Cherry

Roman

(4)
Hardcover
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Cleveland, 2003. Ein junger Mann beginnt sein Studium am College, wo er Emily kennenlernt. Sie verlieben sich Hals über Kopf und heiraten. Aber bald zieht Emily zurück zu ihrer Familie nach Pennsylvania, während er die Uni verlässt und der Armee beitritt. Im Irakkrieg erlebt er die Schrecken des Krieges, die er nach seiner Rückkehr nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Der Kriegsheld verfällt den Drogen, während die Opioid-Epidemie Amerika überschwemmt. Um seine Sucht zu finanzieren, beginnt er Banken auszurauben.

»Große Themen, keines neu, aber selten so bedrückend und plastisch vor Augen geführt.«

Süddeutsche Zeitung, Gustav Seibt (11. Mai 2019)

Aus dem Amerikanischen von Daniel Müller
Originaltitel: Cherry
Originalverlag: Knopf
Hardcover, Pappband, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27197-5
Erschienen am  15. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

The American Horror - die unbequeme Wahrheit

Von: lalaundfluse

15.07.2019

Einblicke in den Abstieg eines Kriegsveteran. Nico Walker schreibt seinen Debütroman aus dem Gefängnis, wo er eine elfjährige Haftstrafe absitzt. Jung verheiratet, drogensüchtig (später Heroin), gestört durch Irakeinsätze und letztendlich Bankräuber. Schonungslos ehrlich und bitte nicht nachmachen! Cover und Inhalt, waren für mich mehr als fesselnd.

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Ein ungeschönter Blick oder Schreiben als Therapie

Von: Elke Heid-Paulus

28.04.2019

„Cherry“ speist sich aus der Biografie des Autors. Allerdings bleibt es dessen Geheimnis, inwieweit die geschilderten Episoden seinen eigenen Erlebnissen entsprechen. Aber man darf davon ausgehen davon, dass er den Großteil dessen, was er schildert, genau so erlebt hat. Aufgewachsen in einer amerikanischen Mittelklasse-Familie, kommt Nico Walker bereits als Jugendlicher mit Drogen in Kontakt. College in Cleveland, Abbruch, danach Army. Knapp zwanzigjährig wird er in den Irak geschickt, heiratet vor der Abreise seine Freundin und leistet seinen Militärdienst an der Front bei über 250 Einsätzen in einem Sanitätskorps ab, wofür er zahlreiche Auszeichnungen erhält. Diese Zeit geht nicht spurlos an ihm vorüber. Opiode und Drogen betäuben. Nach seiner Rückkehr findet er sich im Alltag nicht mehr zurecht, kämpft mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Heroin hilft, und so wird er abhängig. Die Sucht will finanziert werden, also beschafft er sich das Geld durch Banküberfälle, wobei die erbeuteten Summen überschaubar sind. Er wird geschnappt und zu elf Jahren Haft verurteilt. Seine Entlassung steht für November 2020 an. „Cherry“, Army-Slang für Frischlinge, ist sicherlich keine große Literatur, sondern eher der Versuch des Autors, Erlebtes mittels Schreiben zu verarbeiten. Eigentherapie, sozusagen. Obwohl die Sprache simpel ist, gewinnt das Buch spätestens dann an Tiefe, wenn Walker seine Erlebnisse im Irak-Krieg schildert. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass er nach der Rückkehr in die Heimat von Erinnerungen heimgesucht wird, die sich in PTBS manifestieren. Und hier zeigt sich dem Leser auch ein ungeschönter Blick auf ein Amerika, das seinen Veteranen nichts, aber auch gar nichts zu bieten hat und sie mit ihren Problemen, ganz gleich, ob gesundheitlicher oder finanzieller Natur, allein lässt. Die medizinische Betreuung erschöpft sich im Verschreiben von Medikamenten, die Abhängigkeit generieren. Und zu der Opiod-Krise geführt haben, die mittlerweile die gesamten Vereinigten Staaten überzieht. Der Roman ist authentisch. Geschrieben von einem, der das Grauen er- und überlebt hat und glücklicherweise geschnappt wurde. Wer weiß, ob er sonst noch leben würde. Positiv vermerken muss man die Tatsache, dass Walker sich nicht in Selbstmitleid suhlt, sondern seine „Karriere“ mittlerweile aus der Distanz sieht und beschreibt. Bleibt zu hoffen, dass er auch nach seiner Entlassung einen großen Bogen um Drogen machen wird. Die Filmrechte sind mittlerweile verkauft, für die Hauptrolle ist der englische Schauspieler Tom Holland im Gespräch.

