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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki Roman

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Taschenbuch, Leinen ISBN: 978-3-442-71515-2

Erschienen:  14.08.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen.

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos. Als er nach der gemeinsamen Schulzeit nach Tokyo geht, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Er erhält einen Anruf: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt. Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-Jährige seiner neuen Freundin Sara uns stellt sich, von ihr ermutigt, den Dämonen seiner Vergangenheit.

ÜBERSICHT ZU HARUKI MURAKAMI

Haruki Murakami ist der international gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Er hat die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt.

Haruki Murakami bei btb

1Q84

Murakamis Opus Magnum: eine Welt neben der unseren

Bitte beachten Sie, dass zwecks Vollständigkeit ggf. auch Bücher mit aufgeführt werden, die derzeit nicht lieferbar oder nicht bei der Verlagsgruppe Random House erschienen sind.

Haruki Murakami (Autor)

Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto, ist der international gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Roman "Gefährliche Geliebte" entzweite das Literarische Quartett, mit "Mister Aufziehvogel" schrieb er das Kultbuch seiner Generation. Ferner hat er die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt.

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Originaltitel: Shikisai wo motanai Tazaki Tsukuru to, kare no junrei no toshi
Originalverlag: Bungeishunju

Taschenbuch, Leinen, 416 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
mit Lesebändchen

ISBN: 978-3-442-71515-2

€ 11,00 [D] | € 11,40 [A] | CHF 15,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen:  14.08.2017

  • Leserstimmen

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Todtraurig. Aber auch hoffnungsvoll.

Von: Katharina Datum: 10.11.2017

www.waldvoegelein.wordpress.com

»Ich liebe Murakami. Jedes Jahr lese ich mindestens eines seiner Bücher. 2016 war es „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“: Murakami baut auch hier wieder eine sphärische Welt auf. Dieses Buch schien mir näher an der realen Welt als manch anderes seiner Werke. Das liegt daran, dass Tsukuru Tazaki ein reales Problem hat: Vor Jahren distanzierten sich plötzlich seine vier besten Freunde von ihm und er weiß nicht wieso. Durch dieses Erlebnis hat er immer noch Probleme, Bindungen aufzubauen. Als er Sara kennenlernt, will er dies ändern und stellt sich seiner Vergangenheit. Der Schmerz, den Tsukuru verspürt, die Trauer, das Leiden, hat mich sehr berührt. Todtraurig. Aber auch hoffnungsvoll. Zum Abschluss eines meiner Lieblingszitate:
„Alle Geräusche verbanden sich zu einem schrillen Pfeifen in seinem Ohr. Es war ein besonderer Laut, der nur in unendlich tiefer Stille zu vernehmen war. Er kam nicht von außen, sondern entstand tief in seinem Inneren. Jeder Mensch trägt solch einen eigentümlichen Laut in sich. Doch nur selten hat man Gelegenheit, ihn zu vernehmen.“ (S. 211)«

Weil ich nichts bin.

Von: Mikka Gottstein  aus Hilter aTW Datum: 17.07.2018

https://wordpress.mikkaliest.de/2018/06/04/rezension-haruki-murakami-die-pilgerjahre-des-farblosen-herrn-tazaki/

Haruki Murakami erzählt die leise Geschichte eines Mannes, der sich selber in nur einer Hinsicht für außergewöhnlich hält: außergewöhnlich belanglos.

Tazaki Tsukuro hat vier enge Freunde, die ihm alles bedeuteten. Alle tragen eine Farbe im Namen: Akamatsu (Rotkiefer), Oumi (blaues Meer), Kurono (schwarzes Feld) und Shirane (weiße Wurzel). Nur sein eigener Name ist so farblos, wie er sich auch als Mensch empfindet.

Als die Freunde ihn von einem Tag auf den anderen brutal verstoßen, ist Tsukuro zutiefst verwundet. Monatelang taumelt er am Rande des Abgrunds, sehnt den Sturz fast herbei. Der Tod wäre ihm willkommen, doch trotz dieses Leidensdrucks wagt er nicht, auf einer Erklärung zu bestehen.

Erst sechzehn Jahre später zieht er los, diese alte Wunde zu schließen.

Dass es fünf Freunde sind und Tsukuru sich für leer hält, ist sicher kein Zufall – zu deutlich erinnert es an die Fünf-Elemente-Lehre in Japan. Neben Erde, Wasser, Feuer und Luft gibt es dort als fünftes Element die Leere.

Daraus ergibt sich eine interessante Symbolik, die sich durch das gesamte Buch zieht, ohne dass es erzwungen wirkt. Tsukurus Freunde, allesamt unverwechselbare Persönlichkeiten, brauchen ihn – ihn, den Farblosen! –, damit ihre perfekte Harmonie funktionieren kann.

Nach dieser Harmonie verzehrt sich Tsukuru seit dem Bruch, in keiner anderen Beziehung kann er sie finden. Erst spät kommt er zur Erkenntnis:

Zitat:
“Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust.”

Als Figur macht es Tsukuro dem Leser erst nicht leicht.

Über lange Passagen lässt er sich antriebslos treiben, Beziehungen zu anderen Menschen knüpft er eher zufällig. Wenn diese scheitern, nimmt er es hin und sieht es als weiteren Beweis seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Es ist schwer, sich mit ihm zu identifizieren, denn seine Persönlichkeit scheint an seinen Erlebnissen nicht zu wachsen.

Was das Buch vorantreibt, ist in den ersten Kapiteln allein das ungelöste Rätsel, aus welchem Grund die Freunde ihn damals verstießen.

Doch dann verliebt er sich in eine Frau namens Sara Kimoto, erzählt ihr die alte Geschichte, und sie überzeugt ihn, dass er die Freunde zur Rede stellen muss. Nur so könne die Verwundung heilen und er wäre offen für eine tiefere Beziehung.

Sara selbst bleibt ein eher blasser Charakter. Sie ist bezaubernd, intelligent und einfühlsam, aber wenig mehr als der Stein des Anstoßes für Tsukuro. Der kommt endlich in Bewegung, nimmt sein Leben in die Hand und reist das erste Mal in seinem Leben ins Ausland.

Ab hier entwickelt sich ein ganz anderer Spannungsbogen.

Der Grund für den Bruch, den Tuskuro endlich erfährt, ist schockierend. Aber obwohl der Grund Stoff für einen Thriller bieten könnte, liegt das Augenmerk auf Tsukuros persönlicher Entwicklung. Es bleibt eine leise Geschichte, die eine umso größere Sogkraft entwickelt, je mehr ihr Protagonist seine Apathie abschüttelt.

Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie, und das macht der Autor meisterhaft. Träume spielen immer wieder eine große Rolle – dabei ist unklar, ob sie Spiegel oder Verzerrung der Realität sind, Erinnerung oder Vorahnung.

Haruki Murakami beschreibt die Pilgerreise seines farblosen Helden in einer Sprache, die wundervoll poetische Momente hat.

Dennoch sind seine Sätze ruhig und kristallklar, vieles vermittelt er über leise Andeutungen und symbolische Bilder. Die Dialoge sind für westliche Ohren ungewohnt verhalten und höflich, das Ungesagte schwingt jedoch immer mit.

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