VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Die schwarze Macht Der »Islamische Staat« und die Strategen des Terrors
Ein SPIEGEL-Buch

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 12,00 [D] inkl. MwSt.
€ 12,40 [A] | CHF 16,50*
(* empf. VK-Preis)

Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-328-10062-1

Erschienen: 11.10.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Video

  • Links

  • Service

  • Biblio

Was den »Islamischen Staat« so gefährlich macht

Der »Islamische Staat« ist unter Druck geraten, aber das macht ihn nur noch gefährlicher. Neben seiner Herrschaft über weite Teile Syriens und des Iraks versucht er, in neuen Gebieten Fuß zu fassen. Und er orchestriert und inspiriert Terroranschläge, die immer häufiger auch Europa brutal erschüttern. In dieser umfassend aktualisierten und erweiterten Ausgabe seines mehrfach preisgekrönten Buch zeigt SPIEGEL-Korrespondent Christoph Reuter, was den „Islamischen Staat“ so gefährlich macht und was der Terror der Dschihadisten bedeutet: für die Menschen in Syrien und im Irak, für die Nachbarstaaten des IS und für uns in Europa.

NDR Kultur Sachbuchpreis für Christoph Reuter Zum Bericht mit Video-Interview und Hintergrundinformationen

"Über den Aufstieg des IS" - deutschlandfunk.de

Kartenmaterial zu "Schwarze Macht" mit Gebietsverlusten des IS seit 2014 Zum Special

Christoph Reuter (Autor)

Christoph Reuter, geboren 1968, berichtet seit Jahrzehnten aus den Krisenregionen der islamischen Welt, zunächst für DIE ZEIT und den Stern, seit 2011 für den SPIEGEL. Neben preisgekrönten Reportagen veröffentlichte er mehrere Bücher, darunter „Mein Leben ist eine Waffe“ (2002) über Selbstmordattentäter. Für seine Recherchen über den „Islamischen Staat” wurde er u. a. als „Reporter des Jahres” ausgezeichnet.

Weitere Videos bei YouTube

Video-Rezension von Icamilleee

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Originaltitel: Die schwarze Macht
Originalverlag: DVA, München 2015

Taschenbuch, Broschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-328-10062-1

€ 12,00 [D] | € 12,40 [A] | CHF 16,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Penguin

Erschienen: 11.10.2016

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Darüber wird überall gesprochen, aber kaum jemand weiß wirklich bescheid

Von: Inas Bücherkiste Datum: 05.11.2016

inasbuecherkiste.blogspot.de

Sie treten nur in schwarzer Kleidung und mit vermummten Gesichtern auf: Die Mitglieder des "Islamischen Staates (IS)", die sich nicht nur in martialischen Posen, sondern insbesondere in ihren Rollen als grausame Henker von "Ungläubigen" sowie Terroristen im Auftrag Allahs gefallen. Die meisten Menschen können sich noch an den Namen erinnern, den die Organisation bis Juni 2014 trug: "Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS)". Doch wie hat sich der IS zu dem heutigen Gebilde entwickelt und wer steckt genau dahinter? Diese und noch zahlreiche andere Fragen beantwortet Christoph Reuter in seinem im April 2015 bei der Deutschen Verlagsanstalt (DVA) erschienenen Buch Die schwarze Macht.


Christoph Reuter studierte u. a. Islamwissenschaften und Politologie, spricht fließend Arabisch und arbeitet als Journalist für das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. 2002 schrieb er mit "Mein Leben ist eine Waffe" ein Buch über Selbstmordattentäter, das als Standardwerk zu diesem Thema gilt. Er kann also als Experte auf dem Gebiet des islamistische Terrors bezeichnet werden.

Reuter schlägt den Bogen von den Anfängen und Vorläuferorganisationen bis heute: Seit den 1970er Jahren hatten immer wieder dschihadistische Bewegungen versucht, ihren Einfluss in ihren jeweiligen Heimatländern auszubauen und zu erweitern, waren jedoch vollständig am Staatsapparat gescheitert. Das galt für Syrien ebenso wie für Afghanistan, den Irak oder Libyen. Die US-Armee löste 2003 im Irak nicht nur die dortige Armee, sondern auch die Regierung mit allen ihren Behörden auf. Sie schaffte es damals allerdings, eine Machtübernahme durch die Terrororganisation al-Qaida abzuwehren.

Doch in Syrien entwickelte sich die Situation im Laufe des Bürgerkriegs anders: Als die Staatsmacht 2010 die Kontrolle über den Norden verlor, wurde sie mehr oder weniger gut von unzähligen Ortsräten und Rebellengruppen ersetzt. Jede Gruppe tat, was sie für richtig hielt, es war ein großes Durcheinander und damit der perfekte Ausgangszustand für die im Laufe der folgenden Jahre immer größer werdende Macht von gewalttätigen Islamisten.



Der Islamische Staat begann zunächst vorsichtig, die Fühler auszustrecken und errichtete in zahlreichen Dörfern islamische Missionszentren, die zunächst harmlos daherkamen. Was man heute kaum glauben kann: Überall dort, wo die Bevölkerung ihren Unwillen über derartige Büros zum Ausdruck brachte, verschwanden sie so schnell und leise, wie sie gekommen waren. Doch dort, wo es eine grundsätzliche Akzeptanz oder zumindest keinen Protest gab, rekrutierte man aus der Mitte der Einwohner einige Informanten, die anhand einer Kriterienliste auch kleine Details über ihr Dorf herausfinden und melden sollten. Das alles diente dem Ziel, einen sog. "Islamischen Geheimdienst-Staat" aufzubauen. Ein Modell, was sicher in den Grundzügen vielen bekannt vorkommt.

