SCHWEIGEPFLICHT

Thriller

Paperback
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Emelie Jansson ist frisch gebackene Anwältin - und hoffnungsvoller Nachwuchs einer der angesehensten Anwaltsfirmen des Landes. Teddy ist ein Ex-Knacki, der für diese Firma Spezialnachforschungen betreibt und sich fortan auf der anständigen Seite des Lebens bewegen will. Doch dann wird in einem Sommerhaus auf den Stockholmer Schären ein schrecklich zugerichteter Toter gefunden, ein bewusstloser Mann wegen dieser Tat in U-Haft genommen, und ein Karussell setzt sich in Fahrt, das alles in Frage stellt, wofür Emelie und Teddie angetreten sind: Karriere, Freiheit, eine Zukunft. Wird es den beiden gelingen, die richtigen Entscheidungen zu treffen?

»Gute Dialoge, glaubwürdige Charaktere und ein spannender Plot.«

Kester Schlenz, stern (04. April 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann
Originaltitel: Stockholm Delete
Originalverlag: Wahlström & Widstrand
Paperback , Klappenbroschur, 640 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-442-71819-1
Erschienen am  08. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Überzeugender Thriller

Von: Michael Lehmann-Pape

29.05.2019

„„Ich muss nach Hause“, hatte er gesagt, als sie ihn aufforderte, zu bleiben“. Eine kleine Szene nur der Zusammenarbeit der frischgebackenen Anwältin (und in diesem Fall des jungen Mannes Benjamin pro bono, heimlich und nervös unterwegs) und des freien Mitarbeiters der Kanzlei, ihres Arbeitgebers, Teddy. Der einen gravierenden Fehler begangen hatte vor in etwa einem Jahrzehnt, für diesen äußerlich bezahlt hat und innerlich noch zahlt. Und sich nun eine merkwürdige Querverbindung ergibt. Denn der verletzte junge Mann, der in der Nähe eines Mordschauplatzes einen Verkehrsunfall erlitten hat und nun des Mords verdächtigt wird, ist der Sohn genau jenes Mannes, den Teddy durch seine damalige Tat „aus der Bahn geworfen hat. Was nicht die letzte Querverbindung bleiben wird, denn Teddys Neffe, auch mit einigen Schwierigkeiten in seiner Person und seinem Umfeld versehen, hat seine Zeit in einem Erziehungsheim hinter sich gebracht und drängt (und wird gedrängt) mit einiger Wucht wieder in seine alte Gang. Zwei scheinbar voneinander getrennte Dinge, die Teddy dennoch überaus beschäftigten werden, samt einer ominösen Festplatte, deren Dateien Teddys damaliges Opfer schockiert geöffnet hatte. Das in den kriminellen Kreisen Stockholms ebenso eine „Omerta“ herrscht, wie in den klassischen Mafia Kreisen weltweit, dass Nikola, sein Neffe, in Gefahr geraten wird, dass die Kreise des „Clans“ nicht nur durch Ermittlungen der Polizei und die internen Verbindungen, die Teddy herstellen wird, unter Druck geraten, sondern auch durch stramm rechts-nationale politische Kräfte Gewalt mit ins Spiel geraten wird, all das verkompliziert (für den Leser in bester Weise) den zunächst einfach erscheinenden Fall eines Gewaltverbrechens und führt Teddy und Emilie mehr und mehr an den Rand der Belastbarkeit in jedwedem Sinne. Bis klar wird, dass die beiden nicht nur mit ihrer Reputation, ihrem Einkommen, ihrem Beruf spielen, sondern auch das körperliche Wohl mehr und mehr gefährdet wird und auch vor den Familien nicht Halt gemacht werden wird. Was Lapidus lange Zeit undurchschaubar fast gestaltet, den Leser aber dennoch mit den roten Fäden der Personen (die differenziert ausgestaltet vorliegen) und der Fälle eine klare Erzähllinie an die Hand gibt, die anregend, unterhaltsam, überaus spannend und zugleich rätselhaft vor die Augen des Lesers tritt. Wobei Lapidus zudem einige hochaktuelle Themen geschickt zu einem, am Ende, großen Ganzen verknüpft. Vom zunehmenden Einfluss der (in Teilen auch gewaltbereiten) „neuen Rechten“, von Übergriffen und Anschlägen auf Flüchtlinge, vom Missbrauch und Themen der Kinderpornographie bis hin zur Parallelwelt krimineller Vereinigungen mit ganz eigenen, überaus strikten Regeln. Sprachlich, vom Erzähltempo her und in der Feingestaltung ein hervorragender Thriller, der von der ersten bis zur letzten Zeile fesselt.

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Darf ich euch ein neues Herzbuch vorstellen?

