Die Weiße Rose

Wie aus ganz normalen Deutschen Widerstandskämpfer wurden

(9)
Hardcover
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Eine neue Geschichte der Weißen Rose

Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Widerstandsgruppen in der deutschen Geschichte, vor allem Sophie Scholl und Hans Scholl werden immer wieder als leuchtende Vorbilder genannt. Doch warum hatten gerade diese Geschwister und ihre Mitstreiter den Mut, sich gegen das nationalsozialistische Unrechtssystem aufzulehnen? Miriam Gebhardt sucht in den Biografien der Aktivisten die individuellen Voraussetzungen des Widerstands und fragt, welche Ressourcen aus Kindheit, Familie, Umfeld und Erfahrung sie gegen den übermächtigen Gruppendruck der „Volksgemeinschaft“ immunisierten. Ihr Buch erzählt eine neue Geschichte der Weißen Rose und zeigt, warum die Botschaft der Widerstandsgruppe heute, 75 Jahre nach ihren ersten Aktionen, immer noch wichtig ist.

»Der Wert von Gebhardts Arbeit liegt weniger darin, bislang unbekannte Quellen ausgewertet zu haben, sondern in deren neuer Einordnung.«

Badische Zeitung (12. Mai 2017)

Hardcover mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-421-04730-4
Erschienen am  03. April 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Der Mythos neu aufgearbeitet

Von: Cassandra Burgstaller

09.10.2017

Bereits am Ende des Vorwortes weiß man als Leser, dass man es hier nicht mit einem alt bekannten Sachbuch zum Thema Widerstand im Nationalsozialismus am Beispiel der Gruppe Weiße Rose zu tun hat. Vielmehr schafft es Miriam Gebhardt bereits nach nur wenigen Seiten das Interesse für einen neuen Blickwinkel auf die Forschung zu wecken- und das alles, indem sie eine für mich ganz neue Forschungsfrage in den Raum stellt: Was macht gerade diese Gruppe an jungen Menschen zu Widerstandskämpfern. Was unterscheidet sie von anderen? Wo liegen ihre Ressourcen? „Wie tickt jemand, der sein junges, bequemes Leben aufgibt, um gegen das Unrecht zu kämpfen?“ (S.16) Eine weitere Besonderheit des Buches ist, dass das Hauptaugenmerk nicht wie in vielen Veröffentlichungen bisher auf den Scholl Geschwistern liegt, sondern auf allen 6 Haupt- Mitgliedern der Widerstandsgruppe. Das Buch ist in drei Abschnitten unterteilt. Im Ersten – Wachstum – wird detailliert das Leben von Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell und Kurt Huber beleuchtet. Sehr gründlich wird hier ein Bild von den verschiedenen Schicksalen gezeichnet, in welches Elternhaus wurden die sechs geboren, was waren ihre Schwierigkeiten und ihre Stärken, mit welchen Schicksalsschlägen hatten sie zu kämpfen? Und vor allem- wie erlebten sie den Aufstieg des Nationalsozialismus, welche Rolle spielten sie im System und wie haben sie dieses wahrgenommen. Im zweiten Teil des Buches, Auseinandersetzung, wird auf die Entwicklung der Widerstandsgruppe Bezug genommen, wie ist diese gewachsen, wer hatte welche Aufgaben und was war der Inhalt der berühmten Flugblätter. Münden wird dieser Abschnitt in der Beschreibung der Geschehnisse des 18 Februar 1943, rund um die Verhaftung der Scholl Geschwister. Im dritten Abschnitt, Bewährung, dann die schmerzhafte Auseinandersetzung mit den Verhören und der Ermordung der Widerstandskämpfer der Weißen Rose durch das Deutsche Reich. Und auch hier bekommt man ein gutes Bild der Geschehnisse, Miriam Gebhardt zitiert die letzten Worte der Widerstandskämpfer, lässt Überlebende und Täter zu Wort kommen und den Schmerz der Angehörigen Teil der Geschichte werden. Zusammenfassen kann ich also die Stärken des vorliegenden Sachbuches folgendermaßen: Die Autorin zeigt hier die Gründe für die bisherige Darstellung der Weißen Rose auf, wer dafür verantwortlich ist und entmythologisiert sie diese. Das alles jedoch, ohne den Teilnehmern der Gruppe etwas abzusprechen, nein, vielmehr macht sie diese menschlicher, angreifbarer, fehlbarer und vielleicht gerade deshalb auch zu stärkeren Vorbildern als bis jetzt. Denn wenn dieses Sachbuch eines zeigt, dann wohl das es immer Menschen braucht, die in einem abscheulichen System aus den Reihen treten und zeigen das die Menschlichkeit nicht komplett abhandengekommen ist.

