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Die Farbe von Winterkirschen Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-17145-2

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Erschienen: 13.11.2017
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Ein Tag, der alles zerstörte. Eine Mutter, die ihr Kind verlor. Und ihr Wunsch nach Vergebung, der nie verging – eine bewegende Geschichte um Liebe, Reue und Hoffnung.

Sie verlor ihre Tochter an dem Tag, an dem die Bombe fiel. Ama hatte sich mit Yuko verabredet, um mit ihr über den Mann zu sprechen, den Yuko so liebte und Ama gleichermaßen verabscheute. Doch dazu kam es nie. Ama war zu spät – und ihre Tochter und ihr Enkel tot. Ama ließ Nagasaki hinter sich, wanderte nach Amerika aus, aber der Schmerz blieb. Nie konnte sie sich verzeihen, gab sich selbst die Schuld am Tod, ja sogar am Schicksal ihrer Tochter. Sie zog sich immer mehr zurück und lebte in ihrer eigenen Welt voll Trauer und Schmerz – bis ein junger Mann an ihre Tür klopft. Er sagt, er sei Hideo, ihr totgeglaubter Enkel. Zuerst will sie ihm nicht glauben, doch dann öffnet sie ihr Herz und lässt die Hoffnung herein …

Wussten Sie, dass Jackie Copleton eine Zeit lang in einem Garderobenschrank geschrieben hat? Zum Interview

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Jackie Copleton (Autorin)

Jackie Copleton unterrichtete Englisch in Nagasaki und Sapporo, bevor sie wieder nach England zurückkehrte und als Journalistin arbeitete. Die Farbe von Winterkirschen ist ihr erster Roman, der von der Presse hochgelobt wurde. Außerdem wurde er gleich für den Baileys Women’s Prize for Fiction nominiert und von den englischen Lesern von Richard und Judys Buchclub als bestes Buch 2016 auserkoren.

Aus dem Englischen von Andrea Brandl
Originaltitel: A Dictionary of Mutual Understanding
Originalverlag: Hutchinson, London 2015

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-17145-2

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Limes

NEU
Erschienen: 13.11.2017

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Die Farbe von Winterkirschen

Von: Ladysmartypants Datum: 17.11.2017

https://ladysmartypants.wordpress.com

Die Vergangenheit mag zwar abgeschlossen sein, das bedeutet aber nicht, dass wir auch mit ihr fertig sind, denn oftmals hat sie einen größeren Einfluss auf unser Leben, als wir denken. Vergangenes spielt definitiv in Jackie Copletons Die Farbe von Winterkirschen eine entscheidende Rolle. Der herzzerreißende Roman ist am 13.11.2017 beim Limes Verlag erschienen und erzählt die Geschichte einer Überlebenden aus Nagasaki, die eines Tages Besuch bekommt. Besuch von einem Mann, der behauptet ihr totgeglaubter Enkel zu sein.

Amaterasu Takahashi und ihr Ehemann Kenzo haben die Atombombe auf Nagasaki überlebt. Leider waren ihre Tochter Yuko und ihr Enkel Hideo nicht so glücklich. Haben die zwei zumindest angenommen, als sie in den Jahren nach der Katastrophe nach Amerika ausgewandert sind, um der Hoffnungslosigkeit zu entkommen. Nun, viele Jahre später, steht ein Fremder vor Amaterasus Tür und behauptet, Hideo zu sein, Beweise habe er außer der Aussagen seiner Adoptiveltern jedoch keine. Er überreicht Amaterasu einen Brief und ein Paket seiner Adoptivmutter, womit eine Reise in die Vergangenheit beginnt.

Und genau von dieser Reise in die Vergangenheit erzählt dieses Buch, aber auch die Geschehnisse der Gegenhart, vor allem Amaterasus Hadern mit der Vergangenheit, werden erzählt. Schon am Anfang wird einem schwer ums Herz, da man von Anfang an weiß, was den meisten Charakteren des Buches widerfahren war. Das macht das Lesen nicht immer einfach, obwohl es eine wirklich schön erzählte, wenn auch tragische, Geschichte ist.

