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Umweg nach Hause Roman

Kundenrezensionen (9)

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-7341-0266-0

Erschienen: 18.07.2016
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Eine bittersüße Geschichte über Freundschaft, einen verrückten Roadtrip und den Mut zu leben.

Ben geht’s nicht gut – weder persönlich noch finanziell. Nach einem Crashkurs in »häuslicher Pflege« heuert er bei Trevor an, einem zynischen Jugendlichen, der unheilbar krank ist und im Rollstuhl sitzt. Trevs Vater Bob suchte gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im VW-Bus quer durch die USA zu fahren, um ihn zu besuchen. Ein schräger Roadtrip voller überraschender Begegnungen und skurriler Abenteuer beginnt ...

Jonathan Evison (Autor)

Jonathan Evison, 1968 in San Jose, Kalifornien, geboren, wurde mit seinem Roman „Alles über Lulu” bekannt, für den er den Washington State Book Award erhielt.

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Aus dem Amerikanischen von Isabel Bogdan
Originaltitel: The Revised Fundamentals of Caregiving
Originalverlag: Algonquin Books, New York 2012

Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-7341-0266-0

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blanvalet

Erschienen: 18.07.2016

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Ein Roadtrip mit Herz

Von: Alexandra (The Read Pack) Datum: 16.11.2016

www.readpack.de

Weil für mich Bücher auch immer eine Reise und ein Aufbruch ins Unbekannte sind, lese ich unheimlich gern Roadtrips. Einen ganz Besonderen habe ich in „Umweg nach Hause“ gefunden.

Eigentlich möchte Ben, der nach einem Schicksalsschlag eher orientierungslos vor sich hin lebt, nur wieder zu Geld kommen. Nach einem kurzen Lehrgang bekommt er kurzfristig einen Job als Pfleger des schwerbehinderten Trevor. Dieser ist ein mürrischer Teenager wie er im Buche steht und hat „ganz nebenbei“ noch ALS. Statt Trevor weiterhin in seiner Komfortzone zu betreuen (die primär aus Waffeln und dem Wetterbericht im TV besteht), möchte Ben ihm die Welt zeigen… oder doch zumindest das größte Erdloch der Welt.

Ein wenig erinnert die Geschichte an den Kinoerfolg „Ziemlich beste Freunde“, ein billiger Abklatsch ist sie in meinen Augen dennoch nicht. „Umweg nach Hause“ wirkt etwas chaotischer und planloser und ist insgesamt jugendlicher als „Ziemlich beste Freunde“. Das macht sich schon durch die Sprache und die Gedanken der Figuren bemerkbar. Ich mag so etwas und fühlte mich von dem unkonventionellen, frechen Ton gut angesprochen. Die Witze gehen manchmal fast unter die Gürtellinie, die Situationen scheinen bizarr aber genau dadurch ist die Geschichte so lebendig.

Außerdem spielt neben Behinderung und Pflege vor allem das Thema Elternschaft in all seinen Facetten eine zentrale Rolle. Das Buch handelt vom Eltern werden, vom (Über)Behüten, vom Loslassen und Versöhnung. Für meinen Geschmack ist es wunderschön gelungen, wie dieses Thema durch die unterschiedlichen Charaktere immer neue Aspekte gewinnt. Auch Trevor ist in der Geschichte nicht „nur der Behinderte“. Seine schwierige Beziehung zum Vater und die Kraft, die Verzeihen manchmal kostet, sind gelungene Aspekte der Geschichte und lassen ihn als Protagonisten angenehm normal wirken. Gerade das macht die Geschichte für mich einzigartig.

Natürlich steht Trevors Behinderung und sein Charakter insgesamt im Mittelpunkt der Geschichte ist aber für meinen Geschmack angenehm unkompliziert in die Handlung eingewoben. Ich kann nicht beurteilen, in wie weit das einer so schwerwiegenden Erkrankung gerecht wird und ob der Ton in dieser Hinsicht immer angemessen ist. Es schafft für mich aber den Spagat zwischen schwierigem Thema und unterhaltsamer, unverkrampfter Darstellung.

