In der Mitte der Nacht

Historischer Roman

(8)
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September 1348: Seit Monaten wütet die Pest in Südengland. Lady Anne of Develish ist es gelungen, ihre Schutzbefohlenen in Sicherheit zu bringen. Doch die Versorgung wird mit der Zeit immer schwieriger. Ihr geliebter Verwalter Thaddeus ist losgezogen, um Vorräte zu beschaffen und weitere Überlebende zu retten. Da er als Bastard eines Leibeigenen über keinerlei Einfluss verfügt, nennt er sich mit Lady Annes Billigung kurzerhand »Milord of Athelstan«. Eine hochgefährliche Strategie: Auf eine derartige Titelanmaßung steht nichts anderes als der Tod. Der Plan geht gut, bis Hugh de Courtesmain auftaucht, der neidzerfressene ehemalige Verwalter von Develish. Thaddeus wird gefangengenommen und verhört. Wird Lady Anne ihn retten können, bevor er – und mit ihm die Gesellschaft von Develish – verloren ist?

»Kluge Dialoge, vielschichtige Charaktere und gut recherchierte historische Hintergründe machen auch das Finale zum einem großen Lesegenuss.«

Dorle Neumann, Westfälische Nachrichten (29. Mai 2019)

Aus dem Englischen von Sabine Lohmann, Peter Pfaffinger
Originaltitel: The Turn Of Midnight
Originalverlag: Allen & Unwin UK
eBook epub (epub), 3 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-22674-9
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gelungene und bildgewaltige Fortsetzung der Pest-Saga

Von: Seehase1977

16.07.2019

Gelungene und bildgewaltige Fortsetzung der Pest-Saga Wir schreiben das Jahr 1348. Nach wie vor wütet die Pest in Südengland. Bis jetzt ist es Lady Ann of Develish aufgrund besonderer Vorsichtsmaßnahmen gelungen, ihre Schutzbefohlenen vor der Tod bringenden Epidemie zu schützen. Doch die Vorräte gehen zur Neige, eine Versorgung der auf Develish lebenden Menschen wird von Tag zu Tag schwieriger. Damit der Leibeigene und Bastard Thaddeus Thurkell zusammen mit seinen Männern losziehen und Vorräte beschaffen kann, schmieden Lady Ann und Thaddeus einen riskanten und gefährlichen Plan, der nicht nur Thurkell, sondern auch alle auf Develish lebenden Menschen in tödliche Gefahr bringen kann… Meine Meinung: Fast ein Jahr hat es gedauert, bis nun endlich der zweite Teil der historischen Saga von Minette Walters erschienen ist. Im Buch „In der Mitte der Nacht“ gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit Lady Ann und den Bewohnern von Develish, auch der „Schwarze Tod“ und die Angst der Menschen vor einer Ansteckung ist nach wie vor allgegenwärtig. Walters hat es geschafft, eine bildgewaltige und packende Fortsetzung zu schreiben. Bemerkenswert, wie gut sich die bekannte und erfolgreiche Krimiautorin nun auch in diesem neuen Genre zurechtfindet. Auf den ersten Seiten verschafft eine Aufstellung nochmals den Überblick über die wichtigsten Personen und Charaktere, so dass man sich relativ schnell wieder zurechtfindet und der Handlung, die direkt an das Ende des ersten Teils anknüpft, nahtlos folgen kann. Es beginnt spannend und temporeich, mit Schauplatzwechseln und aufregenden Szenen. Man trifft auf alte Bekannte, die mit durchaus überraschenden Handlungen neue Wendungen anstoßen. Der riskante Plan, den Lady Ann mit ihrem Verwalter, dem Bastard und Leibeigenen Thaddeus Thurkell schmiedet und riskant und gefährlich ist, droht durch eine bestimmte Person aufzufliegen. Diese Abschnitte sind spannend und fesselnd. Leider schleichen sich auch hier immer wieder allzu ausschweifende und langatmige Passagen ein, die den Lesefluss stören und den Wunsch hervorrufen, die nächsten Seiten einfach zu überblättern. Dennoch versteht Minette Walters es hervorragend, das Leben, die Verhältnisse und die Sorgen und Nöte der Menschen einzufangen und die Stimmung der damaligen Zeit authentisch widerzuspiegeln. Das Ende ist überraschend, stimmig und hat mir sehr gut gefallen. Die Protagonisten, die mich schon im ersten Teil sehr beeindruckt haben und begeistern konnten, sind lebendige, greifbare Charaktere, die sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln und noch mehr an Tiefe gewinnen. Besonders Lady Ann zeigt einmal mehr, wie wenig sie von den auferlegten Konventionen und Rollenbildern hält, mutig beschreitet sie ihren ganz eigenen Weg und hält an den für sie wichtigen Werten fest. Mein Fazit: Der historische Roman „In der Mitte der Nacht“ von Minette Walters ist ein stimmiger historischer Roman und gelungener Abschluss des Zweiteilers. Die Krimi-Queen Walters kommt meiner Meinung nach auch auf dem historischen Terrain bestens zurecht. Die Autorin hat eine abwechslungsreiche Handlung kreiert, erzählt stimmungsvoll und detailreich, stellenweise aber viel zu langatmig und exzessiv, was ich teils als störend empfunden habe. Dennoch möchte ich hier gerne eine Leseempfehlung aussprechen. Wie auch schon der erste Teil hat auch dieses Buch wieder ein schlichtes aber wunderschönes Cover. Ich bin gespannt, ob man von Minette Walters auch in Zukunft mit historischen Romanen zu rechnen ist.

