Leserstimmen zu
Alles richtig gemacht

Gregor Sander

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Thomas und Daniel. Zwei Freunde seit Kindertagen. Zwei, die lange Zeit gemeinsam ihren Weg gegangen sind. Die Jugend in Rostock, nach der Wende dann zusammen in Berlin. Aber irgendwann verschwindet Daniel. Thomas wird Rechtsanwalt, mit Frau und Kindern. Daniel ist plötzlich wieder da, genau in dem Moment, als Thomas Frau ihn verlässt. Zufall? Gregor Sanders Roman ist mir gleich ins Auge gestochen. Die große, markante Schrift, die an Wunderkerzen erinnert und das gesamte Cover einnimmt, sieht man nicht alle Tage. Die Geschichte selbst ist dann eigentlich eine Aneinanderreihung von kleinen Episoden, von Nebensächlichkeiten. Wild gemixt. Der ständige Perspektivenwechsel verwirrt anfangs und fordert höchste Aufmerksamkeit. Überhaupt bleiben die Protagonisten seltsam blass, fast wie hinter einer Nebelwand. Sie sind schwer greifbar und als Leser fragt man sich oft, warum und wieso? Eine Antwort bekommt man meistens nicht. Aber dennoch übt das Buch einen ganz besonderen Reiz auf mich aus. Denn der Autor schreibt brilliant! Seine Sprache ist modern und er schafft es, mir genau dieses Gefühl zu vermitteln, das man wohl damals haben musste. Ich kenne die DDR nicht, hatte zur Zeit der Wende auch gerade meine beiden Töchter bekommen, keinen Fernseher, dazu noch zwei kranke Großmütter, die ebenfalls viel Aufmerksamkeit brauchten und deshalb sehr wenig Zeit, mich mit der Politik zu befassen. Als ich aber jetzt, parallel zur Lektüre des Buches, die Dokumentationen zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigungen gesehen habe, bekam ich eine Ahnung, was damals mit den Menschen passiert ist. Allein aus diesem Grund ist das Buch sehr gut gelungen und Gregor Sander hat in meinen Augen "alles richtig gemacht".

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Nicht mein Fall

Von: Veronika

12.05.2020

Obwohl dieser Roman und auch der Autor sehr gelobt wurden, muss ich für meinen Teil leider sagen, dass mir dieses Buch überhaupt nicht gefallen hat. Weder die Story noch die Erzählweise. Es kam keine Lust auf, dieses Buch unbedingt zu lesen und ich habe dieses Buch nur zu Ende gelesen, da ich nie ein Buch aufgebe. Daher kann ich auch keine Empfehlung aussprechen.

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Naja

Von: Vicky

19.04.2020

Leider fand ich das Buch nicht sehr packend. Mich persönlich hat das Thema der Freundschaften nicht angesprochen.

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Mittendrin

Von: Doreen L.

14.03.2020

Eine aufregende Zeit und ich war selber wieder mittendrin. Mit viel Charme und Witz geschrieben. Danke!

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Verwirrendes Buch

Von: Thami89

12.01.2020

In diesem Buch geht es eine Freundschaft zwei Männer ride sich über mehrere Jahre erstreckt. In diesen Jahren haben wir auf beide Hauptcharaktere verschiedene Einsichten und Nebencharaktere die kommen und gehen. Mit der Zeit verlieren sich die beiden aus den Augen und man erfährt aus der heutigen Sicht was ihnen widerfahren ist, als sie sich in der jetzigen Zeit wieder treffen. An vielen Stellen waren die Handlungen der Hauptfiguren verwirrend und unverständlich und auch die vielen Zeitsprünge trugen dazu bei. Zusammengefasst war es ein gutes Buch über reine Freundschaft die über Jahre besteht, aber auch brechen kann.

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Fragen nach der Vergangenheit

