All das zu verlieren

Roman

Bestseller Platz 12
Spiegel Hardcover Belletristik

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»Die neue Stimme der französischen Literatur.« ZEITmagazin

Kann man sich zu seinem Glück zwingen? Prix Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani erzählt von der Zerrissenheit einer Frau und schafft eine »moderne Madame Bovary« (Libération).

Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Montmartre. Sie reisen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden. Sie weiß, dass ihr die Kontrolle entgleitet. Sie weiß, dass sie ihre Familie verlieren könnte. Trotzdem setzt sie alles aufs Spiel.

»Keiner schreibt interessanter über die Abgründe unserer Zeit als Leïla Slimani.«

Mara Delius / Die Welt (11. Mai 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Französischen von Amelie Thoma
Originaltitel: Dans le jardin de l'ogre
Originalverlag: Gallimard
Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87553-8
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine ganz besondere Lektüre, die man schon wegen ihrer schonungslosen Direktheit nicht so schnell vergisst!

Von: Was Silke liest

31.05.2019

Adèle scheint ein perfektes Leben zu führen – sie arbeitet als Journalistin, hat eine schöne Wohnung mitten in Paris, ist Gattin des wohlhabenden Chirurgen Richard und Mutter eines kleinen Sohnes. Doch all das reicht Adèle nicht. Sie beginnt Affären mit ihrem Chef, einem verheirateten Kollegen ihres Mannes und völlig fremden Männern, die sie in Bars oder auf der Straße trifft. Sie will schnellen, harten Sex und führt ein waghalsiges Doppelleben. Bis ihr Mann eines Tages dahinter kommt und das Drama seinen Lauf nimmt… Nach „Dann schlaf auch du“ hatte ich sehr hohe Erwartungen an das neue Werk der französisch-marokkanischen Schriftstellerin und Prix-Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani und habe der neuen Lektüre regelrecht entgegengefiebert. „All das zu verlieren“ erzählt von der Zerrissenheit einer unglücklichen Frau und gibt schonungslos ehrliche Einblicke in die ungeahnten Tiefen der menschlichen Psyche und die Gefühlswelt der Protagonistin. Abermals hat Slimani einen grandiosen Roman geschaffen, der polarisiert und ausreichend Raum zum Nachdenken und für eigene Interpretationen lässt. Hervorragend setzt sie ihr feines Gespür für die Beschreibung ihrer Charaktere sowie deren Gefühle um und offenbart dabei völlig schamlos deren intimste Seiten. Die kurzen Kapitel sowie der schnelle Wechsel zwischen Rückblenden und Gegenwart spiegeln die sprunghafte Lebensweise Adèles auf ideale Weise wieder. Auch der Perspektivwechsel gegen Ende passt perfekt, gibt er doch die Möglichkeit, die Problematik auch aus Sicht des Ehemannes zu betrachten und nachzuvollziehen. Leïla Slimani verwendet einen prägnanten, abgeklärten und schon ziemlich derben Schreibstil. Hier wird nichts geschönt und schon gar kein Blatt vor den Mund genommen! So aufwühlend, turbulent und verstörend wie Adèles Leben, ist auch die stilistische und sprachliche Umsetzung dieses Romans. Mit ihrer erbarmungslosen und äußerst glaubhaften Darstellung der schlimmsten Abgründe unserer Gesellschaft beweist Leïla Slimani wieder ihr schriftstellerisches Können! Chapeau!!! Ein bewegender, sehr tiefgründiger, außergewöhnlicher Roman, der mich berührt, fasziniert und zugleich wahnsinnig gut unterhalten hat! Unbedingte Leseempfehlung!!!

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Wichtiges Thema genial umgesetzt.

