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Kurzer Abstecher Roman

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-27118-0

Erschienen:  11.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Alte Messer schneiden gut

Jim Francis hat endlich seinen Frieden gefunden. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Töchtern führt er ein beschauliches Leben unter der Sonne Kaliforniens. Nichts mehr deutet darauf hin, dass er einst ein berüchtigter Straftäter war. Doch dann wird sein Sohn aus erster Ehe ermordet. Um der Beerdigung beizuwohnen, reist Jim noch einmal in die Stadt, die er nie wieder betreten wollte. Und auf Edinburghs Straßen flüstern die Leute: Franco Begbie ist zurück ...

»Es ist ein großartiges Buch, ein atemberaubender Thriller.«

Frankfurter Rundschau

Irvine Welsh (Autor)

Irvine Welsh, geboren 1957 in Leith bei Edinburgh, schreibt Romane und Kurzgeschichten, und gilt als einer der wichtigsten Autoren der Underground-Literatur. Sein Debütroman Trainspotting und die gleichnamige Verfilmung mit Ewan McGregor machten ihn international bekannt. Welsh lebt in Chicago.

www.irvinewelsh.net

»Es ist ein großartiges Buch, ein atemberaubender Thriller.«

Frankfurter Rundschau

»Ein großartiger Roman mit den Welsh-typischen stilistischen Mitteln, schottischem Dialekt und dem Ignorieren traditioneller orthografischer Gesetze – von Stephan Glietsch vorbildlich übersetzt.«

MDR Kultur (23.10.2017)

»Ein mörderischer Spaß.«

APA

»Ein Thriller von der Machart, in der Tarantino Western oder Kriegsfilme dreht: Große Themen verpackt in Genrestoff.«

Alan Bett, Skinny

»Die Unnachgiebigkeit, mit der der Protagonist immer tiefer ins Dunkel gezogen wird, erinnert an James Ellroy.«

Hannah McGill, Scotsman

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Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
Originaltitel: The Blade Artist
Originalverlag: Jonathan Cape

Paperback, Klappenbroschur, 272 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-453-27118-0

€ 18,00 [D] | € 18,50 [A] | CHF 25,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

Erschienen:  11.09.2017

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Eine schottische Milieustudie, verpackt in eine absolut spannende Gangster-Story.

Von: Pink Anemone  aus Wien Datum: 17.09.2018

https://pinkanemoneblog.wordpress.com/

Begbie, bzw. Jim Francis, hat sich vom Gangsterleben völlig zurückgezogen und hat sich im sonnigen Kalifornien ein normales Leben aufgebaut - eine hübsche Frau, zwei entzückende Töchter, Haus am Meer und er ist nun ein gefragter Künstler. Doch einmal Gangster, immer Gangster?
Das man ihm nicht blöd zu kommen braucht und er mit allen Wassern gewaschen ist, wird schon auf den ersten Seiten klar. Wenn es dabei auch noch um seine Familie geht, kennt er nichts und fährt schon mal schärfere Geschütze auf. Als er erfährt, dass sein Sohn tot ist und er dazu erstmal nichts näheres erfährt, ist für ihn klar, dass er wieder in das verhasste Edinburgh zurück muss. Er will nicht nur die Beerdigung besuchen, sondern erfahren was genau vorgefallen ist.
Er bemüht sich nicht in alte Gangstergewohnheiten zu verfallen und die Kontrolle über seine Aggressionen und Emotionen zu behalten, versucht sich wirklich dort in nichts hineinziehen zu lassen. Doch kaum in Edinburgh scheint sich diese dunkle Atmosphäre wieder in ihm einzunisten und er wird immer mehr zu dem Mann, der er früher war - zu Begbie.
Und wir, die Begbie kennen, wissen was das bedeutet, denn - einmal Gangster, immer Gangster...oder?

Welsh hat eine ganz eigene Dialogführung, was anfangs eventuell etwas gewöhnungsbedürftig sein mag, an die man sich jedoch sehr rasch gewöhnt.

"-Ich habe doch was angestellt, gesteht er und beobachtet, wie ihre Gesichtszüge entgleiten.
-Nicht mit den beiden Kerlen. Aber mit ihrem Auto."
(S. 16)

Diesem Stil ist er treu geblieben, ansonsten merkt man, dass "Kurzer Abstecher" ein späteres Werk von Welsh ist. Dieser Roman ist zwar durchaus mit blutigen und gewalttätigen Szenen gespickt und auch die vulgäre und derbe Sprache, welche das Milieu der Edinburgher Gangsterszene hervorragend einfängt, ist vorhanden, trotzdem ist es einer der ruhigeren und vor allem tiefsinnigeren Romane von Welsh.

