Eine letzte Liebschaft

Short Storys

Hardcover
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Kein Wort zu viel und trotzdem alles gesagt: Die letzten Erzählungen vom Meister der kurzen Form

Richard Yates gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der US-amerikanischen Nachkriegsgeneration, für manche ist er der »missing link« zwischen Tennessee Williams und Raymond Carver. Der Band Eine letzte Liebschaft versammelt die neun letzten noch nicht auf Deutsch veröffentlichten Erzählungen des Autors. Ganz gleich, ob er das unterdrückte Begehren einer Hausfrau in der Vorstadt thematisiert, die Verzweiflung eines Büroangestellten in Manhattan oder das gebrochene Herz einer alleinerziehenden Mutter – niemand porträtiert die Alltagshoffnungen und -enttäuschungen seiner Figuren so schonungslos, doch mitfühlend wie Richard Yates.

«Richard Yates zu lesen, diesen unversöhnlichen Chronisten der amerikanischen Mentalitätsgeschichte nachdem Zweiten Weltkrieg, ist immer ein Gewinn.»

Süddeutsche Zeitung, Christopher Schmidt (14. November 2016)

Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: Richard Yates: Collected Stories
Originalverlag: Henry Holt and Company, LLC., 2001
Hardcover mit Schutzumschlag, 208 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-421-04618-5
Erschienen am  26. September 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Zerbrochene Träume und einsame Seelen

Von: Birgit Böllinger aus Augsburg

28.06.2017

Eins und doppelt möchte man sein. Die romantische Idee des Ineinander-Verschmelzens, die regelmäßig an den Klippen des Alltags zerschellt. Einer, der gerade dieses mit wenigen, knappen Sätzen beschrieb, war Richard Yates. Schon in seinem bekanntesten Roman „Revolutionary Road“ gibt es sie, diese Szenen einer Ehe – da liegt so viel Unausgesprochenes zwischen dem Paar, soviel ungelebte Möglichkeiten, soviel unerfüllte Wünsche. Den bitteren Geschmack der Enttäuschung – ihn transportierte der amerikanische Schriftsteller (1926 – 1992) auch in seinen letzten Erzählungen, neun short storys, die zu Lebzeiten nie veröffentlicht wurden und nun erstmals in deutscher Übersetzung erschienen sind.

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Die letzten Kurzgeschichten

Von: AG

07.02.2017

„Eine letzte Liebschaft“ ist die letzte Veröffentlichung des verstorbenen Autors Richard Yates, die als Sammlung von Kurzgeschichten in der Deutschen Verlags-Anstalt erschienen ist. Das Buch vereint 9 realistische Erzählungen, die zwischenmenschliche Beziehungen zum Thema haben. Auffallende Handlungspunkte sind der Zweite Weltkrieg, scheiternde oder entstehende Beziehungen und das gewollte Wirken auf andere Menschen. Ich finde es immer sehr schwer, Kurzgeschichten zu rezensieren und vorzustellen, denn eigentlich hätte jede einzelne es verdient, analysiert zu werden. Yates Erzählungen haben mich nicht unbedingt überrascht, aber dennoch Lust auf mehr gemacht. Auf wenigen Seiten spinnt der Autor Begegnungen, die unterhalten. Er schreibt über Marinefrauen in Frankreich, die sich die Langeweile und das Warten auf die Ehemänner vertreiben wollen, über Tuberkulosekranke, die im Krankenhaus zu einer festen Gemeinschaft werden oder über einen Ehemann, der nach einer langen Krankheit die Genesungszeit damit verbringt, sich Gespräche mit seiner Ehefrau auszudenken, in denen er immer den kürzeren zieht. Meine Lieblingsgeschichte in „Eine letzte Liebschaft“ ist die des Rechnungsprüfers George Pollock, der nach einem von seinem Chef viel gelobten Artikel zwar beruflichen Erfolg feiert, aber kurz zuvor von seiner Frau verlassen wurde. Zwischen der Hoffnung eines gelingenden Neuanfangs und dem Schmerz und Verlust versucht George noch am selben Abend, die junge Kellnerin seines Lieblingsrestaurants zu verführen [ACHTUNG: Spoiler!] und scheitert dabei kläglich [SPOILER ENDE]. Richard Yates gehört heute zu einem der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Für mich war die Kurzgeschichtensammlung ein guter Einstieg in die Themen, die den Autor beschäftigten und gute Beispiele für seinen sachlichen Erzählstil. Dieser erscheint zwar nüchtern, ist aber dennoch oft von einer sehr poetischen Schreibweise geprägt. Dem Buch merkt man Yates` Lebenserfahrung an. Jeder Leser kann sich sicher in die Figuren hineinversetzen und mit eigenen erlebten Situationen vergleichen. Der Autor erfindet keine spannenden Helden oder actionreichen Handlungen, sondern gibt einen erwachsenen Blick auf alltägliche Situationen, wie sie in vielen Haushalten entstehen. Gerade das macht das Lesen so interessant, denn so kann man sich immer selbst die Frage stellen, wie man selber wohl reagiert oder gefühlt hätte.

