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Das Krokodil Erzählungen

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-16256-6

Erschienen: 02.03.2015
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Lachen mit Dostojewski! – Ein ungewohnter Blick auf den Großklassiker

Fjodor Dostojewski – der Inbegriff von existenzieller Düsternis und qualvoller Seelenanalyse? Diese Sammlung weitet den Blick. Fünf neu übersetzte Erzählungen zeigen den russischen Großmeister von einer überraschend anderen, hierzulande kaum bekannten Seite: als Autor heiterer, satirischer Geschichten.

Die Besichtigung eines leibhaftigen Krokodils scheint Iwan Matwejitsch die geeignete Vorbereitung auf eine Europareise – da wird er von dem monströsen Tier verschluckt. Für niemanden, das Opfer eingeschlossen, ist das ein Anlass zur Klage, befördert die Attraktion eines sprechenden Menschen im Reptilienbauch doch finanzielle Interessen und Eitelkeiten aller Art. Nicht um Geld, aber um seine Glaubwürdigkeit als Mann der Reformen kämpft Staatsrat Pralinski. Um Toleranz zu demonstrieren, taucht er unangemeldet bei der Hochzeit eines Angestellten auf – «Eine peinliche Geschichte» mit chaotischen Folgen. Ob Slapstick, Groteske, sanfte Ironie oder Tragikomik – Dostojewski zieht in diesem Band alle humoristischen Register.

"Düsternis und Schwermut?" Die Übersetzerin Christiane Pöhlmann über die komischen Seiten von Fjodor Dostojewski Zum Special

«Der kleine Dünndruckband ... ist ein reines buchgestalterisches Vergnügen, und Christiane Pöhlmann gibt den fünf Texten im Deutschen eine frische Sprache, ohne dabei an Zeitkolorit einzubüßen.»

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus (05.05.2015)

Fjodor Dostojewski (Autor)

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) war das zweite von acht Kindern einer verarmten Adelsfamilie aus Moskau. Vier Jahre Zwangsarbeit wegen revolutionärer Umtriebe prägten sein Leben ebenso wie seine Spielleidenschaft und daraus resultierende Geldsorgen. Neben neun Romanen verfasste Dostojewski ab 1846 zahlreiche Erzählungen, Novellen und Essays.


Christiane Pöhlmann (Übersetzerin)

Christiane Pöhlmann (geb. 1968) studierte Slawistik, Germanistik und Geschichte an der FU Berlin, außerdem Russisch und Italienisch im Dipl.-Studiengang Übersetzen an der Humboldt-Universität und der Staatlichen Moskauer Linguistischen Universität. Ihre literarischen Vorlieben sind breit gestreut, reichen von der Übersetzung russischer Jugendliteratur und Fantasy (Lukianenko) bis zur italienischen Klassik (Tarchetti). Christiane Pöhlmann arbeitet auch als Literaturkritikerin (FAZ, taz).


Eckhard Henscheid (Nachwort)

Eckhard Henscheid, geboren 1941, studierte Literaturwissenschaft und gründete zusammen mit Robert Gernhardt und anderen die legendäre "Neue Frankfurter Schule" und deren Satiremagazin "Titanic". Henscheid schreibt Romane, Erzählungen, Satiren, Lyrik, Nonsens-Dichtung, literarische und musikwissenschaftliche Essays, Reportagen sowie Glossen und Polemiken. In seinem Buch "Dostojewskis Gelächter. Die Entdeckung eines Großhumoristen" (2014) beleuchtet Henscheid Fjodor Dostojewski von einer bisher vernachlässigten Seite: als "Großhumoristen".

«Der kleine Dünndruckband ... ist ein reines buchgestalterisches Vergnügen, und Christiane Pöhlmann gibt den fünf Texten im Deutschen eine frische Sprache, ohne dabei an Zeitkolorit einzubüßen.»

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus (05.05.2015)

«Doch, Dostojewski kann sehr komisch sein, und in dieser frischen Neuübersetzung ist er es allemal.»

Ferdinand Quante, WDR5, Sdg. Bücher (08.08.2015)

»Herrlich grotesk!«

Kurier (A), 07.12.2015

«‹Die Sanftmütige› ist ein Glanzstück der kleinen Prosa des Autors.»

Osteuropa, Karlheinz Kasper (01.11.2015)

»Lachen mit Dostojewski! […] Für alle, die sich noch nicht an Dostojewski herangeraut haben, sind diese Erzählungen ein sehr ans Herz gelegter Einstieg.»

Lesart, Unabhängiges Journal für Literatur 1/15

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Aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann

Mit Nachwort von Eckhard Henscheid

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-16256-6

€ 14,99 [D] | CHF 18,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen: 02.03.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Fünf Erzählungen Dostojewskis

Von: Kopfkino-Blog Datum: 04.05.2017

kopfkino-blog.blogspot.de/

Die Gestaltung dieses kleinen Büchleins ist hervorragend. Ausgestattet mit einem Einband in Krokodillederoptik, einem passend grünen Lesebändchen und dem besonderen Format von 10 x 2,7 x 15,6 cm eignet es sich perfekt als Geschenk. Doch auch der Inhalt kann sich sehen lassen, denn dieses Buch umfasst nicht nur die Kurzgeschichte "Das Krokodil" sondern vier weitere Erzählungen sowie ein umfangreiches Nachwort des Herausgebers Eckhard Henscheid.

