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Sommernovelle

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71521-3

NEU
Erschienen: 09.05.2017
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Es ist der Sommer, den sie nie vergessen werden. In ihren Ferien arbeiten zwei 15-jährige Schülerinnen auf einer Vogelstation direkt am Meer. Bei flirrender Hitze streifen sie über die Insel und lauschen den Trillergesängen der Austernfischer, sie trinken eisgekühlte Limonade, zählen Silbermöwen am Himmel und führen Kurgäste durch das schillernde Watt. Doch dann holt eine Realität sie ein, mit der sie nicht gerechnet hatten. Denn was geschieht, wenn man sich mitten in der Lebenslüge eines anderen Menschen befindet? Mit leuchtender Erzählkraft entführt Christiane Neudecker ihre Leser an die stürmische Nordsee, hinein in die Turbulenzen des Erwachsenwerdens – und in die Magie des Sommers von 1989.

Christiane Neudecker bei zehnseiten.de zur Online-Lesung

Christiane Neudecker bei NDR Kulturjournal über ihre "Sommernovelle" zum Film

Christiane Neudecker (Autorin)

Christiane Neudecker, geb. 1974, studierte Theaterregie an der "Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch" und lebt als freie Schriftstellerin, Librettistin und Regisseurin in Berlin. 2005 erschien ihr begeistert aufgenommenes Erzähldebüt "In der Stille ein Klang", 2008 ihr erster Roman "Nirgendwo sonst", 2010 "Das siamesische Klavier - Unheimliche Geschichten". Sie wurde für ihr Schreiben mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Für den 2013 erschienenen Roman "Boxenstopp" erhielt sie das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds, die 2015 erschienene "Sommernovelle" war NDR Buch des Monats. Seit 2001 arbeitet sie mit dem Künstlernetzwerk phase7 zusammen. Die Deutsche Oper Berlin eröffnete 2013 mit Neudeckers Libretto zu "Himmelsmechanik - eine Entortung" ihre Spielzeit.

www.christianeneudecker.de

Taschenbuch, Broschur, 192 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-442-71521-3

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

NEU
Erschienen: 09.05.2017

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Zwei Wochen im Sommer 1989, die zwei kindlich engagierte Mädchen prägen und ernüchtert von den Erwachsenen reifen lassen

Von: schnäppchenjägerin Datum: 12.06.2017

erdbeersekt-testet.blogspot.de/

Die beiden 15-jährigen Mädchen Panda und Lotte verbringen ihre Pfingstferien an der Nordsee auf einer Vogelstation. Sie sind voller Enthusiasmus und Engagement für die Umwelt und hatten sich vorgestellt, sich dort um kranke und verletzte Vögel kümmern zu können. Stattdessen ist es aber eine reine Forschungsstation, so dass ihre Aufgabe darin besteht, Vögel zu zählen oder Besucherführungen durch die Dünen zu machen.

Es ist der Sommer 1989, aber dennoch ist Panda noch gedanklich mit den Auswirkungen der Katastrophe von Tschernobyl beschäftigt. Sie wollte eigentlich Vegetarierin werden, wüsste aber dann gar nicht, was sie noch essen soll, da sich sich kaum mehr an Salat und Beeren herantraut. Vor allem bei dem tiefgefrorenen Gemüse, das neuerdings sogar bis zur Haustür geliefert wird, ist sie skeptisch.

Lotte und Panda sind in ihrem jugendlichen Leichtsinn naiv, aber gleichzeitig auch so vorbildhaft engagiert, wenn sie sich vorstellen, die Welt retten oder zumindest ein Stückchen besser machen zu wollen. Themen wie der Kalte Krieg, Umweltzerstörung oder Neonazismus belasten sie. Sie wollen sich dagegen stark machen - Müll einsammeln, gegen den Verkauf von Pelzen vorgehen oder sich bei der Antifa engagieren.

Panda bewundert Hiller, den vogelkundigen Rentner, der wie Panda die Leidenschaft für Bücher teilt, während Lotte für den etwas älteren Julian schwärmt, der auch auf der Vogelstation arbeitet, allerdings ein Auge auf die Studentin Melanie geworfen hat.

