Leserstimmen zu
Brennen muss Salem

Stephen King

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Einmal angenommen, Vampire würde es wirklich geben: Wie sähe das denn genau aus? Diese Frage stellt sich Stephen King in "Brennen muss Salem". Es handelt sich im Wesentlichen um eine moderne Interpretation von Bram Stokers Bestseller "Dracula". Bei Stephen King landet der dunkle Herr der Finsternis nicht in London, sondern in einer amerikanischen Kleinstadt. Auch hier aber ist das Verhalten des Neuankömmlings auffällig. Auch hier finden sich Gegner, die sich dem Vampir mit aller Kraft entgegenstellen. Eine hervorragende Interpretation eines Stoffes, der beinahe so alt ist wie die Menschheit selbst.

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An diesem Buch ist nichts schönes. Es wird nüchtern erzählt, alles ist düster und gruselig. Man hat permanent das Gefühl als würde gleich die Apokalypse ausbrechen. Auch schon bevor die Vampire in Aktion treten ist Jerusalem’s Lot (der Schauplatz des Buches) kein Ort des Frohmuts und der Heiterkeit. Absolut jeder Bewohner dieser Stadt – und uns werden Dutzende vorgestellt – schafft es auf die Unartig-Liste. Es gibt keinen, der nicht entweder lügt, betrügt, schlägt, vergewaltigt oder irgendwas hasst. Es ist ein dörfisches Trauerspiel – trägt aber super zur Stimmung bei. Die Figuren sind – vermutlich weil es einfach viele sind – nicht sonderlich tiefgründig, dafür als Kollektiv eine von King lebhaft gestaltete Gemeinde. Ben Mears (Protagonist und Schriftsteller *Überraschung*) und der junge Mark* Petrie (ein zehnjähriger Horrorfilm-Nerd) haben hier noch am meisten Charakter abbekommen. Neben Ben und Mark zählen zu Salem’s Justice League noch ein Lehrer namens Matt Burke, den alkoholabhängigen Pfarrer Pater Callahan, der Arzt Jimmy Cody und Susan Norton. Bei Susan kann man nur den Kopf schütteln. Ich schreibe dies aber einfach mal dem Frauenbild der 70er zu und gehe nicht weiter auf Susan ein. Moment, eins doch noch, weil ich es einfach erwähnen muss: Sie hat den größten Fehler gemacht, den man in diesem Buch lesen kann (Susan, warum??), gleichzeitig aber eine der stärksten Szenen abgeliefert (mit ihrer Mutter – wer die Stelle liest, weiß was ich meine). Dennoch: Nur Kopfschütteln für diese Frau. *Apropos Mark: Es gibt einen Mark, einen Matt und einen Mike und manchmal hatte ich so meine Probleme die Namen den richtigen Personen zuzuordnen. Vermutlich ging es nicht nur mir so, denn im Film Salem’s Lot von 1979 wird aus dem Lehrer Matt Burke einfach Jason Burke (und aus Floyd Tibbits wird Ned Tebbets .. aber warum??). Wirklich genial fand ich die Vampire, denn sie sind genau so wie ich Vampire schon lange nicht mehr gelesen habe (wenn überhaupt). Wirklich ganz einfach nur böse. Ohne Reue, Liebe oder sonstigen Schnickschnack. Diese Vampire haben einfach nur Hunger und Jerusalem’s Lot ist das Büffet. Im Grunde weiß man bei Brennen muss Salem bereits woran man ist, nur anhand des Klappentexts. Dennoch lohnt sich das Lesen auf jeden Fall – schon allein wegen der Stimmung der Geschichte. Hier bekommt man Horror, Vampire die nicht glitzern, das Böse, Action und viel Unterhaltung, denn in Jerusalem’s Lot ist immer was los. Schließt lieber eure Fenster, wenn ihr vor dem Schlafengehen noch lesen wollt.

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Stephen King ist ja ein garant für gute Bücher. Ich habe bisher wenig von ihm gelesen, was mich nicht total gefesselt hätte. Brennen muss Salem ist ja eigentlich ein Klassiker und doch hatte ich ihn irgendwie noch gar nicht gelesen. Es wurde also echt Zeit! Die Geschichte ist auch eine sehr klassische. In einer kleinen Stadt geschehen seltsame Dinge, eine Gruppe von Menschen findet sich zusammen, die dem Rätsel auf den Grund gehen wollen. Auch hier ganz klassisch mit mindestens einem Mann, einer Frau (grundsätzlich einer Liebesgeschichte) und einem Kind. Genau das ist auch die Grundlage für Brennen muss Salem. Das Buch ist natürlich sehr spannend geschrieben, wobei ich mal wieder etwas genervt war, dass es so viele Kapitel braucht, bis die wirkliche Geschichte anfängt. Aber da muss man bei King einfach durch. Darauf war ich also gefasst. Die Geschichte ist dann wirklich fesselnd. Man hat schon früh seine Vermutungen, die schnell bestätigt werden. Dabei ist aber nicht so, dass sofort klar ist, was passiert und die Gruppe verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht die Bösen zu stoppen. Sie wissen eigentlich sofort, was sie tun müssen und es funktioniert auf Anhieb. Doch sie müssen die Möglichkeiten schaffen es zu tun, die richtigen Menschen (oder Vampire?) finden und alles bei Tageslicht schaffen. Ich hatte erwartet, dass mich das Buch wieder sehr fesseln würde. Das tat es. Und ich hatte erwartet, dass es mir wieder Angst machen würde, wie es King schon so oft getan hat. Aber nein. Bin ich inzwischen einfach abgehärtet? Ich suche inzwischen verzweifelt nach wirklich gruseligen Büchern. Mir hat das Buch also echt gut gefallen, zu meinen neuen Lieblinsgbüchern zählt es aber dennoch nicht.

