Stark und leise

Pionierinnen

(1)
Taschenbuch
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Ursula Krechel porträtiert ebenso klug wie poetisch Pionierinnen, die in ihren Fächern Maßstäbe gesetzt haben: wegbereitende und außergewöhnliche Frauen aus Kunst und Wissenschaft, denen wir durch die Jahrhunderte folgen, von Bettina von Armin über Ingeborg Bachmann und Vicki Baum bis zu Friederike Mayröcker. Die Namen dieser beeindruckenden Pionierinnen scheinen wir zwar zu kennen, von deren starken Lebensgeschichten wissen wir jedoch wenig. Alle diese Frauen wollten sich behaupten, sie wollten erkunden, was sie in sich und in der Welt entdeckten. Sie standen an einem Anfang, der jene, die nach ihnen kamen, im Weitergehen bestärkte und noch immer bestärkt.


Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 21 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-442-71538-1
Erschienen am  10. Juli 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Starke Frauen in der Kunst

Von: Marina Büttner

08.03.2018

Ursula Krechel ist Lyrikerin und Romanautorin. Sie schreibt Gedichte, die ich sehr mag. Und sie schrieb den Roman „Landgericht“, der 2012 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Ihr neuestes Buch ist nun ein Sachbuch und ist es auch wieder nicht. Denn es sind literarische, sprachlich sehr schön gearbeitete Essays. Krechel wählte Frauen, Künstlerinnen, über die es einiges zu sagen gibt und erzählt eindringlich Biografisches. In den Lebensbeschreibungen finden sich für mich ganz neue Anknüpfungspunkte. Dabei sind Frauen, die ich bisher nicht kannte oder aber Details über von mir geschätzte Künstlerinnen, die mich überraschten. Die einzelnen Kapitel sind chronologisch geordnet, stellen die Protagonistinnen jeweils auch in den zeitlichen Zusammenhang und enthalten am Schluss Hinweise auf Werke und weiterführende Lektüre. Mit dabei sind unter anderem: Caroline von Günderode, der Christa Wolf mit ihrer fiktiven Biografie „Kein Ort. Nirgends.“ ein starkes Denkmal gesetzt hat und die Ihrer Zeit weit voraus war. Annette von Droste-Hülshoff, die einem mitunter durch Schullektüre (Die Judenbuche) verleidet wird, obgleich sie eine großartige Lyrikerin war: “ Wär´ich ein Mann doch mindestens nur, So würde der himmel mir raten; Nun muss ich sitzen so fein und klar, Gleich einem artigen Kinde,“ Ein etwas ausführlicheres Kapitel widmet sie den Frauen der zwanziger und dreißiger Jahren in Berlin und erläutert Zusammenhänge. Da darf Vicky Baum (Menschen im Hotel) nicht fehlen und Ruth Landshoff-Yorck, „im rücken bleicht mir das verlassene land und blauer kummer trägt sich nicht so leicht wie leichtes blau des himmels den ich ließ“ Pionierinnen Ruth Landshoff-Yorck Hannah Höch Irmgard Keun mit ihren wunderbaren Romanen wie etwa „Das kunstseidene Mädchen. Hannah Höch, die mit ihren Collagen im DADA-Land mitmischte, Emmy Ball-Hennings, ebenfalls dem DADAismus verschrieben. Dann Ingeborg Bachmann, die Dichterin, die die Gruppe 47 durchwirbelte und ewig zerrissen ihre wunderschönen Gedichte und kraftvollen Romane (Malina) schrieb. „Es kommen härtere Tage. Die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont.“ Ingeborg Bachmann Friederike Mayröcker Was mich besonders freut: die beiden zeitgenössischen Lyrikerinnen Friederike Mayröcker „trinken das Wehen der Luft/ noch/ sich sagen ich lebe noch und jetzt und hier aber endlich oder durch die blendende Bläue segelt die endliche Schwalbe“ und Elke Erb. „Das Aus hat (wie der Laut sagt) keinen Garten.“ Aber auch unbekanntere Namen wie: Elisabeth Langgässer, Irene Brin, Christa Reinig. Pionierinnen heißt der Untertitel des Buches. Und mir scheint, das trifft es irgendwie sehr genau. „Stark und leise“ von Ursula Krechel erschien im Hardcover beim Jung und Jung Verlag. Nun ist es auch als btb Taschenbuch erhältlich.

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Vita

Ursula Krechel

Ursula Krechel wurde 1947 in Trier geboren. Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten. Erste Lyrikveröffentlichungen 1977, danach erschienen Gedichtbände, Prosa, Hörspiele und Essays. Zahlreiche Auszeichnungen für ihr Werk, insbesondere ihren großen Exil-Roman "Shanghai fern von wo". Für den Roman "Landgericht" wurde sie 2012 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Ursula Krechel lebt in Berlin.

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