Sommernovelle

(8)
Taschenbuch
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Es ist der Sommer, den sie nie vergessen werden. In ihren Ferien arbeiten zwei 15-jährige Schülerinnen auf einer Vogelstation direkt am Meer. Bei flirrender Hitze streifen sie über die Insel und lauschen den Trillergesängen der Austernfischer, sie trinken eisgekühlte Limonade, zählen Silbermöwen am Himmel und führen Kurgäste durch das schillernde Watt. Doch dann holt eine Realität sie ein, mit der sie nicht gerechnet hatten. Denn was geschieht, wenn man sich mitten in der Lebenslüge eines anderen Menschen befindet? Mit leuchtender Erzählkraft entführt Christiane Neudecker ihre Leser an die stürmische Nordsee, hinein in die Turbulenzen des Erwachsenwerdens – und in die Magie des Sommers von 1989.

„Christiane Neudecker ist eine Meisterin der Atmosphäre.“

FAZ

Taschenbuch, Broschur, 192 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-71521-3
Erschienen am  09. Mai 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Zwei Wochen im Sommer 1989, die zwei kindlich engagierte Mädchen prägen und ernüchtert von den Erwachsenen reifen lassen

Von: schnäppchenjägerin

12.06.2017

Die beiden 15-jährigen Mädchen Panda und Lotte verbringen ihre Pfingstferien an der Nordsee auf einer Vogelstation. Sie sind voller Enthusiasmus und Engagement für die Umwelt und hatten sich vorgestellt, sich dort um kranke und verletzte Vögel kümmern zu können. Stattdessen ist es aber eine reine Forschungsstation, so dass ihre Aufgabe darin besteht, Vögel zu zählen oder Besucherführungen durch die Dünen zu machen. Es ist der Sommer 1989, aber dennoch ist Panda noch gedanklich mit den Auswirkungen der Katastrophe von Tschernobyl beschäftigt. Sie wollte eigentlich Vegetarierin werden, wüsste aber dann gar nicht, was sie noch essen soll, da sich sich kaum mehr an Salat und Beeren herantraut. Vor allem bei dem tiefgefrorenen Gemüse, das neuerdings sogar bis zur Haustür geliefert wird, ist sie skeptisch. Lotte und Panda sind in ihrem jugendlichen Leichtsinn naiv, aber gleichzeitig auch so vorbildhaft engagiert, wenn sie sich vorstellen, die Welt retten oder zumindest ein Stückchen besser machen zu wollen. Themen wie der Kalte Krieg, Umweltzerstörung oder Neonazismus belasten sie. Sie wollen sich dagegen stark machen - Müll einsammeln, gegen den Verkauf von Pelzen vorgehen oder sich bei der Antifa engagieren. Panda bewundert Hiller, den vogelkundigen Rentner, der wie Panda die Leidenschaft für Bücher teilt, während Lotte für den etwas älteren Julian schwärmt, der auch auf der Vogelstation arbeitet, allerdings ein Auge auf die Studentin Melanie geworfen hat. Als nach einigen Tagen des Aufenthalts vor Ort der Leiter der Vogelstation, der Forscher und Prof. Dr. Hansjörg Kupfer eintrifft, ändert sich die Stimmung schlagartig durch seine rüde Präsenz. Sein Befehlston und seine Art mit den Vögel umzugehen, lösen bei Panda ein Misstrauen aus, weshalb sie beginnt, seine Forschungsarbeit zu hinterfragen. Der Coming-of-Age-Roman von Christiane Neudecker hat zwar nicht viele Seiten, ist aber sehr dicht mit vielen klugen und nachdenklich machenden Sätzen aus der Sicht der Ich-Erzählerin Panda geschrieben. Trotz des Alters der Protagonisten ist es kein Jugendroman, sondern eher ein Roman, für diejenigen, die auch in den 80er-Jahren großgeworden sind und die Sorgen und Nöte von Panda und Lotte geteilt haben. "Sommernovelle" ist per Definition eine kurze Erzählung über zwei Wochen im Sommer, die die beiden Mädchen prägen und in welchem Panda und Lotte ein wenig ernüchtert von der Erwachsenenwelt reifer werde und erwachsener nach Hause zurückkehren.