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Vita

Richard Yates wurde 1926 in Yonkers, New York, geboren und lebte bis zu seinem Tod 1992 in Alabama. Obwohl seine Werke zu Lebzeiten kaum Beachtung fanden, gehören sie heute zum Wichtigsten, was die amerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts zu bieten hat. Wie Ernest Hemingway prägte Richard Yates eine Generation von Schriftstellern. Die DVA publiziert Yates’ Gesamtwerk auf Deutsch, zuletzt erschien der Roman „Cold Spring Harbor“. Das Debüt "Zeiten des Aufruhrs" wurde 2009 mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen von Regisseur Sam Mendes verfilmt. In dem Band "Eine letzte Liebschaft" sind die letzten neun noch nicht veröffentlichten Erzählungen des Autors versammelt.

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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, 1956 in Treysa geboren, arbeitete mehrere Jahre als Erzieher. Nach seinem Studium der Germanistik und Geografie in Marburg/Lahn wurde er 1991 Literaturübersetzer. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Larry Brown, John Cheever, Stewart O'Nan, William Trevor und Richard Yates.

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Zitate

»Die banale Traurigkeit des Lebens, gegossen in die für Yates so typische unprätentiöse, glasklare Prosa. ... Er zieht hier wieder alle Register seines schriftstellerischen Könnens.«

DIE WELT kompakt, Philipp Haibach (05. Oktober 2016)

»Richard Yates Romane und Erzählungen haben bis heute nichts von ihrer Gegenwartsprägnanz verloren.«

Deutschlandfunk, Büchermarkt, Christoph Schröder (02. Oktober 2016)

»Ein Meister der Zwischentöne, der eindringlichen Augenblicke und Sätze, die alles beinhalten, worum es zwischen zwei Menschen geht oder eben nicht mehr geht.«

»Nach ein paar Seiten denkt man, die Welt wäre ein besserer Ort, wenn jedes Buch mit dieser Sorgfalt fürs Detail, für jedes Motiv geschrieben wäre.«

FAZ, Verena Lueken (15. Oktober 2016)

»Yates' Sprache kommt ohne Stuck daher, simpel, fast naiv, ohne Bilder. Seine Szenen haben Konturen, Schlagschatten wie Gemälde von Edward Hopper.«

Nordkurier, Roland Gutsch (27. September 2016)

»Lange blieb er unbeachtet, seit seiner Wiederentdeckung aber wird er unablässig gepriesen: Richard Yates.«

stern (08. Dezember 2016)

Pressestimmen zu den vorherigen Büchern:

»Einer der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts.«

FAZ

»Richard Yates seziert Lebenslügen – kühl, schnörkellos, herzergreifend.«

Welt am Sonntag

»Ein Meister der Sprache. Klar und messerscharf: Kein Wort ist zuviel und trotzdem ist alles gesagt.«

Bayerischer Rundfunk

»Richard Yates ist einer der großen Existentialisten und Fatalisten der Moderne.«

Die Zeit

»Yates ist eine Art Gott der Eingeweihten. Viele der besten US-amerikanischen Schriftsteller haben von ihm gelernt.«

Eva Menasse

»Und doch ist da diese Unbedingtheit, Verletztheit, Gereiztheit, eine sprachliche Unnachgiebigkeit, die vielleicht aus der Kunstfertigkeit hervorgeht, alles Poetische aus der Darstellung herauszuhalten. Gerade das macht Ruhestörung, weil es zu scheitern droht und vom Scheitern erzählt, zu einem faszinierenden Buch.«

Frankfurter Rundschau über "Ruhestörung"

»Meisterhaft und bis ans Äußerste getrieben, versteht es Yates, vor dem Hintergrund der großen, weltumspannenden Geschichte den emotionalen Kleinkrieg zwischen Mutter und Sohn zu schildern. Wenn es eines letzten Beweises bedurfte, um Yates' einsame Könnerschaft als schreibender Exorzist zu belegen – hier ist er!«

Spiegel Online über "Eine besondere Vorsehung"

»...ein zutiefst humanes Buch. Yates hat aus seinen Tränen Eiswürfel gemacht, die beim Schreiben im Whiskeytumbler klirrten; schwer zu sagen, was ihn letztlich umgebracht hat, der Alkohol oder der Schmerz, den er darin ertränkte.«

Süddeutsche Zeitung über "Eine gute Schule"

»Richard Yates' Geschichten sind bitter und schön, ihr Stil ist deutlich und durchsichtig, ihr Milieu durchschnittlich und zugänglich, ihre Poesie ist tief bewegend.«

Süddeutsche Zeitung über "Elf Arten der Einsamkeit"