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Großmeister und Horrorurgestein Stephen King gibt in seiner erstmals Gesamtausgabe von "Brennen muss Salem" einen kompletten Einblick in die Entsstehung, in Hintergründe, in treibende Motoren für seine grauenhaften Ideen, seine Inspirationen, gestrichene und unveröffentlichte Szenen und er gibt zusätzlich zu diesem Horrorleseerlebnis einen Blick in seine schriftstellerischen Gedanken. Einfach großartig! Eines der vielen Highlights im Buch: Seite 393 "...aber bis jetzt hatte sie nicht geglaubt, dass es Ängste geben könnte, die das Begriffsvermögen übersteigen, die apokalyptisch und nahezu lähmend waren....Jeder Schritt nach vorn würde zu einem heroischen Akt." Inhalt: "Das Meisterwerk, das neue Maßstäbe in der Horrorliteratur gesetzt hat. Ben Mears kehrt nach Salem’s Lot zurück und interessiert sich dort für das Marsten-Haus. Von diesem Haus geht eine unheimliche Kraft aus, und bald zeigt sich, wer in Salem’s Lot sein Unwesen treibt: ein Vampir. Ben wagt es mit einigen Helfern – darunter ein alter Mann, eine junge Frau und ein Kind –, den Kampf gegen die Macht des Bösen aufzunehmen. Doch dieses Wagnis kostet furchtbare Opfer." Handlung: Wie es der Klapptext bereits andeutet, geht es hier um ein altes Haus, welches unsagbare Kräfte ausstrahlt. Ben Mears kehrt nach Salems zurück, um sich Zeit und Muße für seinen Roman zu gönnen. Er lernt Susan kennen, eine Liebe entwickelt sich. Ben erlebt schöne Momente mit Susan und erfährt immer mehr aus der Vergangenheit von Salem´s Lot und dem Marsten Haus. Seine eigenen traumatischen Kindheitserinnerungen kehren zurück. Aber nicht nur Ben ist neu nach Salems Lot gekommen, es gibt einen weiteren, weitaus unliebsameren Besucher in Salems Lot, ein Vampir. Kaum, dass sich Ben Mears, Susan Norton, Matt Burke und Jimmy Cody dessen bewusst sind, passieren schlimmste Dinge in Salem´s Lot. Gräber erwachen leer, Untote bevölkern die Stadt und treten Nachts an die Fenster... Ein Wettlauf gegen die Zeit. Die entschlossene große Gruppe macht sich auf die Jagd nach den Vampiren und dessen neue Brut. Doch diese Gruppe schrumpft schneller, als man vermuten kann. Am Ende bleiben nur noch zwei eiserne Jäger übrig.... Zum Schreibstil: "Brennen muss Salem" war mein allererstes Buch von Stephen King. Bisher kannte ich nur seine unglaublich genialen Verfilmungen. Aber ich bin mir sicher, es wird nicht mein letzter King gewesen sein. Nun verstehe ich auch, dass sich King als Großmeister des Grauen und als Urgestein des Horror betiteln darf. Autor Stephen King weiß es für Spannung, Nervenkitzel und Gänsehaut zu sorgen. Er schreibt sehr gewählt, intelligent, würzt seine Dialoge an entsprechender Stelle mit etwas Witz und Ironie, baut Spannungsbögen auf, lässt der Phantasie genügend Raum und bringt den Leser schier um den Verstand. Gerne zitiert Stephen King aus anderen sehr bekannten, und für ihn sehr bedeutenden Stücken und baut diese Passagen gelungen in sein Werk ein. Bei Stephen King sollte der Leser Zeit mit bringen, denn er schreibt sehr bedacht und nähert sich manchmal auch erst sehr langsam dem eigendlichen Kern. Dies war für mich teils etwas zu zäh, daher habe ich hierfür einen halben Stern abgezogen. Autor King besitzt einen sagenhaften Umgang mit dem geschriebenen Wort. Gekonnt jongliert er mit der Vielfalt der Sprache ohne in einem Slang abzuschweifen. Stephen King hat mich bereits in den ersten Seiten als Leserin gewonnen. Das Schriftbild ist angenehm und die Kapitel nicht allzu lang. Die Dialoge sind knackig, emotional und sehr authentisch dargelegt. Auch sein Erzählstil passt sich der Zielgruppe des Horrorgenre an und sollte hoch gelobt werden. Sehr sensibel hat der Autor diese Schwierigkeit gemeistert und umgesetzt. Ein Buch, was für unerträgliche Spannung, Nervenkitzel, literarische Leidenschaft, Schock, Bitterkeit und Entsetzen sorgt. Schauplätze: Großer Pluspunkt und