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In der Mitte der Nacht (Minette Walters)

Von: Poldi

03.06.2019

Lady Anne muss das Landgut Develish nicht nur vor den eifersüchtig schielenden Nachbarn beschützen, denn für diese ist es immer noch schockierend, dass eine Frau dort die Geschicke fühlt. Viel mehr setzt ihr jedoch die immer noch tobende Pest in England zu, denn auch wenn sie die tödliche Epidemie bisher von ihren Einwohnern fernhalten konnte, werden die Vorräte immer knapper. Und so beschließt Lady Anne einen riskanten Plan, der besonders für Thaddeus schlimme Folgen haben kann... Minette Walters hat sich nach unzähligen erfolgreichen Krimiromanen in ein neues Genre gewagt und um die im Mittelalter wütende Pest einen Zweiteiler geschrieben, der nach „Die letzte Stunde“ in „In der Mitte der Nacht“ einen Abschluss zu finden. Zu Anfang gibt es noch einmal eine Vorstellung der wichtigsten Charaktere, sodass man schnell wieder in die Handlung findet – und das ist gut so, denn der Roman geht mit unvermindertem Tempo weiter und setzt direkt am Vorgänger an. Viele Probleme sind noch ungelöst, insbesondere die Beschaffung von genügend Nahrung für die Bewohner von Develish, neue kommen hinzu und fordern Lady Anne und ihre Verbündeten mehr denn je. Das Tempo zieht zunächst an, verliert sich dann aber in einigen ausschweifenden Beschreibungen, die immer wieder den Erzählfluss bremsen. Die Schaffung einer intensiven Stimmung leidet darunter keinesfalls, wieder wird die damalige Zeit sehr gekonnt und lebendig beschrieben. Die Wortwahl ist natürlich ein wenig an die heutige Zeit angepasst, wirkt aber dennoch authentisch. Umso mehr gilt dies jedoch für Werte, Normen und Rollenbilder, die besonders deutlich werden, dass Lady Anne eben vielen von dem widerspricht und ihren eigenen Weg geht. Die Charaktere wirken wieder sehr greifbar und authentisch, doch auch hier sind diese aus meiner Sicht wieder zu sehr in Schwarz-Weiß-Denken eingeteilt. Grautöne gibt es leider nur punktuell, wenn wenigen Figuren eine echte Wandlung zugestanden wird, diese haben es aber umso mehr in sich und haben mich auch emotional sehr eingefangen. Insofern gefällt mir die Mischung ganz gut – insbesondere im Hinblick auf das Finale, welches sehr gekonnt und überraschend geraten ist. Viele Stränge enden auf unerwartete und doch stimmige Weise, sodass man erst im Nachhinein erkennt, dass einige Entwicklungen wohl unaufhaltsam waren. Das schöpft die Kraft und die Energie der beiden Teile noch einmal sehr gut aus und tröstet über die vorhandenen Längen hinweg. Walters' Ausflug in den klassischen historischen Roman ist mit „In der Mitte der Nacht“ sehr geglückt und überzeugt mit einer vielfältigen Handlung, die in der Mitte dieses Romans jedoch ein wenig ins Stocken gerät. Die Charaktere sind sehr nahbar und intensiv beschrieben, die Stimmung des Mittelalters kommt intensiv zur Geltung. Besonders beeindruckt hat mich das Finale, bei dem ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte, da hier alles so gekonnt zusammengeführt wird.

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Vita

Minette Walters arbeitete lange als Redakteurin in London, bevor sie Schriftstellerin wurde. Seit ihrem Debüt "Im Eishaus", das 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde, zählt sie zu den Lieblingsautoren von Millionen Leserinnen und Lesern in aller Welt. Alle ihre bisher erschienenen Romane wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Minette Walters lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Dorset, England.

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