Die Hütte des Schäfers

Roman

(4)
Hardcover
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Ein aufwühlender, so brutaler wie zärtlicher Roman über einen jungen Mann auf der Suche nach seinem Leben. Jaxie Clackton hat Angst, nach Hause zu gehen, seit seine Mutter gestorben ist. Sein Vater bedeutet für ihn nur Ärger und Gewalt, und am liebsten wäre es ihm, wenn er auch tot wäre – dummerweise hat dem Jungen noch keiner gesagt, dass man mit seinen Wünschen vorsichtig sein soll. Mit 15 Jahren ist Jaxie nun allein auf der Welt, in einem öden Kaff in Westaustralien, und wahrscheinlich glaubt ihm keiner, dass er seinen Vater nicht selbst umgebracht hat. Also läuft er davon, weg von den Menschen, immer Richtung Norden, direkt hinein in die heiße, wasserlose Salzwüste, eine tödliche Gefahr für jeden, der sich dort nicht auskennt. Eine Tour, die nur Träumer und Gejagte wagen. Mitten im Nirgendwo, am Ende seiner Kräfte stößt Jaxie auf einen einsamen alten Mann in einer verlassenen Schäferhütte, und obwohl sein Leben von ihm abhängt, weiß er nicht, ob er ihm trauen kann …

»Eine mitreissende Odysse - inszeniert vor der grandiosen Kulisse Westaustraliens.«

Peter Henning / St. Galler Tagblatt (13. Juli 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Australischen von Klaus Berr
Originaltitel: The Shepherd's Hut
Originalverlag: Picador
Hardcover mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87582-8
Erschienen am  08. Juli 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Perth, Australien

Leserstimmen

Von der Flucht aus Gewalt und Leid

Von: Bücherfluss

14.08.2019

Ein Junge allein auf der Flucht vor einem Verbrechen, das er gar nicht begangen hat. Die Zuflucht in einer Hütte, bewohnt von einem greisen Priester. Zwei Außenseiter, zwei zerbrochene Leben, zweimal die Hoffnung auf Erlösung. „Alles hat sich geändert. Ich bin nicht mehr, wer ich war. Jetzt bin ich nichts anderes als eine frische Idee, die über den Highway in den Norden rast, wo es heiß und sicher und geheim ist. Es ist wohl mehr als nur ein außergewöhnlicher Coming-Of-Age-Roman, den Tim Winton uns mit "Die Hütte des Schäfers" präsentiert. Jaxie ist erst 15, die Mutter tot, der Vater gewalttätig, Alkoholiker, schlägt seinen Sohn manchmal bis zur Bewusstlosigkeit. Durch einen Unfall löst sich ein Wagenheber, der Vater stirbt, die Flucht scheint für Jaxie unausweichlich, zu sehr überwiegt seine Angst, als Mörder zur Rechenschaft gezogen zu werden. Ab diesem Zeitpunkt wird für Jaxie jeder Tag zu einem nackten Kampf ums Überleben. Das Leben in der rohen Wildnis, die Sorge um Nahrung, um Schutz, all das zermürbt den Jungen Tag um Tag mehr - bis er eine Hütte entdeckt und bei einem alten Priester Zuflucht findet. Tim Winton schafft mit seinem Roman Großes - auf eindrucksvolle Weise verbindet er das Leben in der Hütte, den Kampf mit den Temperaturen, Wetterumschwünge, mit dem Innenleben der Protagonisten. Einfühlsam zeichnet er seine Charaktere, lässt sie sich auseinandersetzen, mit ihren Problemen, ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit. Dabei ist die Atmosphäre des Romans durchweg düster, Hoffnungsschimmer finden sich selten. Jaxies Suche nach seiner Identität, die Abgrenzung zu seinem Vater, all das schildet der Autor vollkommen nüchtern und direkt. Er lässt Jaxie, und damit auch den Leser, durch die Hölle gehen. Dabei ist Wintons Sprache einschneidend und klar, er kommt ohne viele Metaphern aus, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche, ohne jedoch seine literarische Form zu verlieren - er schafft mit wenigen Worten brillante Bilder. "Die Hütte des Schäfers" ist kein leichtes Buch, man muss ihn durchaus zu nehmen wissen, diesen Roman, der an einigen Stellen vor Spannung beinahe zu explodieren scheint. Und dennoch: Winton gelingt ein eindringliches Buch, das den Leser auch nach dem Lesen noch beschäftigt - aufwühlend, intensiv, hart und dennoch so voller Mitgefühl.

