Ich war Hitlers Trauzeuge

Roman

(8)
Taschenbuch
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Ein fulminanter Roman über die Absurdität der letzten Kriegswochen

Anfang April 1945, die letzten Tage des »Dritten Reiches«. Bislang konnte der untergetauchte Jude Harry seinen Häschern entkommen, doch nun hat ihn das Glück verlassen. Wäre da nicht Leni Riefenstahl, die aus dem großen Lauf für den »Führer«, der in zwanzig Etappen von Berchtesgaden aus tausend Kilometer durch das »Tausendjährige Reich« führt, noch den großen Durchhaltefilm drehen soll. Doch es ist nicht mehr leicht, genügend Teilnehmer aufzubieten, und so gerät Harry dank Riefenstahls Hilfe in den Pulk der Läufer. Der irrwitzige Lauf führt ihn schließlich bis in den Berliner Führerbunker, wo er nicht nur als Trauzeuge von Adolf Hitler und Eva Braun Geschichte schreibt ...

»Regisseur Peter Keglevic ist ein rasanter Schelmenroman geglückt.«

Der Tagesspiegel, Katrin Hillgruber

ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Originaltitel: Ich war Hitlers Trauzeuge
Originalverlag: Knaus, München 2017
Taschenbuch, Broschur, 576 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-328-10377-6
Erschienen am  10. Dezember 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

"Ich war Hitlers Trauzeuge" - Ein Schelmenroman von Peter Keglevic?

Von: imsoinlovewithbooks

05.02.2019

"Ein rasanter Schelmenroman", das steht auf der Rückseite der Taschenbuchausgabe dieses Buches. Wir schreiben April des Jahres 1945 und lernen Harry Freudenthal kennen. Ein untergetauchter Jude im naziinfizierten Deutschland. Ein Jude, der besonders eines gut kann: Laufen! Und so läuft er von Berchtesgaden aus um sein Leben, nachdem die Reichsfilmregisseurin Leni Riefenstahl ihn vor dem sicheren Tod rettet. Das Ziel: Berlin. Den der Sieger des Geburtstagslaufs für Adolf Hitler, soll diesem am Ende die Hand schütteln. "Ein rasanter Schelmenroman". Damit habe ich beim Anfragen dieses Buches überhaupt nicht gerechnet (Wobei ich nicht wirklich weiß, womit ich eigentlich gerechnet habe). Irgendwie hat mich das Buch angesprochen und meine nicht vorhandene Erwartung hat mich absolut nicht enttäuscht. Dieses Buch ist nicht immer besonders spannend. Deutschland geht unter und ein paar Männer rennen los, um den Mann zum Geburtstag zu ehren, der für Abermillionen Gräueltaten verantwortlich ist. Allein hierin zeigen sich schon der Sarkasmus und die Ironie der Geschichte. Harry Freudenthal ist eine sehr interessant gezeichnete Figur. Ein Lebensflüchtling, der nie wirklich sicher ist, immer auf der Flucht und der niemandem wirklich trauen kann, der es aber doch immer wieder schafft, auf groteske Weisen zu entkommen. Fast wie ein Till Eulenspiegel des Dritten Reichs. Gleichzeitig wurde Harry immer verschwommener und ich hatte manchmal meine Schwierigkeiten, ihm zu glauben, was jedoch unbedingt zur Geschichte passte. Keglevic´s Schreibstil war nicht immer besonders spannend. Im Großen und Ganzen verfolgt der Leser einfach nur den Lauf. Allerdings werden immer wieder Einschübe aus Harrys Vergangenheit eingebracht und besonders diese waren es, die mich faszinieren konnten. Da habe ich dem Autor die ein oder andere Länge leicht verziehen. Ich kann nicht anders, als diesen Roman weiterzuempfehlen. Jeder Leser muss jedoch mit sich selbst abmachen, ob er mit der Art und Weise klarkommt, wie die Umstände in Deutschland in dieser Zeit manchmal ins Lächerliche gezogen werden. Trotzdem geht das hier geschilderte Grauen doch unter die Haut und wird lediglich mit einer Satire verbunden, die die vorantreibenden, die im Dritte Reich das Sagen hatten ja eigentlich gut zeichnet. Ein Haufen grausamer Vollidioten, wenn ich das so offen sagen darf. Keglevic zeigt in diesem Roman aber auch, dass auch die Opfer nicht unfehlbar sind. Sie sind Menschen, die im Leben Fehler begangen haben oder immer noch begehen. Sie werden hier nicht idealisiert, verlieren aber gleichzeitig nicht ihre Rolle, die sie leider in diesem Buch haben und in der realen Vergangenheit tatsächlich hatten. Mr. Wikipedia hat mich während der Lektüre oft begleitet, da ich einige historische Personen gefunden habe, über die ich mehr wissen wollte. Der Autor spannt Fiktion also um die damals herrschende Realität, was die Geschichte noch eindrücklicher machte. Ich weiß, dass einige Leser es nicht mögen, wenn Frauenfiguren in Büchern sexualisiert werden. Hier ist dies meiner Meinung der Fall und besonders die Mitglieder des BDM. Ich bin davon zwar auch kein großer Fan, allerdings stört es mich auch nicht besonders, sofern dieser Missstand in Büchern und nicht in der Realität stattfindet. Im Allgemeinen habe ich dieses Buch gerne gelesen. Manchmal mit Schrecken, manchmal mit einem Augenzwinkern. Daher kann ich es unter den oben genannten Vorbehalten weiterempfehlen. In diesem Sinne: Lauffreudiges Lesen!