Als nach einigen Tagen des Aufenthalts vor Ort der Leiter der Vogelstation, der Forscher und Prof. Dr. Hansjörg Kupfer eintrifft, ändert sich die Stimmung schlagartig durch seine rüde Präsenz. Sein Befehlston und seine Art mit den Vögel umzugehen, lösen bei Panda ein Misstrauen aus, weshalb sie beginnt, seine Forschungsarbeit zu hinterfragen.

Der Coming-of-Age-Roman von Christiane Neudecker hat zwar nicht viele Seiten, ist aber sehr dicht mit vielen klugen und nachdenklich machenden Sätzen aus der Sicht der Ich-Erzählerin Panda geschrieben. Trotz des Alters der Protagonisten ist es kein Jugendroman, sondern eher ein Roman, für diejenigen, die auch in den 80er-Jahren großgeworden sind und die Sorgen und Nöte von Panda und Lotte geteilt haben.

"Sommernovelle" ist per Definition eine kurze Erzählung über zwei Wochen im Sommer, die die beiden Mädchen prägen und in welchem Panda und Lotte ein wenig ernüchtert von der Erwachsenenwelt reifer werde und erwachsener nach Hause zurückkehren.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Grandios

Von: hasirasi2  aus Dresden Datum: 14.05.2017

Schon beim Blick auf das Cover des Buches mit dem sehr stimmungsvollen Dünen- und Möwenmotiv bekommt man Sehnsucht aufs Meer und Lust auf Urlaub.
Wenn man es dann in die Hand nimmt, fühlt es sich durch den geriffelten Umschlag besonders an, fast, als wäre es wasserabweisend und damit perfekt für einen Tag am Strand.

Die „Sommernovelle“ entführt den Leser zurück ins Jahr 1989. Der Tschernobyl-Vorfall beherrscht das Denken der Menschen immer noch und Panda und Lotte wollen die Welt retten und suchen ihren Platz im Leben. Einem glücklichen Zufall dankend, dürfen sie die Pfingstferien auf einer sonderbaren Vogelstation auf einer Nordseeinsel verbringen und Seevögel zählen.

Schon der Beginn ist wunderbar: die Hitze, das Flirren der Luft, die vorbeifliegenden Landschaften – ich bin sofort mittendrin und kann ihr Reisefieber förmlich spüren. Und dann endlich (!) das Meer ... nach ewig langer Anreise wird die Sehnsucht gestillt.

Es gibt Bücher, die man regelrecht verschlingt und solche, die man richtig genießen möchte und in die Länge zieht, sich beim Lesen Zeit lässt. „Sommernovelle“ gehört eindeutig zu den Letzteren. Man möchte jedes Kapitel, jeden Abschnitt, jede Zeile, einfach jeden Buchstaben und jedes Satzzeichen auskosten.

Panda und Lotte sind kleine Revoluzzer, wollen ja kein Mainstream und schon überhaupt nicht so wie ihre Eltern werden. Sie sorgen sich um ihre Umwelt und das, was sie später mal hinterlassen werden. Und egal, wie romantisch der Tag am Meer auch gerade ist, immer wieder werden sie von Gedanken an Umweltverschmutzung und vor allem Tschernobyl unterbrochen. Aber so war es eben. Es fiel einem wirklich in den ungewöhnlichsten Momenten wieder ein und man war dankbar, dass man doch so relativ glimpflich davon gekommen war.

Doch vor allem geht es in dem Buch um den Verlust der Unschuld.
Panda ist ein sehr verstandesorientierter Mensch. Sie will gehört, beachtet und ernst genommen werden und vor allem genau wissen, WARUM sie etwas macht. Warum werden die Vögel und deren Gelege gezählt? Was passiert mit den Daten, wer wertet sie aus und wohin führt das Ganze? Darüber streitet sie sich auch immer wieder mit dem Leiter der Vogelstation, denn der kann oder will ihr dazu keine Auskunft geben. Doch sie ist niemand, der sich anpasst und verstellt.
Lotte hingegen ist noch sehr mädchenhaft, weder körperlich noch geistig soweit entwickelt wie ihre beste Freundin. Für sie zählt nur der attraktive Zivi Julian, ihre erste große Liebe, den sie auf jeden Fall für sich gewinnen will.
Beherrscht wird das Ganze von einem Kran, der direkt vor der Vogelstation steht und von dem aus man Bungeesprünge machen kann. Die Mädchen diskutieren immer wieder, ob sie sich trauen und wie es sich wohl anfühlen würde. Panda meint dazu: „Ist es nicht mutiger, nicht zu springen?!“

