Liebestöter

Ein Rosenheim-Krimi

Paperback
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Sie ist eine Frau und sie ist erfolgreich. Zuviel für Rosenheims Männerwelt?

Vitus Pangratz, Kommissar AD, und seine Tochter Johanna "Jo" Coleman ermitteln in ihrem zweiten Fall: In der beschaulichen Rosenheimer Altstadt wird eine Coaching-Agentur für selbstbewusste und erfolgreiche Frauen eröffnet. Das gefällt nicht jedem. Als jedoch ein Mordanschlag auf die "Weiberheldin"-Inhaberin Marina Pfister verübt wird, stellt sich heraus, dass diese unter der Ladentheke auch noch ganz andere aufmunternde Dinge an die Frau brachte. Ein Grund, sie mundtot zu machen?


ORIGINALAUSGABE
Originaltitel: Herzipopperl
Paperback , Klappenbroschur, 512 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-442-71712-5
Erschienen am  14. September 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Rosenheim, Deutschland

Die Rosenheim-Krimis

Leserstimmen

Weiberheldinnen

Von: Lesefee23.05

22.12.2020

„Du kannst, was immer du willst!“ „Liebestöter – Ein Rosenheim-Krimi“ ist der zweite Band der Buchreihe um Vitus Pangratz und seine Tochter Jo Coleman von der Autorin Alma Bayer. Er erschien im September 2020 im btb-Verlag. Jo’s beste Freundin Marina wird in ihrem eigenen Laden erwürgt aufgefunden. Als sogenannte „Weiberheldin“ und Life-Coach für Frauen, hat sie sich im beschaulichen Rosenheim nicht gerade Freunde gemacht. Wer also könnte der Täter sein? Ein weiterer Fall für Vitus und seine Tochter stellt die beiden vor so manches Hindernis… Der neue Roman von Alma Bayer ist für mich gleichzeitig der erste Roman der Autorin. Mit seinem typisch bayerischen Buchlayout ist sofort klar, auf was man sich als Leser einstellen kann. Ich fühlte mich sogleich an Rita Falks „Eberhofer-Krimis“ erinnert und meine Erwartungen in dieser Hinsicht wurden auch definitiv erfüllt. Mit dem Rosenheim-Krimi taucht man hinein in die bayerische Welt, genauso, wie man sie sich immer vorstellt: Brezeln, Bier, Lederhosen, Oktoberfest. Der bayerische Lebensstil wird brillant beschrieben und auch immer wieder mal aufs Korn genommen. Ich habe an einigen Stellen definitiv schmunzeln müssen, fand aber die vielen Passagen mit bayerischem Dialekt schwierig. Zwar wurde auch alles ins Hochdeutsche übersetzt, für mich unterbrach das Bayerische den Lesefluss allerdings immer wieder, sodass ich einige Zeit nur stockend vorankam. Ebenso ging es mir mit den Namen, die sich sehr häufig vollständig wiederholten. „Johanna ‚Jo‘ Coleman“ zum Beispiel konnte ich nach einiger Zeit nicht mehr hören. Sicherlich ist dies eine Hilfestellung, da es tatsächlich sehr viele Figuren im Roman gibt und die Erzählperspektive durch die kurzen Kapitel häufig wechselt, trotzdem hätte ich mir nach einigen Seiten Einführung die Abkürzung der Namen gewünscht. Durch diesen für mich eher stockenden Schreibstil kam ich zu Beginn des Romans nicht richtig in die Handlung hinein. Erst nach etwa einem Drittel begann der Roman mich absolut zu fesseln. Hier hatte ich schließlich die grundsätzlichen Zusammenhänge der Figuren verstanden und die auch die eigentliche Ermittlungstätigkeit von Jo und ihrem Vater Vitus begann endlich konkreter zu werden. Die Suche nach Marinas Mörder gestaltet sich tatsächlich sehr spannend und bis zum Schluss war ich mir nicht ganz sicher, wer es nun sein würde – schließlich hat irgendwie fast jeder ein Motiv... Das Ende war dann für mich persönlich leider ein absolutes No-Go, dies kann ich aber, ohne zu spoilern, nicht direkt erklären. Für mich passt es aber nicht in mein Weltbild und war mir für den ansonsten eher lockeren und leichten Roman zu blutig und brutal. Dies mag aber für viele Leser nicht so sein, denn ich bin in dieser Beziehung sehr zart besaitet und definitiv empfindlich! Alle Figuren sind indes authentisch, sympathisch und liebevoll gestaltet, gerade Vitus habe ich sehr ins Herz geschlossen. Jede Person ist auf ihre Weise einzigartig und mit passenden Charakterzügen und Eigenheiten versehen. Typisch Kriminalroman liegt der Fokus weniger auf den Ermittlungen, sondern mehr auf den Protagonisten und ihrer persönlichen Geschichte. So erfährt man nebenbei sehr viel über Jo’s und Vitus Leben und ihre Gefühle, aber auch über die Affären und Klüngeleien der Rosenheimer. Gefühlt kennt jeder jeden und irgendwie hatte wohl auch schon fast jeder etwas mit jedem, irgendwie typisch Kleinstadt, dabei ist Rosenheim wohl doch eher nicht ganz so klein… 😉 Trotzdem sind gerade diese Klüngeleien sehr sympathisch und haben mir persönlich sehr gut gefallen. Auch die angeschnittenen Themen und gerade die Beschäftigung mit der Emanzipation und der Frage danach, ob wirklich jede Frau Hausfrau und Mutter sein möchte, hat mir gut gefallen. Natürlich ist die Darstellung überspitzt, aber sie veranschaulicht auf humorvolle Art angestaubte Ansichten und „typische“ Geschlechterrollen. Da ich Band 1 der Reihe nicht kenne, bleiben bei mir noch einige Fragen zu Jo und Vitus offen, ich überlege daher nun, direkt mit Band 1 der Rosenheim-Krimis weiterzumachen, denke aber nicht, dass man die Bücher unbedingt zusammenhängend lesen muss, um die Handlung verstehen zu können. Mein Fazit: „Liebestöter“ ist ein spritziger und unterhaltsamer Kriminalroman, der die typisch bayerische Lebensart zur Geltung bringt und an Rita Falks Eberhofer-Krimis erinnert. Ich empfehle ihn Krimifans, die eine humorvolle Ermittlung mögen, bei der nicht unbedingt der Mord im Mittelpunkt stehen muss. Für mich hatte der Krimi ein paar Schwachstellen, aber auch einige gute und spannende Lesemomente, weshalb ich 3,5 von 5 Sternen vergebe.