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Harry Freudenthals Lauf ums Leben

Von: Eva Krafczyk

31.01.2019

Bitterböse, tieftraurig, voll makabrer Komik und schwarzem Humor – mit „Ich war Hitlers Trauzeuge“ hat Peter Keglevic einen Roman mit ungewöhnlicher Perspektive über die Endphase des Zweiten Weltkriegs, über Endsiegglauben, Untergangsstimmung und das Überleben seiner Hauptfigur Harry gegen alle Wahrscheinlichkeit geschrieben. Denn Harry Freudenthal, jüngster Sohn einer Berliner Zahnarztfamilie, wäre als Jude im April 1945 eigentlich wie schon all die Jahre zuvor ein Todgeweihter. Jahrelang lebte er als Untergetauchter, mit falschen Papieren, auf einer Odyssee kreuz und quer durch Europa. Er ist der einzige, der übrig ist von seiner Familie, die sich so mit Deutschland identifiziert hatte, dass die meisten von ihnen bis zuletzt nicht wahrhaben wollten, dass ihre Heimat sie nicht nur ausgestoßen hatte, sondern ihren Tod wollte – Eisernes Kreuz aus dem Ersten Weltkrieg hin, tiefe Verwurzelung in der deutschen Musik und Literatur her. Wieder einmal ist Harry den Häschern im letzten Moment entkommen, aus Wien geflohen und mit einer Pilgergruppe unterwegs zum Jakobsweg. Doch dann wird er erst festgenommen und dann als Läufer für den „Tausender Lauf“ rekrutiert – zum Geburtstag Hitlers sollen die Läufer nach tausend Kilometer Strecke in Berlin eintreffen und der Sieger dem deutschen Diktator persönlich gratulieren können. Harry, der jahrelang um sein Leben lief, tritt nun unter seinem falschen Namen Paul Renner zum Lauf seines Lebens an. Keglevic hätte zu Endzeit-Dramatik greifen können, aber er entschied sich für schwarzen Humor, eine Art Schelmenroman in den Ruinen dessen, was vom Deutschen Reich im letzten Kriegsmonat noch übrig ist. Eine Schar von Läufern, die ständig schrumpft, angetrieben von der resoluten Hilde, einer Mädelscharführerin, dokumentiert von einem Reporter des „Völkischen Beobachters“ und der Reichsfilmregisseurin Leni Riefenstahl. An jeder Etappe gibt es Durchhalteparolen, und Bürgermeister und Parteibonzen sprechen voll Pathos vom Endsieg. Doch nicht nur Harry weiß, das Ende steht bevor. Immer wieder muss die Etappenroute geändert werden – Luftangriffe haben die Städte zerstört, in denen die Läufer eigentlich triumphal einlaufen sollten. Die Amerikaner nahen von hinten, die Rote Armee vom Osten und schnell wird klar, dass die Läufer nicht so schnell sein können wie der Vormarsch der Alliierten. Dass der Lauf dann doch noch bis Berlin führt, hat viel mit einem abgeschossenen amerikanischen Fallschirmspringer zu tunn, mit der Wettleidenschaft von General Patton und einer Eigendynamik, die zwar zalhreiche Umwege und Verwirrungen garantiert, aber Harry immer näher in die Höhle des Löwen bringt. Warum setzt er sich nicht ab wie viele andere der Läufer? Sucht Sicherheit bei den amerikanischen Truppen, gibt sich als Verfolgter des Nazi-Regimes zu erkennen? Ist es nur das Lächeln eines BDM-Mädchens, dass ihr verzaubert hat? Die wiederkehrenden Träume, in denen seine toten Angehörigen ihn mahnen, ihren Auftrag zu erfüllen? Und welches Vermächtnis haben sie ihm hinterlassen? Auf fast 600 Buchseiten entwickelt sich die Geschichte Harrys und seines Lebenslaufs, mit makaber- absurden, schrecklichen, gelegentlich urkomischen Situationen, mit Rückblicken auf Flucht und Überlebenskampf der vorangegangenen Jahre, auf menschliche Größe und Niedertracht. Als Leser fiebert man mit Harry und blickt auf die letzten Tage des Dritten Reiches aus einer ganz neuen Perspektive. Das Lachen bleibt dabei oft in der Kehle stecken. Ein Buch, das viele Leser verdient.

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Vita

Peter Keglevic, geboren 1950 in Salzburg und gelernter Buchhändler, ist ein erfolgreicher TV-Regisseur, ausgezeichnet u. a. mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis. Seit über 20 Jahren hat er für seinen ersten Roman »Ich war Hitlers Trauzeuge« recherchiert.

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26. Sep. 2019

Buchpräsentation

Berlin | Lesungen
Peter Keglevic
Ich war Hitlers Trauzeuge

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Pressestimmen

»Man muss schon ziemlich oft schlucken und nicht selten laut lachen, wenn man diesen gerade erschienenen 600-Seiten-Wälzer zur Hand nimmt.«

Süddeutsche Zeitung, Christian Mayer

»›Ich war Hitlers Trauzeuge‹ ist erfunden. Man muss das immer vorsagen, denn alles wirkt echt.«

Kurier (A), Peter Pisa

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