Roman in neun Briefen (1847)
Der "Roman in neun Briefen" wird durch den Briefwechsel zweier Männer erzählt. Zu Beginn bezeichnen sich die beiden als Freunde, doch der Ton verschärft sich von Brief zu Brief. Vorwürfe bestimmen den Ton und der Leser fühlt sich zwischen den beiden Männern hin- und hergerissen, kann die Beweggründe beider verstehen. Das an der Nase herumführen gelang Dostojewski mit dieser Erzählung hervorragend und mit einer ordentlichen Portion Humor.

Das Krokodil (1865)
"Das Krokodil" ist wahrscheinlich die absurdeste Geschichte dieses Sammelbandes. Jeder Charakter der Geschichte, versucht das Beste aus der Situation, in der Matwejitsch bei lebendigem Leibe von einem Krokodil verschluckt wird und in dessen Körper weiter lebt, zu machen. Die Reaktionen sind komisch, tragisch und bringen den Leser zum Schmunzeln.

Eine peinliche Geschichte (1862)
Mein Favorit ist ganz klar "Eine peinliche Geschichte". An Komik war diese Erzählung kaum zu überbieten. Die Geschichte, in welcher sich ein Mann hohen Ranges dazu entschließt durch Menschlichkeit und Nähe, die Liebe des niederen Volkes zu gewinnen und so ziemlich alles falsch macht, was man nur falsch machen kann, brachte mich nicht nur mehrfach zum Lachen, sondern auch zum Fremdschämen.

Die Sanftmütige (1876)
Die große Überraschung dieses Sammelbandes kam mit "Die Sanftmütige". Ich war darauf eingestellt auch hier eine komische Geschichte zu lesen, allerdings handelt diese Erzählung von der Geschichte einer Selbstmörderin. Wie es zu dem Selbstmord kommen konnte schildert ihr Ehemann, der an dem Unglück der Frau nicht ganz unbeteiligt war. Diese Geschichte ist weder komisch noch heiter, aber sehr spannend und eindringlich.

Ein kleiner Held (1857)
In „Ein kleiner Held“ (1857) blickt ein Mann zurück auf seine erste Schwärmerei mit elf Jahren. Dabei geriet er in die Irrungen und Wirrungen auf einem Gutshof. Diese Geschichte überraschte mich mit Dostojewskis Einfühlungsvermögen in die Gefühle eines pubertierenden Jungen. Auch in dieser Erzählung gibt es zwar einige witzige Stellen, doch die Geschichte wird vor allem durch den bildhaften Schreibstil und die Authentizität der Charaktere getragen.

Abgerundet wird dieser Sammelband durch Fußnoten, Anmerkungen und einem interessanten Nachwort von Eckhard Henscheid.

Fazit: Empfehlenswert für alle, die sich für russische Literatur interessieren. Egal, ob Dostojewski-Kenner oder Dostojewski-Neuling.

Das Krokodil: Eine Sammlung von Dostojewski-Erzählungen [Review]

Von: Chochi Rain Datum: 06.09.2016

mitsuki.wordpress.com

Wenn man über Dostojewskis Werke spricht, geht es kaum mehr um die Frage ob sie gelungen sind oder nicht. Fjodor Michailowitsch Dostojewski ist einer der bekanntesten Autoren Russlands. Werke wie Schuld und Sühne oder Die Dämonen sorgten dafür, dass seine Werke zu Klassikern wurden. Mit klaren Worten beschreibt er seine Welt, versucht sich an verschiedenen Erzählformen und behält dabei immer einen nachdenklichen, beinah schon melancholischen Ton bei. An manchen Stellen blitzt ein Lächeln zwischen den Sätzen durch und zieht den Leser in seinen Bann.

Wer einen guten Überblick über sein Handeln bekommen möchte, der ist mit Das Krokodil mehr als nur gut bedient. Das Buch – im Manesse-Verlag erschienen – enthält fünf Erzählungen Dostojewskis aus seinen verschiedenen Lebensphasen.

Die Sammlung beginnt mit dem Roman in neuen Briefen von 1845. Die Anspielung an A.A. Bestuschews Roman in sieben Briefen ist ein klassischer Briefroman, der jedoch erst nach Arme Leute veröffentlicht wurde und daher von den Kritikern sehr schlecht aufgenommen wurde. Dies mag vor allem daran liegen, dass der Roman in neun Briefen eben nicht im Laufe eines Jahres, sondern mehr oder weniger in einer Nacht geschrieben wurde. Auch der satirische Unterton und die Anspielungen sorgten bei Kritikern eher für Verunsicherung.

