Bad Blood

Die wahre Geschichte des größten Betrugs im Silicon Valley
Ein SPIEGEL-Buch

(2)
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Der New-York-Times-Bestseller jetzt auf Deutsch
Financial Times and McKinsey & Company Business Book of the Year Award 2018
Time Magazine Platz 1 der »Best Non-fiction Books of 2018«

Elizabeth Holmes, die Gründerin von Theranos, galt lange als der weibliche Steve Jobs. Das 19-jährige Start-up-Wunderkind versprach, mit ihrer Firma die Medizinindustrie zu revolutionieren. Ein einziger Tropfen Blut sollte reichen, um Blutbilder zu erstellen und Therapien zu steuern – eine Riesenhoffnung für Millionen Menschen und ein extrem lukratives Geschäft. Namhafte Investoren steckten Unsummen in das junge Unternehmen, bis es mit neun Milliarden Dollar am Markt kapitalisiert war. Es gab nur ein einziges Problem: Die Technologie hinter den schicken Apparaturen hat nie funktioniert. Pulitzer-Preisträger John Carreyrou kam diesem gigantischen Betrug auf die Spur und erzählt in seinem preisgekrönten Buch die packende Geschichte seiner Enthüllung.

»Carreyrou beschreibt nicht nur den Absturz eines schwer gehypten Start-ups. Er zeichnet am Fall Theranos die dunkle Seite des Silicon-Valley-Kapitalismus nach. Und genau diese Überhöhung macht ›Bad Blood‹ zu einem der besten Wirtschaftsbücher der jüngeren Zeit.«

manager magazin (01. Februar 2019)

Aus dem Englischen von Karlheinz Dürr
Originaltitel: Bad Blood. Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup
Originalverlag: Knopf, New York 2018
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22836-1
Erschienen am  01. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Elizabeth Holmes - Weiblicher Steve Jobs oder doch eher Baron Münchhausen?