Das große Thema hier ist, ob man immer das bleibt was man ist und was die Umgebung aus einem gemacht hat, oder ob man sich grundlegend ändern und zu einem völlig anderen Menschen werden kann. Kann man die Einflüsse, welche einem als Kind prägten und einem zu dem gemacht hat was man ist völlig vergessen und verdrängen, oder...einmal Gangster, immer Gangster?
Die Story wird zwischendurch immer wieder durch Rückblenden in die Kindheit von Begbie unterbrochen. So erfährt man wie er zu dem Menschen wurde, der er jetzt ist. Im Grunde konnte aus ihm überhaupt nichts anderes als ein Gangster werden. Schon früh lernte er die Sprache der Straße und der Gewalt kennen, waren doch alle männlichen Familienmitglieder der Begbies schottische Kleinmafiosi.
Dadurch erhält man Einblick auf die prägenden Einflüsse Begbies, seine oft falschen Entscheidungen und auch in seinen Charakter. Dadurch erhält diese Thematik ungewöhnlich Tiefe.

Nur wenige Autoren schaffen es Tiefsinnigkeit in einen fesselnden Roman voll derber Sprüche und blutiger Gewalt zu packen, doch Irvine Welsh ist einer von ihnen. Ein Grund, weshalb er zu einem meiner Lieblingsautoren gehört.

"Die meisten von ihnen haben eine gewisse Ahnung davon, dass die klügsten Menschen diejenigen sind,
die sich selbst als ewige Schüler begreifen,
die niemals damit aufhören zu lernen und sich angesichts der ständig wechselnden Möglichkeiten und Bedrohungen des Lebens immer wieder neu ausrichten."
(S. 101)

Fazit:
Steht Irvine Welsh drauf, ist Irvine Welsh drin und somit war ich auch von diesem Roman restlos begeistert, wenn er auch etwas "ruhiger" ist als "Trainspotting", "Porno" und vor allem als "Drecksau".
Für all diejenigen, welche mal etwas neues bezüglich Genre probieren wollen und vor Gewalt und derben Sprüchen nicht zurückschrecken, kann ich Irvine Welsh sehr empfehlen.

Begbie ist back

Von: Testspiel Datum: 15.11.2017

testspiel.de

Wie viele andere habe ich Mitte der 90er Jahre “Trainspotting” sowohl als Buch als auch dessen Verfilmung sehr gefeiert. Ich glaube für viele meiner Freunde war Irvine Welshs Kultroman eines der wenigen Bücher, das sie in dieser Zeit überhaupt gelesen haben. Ich habe seither alle von Welshs Büchern gelesen und freue mich immer, wenn er zu seinen Charakteren aus “Trainspotting” zurückkehrt. Klare Sache also, dass ich Welshs neuestes Werk “Kurzer Abstecher”, für das Welsh den Trainspotting-Psychopathen Francis “Franco” Begbie als Hauptfigur auserkoren hat, als Urlaubslektüre auf meiner Reise nach Portugal im Gepäck hatte.

Die Geschichte von Francis Begbie wird in “Kurzer Abstecher” anders weitererzählt als im Nachfolgefilm “T2 Trainspotting” an dessen Entwicklung Welsh auch beteiligt war. Als Jim Francis lebt er nach seinem Knastaufenthalt als erfolgreicher Künstler zusammen mit seiner hübschen Frau und zwei Töchtern in Kalifornien und führt ein ruhiges Familienleben. Er hat dem Alkohol und den Zigaretten abgeschworen und seine Wutanfälle dank Atemtechnik und seiner Kunst im griff. Als er vom gewaltsamen Tod seines Sohns Sean in Edinburgh erfährt macht er sich auf den Weg in seine alte Heimat, um an der Beerdigung teilzunehmen. Natürlich will Begbie in Erfahrung bringen, was hinter dem Mord an Sean steckt und begibt sich zurück in das Milieu, dem er bereits erfolgreich entstiegen war.

“Kurzer Abstecher” ist ein Thriller, den auch Leser ohne Kenntnis der Vorgeschichte verstehen können. Auf den ersten 30 Seiten führt Welsh kurz und knapp in die Geschichte ein, bevor ein packender Ritt auf der Rasierklinge und eine spannende Geschichte zwischen der alten und neuen Lebenswelt des Francis Begbie beginnen. Während Begbie in Trainspotting noch klar ein unsympathisches Arschloch ist, fragt sich der Leser nun ständig, was dessen wahres Wesen ist, was die Geschichte nach der Suche von Seans Mörder noch spannender macht. Nicht nur Fans von Trainspotting und Freunden von Hardboiled-Krimis zu empfehlen.

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