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„Die weiße Rose“ Wie aus ganz normalen Deutschen Widerstandskämpfer wurden. Miriam Gebhardt. Neuerscheinung DVA Verlag

Von: swortweg08

08.09.2017

„Die weiße Rose“ Wie aus ganz normalen Deutschen Widerstandskämpfer wurden. Miriam Gebhardt. Neuerscheinung DVA Verlag Es ist das Bild fliegender Blätter in die Aula der Münchner Universität, das einem zuerst in das Gedächtnis tritt. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl verteilen am 18.Februar 1943 Flugblätter der Widerstandsgruppe der „Weißen Rose“ in der Münchner Universität. Sophie stößt den letzten Stapel derselben von der Balustrade und langsam schweben sie zum harten Steinboden nieder. Große Symbolkraft steckt auch in diesem Bild – wer hat jetzt den Mut diese Flugblätter mit ihrer Kritik an der menschenverachtenden Kriegs- und Rassenpolitik aufzuheben und sich in Widerstand zu erheben? Wer schließt sich der Gruppe junger Studenten an, die nicht länger schweigen und hinnehmen wollen? Wird es jetzt endlich zum entscheidenden Funkenschlag kommen, der eine Befreiung von Diktatur und Sprachlosigkeit bringt und Menschenrecht wie freies Wort wiederherstellt? Die Gruppe junger Widerstandskämpfer glaubt ganz fest daran und ist bereit die Todesgefahr für ihr Gewissen auf sich zu nehmen. Jetzt ist es Zeit zu handeln, entschieden zu handeln… Die Historikerin und Journalistin Miriam Gebhardt geht in ihrer historischen wie philosophischen Spurensuche nach persönlichen Voraussetzungen von Mut und Widerstand von den lebensweltlichen wie kulturellen Grundlagen der Mitglieder der „Weißen Rose“ aus. Sie sucht dabei bisherige Interpretationen und Muster gemeinsamen Antriebes der Gruppe kritisch zu reflektieren und sich den je persönlichen Motiven, die aus individuellen Lebensläufen entstehen, zu nähern und die Mitte „innerer Autonomie“ in Freiheit und Verantwortung herauszuarbeiten. Dabei werden sowohl sozialpsychologische wie soziologische Parameter herangezogen und die Rahmenbedingungen des Wachstums von Persönlichkeitsstärke und Konsequenz analysiert. Die Autorin findet für diesen komplexen Ansatz einen guten Erzählstil, der spannend wie interessiert den Lebensläufen der Widerstandsgruppe wie auch der Zusammenschau und den Schussfolgerungen folgen lässt. Das Buch wird so auch zur Anregung zum Weiterdenken über persönliche Freiheit und Autonomie in verschiedensten gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart. „Die weiße Rose“ Miriam Gebhardt. Neuerscheinung DVA Verlag Walter Pobaschnig, Wien 5_2017 https://literaturoutdoors.wordpress.com https://literaturoutdoors.wordpress.com/Rezensionen

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Vita

Miriam Gebhardt ist Journalistin und Historikerin und lehrt als außerplanmäßige Professorin Geschichte an der Universität Konstanz. Neben ihrer journalistischen Arbeit, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Zeit und verschiedene Frauenzeitschriften, habilitierte sie sich mit einer Arbeit über »Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen. Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert« (2009). Sie ist Autorin mehrerer Bücher, darunter »Rudolf Steiner. Ein moderner Prophet« (2011) sowie zuletzt »Die Weiße Rose« (2017). Ihr Bestseller »Als die Soldaten kamen« (2015) über die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde breit besprochen und in mehrere Sprachen übersetzt. Miriam Gebhardt lebt in Ebenhausen bei München.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Selten werden historische Personen menschlich so greifbar wie hier.«

Süddeutsche Zeitung (10. Juli 2017)

»Ein kenntnisreiches Buch voller spannender Details.«

FOCUS Online (03. April 2017)

Weitere Bücher der Autorin