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Wenn Männer mir die Welt erklären

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71439-1

NEU
Erschienen: 09.01.2017
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Ein Mann, der mit seinem Wissen prahlt, in der Annahme, dass seine Gesprächspartnerin ohnehin keine Ahnung hat - jede Frau hat diese Situation schon einmal erlebt. Rebecca Solnit untersucht die Mechanismen von Sexismus. Sie deckt Missstände auf, die meist gar nicht als solche erkannt werden, weil Übergriffe auf Frauen akzeptiert sind, als normal gelten. Sie schreibt über die Kernfamilie als Institution genauso wie über Gewalt gegen Frauen, französische Sex-Skandale, Virginia Woolf oder postkoloniale Machtverhältnisse. Leidenschaftlich, präzise und mit einem radikal neuen Blick zeigt Rebecca Solnit auf, was längst noch nicht selbstverständlich ist: Für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern gilt es, die Stimme zu erheben.

Rebecca Solnit (Autorin)

Rebecca Solnit, Jahrgang 1961, ist eine der bedeutendsten Essayistinnen und Aktivistinnen der USA. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise.

Aus dem Englischen von Kathrin Razum, Bettina Münch
Originaltitel: Men Explain Things to Me
Originalverlag: Haymarket Books

Taschenbuch, Broschur, 176 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 7 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-442-71439-1

€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

NEU
Erschienen: 09.01.2017

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Wenn Männer mir die Welt erklären

Von: Literameer Datum: 21.02.2017

literameer.de

In "Wenn Männer mir die Welt erklären" führt Rebecca Solnit in mehreren Essays die Mechanismen des Sexismus auf. Sie erzählt von körperlicher und verbaler Gewalt gegen Frauen, von alten und überholten Rollenbildern, von Mansplaining, Familie und Virginia Woolf.

Nachdem ich angefangen habe mich mit Feminismus zu beschäftigen, bin ich auch immer wieder auf Rebecca Solnit gestoßen. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis ich zu ihrer Essay-Sammlung greifen würde. Zu Anfang erzählt die Autorin von einer Begegnung, wie sie die meisten Frauen sicher schon einmal erlebt haben. Ein (meist) älterer Mann erklärt großmütig die Welt, wie selbstverständlich davon ausgehend, dass die vermeintlich unwissende Frau nur so darauf gewartet hat von ihm, dem großen Aufklärer, aufgeklärt zu werden. Im Rahmen dieses Essays prägte Solnit den Begriff "Mansplaining", welcher auch in Deutschland immer häufiger verwendet, aber auch stark diskutiert wird.

Mit viel Offenheit und noch mehr Wut spricht Solnit auch Tabuthemen, wie Gewalt gegen Frauen an. Alleine in Amerika wird alle 9 Sekunden eine Frau von einem Mann geschlagen. 9... 8... 7... 6... 5... 4... 3... 2... 1... Jetzt. Alleine in Amerika werden pro Jahr 87 000 Vergewaltigungen angezeigt, die Dunkelziffer an Vergewaltigungen liegt jedoch wesentlich höher. Alleine in Amerika sterben jedes Jahr mehr Menschen durch häusliche Gewalt als seit 2001 bis dato zusammengezählt durch Terrorismus gestorben sind. Dabei macht Solnit deutlich, dass ein Umdenken in der Gesellschaft zwingend notwendig ist. Wir dürfen uns nicht nur darauf konzentrieren, Frauen in der Opferrolle zu akzeptieren und ihnen Selbstverteidigungskurse und lange Kleidung zu verpassen, sondern Jungs und Männer müssen auch lernen, keine Täter zu werden.

Sehr gut verdeutlicht Rebecca Solnit auch, dass es bei vielen Übergriffen nicht nur um einen Übergriff von einem Mann auf eine Frau geht, sondern auch um einen Übergriff von Reich und Mächtig auf Arm und machtlos. Diesen Aspekt fand ich sehr interessant und habe daraus einige neue Denkansätze gewonnen.

Beim Lesen wird sehr deutlich, dass die Autorin immer wieder wütend ist. Und auch ich hatte immer wieder Wut im Bauch und musste mich nach den einzelnen Essays erst akklimatisieren. Dennoch ist Solnit keine stumpfe Männerhasserin und macht auch immer wieder deutlich, dass sie nicht verallgemeinert und dass selbstverständlich nicht jeder Mann Gewalt gegen Frauen ausübt. Sie verdeutlicht auch, dass es ebenso Frauen gibt, die zu Täterinnen werden.

"Wenn Männer mir die Welt erklären" macht wütend, rüttelt aber auch auf und öffnet die Augen. Insgesamt sind die gesammelten Essays wirklich sehr lesenswert.

Differenzierter Einstieg in den Feminismus

Von: schiefgelesen Datum: 21.02.2017

www.schiefgelesen.net

Im titelgebenden Essay dieser Sammlung berichtet Solnit von einer Party, bei der ihr Gastgeber ihr begeistert von einem neuen, ganz wichtigen Buch über den Fotografen Muybridge erzählte. Solnits Begleitung versuchte mehrfach, ihm zu sagen, dass Solnit selbst dieses Buch geschrieben hatte. Vor lauter Selbstgefälligkeit hörte der Gastgeber diesen Hinweis aber erst beim dritten Mal und musste kleinlaut zugeben, dass er das Buch nicht mal gelesen hatte.

Insgesamt umfasst dieser Band sieben Essays der Autorin, die sich alle mit der Position der Frau in der Gesellschaft befassen und der Frage, wie diese Position im Wandel ist. Solnit spricht viel über Gewalt, von der Frauen mehr betroffen sind, als Männer. Besonders häusliche Gewalt thematisiert sie in einigen Texten, aber auch die rape culture, in der den Opfern einer Vergewaltigung zumindest eine Teilschuld gegeben wird. Warum, fragt sie, müssen Frauen bestimmte Gegenden meiden, warum dürfen sie nachts alleine nicht unterwegs sein, warum sollten sie besser ein Taxi nehmen und keine kurzen Röcke tragen? Warum gibt man nicht den Tätern die Schuld und rät ihnen, am besten keine Frauen mehr zu vergewaltigen?

Feminismus sieht sie nicht als Kampf der Geschlechter gegeneinander, sondern als einen Kampf gegen Geschlechterrollen die obsolet und gut für niemanden sind. Wenn die Männer da mitmachen wollen, sind sie ihr herzlich willkommen Denn, so ihr Credo, entweder sind wir gemeinsam frei oder gemeinsam unfrei.
Solnit hat einen angenehm unaufgeregten und unpathethischen Ton, versteht es aber trotzdem, aufzurütteln. Einige ihrer Texte sind schon ein paar Jahre alt, aber unverändert wichtig und aktuell und sie werden es wohl auch noch eine ganze Zeit bleiben. Die Autorin baut auf harte Fakten, liefert aber sehr lesbare Texte, die jeden theoretischen Schrecken verloren haben und auf sehr bodenständige Weise auf enorme Ungerechtigkeiten hinweisen. Solnit gehört unbedingt gelesen.

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