Von: Wuschelchen

12.01.2020

Nach vielen Jahren treffen sich die Jugendfreunde Thomas und Daniel wieder. Sie lernten sich noch zu DDR-Zeiten in Rostock kennen, erlebten die Wende und studierten gemeinsam in Berlin. Thomas wurde Anwalt mit eigener Kanzlei, Daniel wurde Koch, der durch die Welt zog und auch hin und wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Die Überraschung über das Wiedersehen ist bei Thomas daher sehr groß. Doch gerade läuft es bei ihm persönlich nicht so gut: Seine Frau hat ihn mit den Kindern verlassen und Thomas weiß nicht einmal warum und wo sie nun leben. Gibt es hier einen Zusammenhang, der in der Vergangenheit verankert ist? Ich war sehr gespannt auf den Roman „Alles richtig gemacht“ von Gregor Sander. Denn im Titel verbirgt sich eine Frage oder eine Feststellung, je nachdem wie man das betrachtet. Im Roman werden die unterschiedlichen Lebenswege, die bedingt durch unterschiedliche persönliche Herkunft und getroffene Entscheidungen, der beiden Protagonisten Thomas und Daniel dargestellt. Erzähler ist nur Thomas, so dass Daniel selbst eigentlich nicht zu Wort kommt. Die Erzählungen finden auf verschiedenen Zeitebenen statt. Insgesamt hat die Zeit der letzten Jahre der DDR und die Wendezeit einen großen Einfluss auf das Geschehen. Gerade die Zeit um und nach der Wende wird vom Autor sehr gut eingefangen und flüssig beschrieben. Jeder, der diese Zeit kennt, wird in nostalgischen Gedanken schweben und auch an bedrückende Zustände erinnert werden. Die faszinierende Idee des Romans, die mich ja zum Lesen des Romans bewegte, hat mich in der Umsetzung doch arg kopfschüttelnd zurückgelassen. Die Erzählungen plätschern oft einfach vor sich hin, ohne Emotionen oder Spannung. Ich wartete immer, dass nun mal was passieren muss oder dass etwas vorwärts geht. Ich wurde enttäuscht. In den oft ewig langen Kapiteln fand ich einerseits schlecht einen Punkt für eine Lesepause, musste aber beim Wiederbeginn oft erst einmal intensiv nachdenken, auf welcher Erzählebene sich die Geschichte nun gerade befand. Zum Ende hin wurden die Ebenen-/Zeitsprünge heftiger und das für mich unlogische Ende mit wenig Aufklärung setzte meiner Verwirrung die Krone auf. Hier hätte ich mir ein paar mehr Erläuterungen gewünscht. Ich hatte den Eindruck, der Autor wollte den Roman mal schnell beenden. Oder vielleicht habe ich das einfach zu ernst betrachtet und verstehe leichte Unterhaltung ohne Tiefgang nicht mehr? Nun gut, ich habe das Buch gelesen. Es hinterlässt bei mir keinen bleibenden Eindruck bzw. wird gar nicht in Erinnerung bleiben. Sehr schade, dass die Grundidee des Romans nicht besser umgesetzt ist. Die Frage, ob es sich beim Titel um eine Frage oder eine Feststellung handelt, wurde mir nicht beantwortet. Damit wurde ich also enttäuscht. Ich kann daher auch nur 2 von 5 Punkten verteilen und zwar für die eigentliche Idee und den flüssigen Schreibstil.

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Freundschaft

Von: Buchwoerter

17.11.2019

Vor ein paar Tagen feierten wir erneut die Wiedervereinigung! Keine trennende Mauer, kein gespaltetes Land und unterschiedlichen politischen Systeme mehr. DDR und BRD - ich kenne nur ein geeintes Deutschland und darüber bin ich wirklich sehr froh. Gregor Sander entführt uns in seinem Buch „Alles richtig gemacht” in die jüngere deutsche Geschichte und zwar auf eine unterhaltsame Art und Weise. . Darum geht’s: Thomas und Daniel kommen aus Rostock und sind noch jung, als es mit der DDR zu Ende geht, aber alt genug, um sich von der aufregenden neuen Zeit mitreißen zu lassen. Die ungleichen Freunde ziehen nach Berlin, das Leben scheint eine einzige Party. Doch irgendwann verschwindet Daniel. Als er Jahre später wieder auftaucht, wird Thomas' inzwischen bürgerliche Rechtsanwaltsexistenz gerade gewaltig durchgeschüttelt: Seine Frau ist weg und hat die beiden Töchter mitgenommen. Hat Daniel etwas damit zu tun, und wer hat hier überhaupt etwas richtig gemacht? . Thomas und Daniel wachsen gemeinsam in der DDR auf. Sie verbindet eine ganz besondere und ungewöhnliche Freundschaft, die alles andere als klassisch ist. Der Roman ist aus der Perspektive des Protagonisten Thomas beschrieben. Durch die verschiedenen Zeitebenen erfährt man viel über das Leben in der DDR und später im vereinten Deutschland. Ganz nebenbei erfährt man vom Alltag der Jugendlichen in der DDR. Das hat mir wirklich total gut gefunden. Genauso wie überall sind Thomas und Daniel Suchende: Liebe, Freundschaft, Zukunftspläne, Drogen, Integrität. Die Beziehung zwischen den beiden spielt eine permanente Rolle. Man sieht, wie zwei sich sehr ähnelnde Charaktere mit unterschiedlichen familiären Backround aufbrechen und sich in völlig verschiedenen Leben wiederfinden, obwohl sie ähnliche Voraussetzungen hatten. Immer wieder gibt es spannende Wendungen und Umbrüche im Roman. Das Lesen bleibt spannend und trotz der ernsten Thematik mit einem Augenzwinkern erzählt. Einige Stellen im Buch waren mir persönlich zu konstruiert. Ich bevorzuge es, wenn ein Roman realitätsnah durchweg bleibt. Wahrscheinlich wählte Sander dies als stilistisches Mittel bzw. um die Lockerheit oder die Differenzen deutlicher aufzuzeigen z.B. beim Kunstwerk (Kritik Kapitalismus). Es ist ein Buch, welches sich gut und schnell lesen lässt. Welches in Ansätzen Einblicke in die junge deutsche Geschichte gibt und welches über zentrale Fragen im Leben berichtet. Für mich ein interessantes, leichtes Buch, welches man lesen kann, aber nicht muss.

