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Zigeuner Begegnungen mit einem ungeliebten Volk

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-07950-5

Erschienen: 11.03.2013
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Erhellend und eindrucksvoll: Einblicke in eine fremde Welt

Vorbehalte und Berührungsängste, die nicht zuletzt ein Erbe des Nationalsozialismus sind, verstellen in Deutschland den Blick auf das Thema Zigeuner. Rolf Bauerdick taucht ein in die Kultur der größten europäischen Minderheit. Auf über einhundert Reisen in elf Länder begegnete er Menschen, die sich mit selbstverständlicher Unbefangenheit als »Zigeuner« bezeichnen. Mit erzählerischer Kraft und kritischem Wohlwollen schöpft Bauerdick aus der Fülle seiner Erfahrungen und schildert den Alltag der Zigeuner, ohne ihre massive Diskriminierung zu beschönigen und sie von ihrer Eigenverantwortlichkeit zu entbinden. Er geht den Ursachen einer dramatischen Verelendung und der Zunahme ethnischer Konflikte auf den Grund, frei von dem Vorurteil, dass die einen immer Opfer, die anderen immer die Täter sind.

Im Gespräch mit Rolf Bauerdick Zum Special

»Ein lebenspraller Erfahrungsschatz, geschildert in einer für ein Sachbuch ungewöhnlich leuchtenden, bildreichen Sprache.«

WDR5 - Osteuropamagazin, 11.08.2013

Rolf Bauerdick (Autor)

Rolf Bauerdick, Jahrgang 1957, lebt im Münsterland. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Theologie wurde er Journalist. Er hat Reportagereisen in rund sechzig Länder unternommen; seine Text- und Bildreportagen erscheinen in europäischen Tageszeitungen und Magazinen u.a. in Stern, Brigitte, Spiegel, GEO, Playboy und wurden vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Natali-Award (für Menschenrechtsjournalismus) der Europäischen Union und beim Hansel-Mieth-Preis. »Wie die Madonna auf den Mond kam«, sein viel beachtetes Debüt, erschien 2009, wurde in zwölf Sprachen übersetzt und 2012 mit dem Europäischen Buchpreis in der Kategorie »Roman« ausgezeichnet.

www.rolfbauerdick.de

»Ein lebenspraller Erfahrungsschatz, geschildert in einer für ein Sachbuch ungewöhnlich leuchtenden, bildreichen Sprache.«

WDR5 - Osteuropamagazin, 11.08.2013

»Bauerdicks Buch ist ein großes und hinreißend zu lesendes Abenteuerbuch und ein Plädoyer für die Freiheit: eine Freiheit, die sich nur gemeinsam verwirklichen lässt.«

BR B5aktuell – Neues vom Buchmarkt (12.06.2013)

»Ein bemerkenswertes Buch.«

DIE WELT, 16.03.2013

»Rolf Bauerdick hat kein Buch über Zigeuner geschrieben, sondern entführt den Leser auf eine nachdenkliche Reise in ihre Welt. Beeindruckend.«

BuchMarkt, 04/13

»Auch wenn man nicht jede politische Einschätzung Bauerdicks teilt, so überzeugen und beeindrucken seine Reportagen durch ihre schonungslose Offenheit.«

Der Bund (CH), 19.09.2013

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eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-07950-5

€ 11,99 [D] | CHF 14,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Sachbuch

Erschienen: 11.03.2013

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Interessante Einblicke

Von: Vanessa Datum: 25.02.2016

fraunessy.vanessagiese.de

Das Erste, was ich mich bei diesem Buch fragte, ist: „Zigeuner? Darf man das überhaupt sagen?“

Rolf Bauerdick nähert sich dem Thema schrittweise. Er ist Journalist, hat unzählige Reportagereisen unternommen. Viele davon nach Ungarn, Rumänien, Bulgarien, aber auch in andere Länder. Dort hat er Zigeuner besucht: Roma, Sinti, Tzigani, Kalderasch, Ursani, Xoroxane – es gibt unterschiedliche Gruppen und Abstammungen.

In zwölf Kapiteln beschreibt Bauerdick die Lebenswirklichkeit der Zigeuner – so, wie er sie sieht, muss man anfügen, denn seine Sicht ist eine Außensicht, auch wenn er eine zeitlang mit den Menschen gelebt hat. Er beschreibt die Lebenssituationen in den Dörfern Rumäniens und Bulgariens sowie in westeuropäischen Städten. Die Umstände sind meist nicht einfach: Viele Zigeunerfamilien leben in Armut. Bauerdick berichtet von Menschen, die auf Müllkippen in unglaublichem Elend hausen, von Tzigani, die stehlen, und von vergeblichen Versuchen, sie zu integrieren.

Bauerdick hat immer einen freundlichen Blick auf die Menschen, von denen er erzählt. Er benennt aber auch deutlich Verantwortlichkeiten – sowohl auf Seite von Regierungen und Politikern, die Chancen versäumen und Fehlentscheidungen treffen, als auch auf Seiten der Zigeuner, die sich nicht an die Gesellschaftsordnung halten und Straftaten begehen.

Im achten Kapitel geht er schließlich der Frage nach, ob „Zigeuner“ ein Begriff ist, den man benutzen darf. Er nennt Für und Wider und schreibt über die

"[…] Gedankenlosigkeit, westeuropäische Sinti und südeuropäische Roma ständig in einem Atemzug zu nennen." (S. 180)

Es sei keinesfalls richtig, statt von Zigeunern, einfach von „Sinti und Roma“ zu sprechen. Das seien zwei verschiedene Volksgruppen – und Tzigani eine weitere.

"[…] wenn in den Innenstädten Menschen mit devoten Demutsgesten um Almosen betteln, so hocken in den Fußgängerzonen nie Sinti und Roma, auch wenn die Medien das immer wieder vermelden. Die Bettler sind meist rumänische Tzigani." (S. 180)

Zahlreiche Zigeuner, von denen er berichtet, seien stolz, Zigeuner zu sein – und verfolgen die Debatte um politische Korrektheit mit Amusement. Bauerdick zitiert den Jazzmusiker Markus Reinhardt:

"Ihr dürft uns Zigeuner nennen. Die Vorsicht im Umgang mit dem Wort ist Blödsinn. Die neuen Begriffe haben Politiker erfunden. Wir Zigeuner haben uns krummgelacht, als man entschieden hat, dass man nicht mehr Zigeuner sagen darf." (S. 176)

Rolf Bauerdicks „Zigeuner“ ist Buch, das ich mit Interesse gelesen habe. Nach hinten raus geht ihm allerdings etwas die Puste aus, und es wird redundant. Insgesamt aber ein guter Einstieg, um sich dem Thema zu nähern.

Mich würde nun interessieren, wie ein Sinto oder eine Romni das Buch liest.

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