Im Turm

Roman

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Der Turm von Babel ist das gewaltigste Bauwerk des Seidenen Zeitalters: er ragt so hoch in die Wolken hinein, dass niemand weiß, wo er endet; in seinem Inneren gibt es ganze Königreiche und unzählige Labyrinthe voller geheimnisvoller Kreaturen und tödlicher Gefahren. Eigentlich wollte der furchtsame Thomas Senlin nur einen kurzen Blick auf dieses Weltwunder werfen und dann weiterreisen. »Falls wir uns in der Menschenmenge verlieren, treffen wir uns auf der Spitze des Turmes wieder«, sagt seine frisch angetraute Frau Marya noch kokett zu ihm, kurz darauf ist sie tatsächlich spurlos verschwunden. Senlin bleibt keine Wahl: Er muss rein in den Turm und rauf auf die Spitze, wenn er seine Frau wiederfinden will. Das Abenteuer beginnt ...


Aus dem Englischen von Sabine Thiele
Originaltitel: Senlin Ascends - The Books of Babel
Originalverlag: CreateSpace
eBook epub (epub), 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-641-22636-7
Erschienen am  13. August 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Erst einmal unnahbar, entwickelt aber einen Sog

Von: Sonne

13.11.2018

"Wo ist Ihre Frau denn?", fragte Adam und reckte suchend den Hals. Senlins Zunge war so trocken und steif wie ein Ledergürtel. Er glaubte, würgen zu müssen, wenn er zu schlucken versuchte. Er würde ein Vermögen für etwas zu trinken geben, doch schlimmer als sein Durst war das Eingeständnis, das in seiner geschwollenen Kehle drängte. Er fühlte sich wie an seinem ersten Tag vor einer Klasse; wie ein Betrüger. Was für ein Ehemann verliert seine Frau? Er schob sich das Wäschebündel unter den Arm, bedachte Adam mit einem traurigen Lächeln und sagte: "Seltsam, dass Sie meine Frau erwähnen. Ich scheine sie verloren zu haben." -- INHALT: Er ist das größte Bauwerk der Geschichte: Der Turm von Babel, mit unzählbar vielen Stockwerken, dessen Spitze man nicht einmal sehen kann, weil sie in den Wolken verschwindet. Schuldirektor Senlin war schon immer fasziniert von der Geschichte des Turms und den Erzählungen darüber - daher ist es das Ziel seiner Hochzeitsreise. Doch schon kurz nach der Ankunft verliert er in dem Gewühl seine Frau - die spaßeshalber vorher zu ihm sagte, sie würden sich im Falle des Falles einfach an der Spitze wiedertreffen. Senlin weiß: Um seine Frau zu finden, muss er in den Turm. Doch sich hindurch zu bewegen ist gar nicht mal so einfach...und auch nicht ungefährlich. MEINE MEINUNG: Die Geschichte von Josiah Bancrofts Debüt ist die eines Indie-Werkes, das von Bloggern entdeckt und so geliebt wurde, dass es zum Bestseller wurde - ähnlich wie Weirs "Marsianer" 2014 vielleicht. "Im Turm" ist aber eine Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und auch gefühlt ein wenig Steampunk - es ist eine offensichtlich technologisch nicht so ausgebaute Welt wie wir sie erleben, aber deutlich fortschrittlicher und einfallsreicher als man es erwarten würde, inklusive Elektrizität. Man begleitet ausschließlich den Protagonisten auf seiner Reise durch den Turm, wobei jedes Kapitel von einem Buchauszug begleitet wird, der einen Bezug zum Inhalt hat. Der Schreibstil ist etwas unnahbar, was aber auch mit dem Hauptcharakter zu tun hat. Senlin ist nämlich kein sonderlich warmherziger Mensch - es fällt ihm schwer, Gefühle zu zeigen oder auch nur darüber zu reden. Trotzdem, das wird im Laufe der Handlung klar, liegt ihm sehr viel an seiner Frau, und grundsätzlich versucht er, das Richtige zu tun. Obwohl ihm immer wieder mitgeteilt wird, dass sich im Turm keine Freunde finden lassen, gelingt es ihm dennoch, mit seinen guten Absichten und seiner Fähigkeit zu vergeben, ein ums andere Mal Anhänger zu finden. Es dauert seine Zeit, aber man lernt ihn schätzen. Auch die Nebenfiuren muss man erst einmal kennen lernen: Seine Frau Marya, deren fröhliche und gutmütige Art man in Rückblicken mitbekommt; der junge Adam, der alles für seine Schwester tun würde; die verschiedenen Gegenspieler, die nur auf ihr persönliches Fortkommen aus sind. Es ist nicht immer einfach, die Personen und ihre Absichten einzuschätzen, aber genau das macht sie auch so interessant. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich mich auch in die Geschichte eingefunden habe. Da Senlin als Protagonist die erste Hälfte über so unnahbar ist, ist es auch schwierig, wirklich mit ihm mitzufiebern - obwohl es so einige überraschende Entdeckungen im Turm gibt. Je weiter er nach oben gelangt und je mehr Hinweise er zum Aufenthaltsort seiner Frau erhält, desto spannender wird die Erzählung aber auch. Es gibt nicht wenige Menschen im Turm, die ihm auf die ein oder andere Weise schaden wollen, sodass er quasi fast durchgehend in Alarmbereitschaft sein muss. Vor allem zum Ende hin wird es dann aber richtig nervenaufreibend: Nicht nur muss Senlin zum wiederholten Male einen absurden Plan aushecken, auch kommt es zu so einigen finalen Auseinandersetzungen. Da dies der erste Teil einer Reihe ist, endet das Ganze natürlich relativ offen - und macht damit unweigerlich Lust darauf, zu erfahren, was der Turm in den nächsten Stockwerken für die Charaktere bereit hält. FAZIT: Die von Josiah Bancroft geschaffene Welt ist ganz anders, als man sie aus sonstigen Fantasy-Romanen kennt - vor allem, weil sie sich auf nur einen einzigen Ort beschränkt - und daher erst einmal schwer zu durchschauen und zu verstehen. Hat man sich aber insbesondere an den Protagonisten gewöhnt, entwickelt "Im Turm" seinen ganz eigenen Sog. 4 Punkte!