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Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall ist das Thema Ost-West-Beziehungen immer noch aktuell. Der in Schwerin geborene und mit dem 3Sat-Preis ausgezeichnete Autor Gregor Sander macht dies ebenso zum Thema, indem er seine zwei Hauptprotagonisten vor und nach der Wende begleitet. Die Reise beginnt in Roststock, führt nach Berlin, beschreibt die Metamorphose der Stadt vom Plattenbau zur Hippster-Hochburg – und sie baut kleine Schlenker durch Irland, Frankreich und New York ein. Im Mittelpunkt stehen die beiden Freunde Thomas und Daniel, die sich im Alter von 13 Jahren in Roststock kennenlernen. Beide sind sehr unterschiedlich. Es vereint sie der Außenseiterstatus, den sie in der Klasse einnehmen. Daniel wächst mit seiner alleinerziehenden Mutter, die ihn bereits mit 17 Jahren zur Welt gebracht hat, in ärmlichen, unkonventionellen Verhältnissen auf. Für den aus einer bürgerlichen Familie stammenden Thomas ist dies Neuland. Bald wird Daniels Mutter zum Objekt seiner sexuellen Phantasien. Während die beiden sich ins Erwachsenenleben, in Partys, Drogen und erste Beziehungen stürzen, geben sie sich stets Halt. Zum Beispiel als ihre Familien zerfallen, deren Mitglieder nach Öffnung der Mauer in den Westen ziehen oder am neuen Wirtschaftssystem scheitern. Die beiden Freunde ziehen sogar als WG-Partner zusammen. Nach der Wende schlagen Thomas und Daniel unterschiedliche Richtungen ein: Daniel ist ein Frauenheld und begnadeter Koch, der sich durch die Welt treiben lässt und im gemeinsamen Irlandurlaub auf der grünen Insel Wurzeln schlägt. Er ist und bleibt ein Anarchist. Der eher angepasste Thomas ist ehrgeizig, möchte Jura studieren und zieht nach Berlin. Er gründet eine Familie, arbeitet als Anwalt, zieht in ein ehemaliges Botschaftsgebäude. Scheinbar hat er es geschafft. Oder doch nicht? Denn plötzlich verlässt ihn seine Frau mit den beiden Töchtern, scheinbar aus dem Nichts. Oder hat Thomas nur die Zeichen nicht erkannt? Um dies herauszufinden arbeitet der Autor mit Rückblenden. Auf ein Kapitel in der Jetzt-Zeit folgt ein Kapitel in der Vergangenheit, der den Werdegang der beiden Hauptcharaktere nachzeichnet. Wer denn nun das „richtige“ Leben geführt hat, lässt der Autor offen. Wie so vieles, so auch den Schluss. Hauptthema ist die Freundschaft. Was passiert mit ihr, wenn sich die Beteiligten in konträre Richtungen weiterentwickeln? Kann Freundschaft auch Seitensprünge und bisexuelle Erfahrungen verkraften? Thomas und Daniel durchleben gemeinsam Höhen und Tiefen, auch wenn Daniel oft über Jahre hinweg ohne ein Lebenszeichen abtaucht und Thomas völlig von seinem Studium und den Vaterpflichten vereinnahmt wird. Doch die gemeinsame Vergangenheit schweißt zusammen. Sie prägt fürs ganze Leben. Der Erzählfluss lässt sich Zeit. Gerne verliert sich der Autor in Details, beschreibt das Lebensgefühl einer Generation, ohne dabei einen konkreten Spannungsbogen zu verfolgen. Er nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die besonders die entsprechenden Jahrgänge begeistern wird, die in den 80ern und 90ern ihre Jugend durchlebt haben. Musik, Literatur, Mode, wichtige politische Ereignisse – all dies ruft er wieder in Erinnerung. Gleichzeitig schafft er ein besseres Verständnis für die speziellen Eigenheiten zwischen Ost und West. All dies, ohne zu bewerten. Hat Gregor Sander alles richtig gemacht? Dies dürfen die Leser selbst entscheiden!

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