Von: Lesendes Federvieh

02.09.2019

Die 19-jährige Gründerin des Start-Ups Theranos, Elizabeth Holmes, galt als das Wunderkind des Silicon Valley und wurde gar als weiblicher Steve Jobs gehandelt. Ihre Vision war es, mittels eines einzigen Tropfen Blutes ein vollständiges, exaktes Blutbild zu erstellen, um so Therapien und Behandlungen der Patienten mit geringem Aufwand von zu Hause aus zu analysieren. Zum einen war Theranos mit seiner charismatischen jungen Gründerin eine große Hoffnung für Millionen Menschen, zum anderen bot es ein lukratives Geschäft für Anleger zu sein. Investoren mit herausragendem Renommee steckten Unsummen in das aufstrebende Unicorn des Silicon Valley, sodass dieses mit einer Marktkapitalisierung von neun Milliarden Dollar Start-Ups wie Spotify überholte. Allerdings gab es ein einziges Problem: Die stylischen Apparaturen haben nie richtig funktioniert. John Carreyrou ist diesem gigantischen Betrug angestoßen von einem kleinen Tipp und seiner Hartnäckigkeit auf die Spur gekommen und hat den Schwindel um Elizabeth Holmes und Theranos Schritt für Schritt im Wall Street Journal auffliegen lassen. 15 Jahre sollte es dauern, bis jemand dem größten Betrug des Silicon Valleys auf die Spur kommen und den gigantischen Schwindel aufdecken sollte. 15 Jahre, in denen die 19-jährige Stanford-Abbrecherin und Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes mit fesselndem Charisma, hypnotisch blauen Augen und einer ungewöhnlich tiefen Stimme der Welt weismachte, sie hätte ein portables Gerät zur Blutanalyse per Stich in den Finger entwickelt, das durch schnellere, kostengünstigere und zuverlässigere Auswertung die medizinische Diagnostik revolutionieren sollte. Dieser jemand ist der investigative Journalist John Carreyrou, der die Illusion durchschaute und den Theranos-Skandal nach und nach im Wall Street Journal enthüllt und somit den Untergang des Unternehmens und seiner schillernden Gründerin eingeläutet hat. In "Bad Blood" zeichnet er den rasanten Aufstieg eines Start-Ups in den Weiten des auf Technologie spezialisierten Silicon Valleys, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Basierend auf Hunderten von Interviews mit über 150 Personen, worunter mehr als 60 ehemalige Theranos-Mitglieder sind, sowie direkten Zitaten aus Mails und Dokumenten schreibt er von fehleranfälligen Geräten, die nur für eine geringe Anzahl an Tests eingesetzt werden können, von gefälschten Testergebnissen, von der Manipulation konventioneller Geräte von Konkurrenzunternehmen, um eine größere Bandbreite an Tests abdecken zu können und von dem unzumutbaren Arbeitsklima unter dem tyrannenähnlichen Leiter des Alltagsgeschäftes Ramesh "Sunny" Balwani. Mit jedem Kapitel wuchs mein Entsetzen weiter, vor allem konnte ich einfach nicht verstehen, wie Elizabeth Holmes mit dieser Farce all die Jahre durchkommen konnte. Wollte niemand genauer hinsehen, weil ihre Vision des innovativen Bluttestverfahrens so revolutionär und lukrativ klang, dass niemand den Wahrheitsgehalt angezweifelt hat? Wieso haben milliardenschwere Unternehmen und Privatpersonen mehrfach Millionenbeträge in das Unternehmen investiert ohne einen stichhaltigen Beweis für die Funktionalität der Geräte zu verlangen und sich stattdessen mit Ausflüchten abspeisen lassen? Wie konnten sich mächtige, erfahrene Personen wie beispielsweise der einstige US-Staatsmann Henry Kissinger, der Ex-Außenminister George Shultz und General James Mattis - ehemaliger Verteidigungsminister unter Donald Trump - von einer jungen ambitionierten Frau um den kleinen Finger wickeln lassen, die nichts vorzuweisen hatte als ein abgebrochenes Studium und ein überhöhtes Selbstbewusstsein? Man möchte meinen, dass echte Fakten wichtiger sind als substanzloses Gerede, doch wie der Fall Elizabeth Holmes schonungslos zeigt, legen wir Menschen es geradezu darauf an getäuscht zu werden. Manchmal ist es leichter an eine Illusion zu glauben als zu akzeptieren, dass sich nicht jede Vision von heute auf morgen realisieren lässt, sei sie noch so bahnbrechend revolutionierend wie es die Lösung des Problems der Mikrofluidität versprach. Interessant finde ich auch den Versuch den Hype um die Frau, die es in einer männerdominierten Branche zur jüngsten Selfmade-Milliardärin geschafft hat, aus der Distanz zu Entmystifizieren. Ihre beinahe schon an Besessenheit grenzende Faszination für Steve Jobs, die sich beispielsweise in ihrem äußeren Erscheinungsbild in Form des schwarzen Rollkragenpullovers widerspiegelt, wird offenkundig, wie auch Holmes geradezu hypnotisierend überzeugende Wirkung auf den Großteil ihrer Verhandlungspartner. Allerdings fehlte mir dabei die genauere Betrachtung des "Warum?" hinter diesem Sog, wofür das Einbeziehen einer Rede oder eines Statements von Elizabeth Holmes sicher dienlich gewesen wäre. So bleibt es bei einer Charakterisierung der zentralen Person anhand von E-Mails, Gesprächen und Beobachtungen von außen. Besonders spannend wurde das Buch in meinen Augen, als John Carreyrou auf Theranos aufmerksam gemacht wurde und mit der Recherche für seine Story begann, denn nun begann das instabile Kartengerüst endlich zu wackeln und dennoch beharrte Elizabeth Holmes faszinierenderweise bis zum bitteren Ende darauf, dass ihre Vision umsetzbar sei und die Theranos-Geräte funktionieren. "Holmes und ihr Unternehmen hatten zu viel versprochen und es dann nicht halten können. Es war eine Sache, den Mund mit irgendeiner Software oder einer Smartphone-App zu voll zu nehmen, aber es war absolut gewissenlos und unverantwortlich, wenn man das mit einem medizinischen Produkt tat, auf das sich die Patienten bei wichtigen Entscheidungen verließen, die sich massiv auf ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen auswirken konnte." (S. 273) Mit dieser Aussage bringt John Carreyrou den Kern der Sache auf den Punkt: Elizabeth Holmes hat mit ihrem Betrug nicht nur den reichen Investoren Verluste beschert, sondern in erster Linie wissentlich und willentlich zahlreiche Menschenleben aufs Spiel gesetzt, was absolut ungeheurlich ist. Wie es nach dem Bekanntwerden des Skandals weitergeht, steht noch in den Sternen, momentan wartet Elizabeth Holmes auf ihren Prozess, der 2020 beginnen soll. "Bad Blood" liest sich wie ein spannender Wirtschaftsthriller und erzählt faktenbasiert die wahre Geschichte des bis dato größten Betruges im Silicon Valley als die junge Stanford-Abbrecherin Elizabeth Holmes mit ihrer Vision zur Revolutionierung der Bluttestverfahren, ihrem Charisma samt der hypnotisierend blauen Augen und der tiefen Stimme zur jüngsten Selfmade-Milliardärin wurde. Baron Münchhausen sieht neben der aufstrebenden jungen Frau blass aus, die mit ihrem gigantischen Schwindel wissentlich Menschenleben aufs Spiel setzte.