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Ein unorthodoxer und gewöhnungsbedürfter Start einer Fantasyserie

Von: Der Büchernarr Frank

20.08.2018

Das Buch mit dem Titel “Allgemeiner Führer durch den Turm von Babel” ist ein unbeschreiblicher Quell reisekatalogischer Sprache. Der unbedarfte Besucher des Turms von Babel wird in ihm die wunderbarsten Beschreibungen finden, wie sich dieser Turm präsentieren soll. Kommt er dann tatsächlich zu Besuch, wird er von der Realität eingeholt. Das Pärchen Thomas und Marya Senlin gehören zu diesen unbedarften Besuchern und Josiah Bancroft nimmt den Leser mit auf eine sehr sonderbare Reise. +++ Im Turm +++ Der in diesem Buch dargestellte Turm hat überhaupt nichts gemein mit der biblischen Kurzgeschichte vom Turmbau zu Babel. Dieser Turm ist derart schräg und unorthodox, dass es schwierig fällt, geeignete Worte zu finden, um diesen zu beschreiben. Und ebenso schwierig, sich vorzustellen, dass eine solche Welt wirklich funktionieren könnte. Vor allem zu Beginn macht den Einstieg in die Geschichte etwas schwierig. Hinzu kommt die unglaubliche Naivität des Protagonisten Selin, der den Leser in so mancher Situation durch sein Handeln zur Verzweiflung bringt. Erst als er diese ablegt, gewinnt die Geschichte deutlich mehr an Glaubwürdigkeit, soweit dieses Wort für diese Welt überhaupt angebracht ist. Auch wenn der Leser permanent an der Seite des Protagonisten bleibt, ist die Geschichte durchwoben von Rückblenden auf Thomas Selins Leben mit seiner Frau Marya. Dadurch erhält er bzw. das Paar mehr Farbe. Das gilt vor allem für die späteren Abschnitte des Buchs. Denn zusammen mit Wandlung Selins gewinnt die gesamte Geschichte erst so richtig eine interessante Färbung. +++ Unorthodox +++ Auf jeden Fall muss der Leser die ein oder andere Logiklücke beiseite schieben können. Allein der Umstand, dass ein Paar sich in einem Chaos verliert, ohne einen einigermaßen plausiblen Treffpunkt auszumachen, würde dem Buch jegliche Grundlage nehmen. Auch dass Selin zwar ein begrenztes Budget, aber keinerlei zeitliches Limit hat, um im Turm zu verweilen, ist lediglich ein weiteres Beispiel von sehr vielen unlogischen Handlungsteilen, die der Leser einfach hinnehmen muss. Allerdings gilt auch hier, dass diese abnehmen, je weiter der Leser in der Geschichte voranschreitet. +++ Buchserie +++ Mehrteilige Geschichten, die in der Verlagsgruppe Random House veröffentlicht werden, sind bekannt dafür, nicht als solche gekennzeichnet zu werden. Ich weiß nicht, warum nicht wenigstens wie im englischen Original der Untertitel “Die Bücher von Babel” übernommen wurde, um darauf hinzuweisen, dass dieses Buch kein eigenständiges Werk ist. Deswegen gebe ich diesem Hinweis derart viel Raum, weil ich viele Leser kenne, denen es ungemein wichtig ist, ob sie ein in sich abgeschlossenes Buch lesen oder auf eine Fortsetzung warten müssen. Es handelt sich bei “Im Turm” um den Start einer Fantasy-Serie, wobei im englischen Original bisher zwei Teile veröffentlicht wurden und der dritte Band im Dezember diesen Jahres zu erwarten ist. Wann die jeweiligen deutschen Übersetzungen zu veröffentlicht werden, steht bisher noch nicht fest. Wie viele Teile es insgesamt werden, hängt vermutlich von der Höhe des Turms und der Anzahl der Stockwerke ab. Allerdings gibt es über deren genaue Anzahl lediglich Gerüchte. Dieser erste Band endet somit offen und schließt die erzählte Geschichte nicht ab. Immerhin endet das Buch wie bei manch anderer Serie nicht mitten in der Geschichte, sondern gönnt sich sogar einen kleinen Epilog, um wenigstens einen Übergang zwischen den Büchern zu schaffen. +++ Fazit +++ Dieser Einstiegsband in die Fantasyserie von Josiah Bancroft ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Es fiel mir als Leser anfangs recht schwer, mich mit den Umständen und den Aktionen des Protagonisten anzufreunden. Erst im weiteren Verlauf konnte mich die Geschichte besser erreichen und ich fand deutlich mehr Gefallen an der Erzählung. Wer vor Serien nicht zurückschreckt und sich gern in unorthodoxen Fantasywelten mit einem starken Steam-Punk-Anteil verliert, ist der idealer Leser für “Im Turm” und sollte unbedingt zugreifen.

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Vita

Bevor Josiah Bancroft mit Im Turm seinen ersten Fantasy-Roman veröffentlichte, schrieb er Gedichte und Kurzgeschichten, war Dozent am College und Comiczeichner. Er lebt mit seiner Frau in Philadelphia, Pennsylvania.

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