Mittagsstunde

Ungekürzte Lesung mit Hannelore Hoger
Hörbuch CD
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Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und Neuanfang

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

„Man kann sich als Vorleserin eigentlich niemanden anderen als Hannelore Hoger vorstellen." hr2 Hörbuchzeit über "Altes Land"

(9 CDs, Laufzeit: ca. 11h 31)

»Landlust-Feeling ohne Zuckerguss! Ein wahres Hörerlebnis ist die ungekürzte Lesung mit Hannelore Hoger!«

ElbeWeser aktuell (14. November 2018)

Originalverlag: Penguin HC
Hörbuch CD, 9 CDs, Laufzeit: ca. 11h 31min
ISBN: 978-3-8371-4278-5
Erschienen am  15. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Dieses Buch spielt in: Nordfriesland, Deutschland

Leserstimmen

Mittagsstunde

Von: Nanni

08.01.2020

"Mittagsstunde" fühlt sich an wie ein Tag auf dem Land. Ein Besuch in einem Dorf, das ein Dorf meiner Heimat sein könnte. Ich fühle mich zurückversetzt zu all den kleinen Problemen und Wehwehchen, zu den Geheimnissen, die mal mehr, mal weniger schwer wiegen, zu Hoffnungen, Sehnsüchten, Träumen und dem Abschied von eben diesen. Wie auch "Altes Land" ist "Mittagsstunde" in einem ruhigen Ton erzählt, der von Sprecherin Hannelore Hoger perfekt aufgegriffen wurde. Es gibt keine Spannungsbögen und doch muss ich immer wieder zurückkehren zum Roman. Es ist die Dramatik der kleinen Dinge, der kleinen Wendungen, der einzelnen Schicksale, die an den Roman und vor allem an dessen Figuren fesselt. Wer Hansen liest / Hoger hört, muss zurückfahren. Entschleunigen. Darf keine Rasanz erwarten. Weder im Erzählstil, noch in den Handlungen. Es gibt etliche Geheimnisse, die manchmal keine sind, und es gibt Wendungen. Wenige, kaum unerwartete. Hansen hat ihren eigenen Stil. Passend für ihre Romane, die gefühlt aus der Zeit fallen. So wie auch ihre Figuren. Charaktere, von denen man glaubt, dass es solche nicht mehr gibt, und die doch vielerorts noch anzutreffen sind. Auf dem Dorf. Darf ich als Dorfkind sagen. Die Stimmung, die Mittagsstunde transportiert, ist etwas, das mir auch schon im echten Leben begegnet ist. In Dörfern, in denen der Altersdurchschnitt steigt, weil die jungen Leute weggehen. In die Stadt ziehen. Junge Menschen, die beim Heimkommen eine gewisse Sehnsucht verspüren und doch wieder weggehen. Die immer seltener wiederkommen und immer länger fortbleiben, bis das Vergessen das Heimweh weggespült hat. Hansen erzählt von einem Wechsel der Generationen, einem Wechsel der Ansprüche und der Wünsche. Vom Verfall einer vertrauten Welt und davon, dass etwas Neues etwas Gutes sein kann. Dass aus dem Wagnis, den eigenen Ort der Sicherheit zu verlassen, etwas Gutes entspringen kann. In ihrem Erzählton, den Hoger wiedergibt, als wäre es ihr eigener. Der mir in "Altes Land" extrem gut gefallen und in "Mittagsstunde" etwas zu langsam war. Ich spreche gerne eine Empfehlung für die Kombi Hansen / Hoger aus.

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Plattes Land vom Winde verweht

