich zu einem falschen Chauffeur ins Auto steigt, scheint sich seine größte Sehnsucht zu erfüllen: Endlich einmal nicht zu wissen, wohin die Reise hingeht.

Ohne klares Ziel scheinen auch die beiden Freunde unterwegs zu sein, die auf ihrem – gleich mehrere Geschichten des Erzählbandes umfassenden – Roadtrip durch Nordeuropa immer wieder in geradezu grotesken Situationen geraten. Egal ob sie nun in Stockholm das Gemälde einer syrischen Surrealistin stehlen, einen albanischen Pizzabäcker erpressen, in Vaasa den finnischen Gott der Reise besuchen oder sich in Reykjavik auf die Suche nach der vom Aussterben bedrohten Turteltaube machen, mit der sie am Ende Karaoke in einer Hotellobby singen: Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie scheinen stets fließend. Überhaupt sind die Beweggründe, die den namenlosen Ich-Erzähler und seinen Freund Mo bei ihren Handlungen antreiben, mit nüchterner Logik allein kaum zu erfassen: Ist es doch gerade ihre Faszination für das Unverständliche, die die beiden verbindet.

„Mo und ich verstehen einander häufig nicht. Das ist in Ordnung, denn mehr als das Nichtverstehen fürchten Mo und ich das Verstehen. Zu versuchen, etwas zu begreifen, ist unermesslich anstrengender als verwirrt zu bleiben. Bloß geben wir das häufig nicht zu. Sind wir in einem Museum, loben wir erst mal alles, was nicht Wand ist, und manchmal auch die Wand.“ (139)

Wie schon bei Horvath, hat das Reisen auch hier nur wenig mit einem klassischen Erholungsurlaub zu tun, ist es vor allem eine Flucht vor den alltäglichen Gewissheiten, die in Begriffen wie ,Heimat‘ und ,Zuhause‘ ihren Ausdruck finden.

„Mo und ich sind unabhängig, ungebunden, unverzweifelt, privilegiert. Wir reisen, damit geschehen kann, was zu Hause nicht geschehen kann. Damit Zuhause nicht geschehen kann. Uns verbindet eine große Feigheit vor Nachbarschaften und Mitgliedschaften, vor Smalltalk mit dem Postboten, vor der Kaufberatung im Kaufhaus, vor Spieleabenden.“

Mitten hinein in einen solchen nachbarschaftlichen Mikrokosmos führt Stanišić schließlich mit seiner titelgebenden Erzählung Fallensteller. Mit dem uckermärkischen Fürstenfelde wählt er dabei einen Schauplatz, der seinen Lesern bereits aus seinem Roman Vor dem Fest mehr als vertraut sein dürfte. Dabei präsentiert sich die Erzählung nicht nur als ein Wiedersehen mit alten Bekannten – natürlich sind auch das Bäckerehepaar Zieschke, die Malerin Frau Kranz und der draufgängerische Lada hier wieder mit von der Partie –, sondern erzählt mit einem Augenzwinkern auch davon, wie es mit Fürstenfelde weiterging, nachdem es literarische Berühmtheit erlangt hatte: Wie „Literatur-Touristen“ auf „den Spuren des Buchs“ durch das Dorf radeln zum Beispiel oder ein „Lesezirkel aus Lübeck“ plötzlich in Ullis Trinker-Garage steht und Fotos mit den Dorfbewohnern machen will. Sie erzählt außerdem von dieser unangenehmen Sache, die im Roman unerwähnt blieb: von den Ratten in der Garage, die eine echte Zumutung sind. Da trifft es sich gut, dass eines Tages ein Fremder in Fürstenwalde erscheint, der sich auf das Fallenstellen spezialisiert hat. Und weil es in Fürstenfelde weit mehr als Ratten zu fangen gibt – Mäuse, Wölfe oder gar noch Schlimmeres – bleibt der geheimnisvolle Gast gerne etwas länger zu Besuch.

Wie in fast allen Erzählungen des Bandes, ist es dabei vor allem die feine Mischung aus groteskem Humor, märchenhaften Elementen und purer Lust am Fabulieren, die den Fallensteller seinen einzigartigen Charme verleiht. Dabei sollte man sich als Leser nicht davon irritieren lassen, dass mit der Geschichte rund um den angehenden Magier Ferdinand Klingenreiter und Billard Kasatschok ausgerechnet zwei der eher schwächeren Erzählungen den Auftakt des Bandes bilden. Spätestens mit Die immens schönen tragischen blöden glückseligen deutschen Flüsse tritt so schließlich jene, mit Melancholie gepaarte, sprachliche Virtuosität wieder zutage, die Stanišić zu Recht den Ruf eingebracht hat, einer der talentiertesten Erzähler der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zu sein.

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