Mittagsstunde

Roman

Bestseller Platz 16
Spiegel Hardcover Belletristik

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Endlich - der neue Roman von Dörte Hansen!

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

»Dörte Hansens neuer Roman ist ein literarisches Ereignis, ihre Leserinnen und Leser werden zu Recht begeistert sein.«


Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60003-9
Erschienen am  15. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Dieses Buch spielt in: Schleswig-Holstein, Deutschland

Leserstimmen

Der Wind bleibt der gleiche.

Von: Manfred Fuerst aus Kirchbichl

06.08.2019

Nordfriesland, wie das Land, so die Leut. Hansen richtet unerbittlich ihr Brennglas ein halbes Jahrhundert auf Dorf, Stadt und Land und Leut. Dass sich das Landleben geändert hat und ändert: Landflucht, technischer Fortschritt, vermeintlich Moderne und „back tot he roots“ ist allen Lesern geläufig, aber das WIE, wie es von Hansen in Wortform gegossen wird ist herausragend. Hansen seziert das Dorf, die Gesellschaft, die Menschen im Stile einer peniblen Gerichtsmedizinerin unbarmherzig und schonungslos, während andere Augen, Nase und Mund verschließen. Keine Spur von Sentimentalität oder nostalgisch romantische Verklärung, fast schmerzt die unfassbare Direktheit. Man hätte vielleicht einen verklärten Rückblick erwartet, aber nichts von dem. In jede Wunde wird nicht einen Finger gesteckt, sondern zwei. Fossilien fürs nächste JT. Ich liebe Ingwer, getrocknet als Tee, nicht pur, sondern mit grünem Darjeeling. Ingwer hat etwas von mir - ich bin auch ein Fensterputzerfan. Wenn man Hansen heißt, dann muss man solche Bücher schreiben. Wie Thomas Bernhard. Meinen nächsten Urlaub mache ich in Nordfriesland. „The Times They Are A-Changin' „, der neue Header. Elegie und Melancholie bis zum geht nicht mehr. Hansen schildert den Pflegealltag von Ingwer bei Ella und Sönke. Der Leser erschrickt wie treffend und pointiert die Realität beschrieben wird. Jeder Richter müsste Verständnis für einen Pfleger haben, wenn dieser „durchdreht“ – er muss ja nicht gleich zum Killer werden. Ingwer (48 Jahre) sinniert während der Ganzkörperpflege von Sönke über sein Leben: Zweieinhalb Jahre in einer Dreier-WG mit Claudius und Ragnhild (50, rat gebende Kämpferin oder herrschende Göttin - sucht’s euch aus). Drei verlorene Seelen - fossilisiert. Ein Fressen für Psychologiestudenten, eine nichtteilnehmende Beobachtung mit „open end.“ Das „Platt“ hat die zweite Lautverschiebung nicht mitgemacht, die Gesellschaft hat sich verändert, der Wind ist immer noch der gleich, ein literarisches Meisterwerk.

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Großartiges Buch. Absolute Leseempfehlung!

