Quichotte

Roman
deutschsprachige Ausgabe

(4)
Quichotte
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»Mit Cervantes durch die USA von heute: eine witzige und scharfsinnige Road-Novel.« DIE ZEIT

Ismael Smile ist ein Reisender, der besessen ist von der »unwirklichen Wirklichkeit« des Fernsehens. Er will das Herz der Königin aller Talkshows erobern und begibt sich auf eine Reise quer durch Amerika, um sich ihrer als würdig zu erweisen. Auf dem Beifahrersitz, Sancho, der Sohn, den er sich immer gewünscht hat, aber niemals bekam.

Auf grandiose versetzt Bestsellerautor Salman Rushdie die Abenteuer des klassischen tragischen Helden Quichotte in unser Zeitalter des »Alles ist möglich«.

Nominiert für den Booker Preis 2019!

»Salman Rushdie ist einer der großartigsten Erzähler der Gegenwart.«

stern.de (28. Januar 2020)

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Aus dem Englischen von Sabine Herting
Originaltitel: Quichotte
Originalverlag: Random House, New York 2018
Taschenbuch, Broschur, 464 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10640-1
Erscheint am 14. Dezember 2020

Leserstimmen

Ein klassischer Held in Trump-Land

Von: Stephan Kottkamp & Christian Funke

07.05.2020

Ein klassischer Held in Trump-Land Salman Rushdie lässt „Quichote“ seine Obsession jagen Er gibt sich den Namen Quichote. Er ist ein Reisender. Er ist ein Besessener. Er kann nicht unterscheiden zwischen der Realität und der Wirklichkeit des Fernsehens. Doch was bedeutet schon Realität? Ist die Wirklichkeit des Fernsehens nicht längst Teil der Realität geworden? Salman Rushdie adaptiert den klassischen Don Quichote und nimmt uns zusammen mit seinem Protagonisten Ismael Smile auf eine Reise durch das Amerika des Jahres 2019. Er wirft dabei existenzielle Fragen auf, mit denen aufmerksame Zeitgenossen tagtäglich konfrontiert werden. Er treibt das Spiel mit der Realität und Fiktion auf die Spitze und verlangt dem Leser dadurch einiges ab. Im Mittelpunkt des neuen Romans von Salman Rushdie steht ein indisch-stämmiger einsamer Handelsreisender aus der Pharmaindustrie, der sich auf eine Reise quer durch Amerika begibt, um sich seiner Angebeteten als würdig zu erweisen und ihr Herz zu erobern. Bei der Angebeteten handelt es sich jedoch um eine sehr populäre Talkshow-Moderatorin mit indisch-amerikanischen Wurzeln, die Ismael freilich überhaupt nicht kennt. Nichtsdestotrotz ist er davon überzeugt, dass er sie schon bald in seine Arme schließen kann. Der eingebildete Sohn auf dem Beifahrersitz Auf seiner Reise wird Ismael von seinem Sohn Sancho begleitet, der in der herkömmlichen Realität aber gar nicht existiert. Vielmehr stellt Sancho die Projektion des Sohnes dar, den Ismael gerne gehabt hätte, doch nie hatte. En passent geht es hierbei auch um eine Vater-Sohn-Beziehung sowie um den großen Streit mit seiner Schwester, der nun schon seit Jahren schwelt. Ganz nebenbei behandelt Rushdie zudem die großen Themen unserer Zeit, die nicht nur in Amerika diskutiert werden: Fake News, Rassismus, Cyberkriminalität und gar das Ende der Welt. Wenn es um das Verschwimmen von Realität und Fiktion geht, geht es immer auch um das Amerika unter Donald Trump. Was ist real, was ist Fiktion, welche Fakten sind die realen? Ismaels Gedankenwelt auf diesem Roadtrip ist verworren, surreal und eine permanente Herausforderung für den Leser. Mitunter erzeugen seine Wahrheiten Wut beim Leser, lassen einen aber niemals kalt. Ein Fest der Phantasie auf verschiedenen Ebenen Salman Rushdie glänzt in diesem Prosawerk erneut als der große Erzähler, der er seit Jahrzehnten ist. Er beobachtet genau und beschreibt präzise. Sein Roman ist ein Fest der Phantasie, das einen immer wieder dazu einlädt, weiterzulesen und neue Facetten dieser außergewöhnlichen Geschichte zu entdecken. Er begibt sich als Autor auf eine Metaebene, die es ihm ermöglicht, sich selbst und sein Buch zu beobachten und zu beschreiben. Er rechnet bitterböse mit dem aktuellen Amerika ab, das sich als fernsehsüchtig und stumpfsinnig erweist. Sein Blick ist beinahe verächtlich, sein Urteil vernichtend, seine Vorhersage finster. Vielleicht ist es der perfekte Zeitpunkt, um einen solchen Roman zu schreiben. Es ist eine Parodie, eine Persiflage und ein Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft im Jahr drei der Präsidentschaft Trumps. Im vergangenen Jahr gelangte Rushdie mit seinem Roman zum bereits fünften Mal auf die Shortlist des britischen Booker Preises. Wer den Roman gelesen hat, wird dies befürworten.

