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Dolfi und Marilyn Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-328-10026-3

Erschienen: 08.08.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Paperback, eBook (epub)

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Paris im Jahr 2060. Der alleinerziehende Geschichtsprofessor Tycho Mercier gewinnt bei einer Tombola einen Klon. A.H.6 ist allerdings nicht irgendein Klon, sondern Nr. 6 der verbotenen Klonserie von Adolf Hitler! Anders als das Original ist er sanftmütig, bescheiden, unterwürfig und für Tychos Sohn ein willkommener Spielkamerad. Zu dem merkwürdigen Hausgast gesellt sich bald noch ein Klon von Marilyn Monroe. Sie ist Tychos Schwarm aus Jugendjahren, aber auch sie riecht nach Ärger, denn es handelt sich um eine Raubkopie aus Südostasien … Ein herrlich-überdrehtes Spiel mit den Auswüchsen unserer modernen Welt und den langen Schatten der Geschichte.

François Saintonge (Autor)

François Saintonge ist das Pseudonym eines erfahrenen französischen Schriftstellers. Der Urheber selbst bezeichnet sich als Klon eines Autors, der entschlossen ist, im Hintergrund zu bleiben, um zu verhindern, dass seine physische Präsenz sich vor sein Werk und die faktische Wahrnehmung seiner Worte schiebt. Wer glücklich schreiben will, schreibe im Verborgenen!

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Aus dem Französischen von Olaf Roth
Originaltitel: Dolfi et Marilyn
Originalverlag: Editions Grasset & Fasquelle, Paris 2013

Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-328-10026-3

€ 9,00 [D] | € 9,30 [A] | CHF 12,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Penguin

Erschienen: 08.08.2016

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Neue Zeiten?

Von: wortesammlerin Datum: 27.11.2016

www.wortesammlerin.wordpress.com

Der Name, das Cover und die Idee dahinter stecken voller Anrüchigkeit und Sarkasmus, sodass man wohl im ersten Moment nicht wirklich weiß, was damit anzufangen ist. Dieses Gefühl, nämlich dass man nicht genau weiß, was einen überhaupt erwartet, macht Bücher meiner Meinung nach spannend und geheimnisvoll. Was steckt hinter Adolf Hitler und Marilyn Monroe, die uns in scheinbar unendlicher Ausführung vom Buchdeckel entgegen blicken? Was mag sich der Autor wohl dabei gedacht haben, so viel Ironie in ein Bild zu verpacken, dass es endgültig absurd wirkt? Ich zum Beispiel habe das Buch tatsächlich vor allem wegen dieses Bildes lesen wollen. Wann liest man schon einmal eine Geschichte, in denen der schrecklichste Diktator des 20. Jahrhunderts und die Sex-Ikone schlechthin in eine Zeit gebracht werden, in denen sie nicht mehr die sind, die sie einmal waren?

Erst einmal die knappe Handlung. Tycho Mercier, Geschichtsprofessor an der Sorbonne in Paris, genauer Spezialist des zweiten Weltkrieges, lebt geschieden mit seinem Sohn Bruno in einer kleinen Vorstadt im Jahre 2060 und ist, alles in allem, sehr zufrieden mit seinem Leben. Die Haushälterin seines Nachbarn, eine geklonte Marilyn Monroe, ist ihm zwar ein Dorn im Auge, dennoch lässt er sich nicht beirren und geht, soweit ihm das gelingt, jeder Unannehmlichkeit aus dem Weg. Bis er eines Tages von der Uni nach Hause kommt und ihn dort bereits sein Sohn freudig erwartet. Doch er ist nicht allein, im Wohnzimmer sitzt Adolf Hitler auf seinem Lieblingssessel und wartet darauf, sich im Haushalt nützlich zu machen. Der Klon ist ein Hauptgewinn in der Tombola des Supermarktes seiner Exfrau Phoebe, die ihn an seine Adresse hat schicken lassen. Das Problem: Dolfi, wie ihn Bruno bald darauf liebevoll tauft, ist ein Exemplar aus einer illegalen Serie von Adolf Hitler, die einige Wochen zuvor per Gesetz verboten wurde. Tycho Mercier ist also nun straffällig und versucht alles, um Dolfi los zu werden. Dass weder sein Sohn, der schnell eine Freundschaft zu Hitler aufbaut, noch seine Exfrau ihm da eine große Hilfe sind, macht diese verrückte Zeit für den Routineliebhaber nicht einfacher. Als dann noch ein tragischer Unfall in unmittelbarer Nähe geschieht, setzt es dem ganzen noch die Krone auf.

Ein erfrischender und vor allen Dingen urkomischer Roman, der rasant eine abstruse Geschichte erzählt, die sich schnell zu einer großen Katastrophe entwickelt. Und mit Katastrophe meine ich die tatsächliche Katastrophe, etwas was man niemals erwartet, einer dieser heißgeliebten Aha-Momente! Der französische Roman bringt vieles mit sich, bringt Wut, Lachen, Tränen in den Augen, Angst und Schauder. Dass dieser Roman in Deutschland bisher eher unbekannt ist, finde ich absolut unberechtigt, Saintonge gebührt ein großer Respekt. So viele Informationen über eine Zeit und einen Mann, der einer ganzen Welt verhasst ist, in so neuer Weise zu erzählen, weckt den Leser auf, weckt sein Interesse an einem Umstand, der gerade in unserer aktuellen Zeit ins Rollen gebracht wird. Saintonge bringt vieles auf den Punkt, in gewohnt französischer Denker-Manier, was zu viele Leute gerade jetzt aus den Augen verlieren. Obwohl der Roman sehr witzig gestaltet ist und mich nicht nur einmal laut hat auflachen lassen, eben weil diese Situation so unglaublich ist, bringt er doch mehr als einmal einen bitteren Beigeschmack mit sich. Wir lesen, wie eine ganze Welt nicht mehr die Grundsätze der Menschenrechte verstehen will und seltsamerweise beginnt der ein oder andere mit Dolfi, nicht zu vergessen mit Adolf Hitler, zu sympathisieren. Saintonge zielt gekonnt auf die Moral ab, und trifft sie mitten ins Hirn.

