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Eine kurze Geschichte von sieben Morden Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-19645-5

Erschienen: 13.03.2017
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Ausgezeichnet mit dem Man Booker Prize

Jamaika, 1976: Sieben bewaffnete Männer dringen in das Haus des Reggae-Musikers Bob Marley ein und eröffnen das Feuer. Marleys Manager wirft sich schützend über ihn und erleidet dabei lebensgefährliche Verletzungen. Marleys Frau Rita wird ebenfalls schwer verwundet, er selbst bleibt mit leichteren Verletzungen an Armen und Brust zurück. Wer waren die Täter? Was waren ihre Motive? Ausgehend von dem Attentat und den Spekulationen, die sich darum ranken, entwirft Marlon James ein vielseitiges Stimmungsbild Jamaikas in den 70er und 80er Jahren voll Gewalt, politischer Willkür, Drogen und Intrigen, ausgestaltet bis ins kleinste Detail.

»'Eine kurze Geschichte von sieben Morden‘ ist ein Werk, das sich durch Sprachkraft, Rhythmusgespür und Musikalität auszeichnet.«

Wolfgang Höbel, LiteraturSpiegel (18.03.2017)

Marlon James (Autor)

Marlon James wurde 1970 als Sohn zweier Polizeibeamter in Kingston geboren. Mehr als zehn Jahre arbeitete er als Werbetexter und Grafikdesigner, u.a. für den Dancehall-Musiker Sean Paul und das T-Magazin der New York Times. Bei einem Literaturworkshop in Jamaika wurde eine Dozentin der Wilkes University Pennsylvania auf James aufmerksam und verschaffte ihm ein Masterstudium in Kreatives Schreiben sowie eine Assistentenstelle. Sein erster Roman Der Kult erfuhr über siebzig Ablehnungen, ehe er einen Verlag fand und in der Folge als bestes Debüt für den »Los Angeles Times Book Prize« und den »Commonwealth Writers’ Prize« nominiert wurde. Für sein 2009 erschienenes Nachfolgewerk The Book of Night Women über eine Revolte jamaikanischer Sklavinnen während der Kolonialzeit erhielt James den »Dayton Literary Peace Prize« und den »Minnesota Book Award«. Sein dritter Roman Eine kurze Geschichte von sieben Morden, wurde ebenfalls vielfach ausgezeichnet. Als erster Jamaikaner erhielt James den »Man Booker Prize«. Er lebt heute in Minneapolis, Minnesota.

»'Eine kurze Geschichte von sieben Morden‘ ist ein Werk, das sich durch Sprachkraft, Rhythmusgespür und Musikalität auszeichnet.«

Wolfgang Höbel, LiteraturSpiegel (18.03.2017)

»[Ein] Roman, der alle Preise dieser Welt verdient hätte, den Man Booker Prize hat er immerhin schon.«

Klaus Walter, spex

»Ein radikales Meisterwerk, das einem banalen Jamaika-Mythos keinerlei Platz gibt und mit Sicherheit einer der grandiosesten Kriminalromane des Jahres ist.«

Frank Rumpel, SWR2

»Ein Leserausch erwartet Sie!«

Dresdner Morgenpost

»Bei den Sieben Morden handelt es sich um eine neue amerikanische Großliteratur, einen Post-Wallace oder Post-Franzen.«

Eva Erdmann, Der Freitag

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Aus dem Englischen von Guntrud Argo, Robert Brack, Michael Kellner, Stephan Kleiner, Kristian Lutze
Originaltitel: A Brief History of Seven Killings
Originalverlag: Riverhead Books

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-19645-5

€ 22,99 [D] | CHF 28,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

Erschienen: 13.03.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Sicher ein gutes Buch, nichts für mich

Von: CoolCatsCologne Datum: 05.11.2017

www.coolcatscologne.de

„Eine kurze Geschichte“ ist natürlich der Witz an der Sache. Das Buch ist einfach zu lang. Die 860 Seiten habe ich im Urlaub am Strand gelesen, und Mann, war das langweilig. Ich weiß allerdings nicht, ob das ausschließlich am Buch liegt, oder auch an mir, denn wenige Geschichten schläfern mich mehr ein als Stream-of-Conciousness und harte Gangster-Geschichten. Ich dachte, im Buch geht es um das Attentat an Bob Marley. Das ist es dann aber nur am Rande. Eigentlich erzählen hier viele verschiedene Charaktere in einem Redeschwall ihre Perspektive auf die Entwicklung von Jamaika über Jahre hinweg. Und fast alles davon ist Gangster-Zeug: wer wen erschießt, welche Drogen wo verkauft und mit wem zusammenarbeitet. Wer das mag, hat hier ganz bestimmt ein tolles Buch gefunden. Demjenigen würde ich es auch empfehlen. Mich haben tatsächlich nur die Storylines von Nina und Alex interessiert, und das sind dann auch genau die Charaktere, die am weitesten weg von den Gangstern sind.

Marlon James | EINE KURZE GESCHICHTE VON SIEBEN MORDEN

Von: Bookster HRO Datum: 22.08.2017

https://booksterhro.wordpress.com/

INHALT: Jamaikas Hauptstadt Kingston ist Ende 1976 Spielball der zwei großen Parteien des Landes. Die People’s National Party unter Führung von Michael Manley ist an der Macht und führt den Inselstaat nach und nach in eine eine Art sanften Sozialismus mit festen Beziehungen zu Kuba und der Sowjetunion. Die oppositionelle Jamaica Labour Party unter Edward Seaga verfolgt dagegen pro-westliche Ziele mit guten Kontakten zur CIA. Der Wahlkampf ist in vollem Gange und es gilt der Leitspruch: »Wer Kingston gewinnt, gewinnt auch das Land«. Leider werden die demokratischen Grundprinzipien nicht gerade als heilig angesehen und so gibt es parallel zum offiziellen Wahlkampf auch zwei einflussreiche Gangs, Copenhagen City und die Eight Lanes, die sich auf den Straßen von Kingston einen erbitterten Kleinkrieg liefern.