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The impossible dream

Von: Frau Lehmann

01.01.2020

Ein frohes neues Jahr zunächst! Möge es viele erfüllte und unerfüllte Träume, Aventiuren, Quests und Abenteuer enthalten! Diese Quest habe ich schon im letzten Jahr erlebt, aber wie könnte man das Jahr besser beginnen als mit einer Hommage an einen der größten literarischen Charakter: Don Quichotte? Salman Rushdie, begnadeter Erzähler und literarischer Grenzgänger, hat sich des Ritters von der traurigen Gestalt angenommen und ihn in die heutige Zeit überführt. Der Handelsvertreter Ismael Smile verliebt sich in einen Fernsehstar und begibt sich auf eine Aventiure, die ihn durch ganz Amerika führt, ihm einen Sohn beschert (und ihm und uns viele Erkenntnisse), um sich Salma R.s Liebe würdig zu erweisen bzw sie zu gewinnen. Gespickt ist der Roman mit unzähligen Querverweisen auf Literatur, Geschichte, Film, Kunst, Gott und die Welt. Rushdie breitet diabolisch lächelnd (zumindest stelle ich ihn mir so vor) die enorme Bandbreite seines Wissens vor uns aus und schaut genüßlich dabei zu, wie der nicht feuilletongeprüfte Leser darin heillos ertrinkt. Soll heißen, das Feuilleton jubelt, ich nicht, ich strample. Oder suche den Faden der Ariadne. Versuche, mich in diesem Wissenslabyrinth mit philosophischen Ansätzen zurecht zu finden, habe Erkenntnisse, begegne feuerspeienden Windmühlen, Anklängen an "Sophies Welt", langweile mich, ärgere mich, kichere haltlos, runzle die Stirn, schlage Dinge nach, erfreue mich an Satzkonstruktionen - kurz, begebe mich auf die Suche nach dem heiligen literarischen Gral und nach meiner liebsten Romangestalt. Dabei muss ich meine Mission leider als gescheitert betrachten, die rushdie'sche Wortwoge hat mich überrollt, mir fehlt der Background oder vielleicht auch die Fähigkeit mich einzulassen auf diesen sprachlichen Wogenprall. Für mich ist das Buffet zu voll, zu viel der Andeutungen, zu viel der Spielereien, zu viel an Bedeutung, Verwicklung, Spiegelung. Das ist schade, ist dies doch der erste Roman Rushdies, den ich nicht mit Begeisterung gelesen habe, aber mit Begeisterung lesen wollte. Ich möchte ihn aber dennoch empfehlen. Zum einen, weil ich Don Quichotte eben so liebe (daher empfehle ich das Original gleich mit) und zum anderen, weil Rushdie so großartige Sätze schreibt wie diesen: Einst lebte an verschiedenen Adressen quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika ein Reisender indischen Ursprungs, fortgeschrittenen Alters und mit schwindenden geistigen Kräften, der angesichts seiner Liebe zum geistlosen Fernsehen viel zu viel Lebenszeit im gelben Licht von geschmacklosen Motelzimmern verbracht hatte, wo er es bis zum Exzess schaute, und der als Folge eine absonderliche Form des Hirnschadens davongetragen hatte." Und das ist erst der Anfang...

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Vita

Salman Rushdie, 1947 in Bombay geboren, studierte in Cambridge Geschichte. Mit seinem Roman »Mitternachtskinder« wurde er weltberühmt. Seine bislang 14 Romane erhielten bedeutende internationale Preise und sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt. 2007 schlug ihn die Queen zum Ritter. 2019 wurde er mit dem Welt-Literaturpreis ausgezeichnet. Sein jüngster Roman »Quichotte«, der viele Leserinnen und Leser begeisterte, wurde 2019 für den renommierten Booker Prize nominiert.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Gebt Salman Rushdie den Nobelpreis!«

FAZ (08. Januar 2020)

»Mit Cervantes durch die USA von heute: eine witzige und scharfsinnige Road-Novel.«

DIE ZEIT (08. Januar 2020)

»Alles kann passieren in Salman Rushdies neuem Roman über Literatur, Leben und das Ende der Welt. Grandios geschrieben, humorvoll, schnell.«

ARD ttt (08. Januar 2020)

»Der neueste Rushdie heißt ›Quichotte‹. Humorvoll, fantastisch und wahnsinnig komplex ist er. Und natürlich verrückt. So wie die Welt, in der das Buch spielt.«

Handelsblatt (08. Januar 2020)