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Aus hartem Holz Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-19206-8

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Erschienen: 27.03.2017
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Annie Proulxs erster Roman seit über zehn Jahren, das lang erwartete Meisterwerk der Pulitzerpreisträgerin: ein monumentales Epos, das lebensprall, sprachgewaltig und intensiv dreihundert Jahre nordamerikanischer Geschichte einfängt und von der Abholzung der scheinbar endlosen Wälder erzählt, vom ewigen Kampf zwischen Mensch und Natur.

»Eine große, fesselnde und bildhafte Geschichte über Händler, Holzfäller und die Verwandlung von Waldlandschaften in Kapital, von Gemeingut in privaten Reichtum.«

Eberhard Falcke / Bayern 2 (10.06.2017)

Annie Proulx (Autorin)

Annie Proulx, 1935 in Connecticut geboren, lebt heute in der Nähe von Seattle. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie mit allen wichtigen Literaturpreisen Amerikas ausgezeichnet, dem PEN/Faulkner Award, dem Pulitzerpreis, dem National Book Award, sowie dem Irish Times International Fiction Prize. Außerdem wurde sie in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Die Verfilmung ihrer Kurzgeschichte »Brokeback Mountain« wurde 2005 mit drei Oscars ausgezeichnet.


Melanie Walz (Übersetzerin)

Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, wurde 1999 mit dem "Zuger Übersetzer-Stipendium", 2001 mit dem "Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis" und 2015 mit dem Übersetzerpreis der Stadt München ausgezeichnet. Sie ist die Übersetzerin von u. a. Antonia Byatt, John Cooper-Powys, Lawrence Norfolk.

»Eine große, fesselnde und bildhafte Geschichte über Händler, Holzfäller und die Verwandlung von Waldlandschaften in Kapital, von Gemeingut in privaten Reichtum.«

Eberhard Falcke / Bayern 2 (10.06.2017)

»Sie packt den Leser, weil sie Figuren entstehen lässt, die ihr gelegentlich so fesselnd geraten wie Balzac.«

Rolf Fath / Badische Neueste Nachrichten (16.05.2017)

»Eine gut recherchierte Geschichte mit Akteuren, die man lieben, bewundern, bemitleiden oder verachten kann.«

Frank Statzner / hr iNFO (20.04.2017)

»Proulxs Blick und Schreibweise sind schonungslos, mitunter grausam. Das verleiht ihren Büchern eine herbe, harte Seite. Gleichzeitig lässt diese Stilistik ihre oft schwarzhumorigen Wortschöpfungen umso heller leuchten«

Reiner Oschmann / Neues Deutschland (10.04.2017)

»300 Jahre nordamerikanische Geschichte, spannend erzählt anhand des Schicksals zweier Franzosen, die 1693 in der Wildnis Kanadas einen Neustart wagen«

Gala (30.03.2017)

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Aus dem Amerikanischen von Melanie Walz, Andrea Stumpf
Originaltitel: Bark-Skins
Originalverlag: Scribner

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-19206-8

€ 20,99 [D] | CHF 26,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

NEU
Erschienen: 27.03.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Die Bibel des Waldes

Von: ralfreitze Datum: 09.06.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com/

Als die ersten Siedler nach Nordamerika kamen, erwarteten sie weite unbewohnte Landgebiete und riesige Wälder. So weit das Auge blicken konnte. Und viel weiter wurde auch in diesen Jahrhunderten nicht gedacht. Dass das Grundelement Holz einmal knapp werden sollte, das war angesichts dieser Pracht nicht vorstellbar. Doch der Mensch ist gerade in der Ausnutzung und Verknappung von unendlichen Ressourcen sehr beständig und betriebsam. Und so fing das große Abholzen an, denn Holz war der Grundbaustein von Möbeln, Schiffen und Häusern. Und Holz wurde dringend gebraucht, denn die alte Welt war erschöpft.

Aus hartem Holz ist der erste Roman der Pulitzerpreisträgerin Annie Proulx nach zehn Jahren. Und es ist ihr ein Buch wie ein Baum gelungen. Schon der Einband des dicken, opulenten, fast neunhundert Seiten starken Bandes strahlt eine besinnliche Ruhe aus. Ein Haus an einem See, dahinter ein Wald, Mensch und Wald in Harmonie vereint. Doch die Harmonie trügt. Ein Buch über drei Jahrhunderte, mit knorrigen, kauzigen Gestalten, die ihr Leben an die Bäume gaben und glaubten das Beste zu tun, wenn sie die Bäume ihnen untertan machten; sie abholzten und verarbeiteten.



