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Äquator Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-22371-7

Erschienen:  19.03.2018
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Dieb und Brandstifter in Nebraska, Deserteur im amerikanischen Bürgerkrieg, Mörder in Nevada: Pete Ferguson ist ein Mann auf der Flucht. Er ist auf der Suche nach dem Äquator, dem Ort, wo sich angeblich alles ins Gegenteil verkehrt, die Träume wahr werden und er von seinen Dämonen befreit wird. Wird er dieses verheißungsvolle Land finden? In Äquator schildert Antonin Varenne virtuos Pete Fergusons Weg von den großen Weiten des amerikanischen Westens über Guatemala bis in die dichten Urwälder Brasiliens. Mit dieser atemberaubenden und zutiefst ergreifenden Odyssee bestätigt der Autor seinen Ruf als Erneuerer des großen Abenteuerromans mit den erzählerischen Mitteln des 21. Jahrhunderts.

»Varenne ist ein Meister des Dialogs. Man glaubt die Leute beim Lesen sprechen zu hören, in Sätzen, die nicht alles erklären, in denen viel mitschwingt.«

WDR4 "Bücher" (08.05.2018)

Antonin Varenne (Autor)

Antonin Varenne, geboren 1973, studierte Philosophie in Paris. Er war Hochhauskletterer und Zimmermann, arbeitete in Island, Mexiko und in den USA, wo er seinen ersten Roman schrieb. Seine Romane wurden mit den wichtigsten französischen Krimipreisen ausgezeichnet.

»Varenne ist ein Meister des Dialogs. Man glaubt die Leute beim Lesen sprechen zu hören, in Sätzen, die nicht alles erklären, in denen viel mitschwingt.«

WDR4 "Bücher" (08.05.2018)

»Grandioser Roman über einen Outlaw auf der Flucht.«

Playboy (08.03.2018)

»Stetson tief in die Stirn ziehen und entspannt zum Lesen aufs Sofa legen: Ruppiger Western über einen ewig getriebenen Dieb, Brandstifter und Deserteur.«

Walden (01.03.2018)

»Ein packendes literarisches Abenteuer, das nicht nur geografische, sondern auch Genregrenzen überschreitet.«

BÜCHERmagazin (05.06.2018)

»Ein Buch der Ruhelosigkeit und Sehnsucht, das Panorama einer Welt zwischen Archaik und Moderne. Antonin Varenne gibt dem Genre Abenteuerroman mit ›Äquator‹ einen neuen Schub.«

Bloody Chops Mai 2018, "CrimeMag" (15.05.2018)

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Aus dem Französischen von Michaela Meßner
Originaltitel: Équateur
Originalverlag: Éditions Albin Michel, Paris 2017

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-22371-7

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: C. Bertelsmann

Erschienen:  19.03.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Eine Reise ins Unbekannte

Von: Kaisu Datum: 20.06.2018

life4books.de

“Unser Leben ist unsere einzige Waffe. Wenn du nicht bereit bist, es zu riskieren, dann bist du entwaffnet. Das ist unsere letzte Freiheit.” (S.209)

Ein junger Mann namens Pete, ist auf der Suche nach der Mitte der Welt. Dem Äquator. Dort soll es die Antwort auf all seine Fragen geben. Die Erlösung von den zahlreichen Dämonen, die ihn seit Jahren plagen. Forschen Schrittes reist er also durch das Land, stetig mit der Frage auf den Lippen: “Wo geht es zum Äquator?” Die Antworten kommen. Mal mehr, mal weniger hilfreich. Denn er scheint seinem Ziel tatsächlich näher zu kommen oder trügt der Schein? Sicher ist, dass Pete sich selbst immer besser kennen lernt.

Theoretisch habe ich mit diesem Absatz das Wesentliche der Geschichte zusammengefasst. Aber es gibt natürlich noch viel mehr Details, die alles ausschmücken und das Buch lebendig werden lassen. Zudem hat Pete einen Hintergrund, den man nicht außer Acht lassen sollte. Schließlich schubst dieser ihn förmlich in das Abenteuer durch Amerika. Man lernt ihn als Mörder, Verteidiger, Liebhaber, aber auch als Rebell und unschuldiges Kind kennen. Kein Stempel will so recht passen. Ständig steckt Bewegung in ihm drin.

“Zum Äquator?”
McRae lächelte.
“Genau.”
“Dorthin, wo alles anders ist?”
“Solange man lebt, hat man ein Recht auf seine Träume. Selbst, wenn sie nach einer Weile in Reue enden.” (S.71)

Der Startschuss fällt in seiner Kindheit. Der Vater ist gewalttätig. Die Mutter das sanfte Gegenstück. So etwas geht nie lange gut. Entsprechend folgen rasch die ersten Leichen, die den Weg des jungen Pete pflastern. Als er alt genug ist, sattelt er seinen Mustang und reitet hinaus in die Welt. Kurz darauf folgen weitere tote Menschen. Nie verweilt er lange an einem Ort und trifft so eine Gruppe Bisonjäger. Ruhe scheint einzukehren. Er hat eine Aufgabe, einen Job, macht Bekanntschaften und bleibt trotzdem allein. Zeitgleich nähert er sich der Grenze der Erde. Perfekt. Nicht für Pete.

