Mittagsstunde

Ungekürzte Lesung mit Hannelore Hoger

Bestseller Platz 14
Spiegel Hörbuch Belletristik / Sachbuch

Hörbuch CD
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Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und Neuanfang

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

„Man kann sich als Vorleserin eigentlich niemanden anderen als Hannelore Hoger vorstellen." hr2 Hörbuchzeit über "Altes Land"

(9 CDs, Laufzeit: ca. 11h 31)

»Landlust-Feeling ohne Zuckerguss! Ein wahres Hörerlebnis ist die ungekürzte Lesung mit Hannelore Hoger!«

ElbeWeser aktuell (14. November 2018)

Originalverlag: Penguin HC
Hörbuch CD, 9 CDs, Laufzeit: ca. 11h 31 min
ISBN: 978-3-8371-4278-5
Erschienen am  15. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Dieses Buch spielt in: Nordfriesland, Deutschland

Leserstimmen

Plattes Land vom Winde verweht

Von: Thursdaynext

16.05.2019

Ich wohne in einem kleinem Dorf auf dem Land, es ist nicht flach und karg wie in Dörte Hansens Brinkebüll, das waldigwiesige hügelige Gegenteil, und auch das Idiom unterscheidet sich gewaltig. Bei uns am Schwarzwald/Heckengäurand sprechen sie Schwäbisch, dessen Auswirkungen auf die Mundmuskulatur eher an Wiederkäuer erinnert, das norddeutsche Platt erscheint da schon sehr fremdartig. Als Südländerin muss ich, wenn die Autorin ihre Figuren Platt schnacken lässt, extrem aufpassen um mir das Gehörte zusammenzureimen, aber meist funktioniert es. Dankenswerterweise spricht die großartige Hannelore Hoger meist auf Hochdeutsch. Was sie da erzählt ist eine wunderbare Geschichte, der man lange und mit Hochgenuß lauschen kann. Verschmitzt, ernsthaft, realistisch, todtraurig, lebensprall zieht hier das Dorfleben von früher bis heute an einem vorbei. In der Hauptrolle Ingwer Feddersen, knapp 50, ein echter Dorfjunge, der sich einst aufgemacht hatte, um Professor zu werden und nun sein Sabbatical nimmt, um seine Großeltern „Vadder“ Sönke und „Mudder“ Ella zu pflegen. Sie haben ihn großgezogen, nachdem sich ihre Tochter, seine ledige junge Mutter, als ungeeignet erwiesen hatte. Es ist weniger eine Schuld die er abträgt, mehr eine freiwillige Selbstverpflichtung, die seiner weiteren Orientierung der Lebensrichtung dienen soll. Durch seine Augen erleben die Hörer das Dorf von annodunnemals bis heute. Ingwer schleppt so einiges mit sich, ganz befreit vom Dorf hat er sich nie, es ist in ihm, ebenso wie die fürchterlichen Schlager-Ohrwürmer, die ihn, passend zu jeder Lebenssituation, begleiten und auch nicht durch seinen geliebten Neil Young zu ersetzen waren. Zäsuren wie die Flurbereinigung, unerwartete Tode, alltägliches Leben nach den Jahreszeiten, das ewige Rackern, der Wind und das Klima, fast lullt es einen ein wenig ein, macht duldsam und so genügsam wie die Bauern auf der Geest, bis zum nächsten Ereignis, das Dörte Hansen den Bewohnern und Ingwer auftischt. Ihre leicht skurrilen, dabei authentisch anmutenden Charakterskizzen sind so bildhaft, dass die Menschen scharf und klar hervortreten, lebhaft präsent sind. Intelligent, auf den Punkt, feinsinnig humor- und respektvoll wird da geschildert, wie sich das Dorfleben abspielt und sicher nicht nur in Brinkebüll, wo die Mittagsstunde noch sakrosankt ist … So verwundert es nicht, dass diese ruhige und doch ausschweifende Erzählung eine Nominierung für den Deutschen Hörbuchpreis erhielt. Ginge es nach mir dann hätte ihn Mittagsstunde. Ohne meine Mitbuchstoffsüchtige und Kumpanin „Das lesende Satzzeichen“ wäre mir dieses dörflich, literarische Kleinod fast entgangen. Daher herzlichen Dank für deine ausnehmend verlockende und bezaubernde Besprechung des gedruckten Exemplares und eine tiefe Verneigung vor Dörte Hansens Kunstfertigkeit. Es ist mein erster Roman von ihr, ich habe viel geschmunzelt, ergriffen gelauscht, laut gelacht, war tief berührt und habe diese 9 CDs unglaublich genossen. Freue mich schon auf ihren Erstling und weitere Bücher, die hoffentlich folgen.