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Innenwelt und Außenwelt

Von: Elke Heid-Paulus

05.08.2019

Jaxie Clackton ist auf der Flucht. Dabei ist er kein Krimineller, sondern nur ein ängstlicher 15jähriger Junge. Sein Vater liegt tot in der Einfahrt unter seinem Auto. Der Wagenheber hat sich gelöst und jetzt ist er tot, der Vater. Obwohl, diese Bezeichnung verdient er eigentlich nicht. Er ist ein Säufer und Schläger, kein liebender Vater. Als Jaxies inzwischen an Krebs verstorbene Mutter noch lebte, hat er diese regelmäßig verprügelt. Inzwischen muss der Junge die Schläge einstecken. Mehr als einmal hat er dem Vater den Tod gewünscht, aber als er ihn da liegen sieht, befürchtet er nur, dass man ihn verantwortlich machen könnte. Flucht scheint der einzige Ausweg. Und er zieht los, Richtung Salzwüste im Norden. Allein auf sich gestellt, ist jeder Tag eine Herausforderung, ein Kampf ums Überleben in unwirtlicher Landschaft. Bis er auf eine kleine Hütte stößt, bewohnt von dem alten Priester Fintan, der dort Zuflucht und Vergessen gesucht hat. Obwohl anfangs voller Misstrauen, bleibt er. Wintons Beschreibungen von Außenwelt und Innenwelt beeindrucken. Roh und abweisend. Die Menschen und die Umgebung. Die Landschaft Australiens, die Gewalt und Zerstörung von Menschenhand erfahren musste. Wie auch der Junge und der Priester, die sich beide ebenfalls mit ihrer Geschichte und ihren Verletzungen auseinandersetzen müssen. Die sich annähern, zögerlich zuerst, und damit einen Heilungsprozess einleiten. Auf der Suche nach Erlösung. Außenseiter, beide zerbrechlich. Mit mehr Fragen als Antworten. Eine Geschichte, die den Leser über das Ende hinaus beschäftigt.

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Vita

Tim Winton

Tim Winton wurde 1960 in der Nähe von Perth, Westaustralien, geboren. Er hat zahlreiche Romane, Sach- und Kinderbücher sowie ein Theaterstück veröffentlicht und ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Australiens. Zweimal kam er auf die Shortlist des Man Booker Prize, und viermal erhielt er den Miles Franklin Award, den wichtigsten Literaturpreis Australiens. Seine Werke sind in zwölf Sprachen übersetzt, fast alles wurde für Bühne, Radio oder Film adaptiert. Tim Winton lebt mit seiner Familie in Westaustralien.

Zur AUTORENSEITE

Klaus Berr

Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.

zum Übersetzer

Pressestimmen

»›Die Hütte des Schäfers‹ ist ein berührender, kluger Coming-of-Age-Roman, ein vielstimmiges Road-Movie, dass das Unterwegssein nie zum heroisch-staubigen Abenteuer verklärt.«

Bernd Melichar / Kleine Zeitung (13. Juli 2019)

»Strotzt nur so vor explosiver Spannung, aber das Buch tastet sich über originäre Bilder auch an die zerbrechliche Seele seiner Hauptfigur heran.«

Lisa Kreißler / NDR Kultur (09. Juli 2019)

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