Das Buch ist sehr poetisch, wortgewaltig, zauberhaft und verwirrend zugleich. Ich fühle mich sofort wieder wie ein Teenie und leide und liebe mit den beiden Mädchen mit. Das Geschehen ist irgendwie atemlos, schnell, aufputschend; genau so, wie das Meer.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Weckt eine tiefe Sehnsucht nach dem Meer

Von: Monika Fuchs aus Hamburg Datum: 02.10.2015

Buchhandlung: Thalia Buchhandlung Nord GmbH & Co KG

Christiane Neudecker ist eine vielseitige Frau. 1974 in Erlangen geboren, studierte sie in Berlin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Heute arbeitet sie sowohl als Regisseurin und Autorin. 2005 erschien ist erstes Buch beim Luchterhand Verlag. Es war ein Erzählband „In der Stille ein Klang“, der vom Feuilleton begeistert aufgenommen wurde. „Sommernovelle“ ist inzwischen ihr fünftes Buch. Ich selbst bin per Zufall auf dieses Buch aufmerksam geworden. Ein Kollege von mir war davon schon ganz angetan. Allerdings hat er mir das Buch als Adoleszenz-Roman beschrieben. Das hatte mich nicht so als Thema angesprochen. Doch vor Kurzem entdeckte ich in einer Werbezeitschrift eine kleine Besprechung, die mich dann doch auf das Buch neugierig gemacht hat. Und so bekommen Sie nun meine Besprechung:

Christine Neudecker erzählt in ihrer Novelle einen kurzen Zeitraum im Sommer 1989. Ihre beiden Protagonistinnen sind die fünfzehnjährigen Panda und Lotte. Die beiden sind schon seit Kindergartentagen beste Freundinnen. Sie sind aufgeweckt, stehen an der Schwelle des Erwachsenwerdens und interessieren sich sehr für ihre Umwelt. Tschernobyl ist noch nicht lange her, der saure Regen ist Gesprächsthema. Und so beschließen die beiden ihre Pfingstferien in einer Vogelstation auf Sylt zu verbringen. Diese wird von einem Professor geleitet, der eine Schar von Rentnern und Studenten um sich gescharrt hat. Es ist der erste Urlaub der beiden Mädchen ohne ihre Eltern. Ihre Zeit auf der Insel gestaltet sich anders als sie es sich gedacht hatten. Sie lernen Wattführungen mit interessierten Touristen zu machen und zählen Vögel und Gelege. Doch was diese Arbeit für die Umwelt wirklich bedeutet, können sie nicht erkennen. Doch es dreht sich natürlich nicht nur als um die Vögel. So ist da noch der Student Julian, in den sich eine der beiden Mädchen verliebt. Und der Rentner Hiller ist ein sehr interessanter Erzähler, der einer der beiden jungen Frauen interessante Einblicke vermittelt. Doch als der Professor endlich wieder eintrifft, ist es mit der Idylle vorbei.

Was mich an diesem Buch so unglaublich fasziniert hat, ist diese besondere Sprache der Autorin. Sie beschreibt die Landschaft, die Vögel und das Meer so poetisch und Bildhaft, dass man meint, direkt dort zu sein, den Wind in den Haaren zu spüren, das Gekreische der Möwen zu hören und das Salz auf den Lippen zu schmecken. Man bekommt ein Gespür für die Insel und das menschliche Miteinander in der kleinen Gruppe. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Jeder, der in den achtziger Jahren noch jung war, wird sich in diese Zeit zurückversetzt fühlen. Es war diese besondere Zeit, in der gerade die jungen Menschen sehr auf die Umwelt geachtet haben.

Ob diese so zart geschriebene Novelle auch etwas für die jungen Menschen heute ist, kann ich leider mangels Erfahrung nicht sagen. Aber ich selbst fand ihn einfach wunderschön! Und ich würde gerade jetzt sofort wieder Richtung Nordsee aufbrechen, wenn ich die Zeit dafür hätte!

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