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Die geheime Geschichte Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-10249-4

Erschienen: 21.12.2012
Dieser Titel ist lieferbar.

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Für Richard erfüllt sich ein Traum, als er im College von Hamden endlich in den elitären Griechischkurs des verschrobenen Professors Morrow aufgenommen wird. Doch sehr bald erkennt er, dass sich hinter der verschworenen Gemeinschaft der fünf Studenten nicht nur opulente Gelage und Alkoholexzesse verbergen, sondern dass sie kaltblütig einen Mord begangen haben. Ihre Tat bleibt vorerst unentdeckt, doch das wahre Grauen steht allen erst noch bevor ...

Donna Tartt (Autorin)

Donna Tartt wurde in Greenwood, Mississippi, geboren. Während ihres Studiums am Bennington College begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman »Die geheime Geschichte« und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas.
Ihr neuer Roman »Der Distelfink« belegte gleich Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste, stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet und begeistert Leser und Kritiker: »Umwerfend! Ein grandioser Roman, der daran erinnert, wie schön es ist, sich voll und ganz in ein Buch zu vertiefen und dafür nächtelang durchzulesen.« (New York Times) Donna Tartt lebt heute abwechselnd in Charlottesville, Virginia, und Manhattan.

Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt
Originaltitel: The Secret History
Originalverlag: Alfred A. Knopf

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-10249-4

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Goldmann

Erschienen: 21.12.2012

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Unbedingt lesen!

Von: ricysreadingcorner Datum: 11.09.2017

www.ricysreadingcorner.wordpress.com

Richard Papen, der aus einfachen Verhältnissen stammt, kommt nach seinem abgebrochenen Medizinstudium aus dem sonnigen, aber für ihn unglaublich reizlosen Kalifornien durch ein Stipendium neu an das Hampden College in Vermont. Sofort fühlt er sich zu einer Gruppe Studenten hingezogen, die scheinbar irgendwie abgekapselt vom Rest der Studierenden bei dem als sehr sonderbar bekannten Professor Julian Marrow Altgriechisch lernen. Sie sind augenscheinlich engste Freunde, trinken gerne einen über den Durst und wirken dabei dennoch ganz anders als alle anderen Studenten: reich, gebildet und …sonderbar. Von den anderen Studenten werden sie als unnahbar, ja fast arrogant wahrgenommen und bleiben stets unter sich. Richard wird, dadurch, dass er sich entschließt Griechisch als Hauptfach zu wählen, schnell ein Teil dieser Gruppe und merkt aber bald, dass nicht alles so ist wie es scheint. Denn seine Freunde haben ein dunkles Geheimnis, dass die Freundschaft unweigerlich auf die Probe stellt und bald zu Spannungen führt. Richard, weiterhin geblendet von seinem neuen Leben, wird, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein, immer mehr in diese mörderischen Abgründe hineingezogen.

