Die goldenen Jahre des Franz Tausend

Roman

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Die wahre Geschichte des Franz Tausend weitet sich in diesem Roman zu einem Panorama Deutschlands in den 1920er und 1930er Jahren.

Schneidig, selbstbewusst, charmant – so erobert der aus armen Verhältnissen stammende Franz Tausend 1924 die Welt. Er behauptet, auf geheimnisvolle Art und Weise Gold in großen Mengen herstellen zu können. Ultrarechte Patrioten und namhafte Industrielle wittern die Chance, mit diesem Gold die angestrebte heimliche Wiederaufrüstung finanzieren zu können, und strecken Tausend Geld vor. Als einige Anleger unruhig werden, ob es jemals Gold regnen wird, sorgen einflussreiche Politiker dafür, dass die Polizei einschreitet. Sie soll Franz Tausend aber nicht auf die Finger sehen, sondern ihn im Gegenteil vor den Anschuldigungen einer sich um ihr Geld geprellt sehenden Frau schützen.

Kommissar Heinrich Ahrndt, der diesen Auftrag erhält, ist zu gewissenhaft, um dieses Spiel dauerhaft mitzuspielen. Er wird nach Berlin strafversetzt, wo er den Pazifisten Carl Ossietzky beschatten soll ... Franz Tausend hingegen versucht sein Glück auf neue Weise, doch seine Wege und die des Kommissars kreuzen sich noch einmal: vor Gericht.


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-89667-617-7
Erschienen am  02. März 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Die langsame Machtübernahme der Nazis

Von: Marianne

04.04.2020

Kommissar Heinrich Ahrndt darf an einem geheimen Treffen teilnehmen. Er erlebt wie Franz Tausend verschiedene Elemente zusammenmischt, um seine Zuschauer von seinen Fähigkeiten als Alchemist zu überzeugen. Seine reichen Zuschauer sind begeistert. Sie wollen seine großen Anlagen zur Herstellung von Gold unterstützen, und überschütten ihn mit Geld. Obwohl Kommissar Ahrndt große Zweifel an den Fähigkeiten Tausends hat, verbieten ihm seine Vorgesetzten der Sache auf den Grund zu gehen. Stattdessen soll er eine mittellose Mutter einschüchtern, die ihren wertlosen Goldgutschein zurückgeben möchte, da sie das Geld dringend braucht. Weil Ahrndt sich in Tausends Geschäfte einmischt, wird er entlassen. Wie gut, dass ihm eine vielversprechende Stelle in der Hauptstadt angeboten wird. Von München zieht er nach Berlin. Dort soll er vor allem einen aufrührerischen Mann beschatten, Carl Ossietzky. Weil dieser Pazifist offen darüber schreibt, dass das deutsche Volk unerlaubterweise aufrüstet, soll er unschädlich gemacht werden. In diesen aufregenden Vorkriegsjahren lebt und wirkt auch der Dichter Thomas Mann. Sowohl seine Schaffenskunst als auch sein gespaltenes Verhältnis zum nationalsozialistischen Reich werden in diesem Buch thematisiert. Dieser historische Roman vermittelt einen guten Einblick in die Stimmung unter den Volk in diesen bewegten Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Der ganz normale Alltag wird gut dargestellt. Da gibt es die stolzen Automobilisten, die über ihre neuen Fahrzeuge fachsimpeln, die Angst wegen der vielen Menschen, die einfach spurlos verschwinden, die unerwartete Popularität der Nationalsozialisten, erschreckend ist aber vor allem, wie Menschen zum Schweigen gebracht werden, die eine andere Meinung vertreten. Diese Geschichte ist gut recherchiert. Viele der Charaktere sind bekannte historische Figuren. Die Geschichten von Tausend, Ossietzky und Mann sind gut erzählt und faszinierend, gelegentlich wirkt das Buch jedoch fast wie ein Sachbuch oder Lexikontext. Wer eine Geschichte über Franz Tausend erwartet, wird vielleicht enttäuscht, denn die spannendste Geschichte in diesem Buch ist eigentlich die vom mutigen Journalist Carl Ossietzky. Doch da diese Geschichte so wichtig ist, ist das mit Sicherheit kein Nachteil. Fazit: Ein historischer Roman, der die Stimmung in Deutschland vor der Machtübernahme der Nazis begreifbar macht. Sehr gut recherchiert, verfolgt der Leser an der Seite von einem sympathischen, authentischen Kommissar, wie schwer Gewissensentscheidungen in einer solchen Zeit sein können. Ein wichtiges und wertvolles Buch!

