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Berlin 1989. Die Mauer ist gefallen. Im Osten war Anton ein Szeneheld, der dort mit seinem eigenen Club den Traum von Freiheit lebte. Nun geht er nach der Grenzöffnung mit großen Hoffnungen nach Westberlin. Doch er wird bitter enttäuscht, denn dort wartet niemand auf ihn. So führt ihn sein Weg zurück in die dahinsiechende DDR, zurück nach Düsterbusch. Kann er noch einmal die Szene mobilisieren?

In der Fortsetzung seines Kultromans »Düsterbusch City Lights« wirft Alexander Kühne anhand des Schicksals seines Helden Anton Kummer einen Blick auf die Zeit unmittelbar nach der Wiedervereinigung, in der Millionen Menschen voller Hoffnungen und Sorgen von einem besseren Leben träumten.

»Eine ehrliche, starke Story über menschliche Beziehungen, große Träume und den Wert von Heimat.«


Paperback , Klappenbroschur, 352 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-27266-8
Erschienen am  14. September 2020
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Die Düsterbusch-Romane

Leserstimmen

Glaubwürdig geschildertes Ringen um Selbstverwirklichung im Spannungsfeld zwischen Ost und West

Von: Dirk Hoffmann

01.10.2020

Anton Kummers Traum, am Rande des Spreewaldes in seinem Heimatdorf Düsterbusch einen Szene-Club nach Vorbild westlicher Metropolen zu etablieren, endete im Krankenhaus. Am 11. November 1989, zwei Tage nach dem Fall der Mauer, hat Kummer das Berliner Krankenhaus mit einer krassen Narbe auf dem deformierten Schädel verlassen und sucht seine alte Freundin Rita in der Lychener Straße auf. Doch statt der superheißen Braut in Stilettos, Netzstrumpfhosen und mit schwarzen Pflasterstreifen auf den Brustwarzen, die Kummer in Erinnerung hat, erwartet ihn ein weiblicher Yeti mit verfilzten Haaren und in viel zu großen Cargohosen. Als Kummer am nächsten Morgen im Westen Berlins in der Schlange vor der Sparkasse steht, um sein Begrüßungsgeld zu empfangen, lernt er die hübsche Halbrussin Irina aus Kirchhausen kennen, die sogar einmal in seinem Club „Helden des Fortschritts“ gewesen ist. Davon abgesehen fällt der erste Besuch im Westen ernüchternd aus. Zwar ersteht Kummer wie erhofft einige schöne Platten, aber zwölf Mark für einen Southern Comfort in dem Club, in dem er Nirvana live erleben darf, drücken schon etwas aufs Gemüt. Irina verliert er zunächst aus den Augen, doch schließlich kommt Kummer zum Zug, steht aber nach seiner Kündigung durch VEB Kulturwaren vor der Herausforderung, seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen, zumal unklar ist, ob seine kränkelnde Mutter ihre Rente bekommt und sein Vater nach der Auflösung der Firma, die Scheibenwischer für Wartburgs hergestellt hat, mit einem Wessi die Firma neu aufstellen kann oder in Frührente geht. Während Kummers alte Weggefährten den Club wieder mit Ossi-Charme wiederbeleben wollen, zieht er selbst das scheinbar große Los und wird Plattenvertreter für das in Minden ansässige Label Rock-Juwelen, dessen minderwertige Bootlegs auf farbigem Vinyl Kummer im Osten vertreiben soll. Das Interesse ist überraschend groß. Die Bestellungen in höheren Tausenderbereichen veranlassen Kummer zu ungeahnten Höhenflügen. Zwar ist seine Fahrerlaubnis noch für etliche Monate weg, trotzdem kauft er sich für 8000 Mark ein BMW-Cabrio. Doch der zunächst so traumhafte Job erweist sich schnell als Katastrophe, und auch die Beziehung zu Irina gerät in starke Schieflage. Kummer sehnt sich in seine Heimat zurück … „Eine heile Welt lag vor uns, mit Tchibo, Karstadt und Kochlöffel. Aber war diese Welt aus der Ferne, von einer Mauer getrennt, nicht viel interessanter gewesen? Ich spürte kurz eine gewisse Fremdheit gegenüber dieser Perfektion und hatte Sehnsucht nach dem, was ich kannte, obwohl ich die Zone eigentlich hasste wie die Pest. Ich verzehrte mich nach Baggerseen und den Liedern von Veronika Fischer, nach verkommenen Hausecken und wilden Müllkippen, nach Stille und dem DDR-Gefühl der Siebziger, irgendwie in Watte gepackt zu sein.“ (S. 168) Der in Meißen geborene und in Brandenburg aufgewachsene Fernsehjournalist Alexander Kühne hat mit seinem Debütroman „Düsterbusch City Lights“ (2016) wunderbar authentisch die Träume seines Protagonisten Anton Kummer beschrieben, innerhalb des politischen Systems der DDR einen Hauch von West-Feeling und Freiheit in der Dorfkneipe zu erzeugen, doch endete diese Utopie mit mehr als nur Kopfschmerzen. Sein Fortsetzungsroman „Kummer im Westen“ setzt kurz nach der Wiedervereinigung ein und beschreibt die (oft schnell begrabenen) Hoffnungen und Träume der ehemaligen DDR-Bürger, all die Privilegien genießen zu können, von denen die Menschen in der Ostzone immer geträumt haben. Doch mit dem Fall der Mauer kommt vor allem Unsicherheit ins Spiel. Am Schicksal seiner Eltern erlebt Kummer hautnah, dass die Menschen massenhaft von Arbeitslosigkeit bedroht sind, nachdem die Ost-Betriebe mangels Bedarf die Produktion einstellen mussten. Kühne beschreibt die Atmosphäre der deutschen Wiedervereinigung gekonnt als eine Konfrontation von ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen. Kummer muss schnell einsehen, dass im Westen längst nicht alles Gold ist, was glänzt, begegnet Vorurteilen und Herablassung, muss schließlich auch seinen Traum von Vertreter für Rock-Musikplatten begraben. „Kummer im Westen“ gefällt neben der wunderbar beobachteten und dargestellten Atmosphäre von Erwartung und Enttäuschung im Zuge des Mauerfalls vor allem durch die vielschichtigen, glaubwürdig gezeichneten Figuren und den komplizierten Beziehungen zwischen ihnen, wobei Humor und Tragik, Freude und Trauer entspannt die Waage halten. Der rührende Schluss lässt hoffen, dass Kühne uns weiterhin mit Anton Kummers turbulenten Überlebensstrategien im Spannungsfeld zwischen Ost und West unterhält.

