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Der erste Stein Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20558-4

Erschienen: 13.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Im Herz der Finsternis – Der große Antikriegsroman von einem der schärfsten Gegner des militärischen Engagements des Westens in Afghanistan

In einem Militärcamp in Afghanistan trifft ein Zug dänischer Soldaten ein, 24 Männer und die Soldatin Hannah unter Führung des charismatischen Rasmus Schrøder. Alle sind hochmotiviert, hervorragend ausgebildet und abenteuerhungrig. Doch die Tage fließen monoton dahin, bis durch eine Landmine zwei Männer sterben und eine sich immer schneller drehende Spirale der Gewalt in Gang setzt. Als schließlich Schrøder die Truppe verrät, gerät alles außer Kontrolle.

„Der erste Stein“ ist ein großes Epos über Menschen in den Fängen des Krieges und über Freundschaft, Liebe, Verrat und den Tod.

»Der wüstentrockene, unerbittlich reportagehafte Stil, die trotz ihrer Vielzahl großartig gezeichneten Figuren, die Kenntnis der Lage – all das macht 'Der erste Stein' zu einem herausragenden Buch.«

Deutschlandfunk Kultur, Tobias Gohlis (30.06.2017)

Carsten Jensen (Autor)

Carsten Jensen, geboren 1952, wuchs in Marstal auf der dänischen Insel Æro auf. Er studierte in Kopenhagen Literaturwissenschaft und arbeitet seither als Journalist und Kritiker. Er gilt als einer der profiliertesten Essayisten Dänemarks. Sein literarisches Schaffen begann er Mitte der neunziger Jahre. Mit "Wir Ertrunkenen", seinem dritten Roman, gelang ihm ein internationaler Bestseller.

Carsten Jensen wurde 2009 mit dem Olof Palme Preis ausgezeichnet.


Ulrich Sonnenberg (Übersetzer)

Ulrich Sonnenberg, geboren 1955 in Hannover, arbeitet als freier Übersetzer und Herausgeber in Frankfurt/Main. 2013 erhielt er den Übersetzerpreis des Staatlichen Dänischen Kunstrats.

»Der wüstentrockene, unerbittlich reportagehafte Stil, die trotz ihrer Vielzahl großartig gezeichneten Figuren, die Kenntnis der Lage – all das macht 'Der erste Stein' zu einem herausragenden Buch.«

Deutschlandfunk Kultur, Tobias Gohlis (30.06.2017)

»In fettloser Prosa, mit genauer Lagekenntnis, reißt Jensen uns in einen Malstrom aus Krieg und Kriegsverbrechen.«

Krimibestenliste Juli 2017 (02.07.2017)

»Ein Polit-Thriller ohne Genre-Klischees und sicher eine neue Qualität von Polit-Thriller, die Maßstäbe setzen sollte. Ein Meisterwerk.«

Deutschlandfunk Kultur, Thomas Wörtche (23.05.2017)

»Er kann Menschen und Landschaften beschreiben und gibt Einblicke in ein Land, das viele nur aus Nachrichten kennen. Das macht das Buch so lesenswert.«

Rheinische Post, Dorothee Krings (20.06.2017)

»Wer unbewegt aus diesem Roman herauskommt, ist schon tot.«

Berliner Zeitung, Günther Grosser (08.08.2017)

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24.11.2017 | 19:30 Uhr | Frankfurt

Lesung und Gespräch
Moderation: Ulrich Sonnenberg

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Mehr Infos

Literaturhaus
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt

Tel. 069/7561840

30.11.2017 | 18:30 Uhr | Hamburg

Nordische Literaturtage: Mich Vraa & Carsten Jensen

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Mehr Infos

Literaturhaus
Schwanenwik 38
22087 Hamburg

Tel. 040/22702011, info@literaturhaus-hamburg.de

Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg
Originaltitel: Den første sten
Originalverlag: Gyldendal, Kopenhagen

eBook (epub), 1 s/w Abbildung

ISBN: 978-3-641-20558-4

€ 20,99 [D] | CHF 26,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

Erschienen: 13.03.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Ein großartiger Anti-Kriegsroman