Immer wieder gab es Stellen, die mich haben aufhorchen lassen. Die gewiefte Sprache und der gekonnte Stil, der alle Stricke reißen lässt und nicht davor zurückschreckt, den Super Gau entstehen zu lassen. Je weniger Seiten es werden, desto diffuser wird die Situation, und Mercier muss sich beherrschen, nicht die, ihm nur allzu bekannte, Vergangenheit wieder zu beleben. Der Roman setzt sich mit mehr auseinander, als mit dem Klonen, auch die Willensfreiheit wird massiv in Frage gestellt, die Menschenrechte kritisiert und die nahende Zukunft in ein altbekanntes Licht getaucht. Es erscheint vieles simpel, was man für unmöglich hielt und erklärt mit reinen Logik-Gedanken eine ganze Epoche, die die meisten noch immer für einen unerklärlichen Irrtum halten. Dieser Roman ist von Relevanz, immer, auch jetzt, auch wenn viele das nicht wahrnehmen wollen werden. Vor allem der Schluss kann etwas auslösen, der ganze Charakter des Tycho Mercier, der eine Generation zu beschämen oder zu beglücken vermag, und sich schlussendlich für nur einen Weg entscheidet.

Welcher Weg ist der richtige? Angriff oder Rückzug? Vielleicht eine Frage, die sich jeder Mensch einmal stellen muss, vor allem aber, eine, die sich als essenziell für dieses Buch entwickelt.

Dolfi und Marilyn

Von: Jasmin von DasLesesofa Datum: 12.11.2016

daslesesofa.blogspot.de

Paris im Jahr 2060.
Als es an Tycho Mercier, ein 50-Jährigem Dozenten für Geschichte, Tür klingelt, schauen er und sein Sohn Bruno nicht schlecht. Vor der Tür steht ein Klon. Doch dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Klon! Sondern um Nr. 6 (von 12), besser Bekannt unter dem Namen Adolf Hitler. Nr. 6 ist der Gewinn eines Supermarktes, an dem die Ex-Frau Phoebé zuvor teilgenommen hatte.

Klone sind zu dieser Zeit keine wissenschaftlichen Projekte mehr und jeder, der es sich leisten kann, kann auch einen erwerben. Besonders verstorbene Berühmtheiten sind beliebt, aber es gibt auch welche, dessen Nachbildung und Besitz strafbar sind, wie Beispielsweise einen Klon von Adolf Hitler. Doch genauso einer steht mitten im Haus von Tycho. Er versucht den illegalen Nr. 6 dem Supermarkt wieder zurück zu geben, doch die weigern sich.

Was nun? Tycho gerät ins Grübeln.

Der Klon ist im Gegensatz zum Original sanftmütig, bescheiden und unterwürfig und der 10-Jährige Bruno mag den neuen Spielkameraden sehr. Eine gratis Hauskraft oder eine Straftat?
Wiederwillig darf der Klon bleiben und sich im Haushalt nützlich machen.
Doch ein Klon kommt selten allein!

Eine verzweifelte Marilyn Monroe klopft an seiner Tür. Sie ist der Klon des Nachbars, der zu Hause einen Schlaganfall erlitten hatte und nun ins Krankenhaus kam. Tycho ist ein Fan der Ikone und handelt mit ihrer Kopie einen Deal aus, in dem es ihr gestattet ist bei den Merciers zu bleiben, bis ihr Besitzer wieder zurück ist. Doch dieser verstirbt bald und Tycho erkennt, dass der Marilyn Klon keine Seriennummer besitzt und das bedeutet nur eins: sie ist eine Raubkopie! Gleich zwei befinden sich in seinem Haushalt und als die Polizei davon Wind bekommt, ist das Chao perfekt ...

Die Idee von Klonen hat mir gefallen, besonders, dass sie stellvertretend als Sklaven des 2060 stehen und in diesem Fall sogar als illegale Kopien.
Die Umsetzung war jedoch anders, als ich vermutet hatte.
Tycho Mercier ist und denkt wie ein Dozent: viel und lange. Das zu viele Denken und die wenigen Dialoge haben die Geschichte verlangsamt und manchmal auch das Lesen ermüdet.

Zwei illegale Klone von Adolf und Marilyn bieten eine menge Potenzial für viel Humor, das war mein Gedanke und Wunsch, als ich begann Dolfi und Marilyn zu lesen, aber meine Erwartungen wurden nicht oft getroffen, was ich sehr schade finde.

Es wäre Interessant gewesen, wenn man eine Einblick in die Gedanken der beiden erhalten hätte, aber das war nicht der Fall.

Fazit:
Dolfi und Marilyn ist kein Humorkracher und sich nicht für den etwas anderen Schreibstil begeistern kann, dem werden die langen Gedankengänge und Beschreibungen von Tycho Mercier wahrscheinlich langweilen. Wem aber die Idee von Klonen als Sklaven gefällt, dem könnte dieses Buch gefallen.

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