Loyalität mit anderen Gruppierungen oder Regierungen war und ist dem IS fremd: Er handelte immer so, wie es für ihn nützlich erscheint und wechselte zum Teil so schnell die Allianzen, dass dies aus unserer Perspektive nur schwer nachzuvollziehen ist.


Das, was wir heute als IS kennen, entstammt einer Reihe mehr oder weniger "erfolgreicher" islamistischer Terrorgruppen und ihren Anführern. Christoph Reuter beschreibt hier beispielsweise den Werdegang des später zu den Topterroristen gehörenden Abu Musab al-Zaraqiwi, dessen Leben schon früh ins Schlingern geriet: Der Jordanier beendete mit 17 Jahren seine Schulausbildung, war Alkoholiker und schaffte es nicht, eine Arbeitsstelle länger zu behalten. Wegen verschiedener Gewaltdelikte erhielt er mehrmals Gefängnisstrafen. Als er 1989 beschloss, sich gegen die Sowjets dem Dschihad in Afghanistan anzuschließen, kam er erst dort an, als die Rote Armee bereits abgezogen war. Weil er nach seiner Rückkehr in seinem Wohnhaus Granaten versteckt hatte, wurde er erneut zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Was macht so einen Menschen, der zwar ein gewalttätiges Potenzial hat, aber völlig planlos durchs Leben geht, zu einem der meistgesuchten Teroristen, auf dessen Kopf Interpol 25 Millionen Dollar ausgesetzt hatte? Er wurde Teil des vom damaligen US-Außenminister Colin Powell 2003 vor der UN-Vollversammlung verkündeten Märchens, Zarqawi gehöre zur Führungsspitze von al-Qaida und sei das Verbindungsglied zwischen Saddam Hussein und Osama bin Laden. Wie Powell auf Zarqawi kam, ist offenbar nicht bekannt. Tatsache jedoch ist, dass diese Aussage die Bekanntheit Zarqawis und dessen Popularität unter den Islamisten in die Höhe schnellen ließ und ihm den Weg zu einer terroristischen "Karriere" ebnete.



Die schwarze Macht ist ein Sachbuch, das Licht in das Dunkel des Aufstiegs des islamistischen Terrors und viele Einblicke in dessen Hintergründe gibt. Christoph Reuter erläutert u. a., aus welchen Quellen sich der Terror finanziert, welche Staaten ihre Hände im Spiel haben und den Terror aus taktischen Gründen unterstützen oder wie der IS organisiert ist. Der Autor hat mit sehr großer Sachkenntnis in 12 Kapiteln beschrieben, wie der sich seit 2010 rasant vollzogene Aufstieg des IS überhaupt geschehen konnte und warum es ihn heute nicht geben müsste. Jede der 330 Seiten (zuzügl. ausführliches Quellenverzeichnis und Register) ist randvoll mit Informationen und hochinteressant. Das sieht der Norddeutsche Rundfunk offenbar auch so: Kurz vor den IS-Anschlägen in Paris am 13. November 2015 wurde dort beschlossen, Christoph Reuter am 25. November 2015 für sein neuestes Buch mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis auszuzeichnen. Wenn das keine Leseempfehlung ist, was muss dann noch kommen?


Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Sehr informativ.

Von: Nomadenseele Datum: 09.02.2016

nomasliteraturblog.wordpress.com/

Am Anfang hatte ich ziemliche Probleme dem Buch zu folgen, denn die vielen Namen verwirrten mich sehr. Auch hat es mir verwirrt, wie Syrien als Keimzelle des IS vorgestellt wird. Sollte es stimmen, dass die syrische Regierung den IS großgezogen hat, sind die Kämpfe im Land natürlich umso zynischer. Ich weiß nicht, was ich da glauben soll. Laut Buch wurde der Aufbau des IS durch das Assad-Regime vorangetrieben, um sich selbst eine Legitimationsbasis zu verschaffen. In Kombination mit Saddam Husseins Ex-Parteikadern, die erfahren in Terror waren und den IS durchorganisierten, eine wahrhaft tödliche Kombination.

Sehr viel ist auch recht theoretisch, wenn es z.B. um das Erkennungsmustern von Top-Leuten geht oder die Frage, ob es sie gibt, da sie nirgendwo Spuren hinterlassen haben.
Den Gebietseroberungen werden eigene Kapitel gewidmet, jedoch sind diese überholt. So liegt Palmyra auf der Eingangskarte nicht im IS-Gebiet.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Leben und der Alltag unter dem IS. Hier erhoffe ich mir allerdings von dem Buch *Inside IS* bessere Informationen.

Fazit

Manchmal ist es recht trocken gewesen, die geschichtliche Entwicklung des IS zu verfolgen, auch wenn dies zum Verständnis natürlich wichtig ist. Andere Teile sind überholt. Dennoch bietet das Buch viele interessante Einblicke in das Thema.

Voransicht