Von: -Leselust Bücherblog- Datum: 01.08.2017

leselustbuecher.blogspot.de

Kurzmeinung:
Ein gewaltiges Buch über Krieg, Tod, Verrat und Fanatismus, aber auch über Menschlichkeit, Familie und Freundschaft. Carsten Jensen schafft es, die Komplexität des Krieges darzustellen – und das auch noch unglaublich spannend.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Ich habe so einiges über den Afghanistan- Krieg, stellvertretend für viele Kriege, lernen können. Über die Schwierigkeiten eines Einsatzes und die Gefahren für die Soldaten. Aber auch über die Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, wenn man in eine vollkommen fremde Kultur eindringt und versucht, westliche Maßstäbe anzusetzen.

Am Anfang der Geschichte lernen wir die Soldaten und Soldatinnen des 3. Zuges der dänischen Einheit in Afghanistan kenne. Die Vorstellung der einzelnen Charaktere hat sich am Anfang etwas gezogen, aber Durchhalten lohnt sich, denn was sich daran anschließt ist zunächst eine beeindruckende und bewegende Schilderung des Krieges und des Vorgehens beim Einsatz. Nach und nach entwickelt sich die anfangs recht sachliche Beschreibung dann immer mehr zu einem spannungsgeladenen Abenteuer, das in seiner Sogkraft mit jedem guten Thriller mithalten kann.
Darunter mischen sich auch immer wieder tiefe Einblicke in die menschliche Psyche. Was geschieht mit einem Menschen, wenn er solchen extremen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt ist. Was passiert mit einem, wenn man tatsächlich einen anderen Menschen töten.

"Zum Dank vergewaltigte er ihr Herz und ihr Vertrauen in die Welt, dieses Vertrauen, das aufzubauen sie so viel gekostet hat." (aus "Der erste Stein" von Carsten Jensen, S. 324)

Warnen sollte man wahrscheinlich vor der wirklich plastischen Sprache des Autors, der auch die Verletzungen und Verstümmelungen der Soldaten sehr detailliert beschreibt. Das war wirklich nicht einfach zu lesen und ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Allerdings ist es eben auch authentisch, da ich mir vorstellen kann, das es eben tatsächlich genau so abläuft. Die Bombeneinschläge und Minenexplosionen sind so anschaulich beschrieben, dass ich zusammengezuckt bin und einfach mitleiden musste. Ich muss aber zugeben, dass ich einige der wirklich zahlreichen blutigen Szenen irgendwann nur noch überflogen habe, wenn es mir zu viel wurde.

Der Roman ist sehr gut recherchiert. Durch den flüssigen und oft eher nüchternen Schreibstil lässt sich die Geschichte gut lesen. Dennoch habe ich recht lange für das Buch gebrauchte, da ich immer wieder Pausen einlegen musste, um über das Gelesene nachzudenken.

"Das Mahnmal ehrt die Toten, nicht den Krieg." "Ja schon, aber es erzählt nichts über die Gefallen. Nur, dass sie tot sind." (aus "Der erste Stein" von Carsten Jensen, S. 68)

Fazit:
Carsten Jensen schafft es in diesem Epos, die Komplexität des Krieges darzustellen. Er macht es dem Leser dabei nicht leicht, ein Urteil zu fällen, da die Geschehnisse immer aus verschiedenen Perspektiven und von allen Seiten betrachtet werden.

Hochaktueller, epischer Anti-Kriegsroman

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 27.04.2017

www.rezensions-seite.de

„Ratlos sehen sie sich an. Sara geht zwischen den Toten umher, tritt sie. Ein Ausdruck wilden Triumphes in ihrem Blick…..Wird sie ebenfalls so herumlaufen, wenn sie selbst eines Tages ausgestreckt auf der Erde liegen sollte?“.

Was schneller passieren kann, als man denkt, betrachtet man diese eintönigen, langweiligen Tage, die fast mehr noch an den Nerven zehren, als wenn sie doch handeln könnten. Kämpfen, planen, strategisch vorgehen.

