Das überreizte Kind

Wie Eltern ihr Kind besser verstehen und zu innerer Balance führen. Mit der weltweit bewährten Methode der Selbstregulierung

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Taschenbuch
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Dr. Stuart Shanker revolutioniert die Erziehung unserer Kinder: Seine Methode der Selbstregulierung ermöglicht Kindern aller Altersstufen – und deren Eltern – zu innerer Balance zu finden. Von klein an wirken zu viele Reize auf sie ein, spätestens ab dem Schulalter sind sie einem oft unvorstellbaren Stress ausgesetzt. Das macht unruhig, unkonzentriert, aggressiv und hyperaktiv. Erwachsene reagieren meist mit der Forderung nach Gehorsam, was den Druck nur weiter erhöht. Dr. Shankers Methode geht an die Wurzeln und bietet eine wirkliche Lösung. So kann allen Kindern – vom Kleinkind bis zum Teenager – geholfen werden.


Aus dem Amerikanischen von Karin Wirth
Originaltitel: SELF-REG
Originalverlag: Penguin Press, New York 2016
In Zusammenarbeit mit Teresa Barker
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
ISBN: 978-3-442-17785-1
Erschienen am  21. Januar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wie entstresst man ein Kind?

Von: Janine2610 aus 2103 Langenzersdorf/Österreich

05.08.2019

Zugegeben, ich habe mir unter der »weltweit bewährten Methode der Selbstregulierung« - wie es so schön am Cover heißt - etwas mehr »Methode« erwartet. Aber tatsächlich funktioniert die Selbstregulierung nach einem ganz einfachen Prinzip: sei achtsam, nimm deine Gefühle bewusst wahr und bemerke so, wann es dir zu viel wird, um rechtzeitig die erregende Situation bzw. den erregenden Ort zu verlassen. Aber wenn man bereits überreizt ist, müssen Mittel und Wege gefunden werden, um wieder runterzukommen. Das kann für jedes Kind/jeden Menschen etwas anderes sein. In den meisten Fällen hilft jedoch Bewegung bzw. sportliche Aktivitäten (am besten in der Natur), um von seinem Stress abzukommen. Nun ist es nicht immer leicht, andauernd seine Gefühle bewusst wahrzunehmen - als Erwachsener nicht und als Kind noch viel weniger. Oft merkt man, dass man irgendwie angespannt ist (da ist es dann schon zu spät) und weiß gar nicht so recht, warum eigentlich, oder warum gerade jetzt? Was ist passiert? Es gibt für Kinder und Jugendliche Körper- und Gefühlswahrnehmungsübungen und -spiele, von denen der Autor in seinem Buch schreibt, aber leider geht er darauf nicht näher ein. Bei Kindern zeigt sich Anspannung immer entweder in einem "schwierigen Verhalten" oder durch Zurückgezogenheit. Kleine Kinder und Säuglinge können sich noch nicht selbst regulieren. Die brauchen immer einen Erwachsenen/ein vollständig entwickeltes Gehirn dafür. Mittels der Gehirnbrücke (wird ausführlich im Buch erklärt, was das genau ist und wie sie wirkt) können Eltern ihre Kleinen runterregulieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Regulator ruhig ist und keinen Stress empfindet. Nur wenn wir Eltern entspannt sind, ist es uns möglich, auf den Stress unserer Kinder optimal zu reagieren und sie erfolgreich zu entstressen. Was sagt uns das? Dass wir als allererstes bei uns selbst anfangen müssen. Wir müssen unsere eigenen Gefühle besser beobachten, schneller auf einen Gefühlsumschwung reagieren bzw. dem schon im Vorfeld entgegenwirken und wenn der Stress schon voll eingeschlagen hat, eine passende Methode finden, die uns hilft, ihn schnell wieder abzubauen. Nur so sind wir auch gewappnet, wenn unser Kind uns in so einem Fall braucht. Am besten ist es natürlich, Stressfaktoren zu ermitteln und diesen schon im Vornherein aus dem Weg zu gehen. Wenn man ihnen nicht aus dem Weg gehen kann, ist eben die Selbstregulierung gefragt. ~ Aber am wichtigsten ist, dass wir unsere Kinder als das sehen und wertschätzen, was sie sind, statt sie an irgendeiner persönlichen oder gesellschaftlichen Norm zu messen. ~ (S. 204) Mir persönlich hat das Buch ein wenig geholfen, um mich selbst und meine Tochter in manchen Situationen besser zu verstehen, ja. Mein fast fünf Monate altes Baby ist relativ schnell überreizt, da es sehr geräusch- und lichtempfindlich ist und ich auch das Gefühl habe, dass es schnelle Bewegungen rasch überfordern. Ich weiß schon länger, dass meine Tochter eine (teilweise sehr extreme) Form der Bewegung braucht, um sich zu beruhigen, Stress abbauen und einschlafen zu können. Ich habe mich also absolut bestätigt gefühlt, als ich gelesen habe, dass Bewegung und Sport dabei meistens hilfreich ist. Und das ist es schon bei den Kleinsten! Besonders interessant fand ich vor allem auch den Teil, in dem sich der Autor ausführlich der Gehirnentwicklung von Kindern widmet. Als weniger hilfreich/unnötig habe ich hingegen die Fallbeispiele empfunden. Es kommen zwar nicht allzu viele davon im Buch vor, aber die, die vorkommen, waren mir erstens viel zu lang und zweitens für meine Situation wenig brauchbar. Um schwieriges Verhalten bei Kindern zu verdeutlichen, waren sie gut, ja. Aber ich konnte mir für mich persönlich nichts daraus mitnehmen. Ich empfehle das Buch gerne weiter, da ich mir absolut sicher bin, dass jede Mutter/jeder Vater von dem Inhalt profitieren kann!