„Monsieur Trépagny erging sich inzwischen in einem langen Sermon über die Notwendigkeit und die Pflicht, die Bäume zu roden, das Land nicht für einen selbst, sondern auch für die Nachkommen fruchtbar zu machen, für das, was an diesem Ort entstehen sollte.’Eines Tages‘, sagte Monsieur Trépagny und deutete in das Dämmerlicht, ‚eines Tages wird man hier Kohl pflanzen. Ein Mann zu sein heißt, den Wald abzuholzen. Die Bäume sehe ich nicht‘, sagte er, ‚ich sehe die Kohlköpfe. Ich sehe die Weinberge.'“

Die ersten Siedler und Holzfäller fallen 1693 nach Nouvelle France (heutiges Kanada) ein. Die Wälder werden rücksichtslos gerodet, das Land den Indianern weggenommen. Für die Indianer sind die Bäume Personen. Sie wollen sie nicht abholzen, sie wollen mit ihnen leben, keine Gärten anlegen, keine Ordnung schaffen, nicht sesshaft werden. Von den Siedlern werden die Indianer deswegen als faul bezeichnet. Den Wald zu beschneiden und zu kultivieren ist ein gottgegebenes Recht, welches der Weiße ausübt. Gleichzeitig erhält er natürlich auch das gerodete Land, um es zu bewohnen und ein Haus für seine Familie und Unterkunft für seine Tiere zu bauen.

Von den Nachkommen der ersten Holzfäller, am Beispiel von Charles Duquet ausgehend, schildert Annie Proulx die weiteren Rodungen des Waldes in Amerika und Kanada. Schnell werden Holzmühlen gebaut, noch unentdeckte riesige Waldflächen im Westen befriedet, kartographiert und abgeholzt. Die Indianer werden zurückgedrängt, die Gier und Rücksichtslosigkeit der Weißen lässt ihnen nur wenig Fläche zum Leben übrig. Das Leben als Holzfäller ist hart, schnell kommt der Tod bei der Nutzung der anfangs noch unzureichenden Werkzeuge, oder beim gefährlichen Driften, transportieren der Baumstämme im Fluss, über die Männer. Annie Proulx Figuren sind selber wie Bäume:

„Marchand schien sein Leben als Esche begonnen zu haben, borkig, zerkratzt und bis auf die zähen Fibern zusammengeschnitzt. Seine Augen unter den Schlupflidern glitzerten. Seinen Hals umschloss störrisches rotes Haar, das von seiner Brust hinaufschäumte.“

Doch kaum hat man sich an einen Charakter gewöhnt, so stirbt dieser, oft hetzt die Autorin in kurzen Worten über die Leben der Einzelnen. Erst im 19.Jahrhundert wird die Geschichte des Duquet-Clans griffiger und damit auch der Lesefluss besser. Der Roman wechselt die Kontinente, auch in Australien und Neuseeland gibt es riesige Wälder:

„Sie plünderten die Küstenwälder, dann zogen sie mit ihren Lagern zum nächsten vielversprechenden Abschnitt und ließen schwelende Baumstümpfe und mannshohe Abfallberge zurück. Zunächst mussten die Warzeneiben daran glauben, dann ein Kauribaum nach dem anderen. An manchen Orten konnte man tagelang über liegengebliebene Holzreste laufen, die den Boden wie ein Teppich bedeckten. Dann wurde alles in Brand gesetzt, der schnellste Weg, sich des Waldes, des Gebüschs, der Schlingpflanzen, Vögel, Insekten, Früchte, Fledermäuse, Aufsitzerpflanzen, Zweige, Farne und Streu zu entledigen.“

Erst spät erkennt der Mensch, was er angerichtet hat. Der Begriff Aufforstung erzeugt anfangs, angesichts der Mengen an Wald, noch ungläubiges Kopfschütteln, doch später wird dies erfolgreich praktiziert.

„Piet sah auf seine neue Taschenuhr; noch eine halbe Stunde Wartezeit. Eine halbe Stunde, um aus dem Nordfenster zu schauen. Einst hatten endlose Wälder den Horizont gefüllt. Nun gab es Dutzende Straßen, und der Wald war ein ferner Schatten.“

Doch die Aufforstung kann nicht wiederherstellen, was der Mensch zerstört hat. Denn Wald bedeutet mehr als nur ein Baum neben dem anderen.

„Ich bin überzeugt, dass die einzig wahren Wälder ursprüngliche, naturbelassene Waldgegenden sind. Die ganze Atmosphäre – die Luft, die Wurzelgeflechte, die bescheidenen Farne und Moose, Insekten und Krankheiten, der Boden und das Wasser; das Wetter. All diese Dinge scheinen in einer Art großem, urtümlichen Orchester zusammenzuspielen. Ein Wald, der um seiner selbst willen lebt und nicht zum Nutzen der Menschen.“

Der Mensch hat nicht nur den Wald zerstört, sondern auch Jahrhunderte gewachsene Biotope, die Tiere, Heilpflanzen und eine gereinigte Umwelt hervorbrachten, die heute einfach fehlen.