Man kann die Veränderung förmlich in der Luft spüren. Unruhe macht sich breit. Ebenso das Misstrauen. Die Reise geht somit weiter. Ein Ende scheint noch lange nicht in Sicht, dabei wünscht man es Pete immer mehr. Dank einiger Briefe erfährt man Stück für Stück all die Facetten seiner Vergangenheit. Jene dunkle Schatten, die ihn nicht in Ruhe lassen und ihm an den Fersen kleben. Da stellt man sich bald die Frage: Ist es nicht sinnvoller sich diesen Schatten zu stellen, anstatt vor ihnen davon zu laufen? Und auch Pete kommt irgendwann zu dieser Erkenntnis und bringt Veränderung in den Lauf der Geschichte.

Der wunderbare Schreibstil ist mir wohl bekannt.

Bereits in “Die Treibjagd” konnte mich Antonin Varenne voll in seinen Bann ziehen. Er beschreibt so bildhaft und mitreißend, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als an seinen Lippen zu kleben. Man spürt die Hitze der Prärie in seinem Nacken brennen, spürt das Vibrieren des Bodens, wenn eine Bisonherde sich nähert. Bekommt warme Spritzer Blut ab und wischt sie sich gedankenverloren von der Wange, während man den Blick in die Ferne richtet und das salzige Meer bereits auf den Lippen schmecken kann.

An ein, zwei Stellen hab ich mich gefragt, warum Pete Ferguson noch eine Ehrenrunde drehen muss, anstatt weiter seinem Ziel entgegen zu kommen, dann verfällt man wieder dem Schreibstil und sieht großzügig darüber hinweg. Wer also auf der Suche nach einem besonderen Leseerlebnis ist, sollte definitiv einen Blick in “Äquator werfen. Es ist ein Roman, der klare Worte findet und nicht milde mit seinen Charakteren umgeht und dennoch nicht in einem Gemetzel endet. Leseunterhaltung, der man eine auf jeden Fall Chance geben sollte.

“Es ist ein schöner Tag, und du bist allein, du wirst hinausgehen und durch gepflasterte Straßen laufen. Du bist immer noch auf der Flucht und du hast noch niemanden gefunden, mit dem du reden kannst, in dieser Welt, in der man stirbt.” (S.185)

Weites Land

Von: wal.li Datum: 05.05.2018

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Pete Ferguson, der Deserteur, ist ein Suchender. Seinen kleinen Bruder hat er vor dem amerikanischen Bürgerkrieg gerettet. Er hat mit seinem Vater gestritten, der die Brüder nicht gut behandelte. Er hat einen Mann um gebracht. Ferguson reist unter falschem Namen. Er geht auf Bison-Jagd, schon in dem Wissen, dass es bald keine Bisons mehr geben wird. Er zieht Richtung Mexico, wo er bei wandernden Komantscheros unterkommt. Diese bezahlen ihn für die Teilnahme an einer Revolution in Guatemala, eine Revolution, die er im letzten Moment verhindert. Und langsam kommt Pete Ferguson seinem Ziel näher, dem Äquator.

Am Äquator sei alles besser, hat man ihm erzählt. Dort müsse man sich Steine in die Tasche stecken, um die Verbindung zur Erde nicht zu verlieren, die Flüsse flössen anders herum. Auf dem Weg zum gelobten Äquator lernt Pete Menschen kennen, die ihm helfen, denen er zuhört, bei denen er etwas lernt. Doch er trifft auch solche, die ihm Übles wollen, ihm nach dem Leben trachten. Pete weiß sich zu wehren, immer wieder schafft er es Gefahren zu entrinnen. Manchmal allerdings wird es wirklich knapp. Und sein Ziel scheint lange nicht wirklich näher zu rücken.

Was ist überhaupt das Ziel? Offensichtlich konnte man im Jahr 1871 noch Menschen begegnen, die glauben, dass auf der anderen Erdhalbkugel alles auf dem Kopf steht, die es als großes Abenteuer sehen, sich selbst auf den Kopf zu stellen. Vielleicht ist ja gerade das das Ziel, sich selbst auf den Kopf stellen, sein raues Wesen in ein umgänglicheres zu wandeln, seine Angst und Wut in eine Kraft zu kanalisieren, die es ermöglicht, eine gute Beziehung einzugehen. Vielleicht muss man den Äquator nicht einmal erreichen, um sich zu läutern, um in sich zu gehen. Seine Gedanken niederzuschreiben, seine Ansichten auszutauschen. Pete Ferguson ist eine Persönlichkeit, der man sich langsam nähert, die aber in dieser Langsamkeit eine ungewöhnliche Anziehungskraft entwickelt. Für Pete gibt es irgendwann ein Vorwärts, dass ihn zu einer ganzen Person werden lässt.

Antonin Varenne versteht es ausgesprochen gut, mit ungewöhnlichen Geschichten zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen.

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