Nacht über Tanger

Roman

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Tanger 1956: Alice Shipley ist ihrem Mann John von England in das von politischen Unruhen aufgeheizte Marokko gefolgt. Doch die Hitze und die fremde Kultur machen es Alice schwer; während John sich immer mehr ins Nachtleben der pulsierenden Stadt stürzt und kaum mehr zu Hause ist, verkriecht sich Alice in der gemeinsamen Wohnung, gleitet in eine Depression. Da steht eines Tages Lucy Mason vor ihrer Tür, Alice' Zimmergenossin und Freundin aus Collegezeiten in Vermont, die sie seit einem mysteriösen Unfall ein Jahr zuvor nicht mehr gesehen hat.

Die unabhängige und furchtlose Lucy entdeckt Tanger schnell für sich und versucht Alice aus ihrer Isolation zu befreien. Doch Alice beschleicht bald das ihr nur allzu vertraute Gefühl, von Lucys Fürsorge kontrolliert und erstickt zu werden. Als John plötzlich verschwindet, wird Alice von dem Unfall in Vermont eingeholt und sie fängt an, an Lucys Vertrauenswürdigkeit und ihrem eigenen Verstand zu zweifeln ...

Ein vielschichtiger, spannender, psychologisch tiefgründiger Roman, erzählt aus zwei Ich-Perspektiven, die den Leser bestricken und verstricken in eine komplexe Freundschaft, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse, Normalität und Wahnsinn fließend sind.

»Spannendes, atmosphärisch aufgeladenes Debüt.«

Kronen Zeitung (25. Oktober 2018)

Aus dem Amerikanischen von Irene Eisenhut
Originaltitel: Tangerine
Originalverlag: Ecco
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-21779-2
Erschienen am  13. August 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

eine psychologische Charakterstudie, an der auch Alfred Hitchcock und Daphne du Maurier ihre Freude gehabt hätten!

Von: Birgit Pirker

11.09.2019

Nach dem frühen Tod der Eltern wächst die junge Alice Shipley sehr behütet im Hause ihrer Tante Maude auf. Als sie Jahre später zum Studium nach Bennington zieht, ist sie froh, gleich am ersten Tag die lebenslustige Lucy kennen zu lernen. Beide teilen sich ein Zimmer und werden beste Freundinnen. Doch die Zeit dort endet für Alice abrupt und mit einer großen Katastrophe! Im Jahre 1956 zieht Alice mit ihrem frisch angetrauten Ehemann John nach Tanger. Obwohl er nicht der Mann ihrer Träume ist, hofft sie dennoch, an seiner Seite die schrecklichen Bilder hinter sich zu lassen. Doch als eines Tages völlig überraschend ihre ehemalige Zimmergenossin vor ihrer Tür steht, wird ihr klar, dass sie vor ihrer Vergangenheit nicht weglaufen kann. Schon gar nicht, als kurze Zeit später ihr Ehemann spurlos verschwindet … Mit „Nacht über Tanger“ bringt uns Christine Mangan einen tollen atmosphärischen Roman, der uns tief ins Marokko der 50er Jahre zieht. Die Ereignisse werden abwechselnd aus Alices und Lucys Sicht erzählt. Dabei erinnern sich die beiden Frauen in Rückblenden auch an ihre gemeinsame Zeit auf dem College. Auf diese Weise entsteht ein immer detaillierteres Bild ihrer Persönlichkeiten, die sich doch grundlegend voneinander unterscheiden. Man bekommt auch sehr schnell ein Bild davon, wie es damals zu dem mysteriösen Unfall kam, der Alice Leben so einschneidend verändern sollte! Christine Mangan hat einen sehr bildlichen und detaillierten Erzählstil, der mich sofort fesseln konnte. Dennoch ist die Geschichte eher ruhig erzählt und verströmt den zeitgeschichtlichen Flair Marokkos. „Nacht über Tanger“ steht und fällt mit seinen Protagonisten. Die Autorin zeichnet sehr vielschichtige Charaktere, mit Ecken und Kanten, die mir persönlich zwar nicht immer sympathisch waren, mich aber dennoch von sich überzeugen konnten. Die Geschichte wird auch durch die interessanten Wendungen unterstützt. Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf Lucys obsessiver Liebe gegenüber Alice. Einer Liebe, die schon in der Realität nur in den seltensten Fällen auf Gegenseitigkeit beruht und daher auch in diesem Fall unweigerlich zum Scheitern verurteilt ist. Die daraus resultierende Eifersucht ist nicht nur gefährlich, auch deren Erscheinungsformen und Auswirkungen werden in diesem Buch sehr gut thematisiert. Es ist der Autorin gelungen, die Problematik psychologisch tiefgründig und vielschichtig zu veranschaulichen. Auch die exotische Atmosphäre Tangers mit dem Labyrinth aus engen Gassen, den pulsierenden, farbenfrohen und geruchsintensiven Souks, den Pfefferminztees, den kleinen urigen Cafés und der brütenden Hitze wurden wunderbar für den Leser eingefangen. „Nacht über Tanger“ ist eine psychologische Charakterstudie, an der auch Alfred Hitchcock und Daphne du Maurier ihre Freude gehabt hätten!

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Ein wahrer Psycho-Thriller!