Von: -Leselust-

22.07.2019

Kurzmeinung: Ein wundervoller, atmosphärischer Roman über das Leben auf dem Dorf, über Liebe, Einsamkeit und das Altwerden. Das alles verpackt in poetischer Sprache, gespickt mit schönen Metaphern und wohlklingenden Sätzen auf Plattdeutsch. Große Leseempfehlung, auch wenn das Buch für mich nicht ganz an das Debüt "Altes Land" heranreichen kann. Aber da liegt die Messlatte auch wirklich hoch. Meine Meinung: Wieder ein wundervoller Roman von Dörte Hansen, auch wenn er mich nicht ganz so sehr begeistern konnte, wie ihr Debüt "Altes Land". Doch auch hier hat mir wieder die charmante Darstellung der Dorfbewohner*innen und die Idylle des Dorflebens, ohne es jedoch zu romantisieren, sehr gut gefallen. Hansen beschreibt den Wandel, den norddeutsche Dörfer in den letzten Jahrzehnten erlebt haben und die Herausforderungen, vor die es die Bauern/ Bäuerinnen und Dorfbewohner*innen gestellt hat. Sie fängt die Stimmung, das Lebensgefühl der alten nordfriesischen Dörfer sehr gut ein. Das etwas Mürrische, Ursprüngliche, Echte. Aber das Landleben wird nicht idealisiert. Es werden auch die Entbehrungen beschrieben, die damit einhergehen. Sie fängt auch die Dynamiken des Zusammenlebens und den Geist der Gemeinschaft sehr gut ein. Die Engstirnigkeit und die Vorurteile, die in der kleinen Dorfgemeinschaft herrschen. Das Getratsche, aber auch den Zusammenhalt. Auch die poetische Sprache und die eingestreuten Sätze auf Plattdeutsch haben mir unglaublich gut gefallen. Und der norddeutsche Humor. " >>Sind je Lungentorpedos, wat du dor smöökst.<<, sein Lachen ging in einen schweren Hustenanfall über. Er wusste offenbar, wovon er redete." (S. 79) Bei den schönen Klängen dieser Sätze habe ich direkt Lust bekommen, mein Plattdeutsch endlich mal wieder etwas aufzufrischen und zu vertiefen. Auch sonst hat mich die Sprache in diesem Roman absolut verzaubert. Ich habe mir viele Sätze im Buch markiert, die mich sehr berührt haben. Das Buch steckt voller schöner Metaphern und Vergleiche. Schüler*innen werden als "kleine Saatkartoffeln" bezeichnet, die "aus dem sandigen Boden gerüttelt und ins Gymnasium gesteckt werden, damit aus ihnen mal was wird." (S.21). Oder die Beschreibung von Erstsemestern, die "sich mit ihren Bücherlisten durch die Gänge [der Bibliothek] wühlten wie Frischlinge durchs Unterholz." (S.19). Auch die Passagen über die Altenpflege und wie Ingwer seine Eltern pflegt, haben mir so manches Mal die Tränen in die Augen getrieben. So feine Beobachtungen, die Gefühle so gut eingefangen. Und dann immer der Gedanken, dass es uns allen einmal so gehen wird. Vorher selbstständige Menschen, Menschen zu denen wir aufgeschaut haben, die uns Halt gegeben haben, die nun Hilfe für die einfachsten Dinge brauchen. Die dann unseren Halt brauchen. Das man sich die Anstrengung, das Mitleid, die Traurigkeit nicht ansehen lassen darf. Das alles beschreibt Dörte Hansen so ehrlich und dabei so einfühlsam, dass es mich wirklich tief berührt hat. Sehr interessante Gedanken stecken in diesem Roman auch über das Thema Einsamkeit und Beziehungen. Darüber, was man will im Leben. Über die Entscheidungen, die man trifft. Und vielleicht später bereut. Sie beschreibt Paare, die sich nicht mehr lieben, sich nicht mal mehr in die Augen schauen mögen. Die nur noch aus Gewohnheit oder Angst vor dem Alleinsein zusammen sind. Aber auch Paare, die schon so lange zusammen sind, dass ein Leben ohne den anderen unmöglich erscheint. Die sich die Zärtlichkeit und die Liebe bewahrt haben, auch wenn sie sich über die Jahre verändert hat. Fazit: "Mittagsstunde" von Dörte Hansen ist ein wirklich guter Roman mit tollen Themen und schöner Sprache, den ich sehr gern gelesen habe. Sätze aus dem Buch haben mich noch lange begleitet und mir Stoff zum Nachdenken gegeben. Dennoch hat mich die Geschichte ingesamt nicht ganz so verzaubert, wie "Altes Land". Aber zugegeben: das ist auch wirklich eine sehr hohe Messlatte. Empfehlen kann ich euch "Mittagsstunde" allemal.

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Vita

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt »Altes Land« wurde 2015 zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels« gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman »Mittagsstunde« ist im Herbst 2018 erschienen und wird von Lesern und Kritik gefeiert. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

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Events

28. Okt. 2019

Lesung

Visbek | Lesungen
Dörte Hansen
Mittagsstunde

Pressestimmen

»Ein Buch voller Wehmut, schmucklos schön, das überraschend und klug in die Zukunft weist. Ein literarisches Ereignis!«

»Ihr neuer Roman 'Mittagsstunde' setzt einer untergehenden deutschen Lebensform ein literarisches Denkmal.«

»So eindringlich geraten Bücher selten.«

FAZ, Andreas Platthaus (18. Oktober 2018)

»Eine große Erzählung voll leiser Melancholie und ein wunderschönes Denkmal für die Dörfer von damals.«

»Dörte Hansen erzählt ganz unsentimental vom Verschwinden der ländlichen Welt mit ihren eigenen Regeln und Ritualen und von einem alten Gasthof, in dessen knarzigem Tanzboden die Geschichte und Geheimnisse des Dorfes noch lebendig zu sein scheinen.«

BRIGITTE, 5/5 Sternen (10. Oktober 2018)

»Wer ‚Altes Land‘ mochte, wird ‚Mittagsstunde‘ lieben und zwar weit über Nordfriesland hinaus.«

Süddeutsche Zeitung, Jörg Magenau (18. Dezember 2018)

»Die Schilderungen der Eigenartigen genauso wie die aller anderen gelingen Dörte Hansen hervorragend. Sie findet treffende Worte, die so schnodderig wie zärtlich den Blick auf das Atmosphärische richten, das von einem Menschen ausgeht. Hansen schmeißt mit Wortschätzen um sich, dass der Text vor Kostbarkeit klirrt, sie reichert ihre präzisen Beschreibungen mit einem herben Humor an.«

»Die wunderbarste Liebesgeschichte des Herbstes. So klug, bewegend, komisch, liebenswürdig, unterhaltend und gut, dass man sich die nächste Mittags- oder Abendstunde zum Lesen herbeisehnt.«

Augsburger Allgemeine, Stefanie Wirsching (07. November 2018)

»Ein liebenswürdiges, vergnügliches und zugleich untergründig ernstes Buch, das in Dörte Hansens austariert lakonischer Sprache nicht nur die sehr flache Landschaft Nordfrieslands nachzeichnet, sondern auch dafür sorgt, dass alle skurrilen Charaktere mit viel Empathie bedacht werden.«

»Das Buch ist eine Liebeserklärung an all die Brinkebülls da draußen.«

LiteraturSPIEGEL, Maren Keller (01. Oktober 2018)

»Zum Glück gibt es diesen unsentimentalen, allenfalls leise melancholischen, nüchtern erzählten Roman.«