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Der Fall Kallmann Roman

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CHF 19,00*
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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20817-2

Erschienen:  30.10.2017
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Wie lebt es sich im Schatten eines Mordes?

Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen – seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert.

Håkan Nesser (Autor)

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.


Paul Berf (Übersetzer)

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

11.10.2018 | Kino

ab 11.10. im Kino: Die Verfilmung von Håkan Nesser "Intrigo"

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Aus dem Schwedischen von Paul Berf
Originaltitel: Eugen Kallmanns ögon
Originalverlag: Albert Bonniers Förlag

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20817-2

€ 15,99 [D] | CHF 19,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen:  30.10.2017

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Mord im Auge des Betrachters

Von: Mikka Liest Datum: 08.12.2017

www.mikkaliest.de

Obwohl das Buch von Klappentext und Thema her so klingt, ist es in meinen Augen weder ein Thriller noch ein Krimi, sondern ein Roman mit Spannungselementen, der seinen ganz eigenen Sog entwickelt. Der Unterschied liegt für mich darin, dass hier streng genommen nicht immer viel passiert: die Ermittlungen im Fall Kallmann stehen tatsächlich über lange Passagen nicht im Mittelpunkt, während das Augenmerk auf den Gedanken und Gefühlen der handelnden Personen liegt, auf der Dynamik ihrer Familien, auf den gesellschaftlichen Strukturen ihres Umfelds – und dennoch wurde es mir niemals langweilig.

Ganz im Gegenteil! Ich war beim Lesen ganz verliebt in das Buch, und mehr als einmal fragte ich mich, wie ich das später in meiner Rezension nur begründen sollte...

Zum großen Teil lag es sicher am Schreibstil des Autors: literarisch, subtil, mit viel Gespür für Atmosphäre und menschliche Zwischentöne. Er erzählt die Geschichte aus mehreren Perspektiven und verleiht dabei jedem Charakter seine ganz eigene Stimme.

Auch wenn es den Protagonisten selber nicht immer bewusst ist, überschneiden sich ihre Perspektiven und Erlebnisse, und irgendwie ist der Dreh- und Angelpunkt immer wieder Eugen Kallmann. Auch er selber kommt über seine Tagebücher posthum zu Wort, und er ist ein faszinierender Charakter! Man weiß nie so recht: was ist hier Wahrheit, was Fiktion? Meint Kallmann wirklich alles ernst, was er schreibt?

So behauptet er zum Beispiel, er habe seine Mutter getötet, als er gerade mal 11 Jahre alt war, und könne andere Mörder seitdem erkennen, wenn er ihnen in die Augen blickt. Tatsächlich erinnern sich Schüler und Kollegen daran, dass er niemals Augenkontakt aufnahm, unter gar keinen Umständen. Ob man das als Leser nun für ein Hirngespinst Kallmanns hält, vielleicht sogar Wahnsinn, so fragt man sich doch schnell, ob er vielleicht wirklich einem Mörder auf der Spur wahr, wie er in seinen Tagebüchern behauptete – und ob dies letztendlich sein Tod war.

Das fragen sich auch diejenigen Protagonisten, durch deren Augen man die Geschichte hauptsächlich sieht. Es sind mehrere Gruppierungen, die jeweils ihre eigenen Ermittlungen anstellen, ohne zu ahnen, dass sie damit nicht alleine sind. Das entwickelt eine Eigendynamik, die noch ganz andere Dinge bewirkt, so kommen zum Beispiel gut gehütete Familiengeheimnisse zum Vorschein.

Dazu kommt noch, dass der Fall Kallmann nicht das Einzige ist, mit dem sich die Charaktere beschäftigen müssen: eine jüdische Lehrerin bekommt Drohbriefe von einer mysteriösen "Puztkolonne", Schüler mit Migrationshintergrund werden drangsaliert und verprügelt... Und schließlich kommt es zu einer erschreckenden Tat.

Ich fand zutiefst originell, wie der Autor zwar einige Motive verwendet, die in einem 'Standardkrimi' nicht fehl am Platz wären, daraus aber etwas macht, dass sich nicht in diese Schublade zwängen lässt. Auch die Charaktere sind meines Erachtens alle wunderbar geschrieben.

Es gibt eine Liebesgeschichte, die mich zunächst nicht überzeugte, die Geschichte aber auch nicht störte. Im Laufe des Buches habe ich mich damit auch noch mehr angefreundet, obwohl sie in meinen Augen nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Fazit:
Der beliebte Lehrer Eugen Kallmann hatte so seine Marotten. So glaubte er, in den Augen eines Menschen erkennen zu können, ob dieser schon einmal getötet hat, und wähnte sich einem Mörder auf der Spur. Hirngespinste? Tatsache ist, Kallmann ist tot, und sein Tod möglicherweise kein Unfall. Die Polizei tritt dennoch nur am Rande auf, stattdessen folgt man den Gedanken verschiedener Menschen, denen der Tod Kallmanns keine Ruhe lässt.

Das wirkte auf mich weder wie ein Krimi noch wie ein Thriller – und dennoch spannend, auf subtile, ruhige, oft langsame Weise. Man muss sich darauf einlassen, dass die Dinge in diesem Buch ihre Zeit brauchen und das Augenmerk oft mehr auf dem Zwischenmenschlichen liegt als auf dem Kriminalfall.