Von: Nina's Bücherbasar

27.05.2019

Protagonistin Adèle führt ein Leben, dass für viele von uns auf den ersten Blick verachtenswert ist. Sie betrügt ihren Mann am laufenden Band, lässt dafür sogar ihren dreijährigen Sohn allein Zuhause. Dennoch schafft es die Autorin, dass Symapthien entstehen. Meiner Meinung nach ein echtes Kunstwerk. Leïla Slimani wurde ja nach ihrem ersten großen Erfolg „Dann schlaf auch du“ als eine der großen neuen Autorinnen aus Frankreich gefeiert. Und mir ist dank dieses Romans jetzt sehr deutlich, warum. Die Autorin hat ein ganz besondere Erzählweise, die distanziert, aber dennoch emotional ist. Sie hat hier ein Thema gewählt, dass komplex und voller Widersprüche ist, für das sich viele bestimmt interessieren, aber das es eigentlich fast unmöglich macht, eine Protagonistin zu entwickeln, die man als Leser verstehen und auch mögen kann. Dennoch hat sie genau dies geschafft. Adèle erfüllt so viele Punkte, aufgrund derer man sie eigentlich hassen müsste. Sie betrügt ihren Mann, hasst ihren Job und gibt sich bei der Arbeit keine Mühe, lügt und betrügt und selbst ihr Kind vernachlässigt sie sträflich, schreit den Dreijährigen an und redet eigentlich nur darüber, wie sehr sie ihr Leben hasst – ein Leben, von dem andere Träumen. Doch dann erfahren wir immer mehr über ihre Vergangenheit und Kindheit und beginnen zu verstehen, wie Adèle zu dem Menschen wurde, der sie heute ist. Und am Ende stehen wir mit einem flauen Gefühl im Magen da, wissen nicht wohin mit unseren Erkenntnissen und wissen noch viel weniger, was genau wir jetzt fühlen sollen, auf wessen Seite wir stehen. Gibt es überhaupt eine richtige Seite? Damit ihr einmal wisst, was genau das Thema dieses Buches ist: Die Protagonistin leidet an Hypersexualität. Diese definiert sich laut Wikipedia so: „Hypersexualität ist ein in der Medizin, Psychotherapie, klinischer Psychologie und Sexualwissenschaft gebräuchlicher Begriff. Er bezeichnet sowohl ein erhöhtes sexuelles Verlangen als auch ein gesteigertes sexuell motiviertes Handeln. Hypersexualität kann unterschiedliche Ursachen (körperliche wie psychische) haben.“ Ein Thema, auf das wir in unserer Gesellschaft immer öfter treffen und dessen Relevanz enorm ist. Ich selbst habe mich damit aber eben noch nicht außeinandergesetzt und war sehr froh, dass ich davon jetzt wenigstens einen ersten Eindruck bekommen habe, der klein, aber dennoch sehr tiefgründig war. Bewundernswert dabei: Obwohl es in diesem Roman viel Erotik gibt, ist diese anspruchsvoll verpackt, nimmt nicht zu viel Raum ein und wirkt ganz uns gar nicht pornografisch. „All das zu verlieren“ ist ein ernster Roman mit einem ernsten Thema und das zeigt sich natürlich auch in der Erzählweise. Eine angemessene Art, dieses Thema zu vermitteln. Wichtig bei diesem Roman ist das genaue Lesen, sonst kann einem viel entgehen. Keine leichte Unterhaltungsliteratur, sondern ein Buch mit Botschaft. Wundervoll! 4,5/5 Sterne

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Vita

Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in Marokko auf und studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po. Ihre Bücher sind internationale Bestseller. Für den Roman »Dann schlaf auch du« wurde ihr der renommierte Prix Goncourt zuerkannt. »All das zu verlieren«, ebenfalls preisgekrönt, erscheint in 25 Ländern. In den Essaybänden »Sex und Lügen« und »Warum so viel Hass?« widmet Leïla Slimani sich dem Islam und dem Feminismus sowie dem zunehmenden Fanatismus. Seit 2017 ist Leïla Slimani offiziell Botschafterin für Frankophonie. Sie lebt mit ihrer Familie in Paris.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Leïla Slimanis Erstling ist ein spannender Roman, der einiges riskiert und zum Debattieren auffordert.«

Wolfgang Schneider / SWR2 (12. Mai 2019)

»Das Buch ist ein bedenkenswerter Beitrag zu dem, was die Psychologie ›Hypersexualität‹ nennt – einem wichtigen Thema unserer Zeit, das längst noch nicht auserzählt ist.«

Steffen Jacobs / rbb Kultur (13. Mai 2019)

»Leïla Slimani kommentiert und bewertet nicht. Sie seziert. In direkter, kalter Sprache, mit rohen Worten, ohne dabei pornographisch zu werden, schildert sie Adèles Sexsucht.«

Susanne von Schenck / SR 2 Kulturradio (15. Mai 2019)

»Intensiv, ohne pornografisch zu sein. Lesenswert!«

Stern (16. Mai 2019)

»Ihr erster Roman ist eine Ausnahmeerscheinung. Und das liegt vor allem an ihrer Sprache: diesem schnellen, direkten Slimani-Ton, der auf Umschweife gerne verzichtet.«

Julia Encke / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (12. Mai 2019)

»Leïla Slimani wird zu Recht gefeiert, denn sie hat einen ganz eigenen Sound, der so dynamisch ist, dass einem ganz schwindelig wird.«

BARBARA (30. April 2019)

Weitere Bücher der Autorin