Meine Meinung
Uff, wieder so ein 600 Seiten-Brocken! …Das habe ich gedacht, bevor ich dieses Buch angefangen hatte. Abgeschreckt von diesem Umfang musste der Roman lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher warten und noch viel länger auf meiner Wunschliste. Doch nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, war diese Sorge vergessen. Kein einziges Mal habe ich die Länge des Buches gespürt. Im Gegenteil…am Ende hätte ich mir gewünscht dass es noch einige hundert Seiten weitergehen könnte. So sehr habe ich mich in der Umgebung verloren, so sehr sind mir die Charaktere (obwohl sie schreckliche Dinge getan haben und deshalb natürlich zwischenzeitlich alles andere als sympathisch sind) ans Herz gewachsen, weil man so viel mit ihnen erlebt und einfach wissen möchte wie es weitergeht. Zudem hatte der Roman -obwohl man weiß, was passiert- diese mysteriöse Spannung. Man analysiert als Leser alles schon auf das Bevorstehende hin, versucht Zeichen zu entdecken usw.
Bereits zu Beginn des Romans erfahren wir was geschehen ist: Richard und seine Freunde haben den sechsten im Bunde, genannt "Bunny" ermordet.
Schon auf der ersten Seite ahnt man jedoch, dass es vielmehr darum geht, wie die Charaktere mit diesem Verbrechen, der Schuld und der Angst umgehen.
Das Buch ist in zwei Teile unterteilt. Im ersten Teil schildert Richard als Ich-Erzähler, die Ereignisse, die zu der Tat geführt haben. Im zweiten Teil widmet er sich dann den darauffolgenden Geschehnissen, der Veränderung der Charaktere durch die Angst und Schuldgefühle und dem langsamen Zerfall der Freundschaft, die unter dieser Last zu zerbrechen droht. Es ist also ein Roman über ein grausames Verbrechen, aber noch viel mehr als das. Es beleuchtet die menschliche Psyche, das Verhalten, zu dem Menschen fähig sind, wenn sie nur genug unter Druck gesetzt werden.
Obwohl man als Leser weiß, was die Charaktere getan haben, konnte ich dennoch nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen. Obwohl man weiß, worauf alles hinausläuft, ist die Geschichte unglaublich spannend.
Für einen Krimi oder Thriller wäre die Story nichts Außergewöhnliches…Das Besondere ist eher, wie diese Idee umgesetzt ist. Mit tollen, unglaublich, facettenreichen Charakteren und einem nachdenklichen Protagonisten, der dem Leser aus der Ich-Perspektive diese dramatische Geschichte aus seiner Vergangenheit erzählt, als würde er nach einem Gläschen zu viel einem Kumpel am Lagerfeuer von seiner ersten großen Liebe, die leider schlecht gelaufen ist, die er einerseits bereut, aber auch nie wirklich hinter sich lassen kann, berichten. Es ist fast schon eher eine Charakterstudie (von gleich mehreren Charakteren) als ein normaler Krimi.
Ich hatte das Gefühl, dass der Protagonist mit einem liebevollen Vermissen an diese Zeit, die so viel Schlechtes mit sich brachte, zurückdenkt. Und das fand ich sehr faszinierend.
Im Buch werden so viele Facetten der einzelnen Charaktere beleuchtet und trotzdem scheint man sie, wie der Protagonist selbst erkennen muss, dennoch nicht richtig zu kennen. Diese Erkenntnis des Protagonisten macht die Charaktere meiner Meinung nach unglaublich authentisch.
Neben den tollen Charakteren, trug auch die interessante, ja fast nostalgische, rückblickende Erzählperspektive und der wunderbare Schreibstil zu dem besonderen Leseerlebnis bei. Ja der Schreibstil…ich wüsste ganz ehrlich nicht, wann ich einmal etwas Vergleichbares gelesen hätte. Es ist auf jeden Fall kein einfacher Schreibstil. Die Autorin benutzt eine unglaublich bildhafte Sprache, lange Sätze und ausgefallene Wörter (ich bin sehr froh, dass ich mich hier für die deutsche Übersetzung entschieden habe!). Solche detaillierten Beschreibungen führen bei mir sonst oft dazu, dass ich ganze Passagen am liebsten Überfliegen würde. Hier nicht. Ich wollte alles genau aufsaugen, verstehen, mehr wissen. Die schöne bildliche Sprache hat eine so eindringliche Atmosphäre heraufbeschworen, dass man selbst wie der Protagonist auch, von diesem Ort und den Menschen in ihren Bann gezogen wurde und weshalb es mir auch umso schwerer fiel, am Ende die letzte Seite umzuschlagen.
Für den Schreibstil würde ich eigentlich ebenfalls gerne 6 Sterne geben, weil ich selten so etwas Schönes, Flüssiges und dennoch Anspruchsvolles gelesen habe.
Ein einziger kleiner Kritikpunkt sind jedoch die vielen nicht übersetzten französischen, lateinischen und griechischen Aussagen, die ja offenbar bedeutsam sein müssen, sonst wären sie ja nicht dementsprechend hervorgehoben. Ich hatte dadurch das unschöne Gefühl, um noch mehr tolle, geistreiche Bilder, Andeutungen und bedeutsame Aussagen gebracht worden zu sein.
Zur Aussage lässt sich noch anmerken, dass es eigentlich jedem klar sein sollte, dass das, was sie getan haben Konsequenzen hat und zwar nicht nur strafrechtliche sondern auch persönliche „innere“ Folgen, die einen für immer zerstören können. Zudem sehen die Charaktere das Verbrechen weiterhin als Notwendigkeit an und erfahren außer den zerstörersichen Schuldgefühlen keine Strafe. Die Tat wird jedoch andererseits keineswegs verherrlicht. Wir werden als Leser Zeuge, wie die Charaktere daran zerbrechen und was sie tun, schockiert ohne Zweifel!
Für mich brauchte diese Geschichte jedoch auch keinen „moralischen Zeigefinger“. Jedem ist klar, dass es moralisch falsch war was sie getan haben. Das weiß der Leser ebenso gut wie die Charaktere. Darüber braucht man kein Buch zu schreiben. Aber darauf liegt in meinen Augen auch nicht der Fokus. Wie ich bereits beschrieb, lag für mich der Fokus vielmehr auf den Charakteren und die Art wie Richard sie kennenlernte…oder auch nicht?
Hier liegt für mich die zentrale Aussage: man weiß nie, wie ein Mensch, egal, wie gut man ihn zu kennen glaubt, wirklich ist und zu was er in einer Extremsituation fähig ist. Eine Freundschaft, so eng und vertraut sie auch sein mag kann an einem gemeinsam durchlebten Ereignis zerbrechen und zwar nur dadurch, dass jeder Mensch unterschiedlich mit Stress, Angst- und Schuldgefühlen umgeht.

Fazit
Ich habe dieses Buch geliebt. Es war spannend und flüssig zu lesen und hat sich für mich an keiner Stelle gezogen. Der Schreibstil und die Charaktere konnten mich so sehr überzeugen, wie es selten bei einem anderen Buch der Fall war. Obwohl mich am Anfang die Länge des Buchs abgeschreckt hat, habe ich mir am Ende gewünscht es würde noch weitergehen. Es ist einerseits ein spannender Krimi/Thriller und andererseits sehr viel tiefgehender mit einem sehr starken Fokus auf die Entwicklung der Charaktere. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne Geschichten über etwas liest, das nicht das ist, was es zu sein scheint…
Und für Fans der Serie „How to get away with murder“! Das Buch hat mich immer wieder so stark an diese Serie erinnert, dass ich mich zwischendurch gefragt habe, ob die Serie wohl darauf basiert?! Bisher habe ich keine fundierten Infos dazu gefunden, aber die Ähnlichkeiten sind wirklich unverkennbar

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