Von: Annette Traks

04.09.2018

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern hat Alice Shipleys in England lebende Tante Maude die Vormundschaft für das Mädchen übernommen. Als Alice später zum Studium in das im amerikanischen Bundesstaat Vermont gelegene Bennington zieht, ist sie froh, gleich am ersten Tag Lucy Mason kennenzulernen. Beide teilen ein Zimmer und werden beste Freundinnen. Doch die Zeit dort endet für Alice abrupt mit einer Katastrophe. Nach längerem Krankenhausaufenthalt und traumatisiert kehrt sie - noch nicht volljährig - in die Obhut ihrer Tante nach England zurück. Bereits nach wenigen Monaten trifft sie dort John McAllister. Obwohl er nicht der Mann ihrer Träume ist, nimmt sie seinen Heiratsantrag an und zieht kurz nach der Hochzeit, im Jahr 1956, mit ihm nach Tanger. Sie hofft, dort die Vergangenheit hinter sich lassen zu können und malt sich eine schöne Zukunft aus. Doch die Realität ist anders: John und ein Freund vergnügen sich in der Stadt, im Hamam, auf Märkten oder im Hinterzimmer von Cafés und genießen das Nachtleben. Alice aber gelingt es nicht, sich in der fremden Umgebung einzuleben; sie verlässt schließlich kaum noch die Wohnung. Eines Tages steht völlig überraschend ihre ehemalige Zimmergenossin Lucy, zu der sie seit über einem Jahr keinen Konntakt mehr hatte, vor der Tür. Die junge Frau ist sofort von Tanger begeistert und versucht, die Freundin aus der Isolation zu reißen, indem sie sie zu gemeinsamen Unternehmungen überredet. Doch Alice fühlt sich dadurch bedrängt und fremdbestimmt, leidet nur noch mehr. Als eines Nachts ihr Ehemann spurlos verschwindet, keimen Erinnerungen an die Katastrophe in Vermont auf, und sie fragt sich, ob Lucy möglicherweise ein falsches Spiel treibt. Resümee: Die Ereignisse werden - mit Ausnahme der letzten Szene - abwechselnd aus Alices und Lucys Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Dabei erinnern sie sich in Rückblenden auch an ihre gemeinsame Zeit auf dem College. Auf diese Weise entsteht ein immer detaillierteres Bild ihrer Persönlichkeit, und der Leser kann sich nicht nur denken, wie es damals zu dem mysteriösen schweren Unfall kam, sondern ihm graut auch immer mehr vor dem, was sich aktuell anzubahnen droht. Dabei hofft man ständig, dass der Hobby-Psychologe in einem sich irrt bzw. es Wendungen gibt, die eine Eskalation - wie auch immer sie konkret aussehen mag - vermeiden. Die Dramatik wird auch durch den Aufbau des Buches vorangetrieben. Im Sinne einer Drei-Akte-Struktur nimmt die Handlung zwischen Prolog und Epilog folgenden Gang: In Teil I, der Exposition, wird der Leser mit den Protagonisten Alice, Lucy und John, ihrer Situation sowie Persönlichkeit bekanntgemacht. Das Problem wird bereits angedeutet, sodass der Leser ahnt, dass Alices Leben in Tanger und ihre Ehe nicht glücklich werden. Teil II dreht sich um die Konfrontation: Der Konflikt wird aufgebaut und steigert sich durch Komplikationen und unerwartete Wendungen immer mehr, bis es schließlich zur Eskalation kommt. Am Ende dieses Kapitels hält der Leser fassungslos die Luft an und fragt sich, ob und wie die Situation - speziell für Alice - noch geklärt werden kann. Der III. Teil bringt schließlich die Auflösung bezüglich der Geschehnisse in der Vergangenheit und Gegenwart. Besonders gelungen finde ich es in Anbetracht der Thematik, dass die Autorin wie schon erwähnt die letzte Szene mit der Überschrift "Lucy" ausnahmsweise in der Er-Form geschrieben hat. Apropos Thematik: Es geht u.a. um obsessive Liebe, gefährliche Eifersucht, deren Erscheinungsformen und Auswirkungen. Es ist der Autorin gelungen, die Problematik psychologisch tiefgründig und vielschichtig zu veranschaulichen. Am Schluss ist festzustellen, dass beide junge Frauen eine Entwicklung durchgemacht haben. Sehr gut eingefangen ist die exotische Atmosphäre Tangers mit dem Labyrinth aus engen Gassen, den pulsierenden, farbenfrohen und geruchsintensiven Souks, Pfefferminztees, Cafés und der Hitze. Fazit: Dies ist nicht einfach "nur" ein Roman, sondern ein Psycho-Thriller, an dem auch Alfred Hitchcock und Daphne du Maurier ihre Freude gehabt hätten.

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Vita

Christine Mangan, geboren 1982, hat Creative Writing studiert und am University College Dublin zur Gothic Literature promoviert. »Nacht über Tanger« ist ihr erster Roman und hat sich in 20 Länder verkauft. Die Filmrechte gingen an die Produktionsfirma von George Clooney. Christine Mangan lebt in Brooklyn, New York, und schreibt an ihrem zweiten Roman.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Das schwüle Setting, die Andeutungen; ein Psychodrama, das sich liest wie die weibliche Variante von Der talentierte Mr. Ripley. Ein absoluter Pageturner!«

flow (26. Oktober 2018)

»Elegant und bildhaft erzählt Christine Mangan von dieser folgenreichen Frauenfreundschaft.«

FREUNDIN (22. August 2018)

»Ein Thriller der Extraklasse!«

Münchner Merkur (10. November 2018)