Die goldenen Jahre des Franz Tausend

Roman

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Die wahre Geschichte des Franz Tausend weitet sich in diesem Roman zu einem Panorama Deutschlands in den 1920er und 1930er Jahren.

Schneidig, selbstbewusst, charmant – so erobert der aus armen Verhältnissen stammende Franz Tausend 1924 die Welt. Er behauptet, auf geheimnisvolle Art und Weise Gold in großen Mengen herstellen zu können. Ultrarechte Patrioten und namhafte Industrielle wittern die Chance, mit diesem Gold die angestrebte heimliche Wiederaufrüstung finanzieren zu können, und strecken Tausend Geld vor. Als einige Anleger unruhig werden, ob es jemals Gold regnen wird, sorgen einflussreiche Politiker dafür, dass die Polizei einschreitet. Sie soll Franz Tausend aber nicht auf die Finger sehen, sondern ihn im Gegenteil vor den Anschuldigungen einer sich um ihr Geld geprellt sehenden Frau schützen.

Kommissar Heinrich Ahrndt, der diesen Auftrag erhält, ist zu gewissenhaft, um dieses Spiel dauerhaft mitzuspielen. Er wird nach Berlin strafversetzt, wo er den Pazifisten Carl Ossietzky beschatten soll ... Franz Tausend hingegen versucht sein Glück auf neue Weise, doch seine Wege und die des Kommissars kreuzen sich noch einmal: vor Gericht.


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ISBN: 978-3-641-22257-4
Erschienen am  02. März 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Thomas Mann und Carl von Ossietzky

Von: Eliza

25.04.2020

Titus Müller hat wieder einen beeindruckenden Roman geschrieben, der bei seinen Lesern lange nachhallen wird. Das Cover ist sehr edel gestaltet in Schwarz, Weiß, Gold was gut zum Titel passt. Der Klappentext ist ausführlich und anregend, doch leider ist er eine totale Mogelpackung. Denn sowohl der Titel als auch der Klappentext gaukeln uns vor, dass es in erster Linie um Franz Tausend geht, doch dem ist leider nicht so. So kam es bei mir dazu, dass ich mit ganz anderen Erwartungen an den Roman herangegangen bin und ich das Gelesene neu sortieren musste, bevor ich mich ganz auf das Buch einlassen konnte. Im Mittelpunkt des Romans stehen Carl von Ossietzky und Thomas Mann, hinzu kommen die Figuren Franz Tausend und Kommissar Heinrich Arndt. Aus der Sicht dieser vier Protagonisten wird der Roman erzählt. Wobei Franz Tausend definitiv die leiseste Stimme hat. Meine Lieblingsfigur war der Kommissar Heinrich Arndt, der mit seiner geradlinigen und ehrlichen Art bei mir einfach immer mehr punkten konnte. Eine authentische Persönlichkeit, der man sein Handeln und sein Verhalten einfach abnimmt. Die verschiedenen Erzählstränge laufen erst parallel zueinander und als Leser fragt man sich wie dies alles wohl zusammenhängt. Der Roman ist sehr politisch, sowie gesellschaftlich in der Zeit verankert. Es geht um die Folgen des Versailler Vertrages, um den Wiederaufbau der Wehrmacht, aber auch um den Pazifismus und die Liebe zur Literatur. Natürlich werden auch die Anfänge der NSDAP beschrieben und deren Machenschaften in den politischen und staatlichen Apparaten. Der Roman verlangt seinen Lesern einiges ab, wer leichte Kost sucht, der sollte zu einem anderen Buch greifen. Dieser Roman ist fordernd, anspruchsvoll und erwartet einen wachen Geist von seinem Leser. Der Erzählstil ist dem Roman angepasst und unterstreicht somit noch einmal mehr das Anliegen des Romans. Als Ich-Erzähler erleben wir den Kommissar Heinrich Arndt. Die anderen drei Erzählperspektiven werden aus der Sich eines auktorialen Erzählers geschildert. Gerade die Passagen über Thomas Mann und Carls von Ossietzky sind literarisch sehr gut umgesetzt und zeichnen sich durch eine gehobene Sprache und anspruchsvolle Sätze aus. Titus Müller hat sehr gut recherchiert und eine hervorragende Arbeit geleistet, um dem Leser Thomas Mann und Carl von Ossietzky in ihren Gedanken näher zu bringen, wir tauchen ein in die Gedankenwelt dieser Schriftsteller und erleben ein Berlin und München Ende der zwanziger Jahre, dass kritisch hinterfragt wird. Der Roman ist sowohl für Frauen als auch Männer geschrieben worden, die anspruchsvolle Romane mögen und sich zusätzlich mit der Zeit und der Gesellschaft tiefgreifend auseinandersetzen wollen. Ein ausführliches Nachwort und eine sehr interessante Literaturliste zeigen, wie der Autor gearbeitet hat: akribisch, auf Fakten basierend und sehr genau. Was zuerst noch als eine Erfindung des Autors gehalten werden konnte, wird dadurch auf einmal zur Realität und man kann nur staunen. Mir hat der neuste Roman von Titus Müller gefallen, nachdem ich meine Erwartungen korrigiert hatte und mich mit anderen Leserinnen und Lesern der Leserunde auf Büchereule.de ausgetauscht hatte. Für mich ist es nicht der beste Roman von Titus Müller, sicherlich kein schlechter, aber mein Favorit bleibt ein anderer 😉 Ich bedanke mich sehr bei der Verlagsgruppe Random House und dem Blessing Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars, Titus Müller für diesen interessanten Einblick in das Berlin und München Ende der zwanziger, Anfang der 30er Jahre, sowie meinen Mitleserinnen und Mitlesern der Leserunde.