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Sorgfältig recherchierte Darstellung

Von: Michael Lehmann-Pape

02.05.2019

Die „Big Player“ der „New Economy” rudern gerade an vielen Stellen öffentlichkeitswirksam zurück, was die mangelnde Kontrolle der Social Media, vor allem aber auch der wuchernden „Start Up“ Szene angeht. Was nicht nur mit Uber zu tun hat, sondern vielfach die gleiche problematische Struktur aufweist. Einzelne Personen, wenn es denn „ankommt“, die Idee, geraten unversehens und schnell zu hohen Geldmitteln, erleben kaum Formen innerbetrieblicher oder stattlicher Kontrollen und neigen nicht selten dazu, „ihr Ding“ aufzubauschen und damit möglichst schnell finanziell möglichst erfolgreich zu gestalten. Was quasi die Blaupause für „Theranos 1.0“ beim Startup Theranos ist. Eine neuartige Möglichkeit der raschen und unkomplizierten Blutanalyse, die gehypt, mit Geld fast überschwemmt und ständig optimistisch von der Gründerin des Unternehmens, Elizabeth Holmes, vor potenziellen Investoren und Multiplikatoren angepriesen wird. Mit einem kleinen Schönheitsfehler. Es funktioniert letztlich kaum bis gar nicht, was da an Produkt beworben wird. „Einer der Gründe für die hohe Bewertung war, dass Theranos den Investoren von Vereinbarungen berichtete, die das Unternehmen mit Partnern aus der Pharmabranche abgeschlossen habe“. Was Mosley, den verantwortlichen Finanzdirektor des Unternehmens, irritiert. Und nicht nur das löst bei ihm mehr Fragen als Antworten aus, „seit er an diesem Morgen die Tricksereien entdeckt hatte“. Und dieser wird umgehend gefeuert, als er seine Irritationen bei Holmes formuliert. Was aber köntne man auch sonst erwarten, wenn eine zu Zeiten 19jährige ein Start Up gründet mit dem klaren Ziel natürlich, wirtschaftlich erfolgreich zu sein, in einer Szene, in der das „Rühren der Werbetrommel“ zumindest zu Anfang immer deutlich wichtiger als das Produkt selber ist? In einem Umfeld, in dem Geld lange Zeit locker saß und jede Menge Investoren die schnelle Rendite suchten und suchen und dafür auch gerne mal Scheuklappen über die Augen ziehen? Schritt für Schritt legt Carreyorou den Werdegang von Elizabeth Holmes und ihrem Start Up offen, schreibt dabei versiert und überaus unterhaltsam zu lesen, um am Ende nicht nur ein konkretes Vorgehen erläutert zu haben, sondern ein durchaus verallgemeinerbares System von immer neuen „Wichtigkeiten“ und „Rettungen der Menschheit“ via einer App. Und wie immer heißt es (da kann man durch die Reihen der Start Up´s und Internet-Unternehmen durchgehen, dass man nur noch „ein wenig Geduld“ benötigt. Und dabei weitgehend billigend in Kauf zu nehmen hat, dass die Leitung von Therano (wie auch in andren solchen Unternehmen) in großer Intransparenz vor allem mit einem zentral beschäftigt war: Geld einzusammeln. Ein Lehrstück der modernen Wirtschaft und ein wichtiges Buch, systemische Probleme klar erkennen zu können.

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Vita

John Carreyrou hat an der Duke University studiert und arbeitet seit 1999 als investigativer Journalist beim Wall Street Journal mit Stationen in Brüssel, Paris und New York. 2013 und 2015 hat er den Pulitzer-Preis für seine Wirtschaftsreportagen gewonnen. Carreyrou hat den Theranos-Skandal im Wall Street Journal nach und nach enthüllt und dafür mehrere Journalistenpreise erhalten. Zusammen mit seiner Frau und drei Kindern lebt er in Brooklyn.

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Pressestimmen

»Hintergründig und spannend.«

Deutschlandfunk Kultur "Buchkritik" (07. Mai 2019)

»Hier geht es noch um mehr als einen Einzelfall von Wirtschaftskriminalität: um Habgier, Hybris und maßlose Hypes, bei denen schon der leiseste Zweifel als Spielverderbertum gebrandmarkt wird.«

Brigitte (19. Juni 2019)

»Eine aufregend geschriebene, penibel recherchierte Zeitreise voller krimineller Energie.«

Oberösterreichische Nachrichten (04. Mai 2019)

»Ein Krimi aus dem wahren Leben, mit spitzer Feder geschrieben.«

Kurier (15. Juni 2019)

»True-Crime- und Wirtschafts-Aficionados kommen hier auf ihre Kosten.«

Finanz und Wirtschaft (17. Juli 2019)

»Eine Warnung, an die Gründer von Start-ups, aber vor allem eine Warnung an uns alle, nicht Hals über Kopf an den nächsten Hype zu glauben.«

Beschaffung aktuell (05. August 2019)

»Gänsehaut … das liest sich wie die Westküstenversion der ›Watergate Affäre‹.«

The New York Times Book Review

»Eine schillernde Betrugsgeschichte im Silicon Valley … Gier in einem gigantischen Ausmaß ... Sie werden dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können.«

The Washington Post

»Carryrous Entlarvung von Theranos ist eine Geschichte von David und Goliath, deren wahre Helden die jungen Wissenschaftler sind, die viel riskierten, um ihre Bedenken zu äußern. Ohne sie würde Theranos vielleicht immer noch Blut testen.«

Financial Times

»Packend … Eine Parabel mit allen menschlichen Torheiten: Habsucht, Stolz, Selbstgefälligkeit, Gier, Zorn. Insbesondere eine Analyse des Phänomens Hype.«

The Daily Telegraph

»Eines der besten Bücher über Start-ups überhaupt.«

Forbes