unweigerlich auch der Schwerpunkt dieses Leseerlebnisses. Dem Autor King gelingt es durch reale und absolut lebhafte Darstellung der Schauplätze eine Welt des unsagbaren Grauen und der Gänsehaut zu schaffen. Sehr genau hat sie die Eindrücke um 1975 eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Zudem zaubert er eine authentische Welt aus Alltag, Kleinstadttreiben, vielen einzelnen Familien- und Beziehungsgeschehen und natürlich das, worauf alle Leser gespannt warten: Die Aura des Marsten Haus und das Verderben in Salem´s Lot. Stephen King gibt sich sehr Detailverliebt, jedoch ohne überladen zu wirken. Drehbuchhaft und absolut filmreif dringen unschlagbare Bilder in den Geist der Leserschaft. Ein Lesegefühl mit allen Sinnen. King´s Fokus liegt auf viele Details und Umschreibungen, so hat er in trefflichen Momenten immer ein sehr genaues Bild der Umgebung geschaffen und erzeugt so unglaubliche Assoziationen, die das Lesen zum wahren Erlebnis machen. Untermalt werden hier die Schauplätze mit vereinzelnten Schwarz-Weiß Grafiken im Buch. Charaktere: Auch bei der Wahl der Charaktere hat sich der Autor sehr intensive Gedanken gemacht und nichts, rein gar nichts, dem Zufall überlassen. Ein gelungenes und starkes Bild der Protagonisten. Einige von den vielen Akteuren wird man sofort lieben und einige wird man mit Abscheu begegnen. Viele sind im großen Finale, bzw. Showdown gar nicht mehr am Leben, oder nicht mehr so anzutreffen, wie zuvor. Leider ziehe ich hier auch einen halben Stern ab, da das Buch sehr viele Protagonisten mitbringt, die mir Anfangs sehr schwer zuzuordnen waren. Etwas verwirrend, und daher leider teils mit wenig Tiefe. Dennoch leht auch hier der Autor Stephen King viel Herzblut, Verbundenheit und Sinn in seine Charaktere. Neben einem wichtigen Part im Geschehen, besitzt hierauch fast jeder Charakter ein eigenes sehr komplexes und authentisch dargelegtes Psychogramm. Gerade Hauptprotagonist Ben Mears wird sich in die Herzen der Leser brennen und wären da nicht die dunklen Schatten aus Richtig und Falsch, so würde man liebend gerne in Susan Nortons Haut schlüpfen und sich zusammen mit Ben in das Wagnis begeben. Sehr überrascht hat mich auch der junge Mark Petrie, der in der Handlung sehr über sich hinaus wächst. "Wir müssen durch bittere Wasser, ehe wir zu dem süßen kommen." Seite 467 Meinung: Als mein erster King bin ich so sehr begeistert, dass es sicher nicht mein letzter sein wird. Zu erst möchte ich die vielen versteckten dennoch offensichtlichen Momente des Horrors loben, die dem Autor wunderbar gelungen sind. Auch sein Vorwort ist ein toller Einstieg in das Grauen von Salems Lot. Die Handlung spricht für sich und MUSS einfach selbst gelesen werden. Wunderbar finde ich die Grafiken, die diese Gesamtausgabe abrunden und vollkommen machen. Zudem darf sich der Leser über gestrichene Passagen freuen. Sehr gefallen hat mir die Passage von Seite 720, als Mark und Ben Barlow, den Vampir ausschalten und eleminieren. Dieses Buch besitzt unzählige Stärken, die ich gar nicht einzeln benennen kann, nur zwei kleinere Schwächen kosten mich einen Stern abzug. Sehr viele Protagonisten, die Anfangs sehr undurchsichtig erscheinen, und teils aufkommende Längen im Plot. Aber abgesehen davon, ein vollkommenes Werk, was mich begeistert und gruseln konnte. Vampire mal anders. Dracula wird sicherlich meine nächste Lektüre werden. Der Autor: "Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, "Carrie", erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. Bei Heyne erscheint sein großer Bestseller Der Anschlag." Zum Cover: Ein sehr hochwertiges Buch von guter Qualität und stimmigen Gesamteindruck. Tolle Farben, stimmiges Bild und ein Blickfang im Genre Horror. Der Rauch des Bösen... Fazit: Das Buch ist einfach unschlagbar. Die vielen Extras und BonBons der Gesamtausgabe sind grandios. Leseempfehlung!

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