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Das überreizte Kind

Von: Thursdaynext

07.03.2019

Der vermehrt hektische Alltag, der Einfluß der Medien, Zeitmangel und berufliche Anforderungen, sowie Unerfahrenheit der Eltern, vermischt mit Unsicherheit und Perfektionsdrang haben die Aufzucht des Nachwuchses in den letzten Jahren nicht einfacher gemacht. Erziehungstheorien, Anleitungen und selbsternannte Gurus gibt es zuhauf. Was Dr. Stuart Shanker wohltuend aus der Masse der Erziehungsratgeber heraushebt ist seine Wissenschaftlichkeit und sein Blick auf den Gesamtzustand des Kindes oder Jugendlichen. Shankar hat die Selbstregulation als jenes Tool ausgemacht, das Kindern mit problematischen Verhaltensweisen an die Hand gegeben werden muss, um überhaupt eine Chance zu haben zur Selbstkontrolle zu gelangen. Selbstregulation macht Selbstkontrolle erst möglich, wenn nicht gar überflüssig, denn dem jeweiligen Kind zu helfen, sein Stresslevel zu senken, macht es erst Aufnahme- und lernfähig. Shanker verdeutlicht seine jahrelange wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema mit vielen Beispielen, mit aktuellen Studien und Erkenntnissen zu Bindungsverhalten, Hirnforschung und Entwicklung. Das ist spannend, hat auch mir etliche neue Perspektiven eröffnet und ganz besonders hilfreiche Maßnahmen an die Hand gegeben, um den Entwicklungsstand von Kindern besser einzuschätzen und da anzuknüpfen, wo sie sich momentan befinden. Man kann sich viel Gutes für die praktische Arbeit mit Kindern und Menschen allgemein aus seinem hervorragend aufgebauten Buch herausholen. Die Reflektion der eigenen Haltung ist für Pädagogen Business as usual, aber wie wichtig sie ist, verdeutlicht Shanker an etlichen beeindruckenden Beispielen. Er verwendet den Begriff „Gehirnbrücke“ bei der Interaktion zwischen Kindern und Eltern, der mir wegen seiner Eindringlichkeit sehr gefiel. Nur so kann man die Bedürfnisse des Kindes erspüren und ihm helfen diese zu erreichen. Shankar zeigt deutlich auf, dass Verhaltensweisen, die wir mit böse, faul oder langsam assoziieren, sehr oft ein Zeichen dafür sind, dass beim Kind „kein Benzin mehr im Tank ist“, der Kampf/ Flucht-, oder Erstarrungsmodus greift. Es geht bei Selbstregulation ausdrücklich nicht um Impulskontrolle, sondern um Achtsamkeit, um die Wahrnehmung des Impulses und die Frage, weshalb er da ist. Weshalb spielt das autonome Nervensystem verrückt und wie kann es wieder zur Ruhe kommen. Nicht Stärke und „Zusammenreißen“, sondern innere Ruhe finden ist die Aufgabe. Das vegetative Nervensystem in Entspannung zu bringen, den Stresszyklus zu unterbrechen. Hierfür macht Shanker fünf Domänen aus: emotional – biologisch – kognitiv – prosozial – sozial die in Wechselwirkung mit der Energie des Menschen stehen. Es ist müßig, hier ausführlich alle Erkenntnisse und Anregungen des Buches aufzuzählen. „Das überreizte Kind – Wie Eltern ihr Kind besser verstehen und zu innerer Balance führen“ ist ein Brain-Opener und eine hervorragende Anleitung und Sammlung wichtiger Fakten zur menschlichen Entwicklung und deren Förderung und, das gefiel mir besonders, es ist respekt- und liebevoll dargelegt. Dr. Shanker lehrt die eigene Empathie für Kinder gezielt zu nutzen, wie man sie vertieft, mit wissenschaftlichem, erläutertem Hintergrund, der einem den Empathieerwerb deutlich erleichtert. Ein Must-Have für alle Eltern und Pädagogen.

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Vita

Dr. Stuart Shanker ist emeritierter Professor für Psychologie und Philosophie der York University, Toronto. Er ist ein international gefragter Experte auf dem Gebiet der frühkindlichen Entwicklung sowie führender Vertreter der vielfach bewährten Methode der Selbstregulierung. Mit diesem Buch trägt Dr. Shanker sein Wissen an alle Eltern und Erzieher heran.

www.self-reg.ca

Zur AUTORENSEITE

Teresa Barker

Teresa Barker ist Journalistin und Autorin zahlreicher sehr erfolgreicher Bücher zu den Themen Erziehung, kindliche Entwicklung, Psychologie.

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