Als ein weltberühmter Raggea-Sänger – der Name wird nie genannt – auf Vorschlag der PNP ein Friedenskonzert für die Jamaikaner geben soll, erreicht der Bandenkrieg eine neue Dimension: Sieben Männer brechen in das Haus des Sängers ein und schießen auf alles, was sich bewegt. Doch der Sänger überlebt und kann sogar das Konzert bestreiten. Die PNP bleibt an der Macht, doch für die Attentäter wird ins Horn geblasen und es beginnt eine Jagd auf jeden Einzelnen die bis in die frühen 90er Jahre dauert, bis auch der Letzte für den Mordversuch sein Leben lassen muss.

FORM: Marlon James‘ ehrgeizig fetter Wälzer ist in fünf große Kapitel unterteilt, die für fünf wichtige Tage in der Geschichte dieses speziellen Rachfeldzugs stehen, beginnend mit dem Abend des Attentats, des Folgetages, Stippvisiten in 1979 und 1985, und dem Finale im März 1991. Das ganze Buch über lässt James die Protagonisten sprechen, sowohl die Attentäter und ihre Gegenspieler, als auch mehr oder minder nebenbeteiligte Personen (CIA, Presse, etc.). Es entsteht ein Roman aus Dutzenden Stimmen und ein dichtes Geflecht aus Ansichten und Beweggründen – ganz nach dem Vorbild von Faulkners ALS ICH IM STERBEN LAG, auf das in der Danksagung auch explizit hingewiesen wird.

Doch eine gute Konstruktion ist natürlich nichts Wert, wenn man nicht auch schreiben kann. Und hier kann ich ruhigen Gewissens bestätigen: Der Mann kann schreiben. Marlon James (*1970) hat jeder seiner Figuren eine eigene Stimme gegeben, was ihm bei dieser Vielzahl an Menschen unterschiedlichster sozialer Schichten grandios gelungen ist. Auch dem Übersetzer-Team kann hier ein ganz klares Lob ausgesprochen werden – es war sicher nicht leicht den Originaltext mit seinem Jamaika-Vokabular ins Deutsche zu übertragen, ohne die Grundatmosphäre zu beschädigen.

Die Geschichte selbst hat bei weit über achthundert Seiten naturgemäß ihre Längen. Die Dialoge sind oft zäh – wenn auch mit viel Sarkasmus gewürzt – und manche Nebenkriegsschauplätze hätten meines Erachtens nicht so ausgewalzt werden müssen. Dem gegenüber stehen reichlich Szenen voll brutalster Gewalt, die ich in atemloser Spannung gelesen habe. Dies aber nicht aus voyeuristischen Gründen, sondern weil James es versteht, seine Leser in die Figuren eintauchen zu lassen. Wenn dem jungen Demus beispielsweise das Adrenalin vor lauter Aufregung schon aus den Ohren tropft, steigt auch der Puls des Lesers. Oder wenn die hübsche Nina des Nachts von korrupten Polizisten im Streifenwagen ins unbekannte Dunkel entführt wird, spürt man ihre Angst förmlich unter der Haut. Das alles ist Marlon James‘ schriftstellerischem Können zu verdanken, der stilsicher alle Tricks nutzt, um seine Leser mit auf die Reise zu nehmen.

Auch die Recherche zu den Vorfällen muss sehr umfangreich gewesen sein. EINE KURZE GESCHICHTE VON SIEBEN MORDEN ist ein Schlüsselroman in dem jede große Figur einer historischen Person zugeordnet werden kann – der Sänger, dessen Name nicht genannt wird, ist dabei noch die leichteste Hürde. Sowohl die Politiker als auch die Gang-Mitglieder und deren Dons gibt oder gab es wirklich, was dem Roman ein erhebliches Plus an Authentizität verleiht. Es bleibt jedoch zu bemerken, dass die wahren Hintergründe offiziell nie völlig aufgedeckt wurden, und sich James als Grundlage für sein Buch nur bei einer der vielen Spekulationen bedient hat.

FAZIT: Diese kleine Einschränkung ändert aber nichts an der Gesamtqualität dieses beeindruckenden Werkes, das völlig zu Recht mit dem Man Booker Prize geehrt wurde. Dieser Roman ist mehr als nur die Untersuchung eines Kriminalfalles oder ein schnöder Politthriller – es ist das Sittengemälde eines ganzen Landes über viele Jahre hinweg, geschrieben von einem grandiosen Schriftsteller.
Fünf Sterne.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Von: André Pingel aus Oldenburg Datum: 10.04.2017

Buchhandlung: Thalia Buchhandlung Nord GmbH & Co KG

Vielen, vielen Dank nochmal für "Eine kurze Geschichte von sieben Morden". Ich musste mir das Buch in kleine Häppchen einteilen, damit ich es nicht zu schnell durch habe. Ein absolut grandioses und in seiner Gewaltdarstellung schockierendes Ding, aber sprachlich unheimlich versiert (allein die unterschiedlichen Perspektiven und damit verbunden der jeweilige Ton der erzählenden Person) und auch die Geschichte fand ich absolut genial. Ich bin absolut begeistert! Für mich jetzt schon mein Buch 2017!

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