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Regionalkrimi mit feministischen und politischen Elementen

Von: glimrende

04.10.2020

WESPENNEST IN ROSENHEIM Mordanschlag im beschaulichen Rosenheim: die „Weiberheldin“ (= Inhaberin einer feministischen Coaching-Agentur) Marina Pfister liegt im Koma. Verdächtige gibt es – insbesondere innerhalb der männlichen Bevölkerung Rosenheims – viele. Denn die fühlten sich von der selbstbewussten Marina, die zu allem Überfluss auch noch die Ehefrauen „aufgestachelt“ hat, in ihrer fragilen Männlichkeit bedroht. Da auch der ermittelnde Polizeibeamte nicht gerade als Fan Marinas bekannt ist, nimmt Kommissar a.D. Vitus Pangratz zusammen mit seiner aus den USA angereisten Tochter Jo das Heft selbst in die Hand. Und sticht dabei in ein Wespennest aus altbackenen Wertvorstellungen, politischem Filz und Eifersucht. Eine ausgesprochen explosive Mischung… FEMINISMUS UND POLITIK Mir hat „Liebestöter“ richtig viel Spaß gemacht. Das lag zum einen an den typischen Regionalkrimi-Elementen wie Lokalkolorit (wenn schon dieses Jahr kein Oktoberfest stattfinden kann, habe ich zumindest sehr viel über die „Rosenheimer Wies’n“ erfahren) und Humor. Da hat Alma Bayer in meinen Augen genau die richtige Mischung getroffen. Zum anderen hat mir super gefallen, wie sowohl eine starke feministische Botschaft als auch die Beschreibung einer „volkstümmelnden“ Partei mitgeliefert wurden. Besagte Partei erinnert latent an eine bundesweit aktive Partei am rechten Rand. Die wurde in „Liebestöter“ quasi in eine bayrische Version umgewandelt. Mit erzkonservativen Parteimitgliedern, denen ein modernes Familienbild und jegliche Diversität ein Dorn im Auge sind. Die sich aber auch ganz wunderbar selbst entlarven, indem sie sprichwörtlich nach außen Wasser predigen, im privaten Umfeld aber zu gerne Wein saufen (und sich z.B. Affären leisten, während die treusorgende Gattin daheim am Herd hocken soll). LIEBENSWERTE ERMITTLER Auch Vitus mit seinem tragischen Liebesleben und seine in Liebesdingen nicht minder unerfolgreich agierende Tochter Jo sind mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Weshalb ich mir unbedingt eine Fortsetzung von „Liebestöter“ wünsche. Ich möchte zu gerne wissen, wie es im Leben der beiden weitergeht. INSGESAMT DAUMEN NACH OBEN Einzig die Auflösung des Kriminalfalls am Ende des Buches war für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach und offensichtlich. Da mir die Seiten zuvor aber so viel Spaß gemacht haben, fällt mein Fazit zu „Liebestöter“ trotzdem positiv aus. Diese Geschichte war einfach klasse und die perfekte Lektüre für meinen Berchtesgaden-Urlaub. Gerne mehr davon.

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Vita

Hinter dem Pseudonym Alma Bayer verbirgt sich eine Autorin aus Oberbayern. Nachdem sie 15 Jahren lang als Journalistin in der Welt unterwegs war, zog sie zurück in ihre Heimat und wechselte von den Fakten zur Fantasie. Die bayrische Seele lässt sich ohnehin nur mit Vorstellungskraft, wildem Witz und viel Herz wahrhaftig beschreiben.

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