Zu Beginn jedes Kapitels wird ein wichtiger Begriff der japanischen Kultur erklärt, der meist im Kapitel eine gewisse Rolle spielt. Wie schon erwähnt, gibt es in dieser Erzählung mehrere Zeitstufen, die jedoch in keiner bestimmten Reihenfolge erzählt werden. keine Reihenfolge in dem Sinne, dass man nicht mit dem am längsten Vergangenen beginnt und sich dann näher zur Gegenwart vorarbeitet. Die verschiedenen Kapitel sind einmal länger vergangen, manches mal kürzer, willkürlich angeordnet sind sie aber definitiv nicht.

Mit ihrer meisterhaften Anordnung erzielt Copleton eine äußerst effektive Spannung und schafft es, trotz unvermeidlicher Ereignisse, viele Sachverhalte, man könnte auch Geheimnisse dazu sagen, erst gegen Ende des Buches aufzuklären. Dadurch bleibt das Lesen spannend und man sieht bereits Erzähltes häufig in einem anderen Licht, sobald man gewisse Informationen erhält. Und auch wenn man manches erahnt oder befürchtet, hat man die Wahrheit am Ende doch nicht erraten.

Alleine schon wegen des Settings und der Thematik wäre dies eine sehr emotionale Geschichte, gemeinsam mit den Charakteren ist sie deshalb umso bewegender. Die Charaktere und die Orte sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben, nur manches Mal wirken die Beschreibungen etwas langatmig und ich persönlich hätte ein direkteres Voranschreiten der Geschichte bevorzugt. Wobei man auch argumentieren könnte, dass eben jene Verzögerung gewollt ist, um den Stillstand in Amaterasus Leben nochmal zu verdeutlichen.

Die Farbe von Winterkirschen ist eine unheimlich bewegende Geschichte, die einen faszinierenden Einblick in die japanische Kultur ermöglicht und die tragischen Folgen des 9. Augusts 1945 nur zu klar darstellt. An diesem Tag wurden viele Leben zerstört, unter anderem das von Amaterasu Takahashi.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Schicksalhaftiges Familiendrama

Von: Gackelchen Datum: 04.12.2017

gackelchensbooks.blogspot.com

Worum es geht:

Ein Tag, der alles zerstörte. Eine Mutter, die ihr Kind verlor. Und ihr Wunsch nach Vergebung, der nie verging – eine bewegende Geschichte um Liebe, Reue und Hoffnung.

Sie verlor ihre Tochter an dem Tag, an dem die Bombe fiel. Ama hatte sich mit Yuko verabredet, um mit ihr über den Mann zu sprechen, den Yuko so liebte und Ama gleichermaßen verabscheute. Doch dazu kam es nie. Ama war zu spät – und ihre Tochter und ihr Enkel tot. Ama ließ Nagasaki hinter sich, wanderte nach Amerika aus, aber der Schmerz blieb. Nie konnte sie sich verzeihen, gab sich selbst die Schuld am Tod, ja sogar am Schicksal ihrer Tochter. Sie zog sich immer mehr zurück und lebte in ihrer eigenen Welt voll Trauer und Schmerz – bis ein junger Mann an ihre Tür klopft. Er sagt, er sei Hideo, ihr totgeglaubter Enkel. Zuerst will sie ihm nicht glauben, doch dann öffnet sie ihr Herz und lässt die Hoffnung herein …

Meine Meinung:

Als ich letzte Woche aus Japan heimkehrte ( Ja, ich werd das Thema wohl noch öfter anschneiden ;-) Ich vermisse das Land jetzt schon! ), erwartete mich erfreuliche Post. Das liebe @Bloggerportal versorgte mich mit Nachschub, um mein Fernweh zu kurieren. Hinter dem wunderschönen Cover birgt sich ein japanisches Familiendrama erster Güte. Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen japanischen Worterklärung, was den englischen Titel : A dictionary of mutual Understanding wunderbar passend erscheinen lässt. Der Leser lernt Amaterasu kennen ( Auch der Name der wichtigsten Shinto Göttin ), die seit Pikadon in Amerika lebt. Pikadon setzt sich zusammen aus Pika - helles Licht und Don - Knall, der Name den den Einwohner der Atombombe gegeben haben. Sie verliess Nagasaki kurz nach dem Bombenangriff als jede Hoffnung für ihre Tochter und Enkelsohn verloren war.