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Vita

Nico Walker stammt ursprünglich aus Cleveland. Als Kriegssanitäter war er an mehr als 250 Einsätzen im Irak beteiligt. Derzeit sitzt er in Kentucky eine elfjährige Gefängnisstrafe wegen zehn Banküberfällen ab. »Cherry« ist sein Debütroman.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Nico Walker kam mit 21 als US-Veteran zurück aus dem Irakkrieg. Dann geriet sein Leben aus den Fugen. Er hat darüber einen großen Roman geschrieben – im Gefängnis.«

Zeit online, Daniel C. Schmidt (03. Mai 2019)

»Hammer, großartig! Davon abgesehen, dass das Ding famos geschrieben ist und ne wahre Geschichte, verhandelt es ja drei der brennendsten US-Themen: Veteranen, Opioid-Krise, Knast.«

Tino Hanekamp

»Walker schreibt über den Krieg, wie nur Leute über den Krieg schreiben, die ihn erlebt haben.«

stern, Nicolas Büchse (16. Mai 2019)

»In erster Linie bekommt es der Leser hier mit einem grandiosen Schreiber zu tun, dessen direkte, unverblümte bis derbe Sprache ihn sofort ins Geschehen zieht.«

Classik Rock, Elmar Samutter (08. Mai 2019)

»Jemand hat mal gesagt: Es gibt nur zwei Dinge, über die es sich wirklich zu schreiben lohnt: die Liebe und den Tod. Und Nico Walker weiß davon vermutlich mehr als 99.9% der heute lebenden Romanautoren. Lesen Sie ›Cherry‹ statt dem anderen überflüssigen Kram - hier erleben Sie einen Autor, der seine Seele offenlegt und für seine Geschichte brennt.«

Donald Ray Pollock

»Das sind wohl die Schlüsselsätze dieses wilden, traurigen, düsteren, schonungslosen Romans: "I tried to be good. But I was fucked up."«

»Am eindrucksvollsten geraten die magenumstülpenden Passagen über die Zeit im Irak«

Funke Mediengruppe, Dirk Hautkapp (11. April 2019)

»Erst dieses minimalistische Operieren am seelischen Nullpunkt macht das Buch größer als seine krassen Gegenstände.«

Süddeutsche Zeitung, Gustav Seibt (11. Mai 2019)

»Ein atemberaubend klarer Blick in den Abgrund von Krieg, Sucht und Verbrechen, gleichzeitig unglaublich menschlich und oft auch komisch. Man will zugleich lachen und weinen, ganz so wie beim großen Denis Johnson.«

Dan Chaon

»Genau die Sorte Roman, die Amerika im Augenblick bitter nötig hat.«

Lea Carpenter, Autorin

»Cherry ist ein literarischer Glücksfall, geradezu ein Triumphzug. Walkers Sprache erinnert an einen Holden Caulfield, der in den Krieg zieht.«

The Washington Post

»Eine der großen literarischen Sensationen des Jahres: ein derber, roher und erschreckend zeitgemäßer Roman über die Auswirkungen des Krieges und die Risiken der Sucht.«

Entertainment Weekly

»Als erschütterndes Zeugnis eines sinnlosen Krieges hat „Cherry“ gesiegt.«

BUCHKULTUR (17. April 2019)

»Die USA unter Trump. Darüber hat Nico Walker einen grandiosen Drogenroman geschrieben«

neues deutschland (19. Juni 2019)