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Eine kurze Geschichte von sieben Morden Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-27087-9

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Erschienen: 13.03.2017
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Ausgezeichnet mit dem Man Booker Prize

Jamaika, 1976: Sieben bewaffnete Männer dringen in das Haus des Reggae-Musikers Bob Marley ein und eröffnen das Feuer. Marleys Manager wirft sich schützend über ihn und erleidet dabei lebensgefährliche Verletzungen. Marleys Frau Rita wird ebenfalls schwer verwundet, er selbst bleibt mit leichteren Verletzungen an Armen und Brust zurück. Wer waren die Täter? Was waren ihre Motive? Ausgehend von dem Attentat und den Spekulationen, die sich darum ranken, entwirft Marlon James ein vielseitiges Stimmungsbild Jamaikas in den 70er und 80er Jahren voll Gewalt, politischer Willkür, Drogen und Intrigen, ausgestaltet bis ins kleinste Detail.

»Ein radikales Meisterwerk, das einem banalen Jamaika-Mythos keinerlei Platz gibt und mit Sicherheit einer der grandiosesten Kriminalromane des Jahres ist.«

Frank Rumpel, SWR2

Marlon James (Autor)

Marlon James wurde 1970 als Sohn zweier Polizeibeamter in Kingston geboren. Mehr als zehn Jahre arbeitete er als Werbetexter und Grafikdesigner, u.a. für den Dancehall-Musiker Sean Paul und das T-Magazin der New York Times. Bei einem Literaturworkshop in Jamaika wurde eine Dozentin der Wilkes University Pennsylvania auf James aufmerksam und verschaffte ihm ein Masterstudium in Kreatives Schreiben sowie eine Assistentenstelle. Sein erster Roman John Crow’s Devil erfuhr über siebzig Ablehnungen, ehe er einen Verlag fand und in der Folge als bestes Debüt für den »Los Angeles Times Book Prize« und den »Commonwealth Writers’ Prize« nominiert wurde. Für sein 2009 erschienenes Nachfolgewerk The Book of Night Women über eine Revolte jamaikanischer Sklavinnen während der Kolonialzeit erhielt James den »Dayton Literary Peace Prize« und den »Minnesota Book Award«. Sein dritter Roman Eine kurze Geschichte von sieben Morden, wurde ebenfalls vielfach ausgezeichnet. Als erster Jamaikaner erhielt James den »Man Booker Prize«. Marlon James lebt offen homosexuell und hat seine Heimat wegen der dort vorherrschenden Ressentiments und teils gewaltsamer Übergriffe verlassen. Er lebt heute in Minneapolis, Minnesota.

»Ein radikales Meisterwerk, das einem banalen Jamaika-Mythos keinerlei Platz gibt und mit Sicherheit einer der grandiosesten Kriminalromane des Jahres ist.«

Frank Rumpel, SWR2

»Ein Leserausch erwartet Sie!«

Dresdner Morgenpost

»[Ein] Roman, der alle Preise dieser Welt verdient hätte, den Man Booker Prize hat er immerhin schon.«

Klaus Walter, spex

»Ein ziemlich großartiges, wildes, ungestümes Buch.«

Gerrit Bartels, Deutschlandradio Kultur

»Kriminalroman, Sittengemälde, Politthriller, Geschichtsbuch, Doku-Fiction und Musik gewordene Sprache.«

WDR 5 Scala

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Aus dem Englischen von Guntrud Argo, Robert Brack, Michael Kellner, Stephan Kleiner, Kristian Lutze
Originaltitel: A Brief History of Seven Killings
Originalverlag: Riverhead Books

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 864 Seiten, 15,0 x 22,7 cm

ISBN: 978-3-453-27087-9

€ 27,99 [D] | € 28,80 [A] | CHF 36,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

NEU
Erschienen: 13.03.2017

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Brutal, witzig, wahnsinnig komplex - ein episches und ganz anderes Bild von Jamaika