Gelungen ist in meinen Augen auch die Art, wie Ben als Pfleger genügend Raum in der Geschichte bekommt. Durch immer wieder eingestreute Rückblenden erfahren wir seine (tragische) Geschichte. Er ist nicht der konturlose Typ, der Trevor aufs Klo hilft, sondern bekommt ein ganz eigenes Gesicht, Träume und Probleme. Erst dadurch wurde die Handlung in sich wirklich nachvollziehbar.

Ihr merkt, insgesamt habe ich wirklich wenig bis nichts zu meckern. Die Geschichte mag erzählerisch nicht jedermanns Geschmack sein, dafür sind Ton und Stil vielleicht ein bisschen derb. Für mich bildet all das aber genau die richtige Einheit.

Im Leben verirrt

Von: BücherKaterTee Datum: 16.09.2016

www.buecher-kater-tee.de

Im eigenen Leben verirrt

Ben ist arbeitslos und hat Geldsorgen. Deswegen lässt er sich in einem Schnellkurs als Pflegehilfskraft ausbilden. Er wird Trevor zugeteilt. Dieser ist erst 18 Jahre alt und an Muskeldystrophie erkrankt.
Trevor verbringt den Tag im Rollstuhl und mit starren Routinen. Ben fällt es zunächst schwer, sich auf Trevor einzulassen, so wie es ihm ohnehin schwer fällt sein Leben zu führen. Denn Ben musste mit ansehen, wie seine beiden Kinder starben – durch seine Nachlässigkeit.

Trevor hadert ebenfalls mit seinem Leben. Durch seine Behinderung ist er auf ständige Hilfe angewiesen. Als trevor klein war, ist sein Vater Bob vor seiner Verantwortung geflüchtet und hat Trevor und seine Mutter alleine gelasse
n. Seine Mutter ist deswegen verbittert.

Ben steht in zwei Leben: In Rückblenden erlebt er seine Vergangenheit mit seinen Kindern, in der Gegenwart versucht er als Pflegehelfer seinen Aufgaben für Trevor gerecht zu werden. Das fällt ihm nicht leicht. Ben ist Misserfolg gewohnt.

In dem Bemühen, Trevors Leben zu verbessern und ihn mit Bob zu versöhnen, schlägt Ben vor, mit Trevor im Auto zu Bob zu reisen. Auf dem Wege werden sich die beiden die langweiligsten Attraktionen der Vereinigten Staaten ansehen. (ein doppelstöckiges Klo, das größte Loch der USA…)

Mutter Elsa erlaubt dies mit großen Bedenken und Auflagen. denn sie vertraut Ben nicht.

Die Reise wird ein besonderes Abenteuer werden: Sie treffen die junge Dorothy, die lieber Dot genannt werden möchte und auf der Flucht vor sich selbst ist, Peaches, eine junge Schwangere und deren verrückten Freund. Und sie werden verfolgt – wie sich später herausstellen wird – von jemanden, der ebenfalls (noch) nicht mit sich im Reinen ist.

Diese Reise „der Verspätungen und Verschiebungen“, wie Ben ihren Roadtrip ne9783462046595nnen wird, wird jeden Einzelnen der bunten Reisegesellschaft mehr zu sich führen.

Die skurrilen Zusammentreffen auf dieser Reise beschreibt Jonathan Evison in schillernden Farben und viel Witz. Der Roadtrip wird zu einer Pilgerreise, auf der Freundschaften geschlossen und neue Perspektiven eröffnet werden. Evison absolviert einen wunderbaren Spagat zwischen den schweren Schicksalen der Protagonisten und den Möglichkeiten, die sie sich trotz, wegen oder mit diesen Schicksalen und der Hilfe der Anderen erarbeiten.

Der „Umweg nach Hause“ ist eine Geschichte, die mit Melancholie, Trauer und Hoffnung als Licht am Horizont berührt.

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