Von: Chrissi

13.05.2019

Darf ich euch ein neues Herzbuch vorstellen? Gleichzeitig hasse ich es aber auch an dieser Rezension zu arbeiten. Es ist mir unheimlich schwergefallen. Als jemand der eigentlich einen großen Bogen um skandinavische Krimis macht, bin in ich von mir selbst überrascht, wie leicht mich Schweigepflicht überzeugt hat. Dabei können 640 Seiten nicht nur auf den ersten Blick abschreckend wirken. Doch wer tief in die Geschichte eingetaucht ist, der merkt: Dieses Buch ist jede Seite wert. In einem schwedischen Sommerhaus wird eine verstümmelte Leiche entdeckt. Keine 200m vorm Haus liegt ein Mann bewusstlos in seinem PKW. Er wird direkt festgenommen und angeklagt. Seine sehr junge Anwältin Emelie Janson versucht alles um herauszufinden, was passiert ist, doch sowohl Anklage als auch ihr Mandant schweigen unerbittlich. 640 Seiten. Ein Monster. Aber für diese verzwickte und komplexe Geschichte hätte es auch keine Seite weniger sein dürfen. Es hat 250 Seiten gebraucht bis ich einen ersten Überblick hatte um wen und was es alles geht. Denn das Buch ist aus vielerlei Perspektiven geschrieben, die sich anfänglich gar nicht alle auseinanderdröseln oder zusammenpuzzeln lassen. Manchmal habe ich mich gefragt: Wozu brauche ich denn hier all die Namen und 50 Seiten später taucht ein Name in einem Handlungsstrang auf, dem ich ihn gar nicht zugeordnet hatte und langsam entstanden Verbindungen zwischen den verschiedenen Perspektiven. Emelie Janson hat grade erst ihr Jurastudium beendet. Das Buch beginnt quasi mit ihrer Abschlussprüfung. In der Woche darauf soll sie direkt in einer Kanzlei als Wirtschaftsanwältin beginnen, doch ein ihr unbekannter Mann nennt sie als seine Anwältin. Im Zwiespalt zwischen Brotjob und dem Wunsch das richtige tun zu wollen nimmt Janson den Fall an und stochert in alten Wunden herum. Teddy war Jahre lang im Gefängnis, weil er von einigen Jahren Mats Emanuelsson für die jugoslawische Mafia in Stockholm entführt hatte. Jetzt arbeitet er für die gleiche Kanzlei wie Janson und unterstützt sie bei ihren Ermittlungen. Er bereut seine damalige Tat und möchte nicht glauben, dass Emmanuelsons Sohn nun jemanden umgebracht hat. Es hat ein bisschen was von Wiedergutmachung, aber er hat eben auch noch Kontakte bei denen er versucht Hinweise zu bekommen. Mats Emanuelsson arbeitete als Banker, war spielsüchtig und hatte sich mit den falschen Leuten eingelassen. Vor einigen Jahren nahm er sich das Leben und wir erfahren seine Vorgeschichte nur aus alten inoffiziellen Vernehmungsprotokollen, wo er unter dem Decknamen Marina erzählt, was er für die jugoslawische Mafia tun musste, um seine Spielschulden zu begleichen. Dabei stößt er irgendwann auf einen Computer und Dateien, die nicht für seine Augen bestimmt waren. Sein Sohn Benjamin wird nun am Tatort gefunden und direkt angeklagt. Da die Staatsanwaltschaft und Benjamin selbst schweigen, muss Janson alleine herausfinden was in jenem Sommerhaus passiert ist. Teddys Neffe Nikola wird zu Beginn der Geschichte aus einer Rehabilitationsanstalt für Straffällige Jugendliche entlassen. Er lässt sich aber direkt wieder von seinen kriminellen Kumpeln in die Arme nehmen und bewegt sich wieder im zwielichtigen Milieu, wie einst sein Onkel. Vielleicht habt ihr bereits eine grobe Vorstellung davon, wie verzwickt es ist, wenn stetig zwischen so vielen Perspektiven gewechselt wird. Zudem sind die Kapitel nicht kurz. Ich hatte jedenfalls sehr großen Spaß beim Entdecken der Figuren und aller Zusammenhänge. Jens Lapidus ist ein wahrer Meister darin, seine Charaktere durch unterschiedliche Akzente und Sprachstile voneinander abzugrenzen und ihnen eigene Stimmen zu geben. Schweigepflicht ist allerdings kein einfaches Buch für mal eben zwischendurch. Ich musste mir schon eine ruhige Minute suchen und mich sehr auf alles konzentrieren, um nicht ein wichtiges Wort zu überlesen. Während man am Anfang langsam in die Geschichte wächst, klotzt das letzte Drittel actionmäßig schon ein bisschen rein. Mir haben der Showdown und die Auflösung des Mords auf jeden Fall sehr gut gefallen. Nix an den Haaren herbeigezogenes und einfach sehr schlüssig alle Fäden zusammengeführt. Und auch wenn ich skandinavische Krimis sonst nicht so gerne lese, weil es mir zu viel Geplänkel der ermittelnden Figuren gibt muss ich sagen, dass es sich hier sehr ausgewogen in Grenzen hielt oder eben doch Fallrelevant war. Das kann bei mir natürlich direkt extra Punkten! Schweigepflicht kann ich Thrillerfans nur empfehlen!

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Vita

Jens Lapidus (geboren 1974) hat eine der erstaunlichsten Karrieren Schwedens inne. Er ist nicht nur einer der angesehensten Strafverteidiger des Landes, sondern auch einer der erfolgreichsten Autoren. Durch seine anwaltliche Tätigkeit verfügt er über mannigfaltige Kontakte zu Schwerverbrechern und genuine Einblicke in die schwedische Unterwelt, die Normalsterblichen normalerweise verwehrt bleiben. Die Authentiziät, Schnelligkeit und Direktheit seiner Romane suchen ihresgleichen. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt, vielfach preisgekrönt und mehrfach verfilmt.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Endlich: ein großer europäischer Thriller, der es mit den Stieg-Larsson-Krimis aufnehmen kann - und eine vollkommen neue Welt eröffnet. Verdammt aufregend!«

James Ellroy