Von: Dirk Hoffmann Datum: 11.04.2017

mamouliansgeschichten.blogspot.de

Am 3. Dezember 1976 stürmen sieben bewaffnete Männer in der Hope Road das Haus des jamaikanischen Reggae-Stars Bob Marley, das im noblen Viertel von Kingston liegt, und eröffnen das Feuer. Während Marleys Manager und Frau jeweils schwer verwundet werden, erleidet der Musiker selbst nur leichte Wunden an Arm und Brust. Scheinbar völlig unbeeindruckt von den Geschehnissen nimmt er wenige Tage später an einem Friedenskonzert der PNP (People’s National Party) teil. Die Attentäter selbst und die Hintergründe der Tat konnten bis heute nicht aufgeklärt werden.
Mit seinem dritten, 1985 sogar mit dem Man Booker Prize ausgezeichneten Roman „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ hat der aus Jamaika stammende und von Schriftstellern wie William Faulkner und James Ellroy beeinflusste Marlon James einen epischen Krimi inszeniert, der aufgehängt an dem Attentat auf Bob Marley vor allem über mehrere Jahrzehnte die komplexen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse auf der karibischen Insel vor Augen führt.
Allerdings bedient er sich dabei nicht der chronologischen Schilderung eines allwissenden Erzählers, sondern der sehr subjektiven Ich-Perspektive von gut siebzig fiktiven Zeitzeugen, die jeweils verschiedene Puzzlestücke zum Gesamtbild beitragen. Interessanterweise wird Bob Marley stets nur als „der Sänger“ bezeichnet, auch das politisch-gesellschaftliche Umfeld, das Jamaika in den 1970er Jahren und danach geprägt hat, wird nicht eingehend beschrieben, sondern erschließt sich nur im Gesamtkontext durch hier und da eingestreute Bemerkungen, in denen es um den Konflikt zwischen der kommunistisch orientierten PNP und der pro-westlichen, ultrakonservativen rechten und von US-Präsident Ronald Reagan unterstützten Jamaican Labor Party (JLP). Es geht aber auch um Drogen und den Einfluss der CIA, so dass Drogenkuriere, Gangsterbosse, Ghetto-Kids, Prostituierte, Agenten, ein Journalist vom „Rolling Stone“ und Auftragsmörder zu Wort kommen.
Bob Marley wird in diesem Kontext einerseits mythisch als Volksheld überhöht, andererseits als Mischling diffamiert, der sein Volk verraten, an gefälschten Pferdewetten beteiligt gewesen und nur nach Reichtum und Ruhm gestrebt haben soll.
„Da haben wir also den Sänger und zwei Gangster von einer politischen Partei, die er angeblich nicht unterstützt, und sie scheinen so dick befreundet zu sein wie alte Schulkumpel. In den nächsten Tagen wird er gesehen, wie er mit Shotta Sherrif herumhängt, dem Paten der Eight Lanes, der für die andere Partei arbeitet, die andere Seite. Die beiden Oberbosse in einer Woche, zwei Männer, die mehr oder weniger die sich bekämpfenden Hälften von Downtown-Kingston kontrollieren. Vielleicht gibt er ja einfach den Friedensstifter, schließlich ist er bloß ein Sänger. Aber so langsam versteh ich, dass in Jamaika niemand einfach nur irgendwas ist. Da ist was im Busch, ich kann’s schon riechen. Hab ich bereits erwähnt, dass in zwei Wochen gewählt wird?“, lässt beispielsweise der „Rolling Stone“-Journalist Alex Pierce verlauten, der vor allem im 1991 angesiedelten abschließenden Kapitel „Sound Boy Killing“ die Zusammenhänge etwas deutlicher werden lässt.
Bis dahin erlebt der Leser eine wahre Tour de Force an Grausamkeiten jeder Art, an derben Sprüchen und deftigem Humor, an (homo)sexuellen Fantasien und Praktiken, den unterschiedlichsten Sprechweisen und Slang-Ausdrücken wie Bombocloth, Battyman, Brethren, Busha, Naigger, Jamdown und Hataclaps. Erst in der Gesamtschau entsteht ein ebenso thematisch wie gesellschaftlich vielschichtiges Jamaika-Portrait, dem einige grundlegende Hintergrunderläuterungen für das Verständnis sicher gutgetan hätten, aber durch die unmittelbare, ungeschminkte und facettenreiche Weise, die Hintergründe des Attentats aus unzähligen sehr persönlichen Perspektiven eher unzusammenhängend darzustellen, wirkt „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ sehr authentisch, verwirrend, bewegend, brutal, komisch und lässt damit Jamaika damit in einem Licht erscheinen, das mit bisherigen Vorstellungen über den karibischen Staat gründlich abrechnet.

