Das geschwärzte Notizbuch

Roman

(7)
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Um das perfekte Drehbuch zu bekommen, entführt der manisch brillante Regisseur Santiago den renommierten Autor Pablo. Er sperrt ihn ein. Fünf Jahre lang. In einem kargen dunklen Raum. Nichts soll Pablo vom Schreiben ablenken. Ein Meisterwerk entsteht. Und eine von Abhängigkeit, Abscheu und Faszination geprägte Beziehung zweier genialer Künstler.

Ein Roman über Größe, Größenwahn und die Kunst des Schreibens. Vom Oscar-prämierten Drehbuchautor Nicolás Giacobone.

»Urkomische Betrachtung der Filmwelt und des kreativen Schreibens«

HÖRZU/GONG (27. Dezember 2019)

Aus dem Spanischen von Christian Sönnichsen
Originaltitel: El Cuaderno Tachado
Originalverlag: Reservoir Books
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-23645-8
Erschienen am  25. November 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

perfekte Bedingungen

Von: onepoundofbacon

19.01.2020

Wider Erwarten sind im "geschwärzten Notizbuch" keine Stellen geschwärzt, sodass dem Lesefluss nichts im Wege steht. ...und die 302 Seiten lesen sich wirklich wie im Flug. Es fällt schwer die Ausführungen des mehr oder weniger freiwillig eingesperrten Drehbuchautoren Pablo aus der Hand zu legen. Alles was er schreibt, hat Dringlichkeit. Seine Geschichte, auch wenn sie im Großen und Ganzen von belangloser Routine geprägt ist, ist fesselnd. Noch dazu regt der Einblick in seine Gedanken zum Nachdenken an: wieviel Wert hat Kunst in dieser Welt? Wieviel Anteil hat der Künstler an seinem Werk? Und ist das überhaupt wichtig? Viele der aufgeworfenen Fragen scheinen anfangs schnell beantwortet doch je mehr Zeit man in den Texten von Pablo verbringt, desto schwieriger wird die Beantwortung.

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Kunst und Moral

Von: Franziska_J

19.01.2020

„Seit fünf Jahren schon sehe ich keinen Sonnenaufgang mehr. Seit fünf Jahren schon sehe ich keinen Baum mehr. Seit fünf Jahren schon sehe ich keine Wolke mehr.“ Jeden Morgen zwischen sechs und sieben Uhr hält der Autor Pablo seine Gedanken in einem Notizbuch fest. Anschließend streicht er alles mit einem dicken schwarzen Stift wieder durch. Schon seit mehreren Jahren wird der begnadete Schriftsteller von dem Regisseur Santiago Salvatierra gefangen gehalten, damit er für ihn Drehbücher schreibt. Salvatierra ist nämlich von der Idee besessen, der beste Regisseur aller Zeiten zu werden und das Medium Film völlig neu zu erfinden. Nur leider kann er, wie so viele Regisseure, nicht schreiben, weshalb dies nun Pablo übernehmen muss. Was sich dann zwischen Pablo und Salvatierra entwickelt, ist eine seltsame Beziehung aus gegenseitiger Verachtung, teilweise sogar Hass und gleichzeitiger Abhängigkeit, die doch in eine fruchtbare Symbiose der beiden Künstler führt, aus der ein Meisterwerk entsteht. „Zündende Ideen. Santiago zwingt diese Ideen gerne herbei; er ist überzeugt davon, dass man sie ausgraben kann. Aber die Ideen, die funktionieren, sind solche die ganz von selbst auftauchen, die sich unverhofft zeigen, ohne sich aufzudrängen. “ Liest man den Klappentext von Das geschwärzte Notizbuch, so vermutet man, dass es sich bei diesem Roman um einen Krimi oder Thriller handelt. Man erwartet Erniedrigungen, Grausamkeit und Fluchtversuche des Opfers. Doch nichts davon kommt vor. Pablo hat sich an seine Gefangenschaft gewöhnt und hegt keinerlei Fluchtgedanken. Vielmehr geht er auf eine seltsame Weise in seiner Kunst, die er unter diesen extremen Bedingungen schaffen muss, auf. Echte Krimifans kommen hier also nicht wirklich auf ihre Kosten, doch dieser Roman hat so vieles mehr zu bieten. Er erforscht nämlich auf eine faszinierende Weise das Verhältnis von Kunst und Moral und beleuchtet immer wieder neue Facetten der Frage: Wie weit darf Kunst gehen? Nicolás Giacobone, selbst erfolgreicher Drehbuchautor und Oscar-Preisträger, gibt mit Das geschwärzte Notizbuch außerdem einen interessanten Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess, der von allerlei Ängsten und Zweifeln geprägt ist. Das Buch überzeugt außerdem durch psychologisch ausgefeilte Figuren. Pablo, das eigentliche Genie und Erzähler des Romans, ist eher der ruhige, introvertierte Typ, erzählt in seinem Notizbuch aber doch immer mit viel Witz und einer gehörigen Portion Ironie, während Salvatierra als ein cholerischer und selbstgerechter Hochstapler dargestellt wird. Die Dreistigkeit, mit der sich der Regisseur Pablos Erfolge aneignet, ist so absurd, dass man als Leser mehr als einmal schmunzeln muss. Das geschwärzte Notizbuch – ein ungewöhnlicher, reflektierter und teils auch philosophischer Roman, der sich außerhalb fester Genregrenzen bewegt.

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Vita

Nicolás Giacobone, geboren 1975 in Buenos Aires, schrieb die Drehbücher für Filme wie »Biutiful« und »Birdman«. Für Letzteren wurde er 2015 mit einem Golden Globe sowie dem Oscar in der Kategorie »Bestes Originaldrehbuch« ausgezeichnet. »Das geschwärzte Notizbuch« ist sein erster Roman.

Zur AUTORENSEITE

Christian Sönnichsen

Christian Sönnichsen, geboren 1953 im deutsch-dänischen Grenzland, gelernter Reprograph, studierte Hispanistik in Hamburg und Madrid, lebt und arbeitet als Übersetzer in Neumünster, zwischen Nord- und Ostsee.

zum Übersetzer

Pressestimmen

»Meisterhaft entspinnt Nicolás Giacobone einen witzigen, spannenden und auf clevere Art und Weise introspektiven Thriller ... Dieses Kopfkino ist definitiv einen Blick wert!«

»Der Argentinier Nicolás Giacobone enttäuscht die hohen Erwartungen nicht.«

Buchkultur (05. Dezember 2019)

Eine »unterhaltsame Abrechnung«

GALORE, Literaturbeilage (28. November 2019)