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Grandios

Von: hasirasi2 aus Dresden

14.05.2017

Schon beim Blick auf das Cover des Buches mit dem sehr stimmungsvollen Dünen- und Möwenmotiv bekommt man Sehnsucht aufs Meer und Lust auf Urlaub. Wenn man es dann in die Hand nimmt, fühlt es sich durch den geriffelten Umschlag besonders an, fast, als wäre es wasserabweisend und damit perfekt für einen Tag am Strand. Die „Sommernovelle“ entführt den Leser zurück ins Jahr 1989. Der Tschernobyl-Vorfall beherrscht das Denken der Menschen immer noch und Panda und Lotte wollen die Welt retten und suchen ihren Platz im Leben. Einem glücklichen Zufall dankend, dürfen sie die Pfingstferien auf einer sonderbaren Vogelstation auf einer Nordseeinsel verbringen und Seevögel zählen. Schon der Beginn ist wunderbar: die Hitze, das Flirren der Luft, die vorbeifliegenden Landschaften – ich bin sofort mittendrin und kann ihr Reisefieber förmlich spüren. Und dann endlich (!) das Meer ... nach ewig langer Anreise wird die Sehnsucht gestillt. Es gibt Bücher, die man regelrecht verschlingt und solche, die man richtig genießen möchte und in die Länge zieht, sich beim Lesen Zeit lässt. „Sommernovelle“ gehört eindeutig zu den Letzteren. Man möchte jedes Kapitel, jeden Abschnitt, jede Zeile, einfach jeden Buchstaben und jedes Satzzeichen auskosten. Panda und Lotte sind kleine Revoluzzer, wollen ja kein Mainstream und schon überhaupt nicht so wie ihre Eltern werden. Sie sorgen sich um ihre Umwelt und das, was sie später mal hinterlassen werden. Und egal, wie romantisch der Tag am Meer auch gerade ist, immer wieder werden sie von Gedanken an Umweltverschmutzung und vor allem Tschernobyl unterbrochen. Aber so war es eben. Es fiel einem wirklich in den ungewöhnlichsten Momenten wieder ein und man war dankbar, dass man doch so relativ glimpflich davon gekommen war. Doch vor allem geht es in dem Buch um den Verlust der Unschuld. Panda ist ein sehr verstandesorientierter Mensch. Sie will gehört, beachtet und ernst genommen werden und vor allem genau wissen, WARUM sie etwas macht. Warum werden die Vögel und deren Gelege gezählt? Was passiert mit den Daten, wer wertet sie aus und wohin führt das Ganze? Darüber streitet sie sich auch immer wieder mit dem Leiter der Vogelstation, denn der kann oder will ihr dazu keine Auskunft geben. Doch sie ist niemand, der sich anpasst und verstellt. Lotte hingegen ist noch sehr mädchenhaft, weder körperlich noch geistig soweit entwickelt wie ihre beste Freundin. Für sie zählt nur der attraktive Zivi Julian, ihre erste große Liebe, den sie auf jeden Fall für sich gewinnen will. Beherrscht wird das Ganze von einem Kran, der direkt vor der Vogelstation steht und von dem aus man Bungeesprünge machen kann. Die Mädchen diskutieren immer wieder, ob sie sich trauen und wie es sich wohl anfühlen würde. Panda meint dazu: „Ist es nicht mutiger, nicht zu springen?!“ Das Buch ist sehr poetisch, wortgewaltig, zauberhaft und verwirrend zugleich. Ich fühle mich sofort wieder wie ein Teenie und leide und liebe mit den beiden Mädchen mit. Das Geschehen ist irgendwie atemlos, schnell, aufputschend; genau so, wie das Meer.

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Vita

Christiane Neudecker, geb. 1974, studierte Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und lebt als freie Schriftstellerin und Diplom-Regisseurin in Berlin. Seit 2001 arbeitet sie mit dem Künstlerkollektiv phase7 zusammen, u.a. am Forum Neues Musiktheater, bei den Internationalen Festspielen Bergen oder dem New Vision Arts Festival Hongkong. Für die Deutsche Oper Berlin verfasste sie das Libretto zu »Himmelsmechanik - eine Entortung«. Christiane Neudecker wurde für ihre Romane und Kurzgeschichten mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt. Ihr neuer Roman »Der Gott der Stadt« (2019) wurde bereits im Vorfeld mehrfach ausgezeichnet, die zuletzt erschienene »Sommernovelle« (2015) erreichte die SPIEGEL-Bestsellerliste und war NDR Buch des Monats.

www.christianeneudecker.de

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Events

26. Juni 2020

Lesung mit Christiane Neudecker

20:00 Uhr | Kloster / Hiddensee | Lesungen
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt

09. Nov. 2020

Lesung

16:15 Uhr | Paderborn | Lesungen
Christiane Neudecker
Der Gott der Stadt

Links

Pressestimmen

"Es ist ein Buch für die Altersgenossen seiner Heldinnen und eines, das Erwachsene das Herz erwärmt."

Edelgard Abenstein / Deutschlandradio Kultur

„Wie kann man einen Vogelschwarm zählen? Christiane Neudecker hat den Zauber eingefangen, wenn Natur und Kunst sich begegnen. Ein gelungener Roman.“

Barbara Heine / NDR 90,3

"Traumschön!"

NIDO

"Christiane Neudecker ist eine feinfühlige Erzählerin, die alles Plakative vermeidet. Ohne Besserwisserei erzählt sie von den Träumen und Hoffnungen der Pubertät."

Sabine Doering / Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ein wunderbares Buch über das Erwachsenwerden.«

Gute Woche (30. Juni 2017)

"Von berückend leichthändiger Virtuosität.“

Meike Feßmann, Süddeutsche Zeitung

"Ein unsentimentales, dabei zartes Jugenddrama"

DIE ZEIT

„Eine Coming-of-Age-Geschichte, die lesesüchtig macht.“

Maren Keller, SPIEGEL ONLINE

"Von berückend leichthändiger Virtuosität."

Meike Fessmann / Süddeutsche Zeitung

"Vogelbeobachtung, Sonne, Nordsee - und Freundschaft! Das alles steckt drin in Christiane Neudeckers bezaubernder Sommernovelle."

Natascha Geier / NDR-Fernsehen

"Wahrscheinlich gibt es nur wenige Autoren, die Atmosphären mit Worten so heraufbeschwören, ja förmlich explodieren lassen können wie Christiane Neudecker."

Katja Weise / NDR Kultur

"Diese Novelle ist eine Feier der Jugend - und des Sommers!"

annabelle

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