Doch in diesem Afghanistan des Untergrundkrieges, bei dem nicht offene Kämpfe, sondern heimtückische Anschläge, Landminen und die ständige Ungewissheit, wann „der Feind“ zuschlägt und wer das genau ist, dieser Feind, die Nerven beanspruchen, kommt jede strukturierte Soldaten-Ausbildung an ihre Grenzen.

Denn das zähe vergehen der Stunden und Tage ist trügerisch, wie die dänische Einheit unter Führung eines kernigen, charismatischen, allseits geschätzten Offiziers bitter erleben wird. Als erste Tote zu beklagen sind, heimtückisch durch eine Mine getötet.

„Der Adrenalinrausch ist vorbei. Noch immer halten behalten sie die entwaffneten Männer im Auge…..Es ist ein gefährlicher Augenblick. Denn jetzt fangen sie an zu zweifeln“.

Und das (innerlich, denn die Befehlskette steht natürlich, auch wenn der Anführer nicht da ist) leicht orientierungslos, denn Schröder, der Befehlshaber der Gruppe, ist nicht da. Nicht zu finden. Noch nicht. Doch Spuren hat er hinterlassen. Harte Spuren,

Von allen Seiten von möglichen Feinden umgeben, ein Land im Ausnahmezustand, Taliban und rivalisierende Gruppen, alle gegen jeden und der Rest gegen die westlichen „Schutzkräfte“, einmal angestoßen, macht die Gewalt sich in diesem Roman mehr und mehr selbstständig, steigert sich, kulminiert, so dass die Personen im Buch mehr und mehr nicht mehr Akteure des Geschehens sein werden, sondern reagierende und getriebene.

„Erschießt erst einmal mehr als ein Dutzend Menschen, inklusiver Frauen und Kinder. Und fragt hinterher. Andere Menschen räuspern sich, bevor sie sprechen. Ihr schießt“.

Aber die Ruhe zu bewahren, erst mal zu fragen und dann zu handeln, dass fällt bei diesen Szenen etwa in der Mitte des umfassenden Romans eben nicht mehr leicht, zu viel ist bereits geschehen, als das eine innere Ruhe noch zu finden wäre.

Und da dieser sich ständig steigernden inneren Unruhe, diesem „Flattern der Nerven“ und abtauchen in tatsächlich oft sinnlose „Kleinkriege“ der sehr ruhige, unaufgeregte Tonfall Jensens kontrastreich entgegensteht, bleibt dem Leser viel Freiheit, mit eigenen, inneren Bildern der Eskalation der Gewalt und dem Verlieren der Fassung der zu Anfang kühl und professionell wirkenden Soldantetruppe zu folgen. Was nachhaltige Wirkung erzeugt.

Denn geht so Frieden? Kann so Eintracht, zumindest eine Balance der Kräfte im Land entstehen? Oder stimmt die alte Formel doch, dass sich die Ziele in den Mitteln wiederfinden müssen? Denn jene Ansätze, in denen eher Empathie als Gewehre und Ausrüstung in den Vordergrund treten, könnten Hoffnung machen. Wenn nicht die verschiedenen Interessen und inneren Überzeugungen einander so diametral gegenüberstehen würden, dass im Roman wenig Aussicht und wenig Hoffnung auf überhaupt irgendeine, vor weniger konstruktive Lösung verbleibt.

So versteht es Jensen glänzend, auf beiden Ebenen des Romans, einen intensiven Eindruck und wichtige, offene Fragen zu hinterlassen, Sei es im „Mikrokosmos“ der Gruppe von Soldaten, sei es im Makrokosmos der großen Fragen nach Krieg und Frieden und dem Aufeinanderprallen wesensfremder Kulturen, beispielhaft hier in Afghanistan, einem der Brennpunkte der Gegenwart.

Eine rundweg empfehlenswerte, hervorragende Lektüre über die Tatsache, dass es irgendwann völlig egal wird, wer vermeintlich den ersten Stein geworfen hat, weil die Spirale der Gewalt kein Ende findet und irgendwann auch keinen Anfang mehr kennt.

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