Haragei: Der Begriff setzt sich zusammen aus hara ( Bauch) und gei ( Kunst) und bedeutet wörtlich übersetzt >Bauchkunst<.
Die meisten Wörterbücher definieren es als die verbale und nonverbale Kommunikation, mit deren Hilfe jemand versucht, sein Gegenüber dazu zu bringen, mit vereinten Kräften ein gegenseitiges Problem zu lösen. Haragei befähigt die Menschen, Verständnis füreinander zu entwickeln, ohne dass es zu einer Auseinandersetzung kommt.

Das Buch beginnt mit der Ankunft eines mittvierzig Jährigen japanischen Mannes, der behauptet ihr Enkel zu sein. Gemeinsam mit Ama begibt der Leser sich auf eine Reise durch die Zeit, zurück nach Nagasaki, 1945. Die Ankunft Hideos veranlasst Ama die Tagebücher ihrer Tochter zu lesen und so ihre Sicht der Dinge zu erfahren. Im Wechsel der beiden Perspektiven und den Reflexionen der Mutter entsteht hier ein schrecklich emotionales Buch, das zum großteils wenig zum Thema Bombe sagt. Es geht vordergründig um das Familiendrama und die Geheimnisse, die jeder zu haben schien. Bemängelt wird in einigen Rezensionen die allwissende Schreibweise, wenn es doch eine Ich-Erzählung ist, was mich persönlich zu keinem Moment gestört hat. Die Einträge aus dem Tagebuch sind passend platziert, der Rest von Ama dazu geschustert. Es ist Fiktion, es passt. Yuko's Geschichte hat es ordentlich in sich. Ama muss sich vielen ihrer Entscheidungen stellen, und mit sich ins Reine kommen, bevor sie Hideo in ihr Leben lassen kann. Die Autorin hat einen Hang dazu den Handlungsstrang ein wenig ins Melodramatische zu ziehen, was einigen Lesern vielleicht tatsächlich zu viel werden könnte. Das beste am Buch für mich, war tatsählich alles was mit Pikadon zu tun hatte. Wir waren vor 2 Wochen in Hiroshima und das bedrückende Gefühl bleibt lange haften.

Hinomaru: Ein roter Kreis auf weissem Hintergrund stellt nicht nur die aufgehende Sonne dar, sondern ist auch das Motiv der japanischen Flagge. Offiziell wurde es 1870 von der meiji-Regierung ausgewählt, weil es eines der Symbole für die Auorität des vorangegangenen Tokugawa-Shogunats war.

Jackie Copleton studierte Englisch an der Cambridge Universität, bevor sie das Land verließ, um in Japan, genauer gesagt in Sprachschulen in Nagasaki und Sapporo, Englisch zu unterrichten. Sie hat zudem als Zeitungsjournalistin in Großbritannien und dem Mittleren Osten gearbeitet. Dank ihres Aufenthaltes vor Ort, weiss sie wovon sie spricht! Des weiteren helfen die Begriffsklärungen um einen kleinen Eindruck in die wundervolle japanische Kultur zu erhaschen. Ich war besorgt, dass eine amerikanische Autorin die Essenz einer japanischen Frau nicht wirklich rüber bringen könnte, ich immer nur eine Amerikanerin sehen würde. Diese Sorge wurde schnell ausgewischt. Ein Buch, das sich hervorragend zu einem Buchklub eignet, da es für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

Wie Copleton ihren Roman beschreibt:

"Eine zugleich herzzerreißende aber auch erbauende Geschichte über die innere Reise einer Mutter, die es endlich schafft, den Menschen zu vergeben, die ihre Tochter auf dem Gewissen haben. Sich selbst eingeschlossen."

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