Von: Thursdaynext

16.05.2019

Ich wohne in einem kleinem Dorf auf dem Land, es ist nicht flach und karg wie in Dörte Hansens Brinkebüll, das waldigwiesige hügelige Gegenteil, und auch das Idiom unterscheidet sich gewaltig. Bei uns am Schwarzwald/Heckengäurand sprechen sie Schwäbisch, dessen Auswirkungen auf die Mundmuskulatur eher an Wiederkäuer erinnert, das norddeutsche Platt erscheint da schon sehr fremdartig. Als Südländerin muss ich, wenn die Autorin ihre Figuren Platt schnacken lässt, extrem aufpassen um mir das Gehörte zusammenzureimen, aber meist funktioniert es. Dankenswerterweise spricht die großartige Hannelore Hoger meist auf Hochdeutsch. Was sie da erzählt ist eine wunderbare Geschichte, der man lange und mit Hochgenuß lauschen kann. Verschmitzt, ernsthaft, realistisch, todtraurig, lebensprall zieht hier das Dorfleben von früher bis heute an einem vorbei. In der Hauptrolle Ingwer Feddersen, knapp 50, ein echter Dorfjunge, der sich einst aufgemacht hatte, um Professor zu werden und nun sein Sabbatical nimmt, um seine Großeltern „Vadder“ Sönke und „Mudder“ Ella zu pflegen. Sie haben ihn großgezogen, nachdem sich ihre Tochter, seine ledige junge Mutter, als ungeeignet erwiesen hatte. Es ist weniger eine Schuld die er abträgt, mehr eine freiwillige Selbstverpflichtung, die seiner weiteren Orientierung der Lebensrichtung dienen soll. Durch seine Augen erleben die Hörer das Dorf von annodunnemals bis heute. Ingwer schleppt so einiges mit sich, ganz befreit vom Dorf hat er sich nie, es ist in ihm, ebenso wie die fürchterlichen Schlager-Ohrwürmer, die ihn, passend zu jeder Lebenssituation, begleiten und auch nicht durch seinen geliebten Neil Young zu ersetzen waren. Zäsuren wie die Flurbereinigung, unerwartete Tode, alltägliches Leben nach den Jahreszeiten, das ewige Rackern, der Wind und das Klima, fast lullt es einen ein wenig ein, macht duldsam und so genügsam wie die Bauern auf der Geest, bis zum nächsten Ereignis, das Dörte Hansen den Bewohnern und Ingwer auftischt. Ihre leicht skurrilen, dabei authentisch anmutenden Charakterskizzen sind so bildhaft, dass die Menschen scharf und klar hervortreten, lebhaft präsent sind. Intelligent, auf den Punkt, feinsinnig humor- und respektvoll wird da geschildert, wie sich das Dorfleben abspielt und sicher nicht nur in Brinkebüll, wo die Mittagsstunde noch sakrosankt ist … So verwundert es nicht, dass diese ruhige und doch ausschweifende Erzählung eine Nominierung für den Deutschen Hörbuchpreis erhielt. Ginge es nach mir dann hätte ihn Mittagsstunde. Ohne meine Mitbuchstoffsüchtige und Kumpanin „Das lesende Satzzeichen“ wäre mir dieses dörflich, literarische Kleinod fast entgangen. Daher herzlichen Dank für deine ausnehmend verlockende und bezaubernde Besprechung des gedruckten Exemplares und eine tiefe Verneigung vor Dörte Hansens Kunstfertigkeit. Es ist mein erster Roman von ihr, ich habe viel geschmunzelt, ergriffen gelauscht, laut gelacht, war tief berührt und habe diese 9 CDs unglaublich genossen. Freue mich schon auf ihren Erstling und weitere Bücher, die hoffentlich folgen.

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Vita

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt Altes Land wurde 2015 zum „Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels“ gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 in der Hardcover-Belletristik des SPIEGEL. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

Zur AUTORENSEITE

Hannelore Hoger

Hannelore Hoger, geboren in Hamburg, ist Schauspielerin und Regisseurin. Sie zählt zu den profiliertesten deutschen Charakterdarstellerinnen. Dem großen Publikum ist sie vor allem durch die Rolle der ZDF-Kommissarin „Bella Block” bekannt, für die sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

ZUR SPRECHERSEITE

Pressestimmen

»Hansen/Hoger ist fürwahr eine Idealkombination.«

Weser Kurier (25. Oktober 2018)

»Wie auch schon beim Debüt ‚Altes Land‘ bringt Hannelore Hoger auch Dörte Hansens zweiten, äußerst gelungenen Roman so richtig schön rau zum Klingen.«

Gong (09. November 2018)

»Hannelore Hoger liest den Roman einfühlsam und authentisch.«

Südhessen Wochenblatt (02. Januar 2019)

»Schön knorrig gelesen von Hannelore Hoger!«

Guido (26. Oktober 2018)

»Der Roman erzählt von der für viele Menschen schmerzlichen Zerstörung des Dorflebens und der Entwicklung einer industriellen Landwirtschaft. Welche satirische Wirkung, unwiderstehliche Komik, Energie und Kraft zum inneren Widerstand der Text bei aller Melancholie entfaltet, wird durch das Hörbuch wirklich lebendig. Trocken, treffend im Ton, haargenau den packenden Witz einfangend macht Hannelore Hoger in der „Mittagsstunde“ klar: Wir sind alle Brinkebüller«

Begründung der Jury für die Nominierung zum Deutschen Hörbuchpreis 2019 (01. Januar 2019)

»Hannelore Hoger bringt die Qualitäten der Romanvorlage voll zur Geltung: Sie wirkt geerdet, bisweilen fast unterkühlt – und lässt doch Herz durchscheinen[...].«

Bayrischer Rundfunk (23. November 2018)

»Selten kommt ein Hörbuch an das Lesevergnügen heran: Bei Dörte Hansens hochgelobtem Roman „Mittagsstunde“ steigert das Hörbuch den Genuss noch.«

Lübecker Nachrichten (15. Dezember 2018)

»Dörte Hansens nüchterne und schnörkellose Sprache passt gut zur nordfriesischen Landschaft und gesprochen kommt sie sogar noch besser zu Geltung als nur gelesen.«

MDR Kultur (28. Januar 2019)

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