Annie Proulx hat ein üppiges Buch über die Geschichte des Waldes geschrieben. Manches Mal hat mich diese bloße Aufzählung der Personen und Wälder an Teile der Bibel erinnert. Eine Geschichte des Waldes. Auch wenn die Aussage von Annie Proulx sehr klar herüberkommt, ist es doch sehr anstrengend, ihr bis zum Schluss zu folgen. Wenn man bis zum Kern des Buches vordringen will, muss man die harte Schale des Buches durchdringen und viel Standfestigkeit beweisen. Für mich persönlich, blieb jedenfalls ein nachhaltiger Eindruck des Buches und ich habe mich gerne durch die neunhundert Seiten ‚gewälzt‘.

Aus hartem Holz

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 02.06.2017

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Die Trägerin des Pullitzerpreises Annie Proulx schrieb einen dicken Schmöker rund um das Verhalten europäischer Einwanderer und Holzfäller. Primär dreht sich der Roman um die Art, wie Einwanderer von den riesigen Urwäldern zwischen Neufundland und den Großen Seen Besitz ergriffen und begannen diese konsequent zu fällen. Ohne einen Gedanken an Aufforstung zu verschwenden, denn diese Wälder sind ja unendlich.
Die Ureinwohner spielen eine Rolle, allerdings völlig anders als gedacht. Zeitlich bewegt sich Proulx zwischen 1627 bis in die Gegenwart. Dazu legte sie zwei Stammfamilien an. Anhand deren Nachfahren und vieler Nebenfiguren springt sie in die verschiedenen, aufeinanderfolgenden Epochen rund um das Fällen der großen Wälder.
Der Wald im Vordergrund

Immer stehen der Wald und das Fällen der Bäume im Vordergrund. Ob aus Sicht der indianischen Ureinwohner oder der ersten französischen Siedler, die vor allem eins wollten: eine Landschaft errichten, wie sie sie aus Frankreich kannten. Ohne Rücksicht auf Verluste und ohne die Kenntnisse anzuwenden, die man auch um 1600 bereits in Europa hatte. Die Folgen beschreibt Proulx zwei Jahrzehnte später und bringt die Sichtweisen der Siedler, die nur nach Land für Agrarwirtschaft suchten, mit hinein. Aber auch die der ersten deutschen Forstwirte, welche die Amerikaner mit ihren Ideen Wald wieder aufzuforsten und keine Kahlschläge durchzuführen vor den Kopf stießen. Auch Handelsfahrten nach Neuseeland werden beschrieben und der Beginn der Abholzungen der dortigen Kauri-Wälder sowie überhaupt erste überseeische Handelsbeziehungen außerhalb Europas und Nordamerikas. Und immer wieder der Satz: "Die Wälder sind unendlich." Daran ändert sich erst bei den ersten Überfliegungen des Kontinents etwas. Eigentlich unglaublich.
Spannend, aber auch ermüdend zuweilen

Dadurch, dass so viele Nachkommen der ersten beiden "Roman-Urfamilien" existieren und ebenso viele Nebenfiguren pro Zeiten- und Themenabschnitt, verliert man leicht den Überblick wer mit wem wann was begann. Es wird ab der Romanmitte auch zeitweise etwas ermüdend zu lesen. Der Abstecher nach Neuseeland irritiert ziemlich und führt ins Nichts.

Gut geschrieben und pro Zeitenabschnitt wird immer deutlicher, wie die holzfällenden Nordamerikaner tick(t)en. Aber auch, wie die Art Geschäfte zu tätigen, entstand und sich entwickelte. Sehr interessant, welches Verhältnis kanadische Siedler zu den Indianerstämmen aufbaute und welche die späteren US-Amerikaner. Sehr, sehr interessant. Denn Proulx flocht indianische Vorfahren in beide ihrer Ur-Familien ein. Die eine entwickelt sich zu einem führenden Holz-Unternehmen während die andere zwar auch mit Hölzern zu tun hat, aber andere Wege geht - und auch stolz auf die urfranzösischen und indianischen Blutsanteile ist.

Fazit: Trotz einiger Längen lohnt es sich diesen Roman zu lesen. Gerade auch in einer Zeit, in der ein US-amerikanischer Präsident das Klimaabkommen aufkündigt während große US-Wirtschaftskonzerne dagegen wettern.

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