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mehr als "nur" Historienroman

Von: der Michi

14.04.2020

Thomas Mann, Carl von Ossietzky und ein Gesellschaftsporträt der "Goldenen Zwanziger": Das klingt zunächst nach verkopftem Intellektuellenroman für die gehobene Feuilleton-Leserschaft, während der Klappentext wiederum einen Neuzeit-Historienroman im Fahrwasser von Ken Follett und Jan Guillou verheißt. Zum Glück stimmt beides nicht. Während der krimiartige Handlungsstrang um Heinrich Ahrndt und seine politischen Ermittlungen für die Zugänglichkeit des Buchs sorgt, liefert Müller in den Szenen mit den beiden Schriftstellern eine Liebeserklärung an die deutsche Literatur ab, für die es kurz vor dem Dritten Reich um alles ging. Eine Zeit in der nichts unpolitisch sein konnte, sein durfte. Jedes Verhalten wird als Unterstützung von wahlweise Kommunismus oder Nationalismus gewertet, also bemüht sich jeder, im Zweifelsfall möglichst auf der richtigen Seite zu stehen. Eine spannende Ausgangssituation, die vor allem der titelgebende Franz Tausend für die unverschämtesten Betrügereien ausnutzt. Kaum zu glauben, dass ein windiger Geselle mit ausgerechnet diesem Namen existiert haben soll, aber der Anhang des Romans und die eigene Recherche bestätigen: ja, so war es! Das Goldmachen war nur der Gipfel, daneben betrog Tausend mit gefälschten Schecks, umlackierten Geigen und anderen chemischen Unmöglichkeiten. Dass gerade die Nazis und diverse wohlhabende Bürger aus ihrem Umfeld ihn zum Goldesel machen wollten, liefert einen wiederum wahren aber fast schon lachhaften Gegenentwurf zu den Gewaltmaßnahmen der Machtergreifung, die in den letzten Kapiteln Thema ist. So spannt Titus Müller den Bogen von den frühen Zwanzigern bis zur Nobelpreis-Kampagne für von Ossietzky und deren überraschendem Ergebnis. Vereinzelt hätte man sich noch eine Vertiefung mancher Figuren gewünscht, gerade Franz Tausend verschwindet nach einiger Zeit bis kurz vor dem Ende aus der Handlung, was dem Roman insgesamt aber nur wenig schadet. Mit seinem für dieses Genre relativ knappen Umfang ist er trotzdem dicht vollgepackt mit spannender Handlung, historischen Ereignissen und exzellent recherchierten biografischen Notizen zu Thomas Mann und Carl von Ossietzky. Gerade das Porträt des ewigen Selbstzweiflers Thomas Mann, der es noch zu Lebzeiten zu Ruhm und Preisen brachte und sich zuweilen als Hochstapler sah, dürfte viele Erfahrungen anderer Autoren widerspiegeln, die sich schon im "ernsthaften" Literaturbetrieb ausprobiert haben. Während Mann heute als literarisches Nationalheiligtum gilt, stand er selbst einst im Schatten des "heimlichen Kaisers" Gerhart Hauptmann. Gerade der Bezug zur großen Literatur ist hier ähnlich großartig herausgearbeitet wie in Uwe Tellkamps wuchtigem Ost-Epos "Der Turm", nur ist "Die goldenen Jahre des Franz Tausend" deutlich angenehmer zu lesen. Insgesamt eine hochinteressante Mischung verschiedenster Aspekte und ein damit einzigartiger Blick auf eine brodelnde Epoche, der sich von vielen gewöhnlicheren Werken abhebt. Bonusmaterial: Anhang mit historischem Hintergrund und Literaturverzeichnis

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Vita

Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift Federwelt, ein Jahr später veröffentlichte er seinen ersten historischen Roman, Der Kalligraph des Bischofs. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem C. S.-Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet. Für den Roman Nachtauge(Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. Zuletzt erschienen die Romane Berlin Feuerland und Der Tag X.

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Events

03. Juli 2020

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02. Okt. 2020

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05. Okt. 2020

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24. Okt. 2020

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Friedensau | Lesungen
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29. Okt. 2020

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30. Okt. 2020

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08. Nov. 2020

Lesung mit Titus Müller im Rahmen von "Frühstück im Neandertal"

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14. Nov. 2020

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20:00 Uhr | Iserlohn | Lesungen
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24. Nov. 2020

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19:30 Uhr | Neuenbürg | Lesungen
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25. Nov. 2020

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27. Nov. 2020

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20:00 Uhr | Eichstätt | Lesungen
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02. Dez. 2020

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16. Dez. 2020

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