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„De Welt geit ünner“

Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog

06.01.2019

„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor: „Mittagsstunde“ (Hörbuch) von Dörte Hansen Nordfriesland – Brinkebüll Der 47 jährige Ingwer Feddersen ist promovierter Archäologe und seit langem an der Uni in Kiel als Hochschullehrer tätig. Er nimmt ein Sabbatjahr, um in sein Heimatdorf Brinkebüll, wo er geboren und aufgewachsen ist, zurückzukehren. Seine Großmutter Ella ist dement und auch bei seinem Großvater Sönke lassen die Kräfte nach; dennoch hält Dieser stur wie eh und je die Stellung in der alten Dorfkneipe. Diese hat allerdings schon bessere Zeiten gesehen, genauso wie Brinkebüll. „ ……keine Schule mehr, kein Bäcker und kein Kaufmann. Keine Störche auf dem Dach der Kirche, auf den Feldern keine Kühe, nur noch Mais und Wind. Als wäre eine ganze Welt versunken“ Ingwer kümmert sich nun um die Kneipe und um seine Großeltern, die ihn groß gezogen haben. Er nutzt die Zeit um über sein Leben nachzudenken und es Revue passieren zu lassen. Dabei stellt er fest, dass er sich eigentlich nach einer dauerhaften Partnerin sehnt. Denn, so richtig glücklich ist er in seiner Kieler WG, zusammen mit Ragnhild und Claudius, nicht mehr. Und so gehen Ingwer Feddersen Gedankengänge weit zurück, eng verbunden ist dieser Streifzug natürlich mit dem Dorf Brinkebüll und dessen Geschichte. Fazit: Dörte Hansen hatte mich bereits mit ihrem Debütroman „Altes Land“ in ihren Bann gezogen und mit „Mittagsstunde“ hat sie jetzt noch eins drauf gesetzt. Ich bin einfach hin und weg. Die Autorin schafft mit Brinkebüll ein fiktives Dorfes – welches natürlich stellvertretend für viele Dörfer steht – das sich Mitte der Sechzigerjahre, mit der großen Flurbereinigung, nach und nach veränderte. Aus den kleinen Feldern wurden große Ackerflächen, Hecken verschwanden und mit Ihnen die Tiere. Die Autorin hat hervorragend für ihren Roman recherchiert und ich fand es absolut spannend, von den dörflichen Veränderungen, aber auch den Menschen die dort lebten, mehr und mehr zu erfahren. In Brinkebüll kannte jeder jeden und Geheimnisse blieben nicht lange geheim und natürlich hatte jedes Dorf auch ihre Sonderlinge. In Brinkebüll war es Marret Feddersen, die Mutter von unserem Protagonisten Ingwer Feddersen. „Marret Feddersen, die in Klapperlatschen durchs Dorf zog und prophezeite: „De Welt geit ünner“.“ Auch die anderen Charaktere des Romans hat Hansen hervorragend herausgearbeitet, ja kreiert – zum Lachen, zum Weinen, zum Schreien, zum Schütteln – alles erdenkliche Potenzial ist dabei und wird von der Autorin hervorragend in Szene gesetzt. Einfach tolle Charaktere, die man so schnell nicht vergisst. Hervorzuheben ist auch ihre sehr genaue, auf den Punkt kommende, treffsichere und facettenreiche Sprache, mit der die Autorin Kopfkino par excellence entstehen lässt. Besonders gefallen hat mir auch die immer wiederkehrende plattdeutsche Sprache, die von Hannelore Hoger als Sprecherin hervorragend umgesetzt wird. Ihre knarzige und knorrige Stimme ist einfach wie geschaffen für diese geniale Erzählung. Ich glaube solch einen dichten und ergreifenden Roman kann man nur schreiben, wenn man Land und Leute gut kennt, mit ihnen groß geworden ist und eine gute Beobachtungsgabe hat. In den Sätzen und Formulierungen spürt man deutlich die tiefe Zuneigung von Dörte Hansen zu den Menschen und der nordfriesischen Gegend. Einfach grandios und absolut empfehlenswert !!!

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Vita

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt Altes Land wurde 2015 zum „Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels“ gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 in der Hardcover-Belletristik des SPIEGEL. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

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Hannelore Hoger

Hannelore Hoger, geboren in Hamburg, ist Schauspielerin und Regisseurin. Sie zählt zu den profiliertesten deutschen Charakterdarstellerinnen. Dem großen Publikum ist sie vor allem durch die Rolle der ZDF-Kommissarin Bella Block bekannt, für die sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

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Events

28. Okt. 2019

Lesung

Visbek | Lesungen
Dörte Hansen
Mittagsstunde

Pressestimmen

»Hansen/Hoger ist fürwahr eine Idealkombination.«

Weser Kurier (25. Oktober 2018)

»Wie auch schon beim Debüt ‚Altes Land‘ bringt Hannelore Hoger auch Dörte Hansens zweiten, äußerst gelungenen Roman so richtig schön rau zum Klingen.«

Gong (09. November 2018)

»Hannelore Hoger liest den Roman einfühlsam und authentisch.«

Südhessen Wochenblatt (02. Januar 2019)

»Schön knorrig gelesen von Hannelore Hoger!«

Guido (26. Oktober 2018)

»Der Roman erzählt von der für viele Menschen schmerzlichen Zerstörung des Dorflebens und der Entwicklung einer industriellen Landwirtschaft. Welche satirische Wirkung, unwiderstehliche Komik, Energie und Kraft zum inneren Widerstand der Text bei aller Melancholie entfaltet, wird durch das Hörbuch wirklich lebendig. Trocken, treffend im Ton, haargenau den packenden Witz einfangend macht Hannelore Hoger in der „Mittagsstunde“ klar: Wir sind alle Brinkebüller«

Begründung der Jury für die Nominierung zum Deutschen Hörbuchpreis 2019 (01. Januar 2019)

»Hannelore Hoger bringt die Qualitäten der Romanvorlage voll zur Geltung: Sie wirkt geerdet, bisweilen fast unterkühlt – und lässt doch Herz durchscheinen[...].«

Bayrischer Rundfunk (23. November 2018)

»Selten kommt ein Hörbuch an das Lesevergnügen heran: Bei Dörte Hansens hochgelobtem Roman „Mittagsstunde“ steigert das Hörbuch den Genuss noch.«

Lübecker Nachrichten (15. Dezember 2018)

»Dörte Hansens nüchterne und schnörkellose Sprache passt gut zur nordfriesischen Landschaft und gesprochen kommt sie sogar noch besser zu Geltung als nur gelesen.«

MDR Kultur (28. Januar 2019)

Weitere Hörbücher der Autorin