Das Krokodil von 1865 ist zwar nur das Fragment einer Erzählung, gilt heute jedoch als eine der bekanntesten Geschichten Dostojewskis. Die Erzählung nimmt – wie so oft in den Handlungen des Autoren – eine etwas absurde Wendung, die aktuelle Strömungen der Philosophie kritisiert und parodiert. Eine Ehepaar geht mit einem Freund aus um ein Krokodil zu betrachten. Als die Ehefrau das Tier als hässlich und enttäuschend degradiert, möchte der Familienfreund Iwan beweisen, dass das Tier sehr viel interessanter ist und reizt es solange, bis das Krokodil ihn verschluckt. Das Ehepaar fordert sofort die Ermordung des Tieres, doch Iwan plädiert, aus dem Bauch des Krokodils heraus, dafür das Tier am Leben zu lassen. Schließlich könne er seine Tätigkeit als Beamter auch von dort ausüben und er möchte keinen wirtschaftlichen Schaden entstehen lassen.

Die kafkaeske Wende – obwohl man sich anhand der Lebensdaten immer wieder Fragen muss ob Kafka nicht eher von Dostojewski beeinflusst wurde – ist ein Kunstgriff, den der Autor viele Male benutzt.

Geschichten aus der Verbannung und emotionaler Höhepunkt

Vor allem anderen war Dostojewskis Leben davon geprägt, dass er die Vorgehen der Regierung immer wieder kritisierte. Sowohl in seinen journalistischen, als auch literarischen Texte hinterfragt er Gesetzte, Bestimmungen und Einschränkungen. So auch in seiner Erzählung Eine peinliche Geschichte von 1862, in der er über die Auflösung der Leibeigenschaft spricht.

Werke wie dieses und seine durchweg kritische Haltung sorgten dafür, dass er inhaftiert und zum Tode verurteilt wurde. Während der Gefangenschaft entstand unter anderem die Erzählung Ein kleiner Held. Erst viel später – nachdem sein Urteil in Verbannung umgewandelt wurde und er nach seiner Zeit in Sibirien wieder nach Russland zurückkehren durfte – wurde er auch im eigenen Land als wichtiger Autor wahrgenommen.

Unter anderem geschah dies durch seine Berichte und Erzählungen in Literaturzeitschriften. Dazu gehört auch Die Sanftmütige von 1876. Es ist eines seiner letzten Werke, welches klar im Hintergrund immer noch unter dem Zeichen des ‚Hinterfragens‘ geschrieben wurde. Auch wenn es hier sein Protagonist ist, der die Fragen stellt. Die fiktive Schilderung beschreibt wie der Protagonist seine Frau kennenlernte und mir ihr zusammenlebte. Am Anfang, wie am Ende steht dabei ihr Selbstmord und die offene Frage: „Wieso hat sie sich in den Tod gestürzt?“ Innerhalb der Sammlung ist dies durchweg die emotionalste. Sie versucht mit dem Mittel der Rationalität Emotionen zu ergründen, zu bündeln und zu erklären.

Schmuckeinband fühlt sich ‚unschmuck‘ in der Hand an

Wie bereits zu Beginn gesagt, geht es bei den Werken von Dostojewski schon lägst nicht mehr darum sie in gut oder schlecht einzuteilen und sie mit Sternchen von eins bis fünf zu bewerten. Die einzelnen Erzählungen zeigen alle auf ihre Weise einen Ausschnitt aus dem Können und Leben Dostojewskis. Somit hat der Herausgeber der Sammlung einen guten Blick für das Gesamtwerk bewiesen. Auch die Erläuterungen zu den einzelnen Texten sind überaus hilfreich und auf einem für diese Art von Texten angemessenem Niveau.

Was ich leider nicht nachvollziehen kann, ist die Wahl des Einbandes. Wer beschließt einen Roman in Kunstleder zu binden? Selten habe ich ein Buch gelesen, welches sich so unangenehm in der Hand angefühlt hat. Obwohl ich das kleine Format des gebundenen Buches – es ist ungefähr handgroß – durchaus schätze, hätte mich der Einband in seinem kalten, glatten, fast schon klebrigen Einband definitiv davon abgehalten diese Ausgabe in einem Geschäft zu kaufen. Auch finde ich – ich weiß, man sollte ein Buch nicht nach seinem Cover bewerten –, dass das Cover nicht so wirklich zu einer Klassikersammlung wie dieser passt. Schwarzes Kunstleder mit neongrünem Aufdruck sagt leider nicht gerade: Ich bin ein wichtiger Teil der russischen Literaturgeschichte, sondern versucht auf absurde Art und Weise jung und frech zu wirken.

Vermutlich ist dies das erste Buch, bei dem ich lieber die E-Book-Ausgabe gelesen hätte. Sowohl die Auswahl als auch die Stimme der Übersetzerin gefallen mir sehr. Die Geschichten sind ein toller Einstieg in Dostojewskis Werk und genau deshalb werde ich es auch immer wieder gerne weiterempfehlen. Dennoch hat der Verlag mit dem Einband und der Gestaltung des Buches durchaus eine sehr ungünstige Wahl getroffen, die mich dazu verleiten würde dieses Buch mit zwei Sternen zu versehen, wenn ich der Gestaltung ebenso große Bedeutung beimessen würde, wie dem Inhalt.

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