Ungebremst leben

Wie ich mit 77 Jahren die Freiheit suchte und einfach losfuhr

Taschenbuch
11,99 [D] inkl. MwSt.
12,40 [A] | CHF 17,90 * (* empf. VK-Preis)

In der Buchhandlung oder hier bestellen

„Alter schützt vor Leben nicht", lautet Heidi Hetzers Motto, als sie 2014 mit einem Oldtimer auf eigene Faust zu einer Reise um die Welt aufbricht. Schon als Jugendliche schwamm sie gegen den Strom, als sie sich mit der klassischen Frauenrolle in den Fünfzigerjahren nicht zufriedengab, eine Kfz-Lehre absolvierte und regelmäßig Rallyes fuhr. Über achtzig spannende Jahre dauert Heidi Hetzers Lebensreise. In diesem packenden Bericht nimmt sie uns mit auf eine abenteuerliche Expedition durch sechsundvierzig Länder und 84.000 Kilometer, auf eine Tour de Force voller Pannen und Hindernisse, Höhen und Tiefen, aber auch voller faszinierender Erlebnisse und Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen. Inspirierend, kraftvoll, Mut machend!


Originalverlag: Ludwig
Taschenbuch, Klappenbroschur, 368 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
32 S. Farbbildteil
ISBN: 978-3-453-60553-4
Erschienen am  13. Juli 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Faszinierendes Leben

Von: Nicole Lehmann

27.10.2020

Reisebücher mag ich, Autos mag ich, Abenteuer mag ich, Lebensgeschichten - ihr ahnt es - mag ich. Da bietet sich "Ungebremst Leben" von Heidi Hetzer ja gerade als ideale Lektüre an. Die Vorstellung unbegrenzt Zeit zu haben um sich die Welt anzuschauen, Land und Leute kennenzulernen fasziniert mich. Die Art und Weise wie es Heidi Hetzer angeht ist faszinierend. Obwohl sie als Besitzerin eines Autohauses Zugriff auf modernste Fahrzeuge hat, entscheidet sie sich für einen Hudson mit Baujahr 1930. Zum einen ist dies nahvollziehbar, Autos mit wenig Technik lassen sich praktisch überall reparieren. Je moderner desto mehr Technik und somit braucht es auch mehr Analysegeräte und andere Tools. Aber ein geländegängiges Fahrzeug eines japanischen oder britischen Herstellers wäre wohl eher meine Wahl gewesen. Nun gut, wird interessant dachte ich mir. Das Buch beleuchtet auf der einen Seite immer wieder das Leben der Autorin und auf der anderen wird die Reise mit dem Hudson erzählt. Heidi ist eine Pionierin wie man sich so eine Person vorstellt. Innovativ und durch nichts zu erschüttern, bereit Konventionen zu brechen und alte Denkmuster aufzureissen. Ehrlich gesagt, haben mich dir Rückblenden auf ihr Leben fast mehr interessiert als die Reise an sich. Aber Heidi hat sich ganz an Goethe gehalten, welcher 1788 folgendes schrieb: "Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen". Man merkt wie wichtig ihr das Fahren ist, wie gerne sie den Hudson trotz aller Macken bewegt, wie gerne sie sich den Herausforderungen im asiatischen Gebirge, in der australischen Wüste oder in Afrika stellt. Ich konnte sehr viel über ältere, respektive ganz alte Fahrzeuge lernen. Oder hätten sie gewusst, dass Holzspeichenräder stehts eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen müssen? Was wiederum bedeutet, dass man die Felgen wässern muss. War mir vorher so nicht klar und bewusst, leuchtet aber ein. Dies ist nur eines von vielen Details rund um das Automobil, welches wir erfahren dürfen. Es zeigt sich, dass aber die Einschätzung ein älteres Fahrzeug für die Expedition zu gebrauchen, richtig war. Ganz so alt kann man sich aber nur leisten, wenn man über das nötige Kleingeld verfügt. Und das - so merkt man es immer wieder - scheint bei Frau Hetzer der Fall zu sein. Sie setzt es primär für ihr Fahrzeug ein, lebt aber auf der Reise bescheiden, übernachtet im Zelt oder im Fahrzeug oder auch mal in einem Altersheim, weil sich dies anbietet. Schlussendlich ist es ein Buch, welches die Freude am Reisen und am Abenteuer vermittelt. Es ist kein Reiseführer, oftmals werden mehrere hundert Kilometer und Passagen in wenigen Sätzen abgewickelt. Wer also nach Orten sucht, wo man mal hinsollte, ist damit eher schlecht bedient. Nein, "Ungebremst Leben" widerspiegelt das faszinierende Leben von Heidi Hetzer. Und dazu gehört der Fakt, dass sie im Alter von 77 Jahren diese Reise Antritt. Dazu gehört ein gehörige Portion Selbstbewusstsein und Mut. Vor allem aber die Freude am Leben. Sie zeigt mir, dass es sich lohnt, für die Träume zu kämpfen um sie zu verwirklichen.