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Politisch: Die goldenen Jahre des Franz Tausend

Von: Erdhaftig schmökert

29.03.2020

Franz Tausend war ein Hochstapler und Betrüger. Viele reiche und geltungsbedürftige Menschen kauften auf gut Glück und sehr naiv seine „Goldgutscheine“. Gold? Er behauptete sich viele Jahre bis zu seiner Verhaftung als Chemiker, der Gold „wachsen lassen konnte“. Und viele glaubten ihm. Vorrangig solche, die im Hintergrund pro Adolf Hitler die Fäden zogen. Sie alle ließen sich gewaltig blenden und blendeten selbst andere. Man könnte also sagen, es traf die Richtigen. Müller nimmt außer Tausend auch Literaten und den Journalisten Carl von Ossietzky ins Visier. Als mittelnde, fiktive Figur kommt ein so genannter politischer Polizist ins Spiel. Durch seine Brille erlebe ich die 1920- und 1930-er Jahre auf eine recht spezielle Art. Zuerst ist er Franz Tausend in München auf der Spur. Wohl etwas zu sehr und er begeht einen formellen Fehler, seine Vorgesetzten entlassen ihn. Jemand, der einen guten Schnüffler gegen Ossietzkys Zeitungsredaktion in Berlin braucht, bringt in auf die Idee bei der Berliner Politischen Polizei anzuheuern. Doch der Polizist wird zum Pazifist. Sehr zum Knurren der Strippenzieher, die die SA und SS aufbauen. Müller bringt so intensiv das Geschehen auf den Punkt, dass man glaubt, er wäre dabei gewesen. Auch von den Konzentrationslagern wussten viel recht früh. Auch Leute, wie unangenehm-intellektuelle Journalisten kamen bereits vor 1936 in KZs, bekamen Tuberkulose und anderes gespritzt, wurden mundtot „gearbeitet“. Einerseits sehr erschreckend. Andererseits so gut verfasst und miteinander in Zusammenhänge gebracht: Die Dummheit der Nazis, ihre Verblendung und ihr Vorgehen. Ein hervorragender Roman!

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Vita

Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift Federwelt, ein Jahr später veröffentlichte er seinen ersten historischen Roman, Der Kalligraph des Bischofs. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem C. S.-Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet. Für den Roman Nachtauge(Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. Zuletzt erschienen die Romane Berlin Feuerland und Der Tag X.

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Events

04. Apr. 2020

#wirbleibenzuhauseundlesen Online-Lesung mit Titus Müller

19:00 Uhr | Lesungen
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Die goldenen Jahre des Franz Tausend

12. Mai 2020

Lesung mit Titus Müller

19:00 Uhr | Penzberg | Lesungen
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Die goldenen Jahre des Franz Tausend

28. Mai 2020

Lesung mit Titus Müller

18:00 Uhr | Berlin | Lesungen
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13. Juni 2020

Lesung mit Titus Müller im Rahmen des Meißener Literaturfestes

18:00 Uhr | Meißen | Lesungen
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24. Juni 2020

Lesung mit Titus Müller

19:30 Uhr | Wilhelmshaven | Lesungen
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05. Okt. 2020

Lesung mit Titus Müller

20:00 Uhr | Wolfratshausen | Lesungen
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23. Okt. 2020

Lesung mit Titus Müller

19:30 Uhr | Auerbach | Lesungen
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24. Okt. 2020

Lesung mit Titus Müller

Friedensau | Lesungen
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30. Okt. 2020

Lesung mit Titus Müller

19:30 Uhr | Ergolding | Lesungen
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05. Nov. 2020

Lesung und Gespäch mit Titus Müller

19:00 Uhr | Nassau | Lesungen
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14. Nov. 2020

Lesung mit Titus Müller

20:00 Uhr | Iserlohn | Lesungen
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27. Nov. 2020

Lesung mit Titus Müller im Rahmen der LiteraPur20

20:00 Uhr | Eichstätt | Lesungen
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