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Vita

Alexander Kühne, geboren 1964 in Meißen, wuchs in Lugau, heute Brandenburg, auf. Nach der Lehre in einer Schraubenfabrik arbeitete er auf einem Kohleplatz, bei der Staatlichen Versicherung und verkaufte Modelleisenbahnen. Gleichzeitig organisierte er mit Freunden in seinem Heimatdorf Konzerte mit Bands der DDR-Punk- und New-Wave-Szene. 1990 zog er nach Berlin und machte eine Ausbildung zum Fernsehjournalisten. Er arbeitete als Redakteur für verschiedene TV-Magazine und schrieb Drehbücher. Sein Debütroman »Düsterbusch City Lights« wurde von arte/MDR unter dem Titel »Lugau City Lights« als Dokumentation verfilmt. Eine Bühnenfassung wurde am Theater Magdeburg aufgeführt.

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Events

10. Feb. 2021

Lesung mit Alexander Kühne

Berlin | Lesungen
Alexander Kühne
Kummer im Westen

18. Feb. 2021

Lesung mit Alexander Kühne

20:00 Uhr | Potsdam | Lesungen
Alexander Kühne
Kummer im Westen

Videos

Pressestimmen

»Ein Mann sucht sein Glück. Ein tragikomischer Blick auf die ersten Monate nach dem Mauerfall.«

ARD Moma (01. Oktober 2020)

»Alexander Kühne versteht es, in kalkuliert schnoddrigem Ton tragikomische Geschichten zu erzählen.«

»Großartig (…) Ich hatte so viel Spaß mit dem Buch.«

»Kühne berichtet von all dem mit Kenntnis und Liebe zum Thema: (N)ostalgiegefallen meidet er, Kitsch auch.«

musikexpress (10. September 2020)

»Sehr hautnah und authentisch geschildert, also wirklich eine Empfehlung wert.«

»Alexander Kühne hat mit seinem zweiten Roman ein lebendiges Panorama der chaotischen Wendejahre geschaffen, mit ihren wirren Hoffnungen und schmerzlichen Enttäuschungen.«

»Wieder schreibt Kühne mit einer überzeugenden Mischung aus Humor und Sinn für bittere Realitäten.«

Classic Rock, André Boße (14. Oktober 2020)

»Ein Buch, das viel Wahres und Differenziertes über die DDR zu berichten weiß, ohne auch nur einen Moment lang in schmierige Ostalgie zu verfallen.«

Michael Feldmann, MDR 1 über "Düsterbusch City Lights" (07. März 2016)

»So lässig, selbstironisch und witzig, dass man das Buch, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen will. Schöner kann man DDR-Geschichte nicht wiederbeleben.«

Deutschlandradio Kultur über "Düsterbusch City Lights"

»Maximal authentisch«

DIE ZEIT, Alexander Cammann über das Hörbuch zu "Düsterbusch City Lights" (14. Juli 2016)

»Ein schräges Vergnügen ... ein ganz anderes, irrwitziges DDR-Buch.«

Burghart Klaußner im Tagesspiegel über "Düsterbusch City Lights"

»Authentische Erinnerungsliteratur, gegen die die Genreklassiker von Jana Hensel, Jakob Hein und Thomas Brussig wie Kolportage wirken.«

Steffen Könau, MZ Mitteldeutschland über "Düsterbusch City Lights" (08. März 2016)

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