Marlon James: „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ (Heyne Hardcore) +++Rezension & Interview+++

Von: Christian Funke Datum: 01.04.2017

www.wewantmedia.de/

Meinung zur Veröffentlichung:

Wenn's nicht so war,
dann wär's so ähnlich

Jamaikanisches Sprichwort

Am 03. Dezember 1976 drangen bewaffnete Unbekannte in das Haus des berühmten, in Kingston, Jamaika lebenden Musikers Bob Marley ein und eröffneten das Feuer. Während seine Ehefrau und sein Manager bei dem Attentat schwer verletzt wurden, kam der Musiker nahezu unbeschadet davon, so dass er wenige Tage später auf einem Friedenskonzert der „People's National Party“ gegen die zunehmende, politisch motivierte Gewalt im Land auftreten konnte. Trotz vieler Verdachtsmomente konnten die Hintergründe des Attentats nie aufgeklärt werden.

Marlon James beschreibt in seiner Danksagung am Ende des Buches die Schwierigkeiten, die er hatte, dieses Mammutprojekt in eine geeignete Form zu bringen. Ungezählte Seiten ohne einen roten Faden, zahlreiche unzusammenhängende Figuren und Handlungsfäden, bei denen es ihm nicht gelingen wollte, diese in ein inhaltliches Korsett zu fügen. Erst die Lektüre Faulkners und Duras schenkte ihm die Idee für ein Grundgerüst, welches nach vier Jahren Arbeit in dem nun hier vorliegenden Eine kurze Geschichte von sieben Morden münden sollte. Reale und fiktive, lebende und tote Personen sollten nicht nur einer Geschichte viele Stimmen geben, sondern letztendlich ein episches, wahnwitzig komplexes und Jahrzehnte umspannendes Bild Jamaikas zeichnen, welches nicht nur spannend zu lesen ist, sondern gleichzeitig auch als Chronik eines Inselstaates im gesellschaftlichen wie politischen Umbruchs verstanden werden kann! Auch wenn der Anschlag auf Marley der inhaltliche McGuffin ist, der den Stein ins Rollen bringt, wird der Sänger im gesamten Roman nie namentlich genannt, sondern der Blick fokussiert sich auf die sieben Auftragskiller und deren Schicksale. Diese Männer (und über 70 weitere maßgeblich relevante Figuren und deren Perspektiven), so wie das zu der Zeit kritische politische Klima dienen dem Autoren für ein vielschichtiges Porträt der Menschen des Inselstaates in der Mitte der 70'er-Jahre, welches klassen- und gesellschaftsschichtenübergreifend ein allumfassendes, sehr lebendiges Bild zeichnet.

Gonna tell the truth about it,
Honey, that's the hardest part

Bonnie Riatt, „Tangled and Dark“

Eine kurze Geschichte von sieben Morden (Originaltitel: A Brief History of Seven Killings, 2014) erscheint als wunderschön aufgemachte, sehr schwergewichtige, gebundene Ausgabe mit Lesezeichenband bei Heyne Hardcore (864 Seiten, €27,99) in einer Übersetzung aus dem Englischen von Guntrud Argo, Robert Brack, Michael Kellner, Stephan Kleiner und Kristian Lutze. Neben dem Roman befinden sich ein Glossar der im Buch verwendeten Ausdrücke, ein ausführliches (und notwendiges) Personenverzeichnis und eine Danksagung im Buch.

Mit seinem dritten Roman Eine kurze Geschichte von sieben Morden gelingt Marlon James ein monumentales Werk, welches dem Leser zu Beginn einiges abverlangt, ihn aber dafür mit einem wunderbaren Leseerlebnis beschenkt. Eine detailverliebte, sehr ambitionierte Geschichte, die die Standards eines gängigen Buches mühelos aushebelt und mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Kein leichter, aber ein dafür umso faszinierender Roman...

Von: André Pingel aus Oldenburg Datum: 10.04.2017

Buchhandlung: Thalia Buchhandlung Nord GmbH & Co KG

Vielen, vielen Dank nochmal für "Eine kurze Geschichte von sieben Morden". Ich musste mir das Buch in kleine Häppchen einteilen, damit ich es nicht zu schnell durch habe. Ein absolut grandioses und in seiner Gewaltdarstellung schockierendes Ding, aber sprachlich unheimlich versiert (allein die unterschiedlichen Perspektiven und damit verbunden der jeweilige Ton der erzählenden Person) und auch die Geschichte fand ich absolut genial. Ich bin absolut begeistert! Für mich jetzt schon mein Buch 2017!

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