Lesen Sie weiter

Mit dem Oldtimer um die Welt

Von: Monika Caparelli-Hippert

20.09.2020

Untertitel: Wie ich mit 77 Jahren die Freiheit suchte und einfach losfuhr Der Klappentext verrät: „Eine abenteuerlustige alte Dame, ein launischer Oldtimer und ein wahr gewordener Traum“ – und mehr brauchte es nicht, die Story wollte ich lesen! Die Reise der 77jährigen Heidi, die sich 2014 aufmachte, um mit ihrem Hudson Baujahr 1930 die Welt zu umrunden, musste ich kennenlernen. Während ihrer knapp 3 Jahre dauernden Tour um den Globus führte Heidi einen Blog : https://heidi-um-die-welt.com/ , und schon während der Reise wurde sie online von vielen Freunden und followern begleitet. Nachdem sie wieder zuhause war, hat sie ihre Erlebnisse gemeinsam mit dem freien Autor Marc Bielefeld in Buchform festgehalten. Ich habe jetzt in den Blog bislang nur kurz reingeschaut, aber er ist wie das Buch: lebhaft, persönlich, voller Bilder und sprühend vor Abenteuer- und Lebenslust. Kurz zu Heidi, die Dame ist nämlich keine Unbekannte, sie stammt aus Berlin; hat dort jahrzehntelang das Autohaus Opel Hetzer geführt, und da sie schon seit frühester Kindheit Benzin im Blut hat, ist sie auch als Rallye-Fahrerin bekannt. Sie fuhr diverse international bekannte Rennen, was heisst fuhr, sie hat sie auch öfters gewonnen, und machte sich so einen Namen. Heidi Hetzer hat einen ungewöhnlichen Lebenslauf vorzuweisen. Sie machte eine Kfz-Lehre, eröffnete eine eigene kleine Autovermietung, fuhr Motorradrennen und Auto-Rallyes, und war Chefin eines Autohauses – sie stand sozusagen ihren Mann (und ich mag als Feministin diesen Ausdruck eigentlich gar nicht) zu Zeiten, wo Frauen kommentarlos am Herd standen und Kinder aufzogen. Die Kinder, 2 Stück, hat sie übrigens nebenbei auch grossgezogen. Eine Powerfrau also! Aber zurück zum Buch. Auf 368 Seiten plus Bildteil in der Mitte erzählt Heidi von der Weltreise und aus ihrem Leben. Das Buch ist ein Mix aus Autobiografie und Reisebericht, und liest sich so, wie man sich vorstellt, dass Heidi mit einem am Tisch sitzt und erzählt. Sehr lebendig, sehr mitreissend, teils auch nachdenklich und philosophisch, aber immer ehrlich und menschlich. Von Berlin aus starten Heidi und ihr Hudson namens Hudo nach Osten, nehmen den Landweg über die Türkey und Kleinasien nach China und weiter nach Thailand und Laos. Per Containerschiff geht’s weiter nach Australien und Neuseeland, und weiter per Schiff nach Nordamerika. Wir begleiten Heidi und Hudo quer durch die USA und Kanada, durch Südamerika, und durch Südafrika, Botswana und Namibia, bevor es dann wieder - per Schiff natürlich – nach Europa zurück geht und von Portugal aus kommend das Gespann Berlin von Westen aus wieder anpeilt. Die Karten im Klappeninnenteil zeichnen den Weg und die Verkehrsmittel nach. Nicht alles ist immer heiter Sonnenschein, der alte Hudson macht mehr als einmal schlapp, und wie Heidi öfters sagt, sie schraubt sich mit Hudo einmal um die Welt, aber Pannen und Probleme gehören auf einer Abenteuerreise dazu. Dafür gibt es so viel mehr an schönen Dingen zu gewinnen: wunderbare Erlebnisse, neue Freundschaften, phantastische Landschaften, interessante kulturelle Eindrücke – Heidis Bericht ist so lebensfreudig und neugierig machend auf die Welt, ich fand es total spannend, literarisch dabei zu sein! Es handelt sich hierbei natürlich um eine „special interest“-Reisegeschichte, das ist wahrlich kein Pauschalurlaub, und Heidi lässt sich auf das Ungewisse ein, planbar ist mit einem Oldtimer nicht viel. Ich fand aber gerade dies sehr inspirierend. Sich immer wieder neu aufs Leben einlassend und nie aufgeben, das lebt die Dame grandios vor. Interessant fand ich auch, dass die Weltreise per Automobil von Clärenore Stinnes inspiriert war. Frau Stinnes ist Heidis persönliches Idol, und auf sie nimmt Heidi oft Bezug. Clärenore wurde 1901 geboren, also noch weit mehr zu „prä-emazipatorischen Zeiten“, und auch diese Dame fuhr Rallyes und hat eine von der damaligen Presse schon bejubelte Reise um die Welt angetreten. Schon 1931 gab‘s darüber einen Dokumentarfilm („Im Auto durch zwei Welten“), und ursprünglich wollte Heidi die historische Stinnes-Reise nachfahren. Von diesem Plan ist sie zwar abgekommen, aber einige Strecken der beiden Damen sind identisch. Also: alles ist möglich! Wer aussergewöhnliche Roadtrips liebt, auf Abenteuerreisen steht und eine Vorliebe für starke Frauen hat: das Buch müsst ihr lesen! Unbedingt! Nachsatz: Heidi Hetzer verstarb überraschend 2019 im Alter von 81 Jahren in ihrer Heimatstadt Berlin.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Heidi Hetzer, geboren 1937 in Berlin, machte eine Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin und stieg als 16-Jährige in den Motorsport ein. Mit 31 Jahren übernahm sie das Unternehmen ihres Vaters und baute es zu einem der größten Autohäuser in Berlin auf. Überraschend starb sie 2019 im Alter von 81 Jahren in ihrer Heimatstadt.

Marc Bielefeld, geboren 1956 in Genf, lebt als freier Autor in Hamburg und schreibt u. a. für verschiedene Zeitungen und Magazine wie »mare«, »National Geographic« und »Yacht«. Im Ludwig Verlag erschienen seine Bücher »Wer Meer hat, braucht weniger« und »Den Wind im Gepäck«.

Zur Autor*innenseite