Der Schreibstil ist in meinen Augen außergewöhnlich, die Charaktere authentisch, die Handlung intelligent konstruiert... Dies war mein erstes Buch von Håkan Nesser, aber ganz sicher nicht mein letztes.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Tiefgründig auf dem Weg zur Wahrheit

Von: Ulrike Frey  aus Haltern am See Datum: 26.03.2018

www.ulrike-frey.com

Leon hat seine Frau und seine Tochter bei einem Fährunglück verloren. Seine Bekannte Ludmilla schlägt ihm vor, in K. eine freigewordene Lehrerstelle für Schwedisch zu übernehmen. So zieht er sieben Monate nach dem Verschwinden seiner Familie dorthin und beginnt seine neue Anstellung in der Bergtunaschule - was soll er auch sonst machen, um aus der tiefen Trauer heraus zu kommen?

Ludmilla ist eine alte Bekannte von Leon und an der Bergtunaschule als Beratungslehrerin tätig. Bei uns sagt man dazu wohl eher Vertrauenslehrerin oder "sozialer Dienst". Sie ist sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer zuständig. Eigentlich hatte sie ihren Vorschlag, dass Leon nach K. kommen solle, gar nicht so ernst gemeint, aber er hatte ihr halt so leidgetan.

Ein weiterer Lehrer, Igor (Mathematik und Naturwissenschaften), hatte wohl als einziger der Kollegen Kontakt mit Leons Vorgänger, mit dem beliebten Schwedischlehrer Kallmann.

Kallmann wurde im Deutschen Haus tot aufgefunden. Niemand weiß, ob es ein Unfall, Selbstmord oder Mord war. Die Polizei hat wohl die Ermittlungen eingestellt.

Ein Schüler, Charlie, hatte engeren Kontakt zu ihm. Zwei weitere Schüler bilden eine "Privatdetektei", um Licht ins Dunkel zu bringen. Das gleiche machen Leon, Ludmilla und Igor, nachdem Leon einen Stapel Tagebücher gefunden hat. - Kallmann behauptet darin, in den Augen anderer sehen zu können, ob diese Mörder sind. Hat er einen Mörder entlarvt, der ihn daraufhin ermordet hat?

Håkan Nesser schreibt in seiner bekannt subtilen Weise einen Roman, der immer mehr Fahrt aufnimmt und spannender wird. Wenn man glaubt, JETZT kommt die Lösung, wird man jedoch wieder enttäuscht. Der Roman beginnt im Sommer 1995 und endet nach einer langen Pause mit einer überraschenden Lösung im Frühjahr 2015.

Die Kapitel sind zeitgleich nach den einzelnen Protagonisten getrennt und in dort der Ich-Form geschrieben.

Zusammenfassend ist zu sagen, es ist immer wieder schön, einen so stimmigen Roman von dem hochdekorierten Schriftsteller zu lesen.

Das Buchcover lädt zum Lesen ein; der Roman erschien bei btb in der Verlagsgruppe Randomhouse,
ISBN 9783442757282

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Gute Krimiunterhaltung ohne viel Blutvergießen

Von: Stephanie Wolff-Rohe aus Aachen Datum: 05.11.2017

Buchhandlung: Buchhandlung am Markt, Aachen

Leon Berger, Gesamtschullehrer in Stockholm, hat seine Frau und seine Tochter bei einem Schiffsunglück vor der afrikanischen Küste verloren. Als er per Zufall Ludmilla, eine Freundin aus Studienzeiten, trifft, die ihm von einer freigewordenen Stelle an ihrer Schule in Nordschweden erzählt, bietet sich für die ihn die Möglichkeit eines Neuanfangs. Er wechselt Wohnort und Arbeitsplatz.

Als er seine neue Stelle antritt, erfährt er, dass sein Vorgänger Eugen Kallmann nicht etwa einfach nur in Rente gegangen ist, sondern dass er unter verdächtigen Umständen ums Leben gekommen ist. Er wurde in einem verlassenen Gebäude, um das sich etliche Gerüchte ranken, am Fuß einer Treppe tot aufgefunden. Obwohl die Polizei keine Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen finden konnte, sind viele in der Kleinstadt überzeugt, dass Kallmann ermordet wurde.

Leon selbst ist an diesen Gerüchten zunächst nicht besonders interessiert, schließlich kannte er den Lehrer Kallmann nicht. Das ändert sich, als er in seinem Schreibtisch, den er von Kallmann übernommen hat, dessen Tagebücher findet. Sie enthalten überaus kryptische Texte, in denen Kallmann immer wieder behauptet, er könne einen Mörder an dessen Augen erkennen, und tatsächlich sei er einem unaufgeklärten Verbrechen auf die Spur gekommen.

Gemeinsam mit einigen seiner Kollegen macht sich Leon daran, das Geheimnis der Tagebücher und den Tod seines Vorgängers zu ergründen. Auch einige Schüler interessieren sich für die Vorgänge. Gleichzeitig kommt es in der Schule zu mehreren rassistischen Übergriffen. Gibt es hier Zusammenhänge?

In jedem Kapital dieses Krimis wechselt der Erzähler. Mal beschreibt Leon das Geschehen, mal einer seiner Kollegen oder eine Schülerin von Eugen Kallmann. Und hin und wieder kommt auch eine Person aus der Vergangenheit zu Wort und erhellt so die Vorgeschichte. Nach und nach entsteht dadurch das Gesamtbild der Vorgänge. Diese Erzählweise erinnert an ein großes Puzzle, dessen Bild für den Leser nach und nach immer vollständiger wird. Dabei kommt das Buch - für einen skaninavischen Krimi ist das erwähnenswert - völlig ohne übertriebene Gewaltdarstellungen aus. Die Krimihandlung ergibt sich vornehmlich aus der Personenkonstellation und dem unheilvollen Zusammenwirken von Vergangenheit und Gegenwart. Es bleibt bis zum Schluss spannend und endet mit einer lange angelegten aber dennoch überraschenden Wendung.

Gute Krimiunterhaltung ohne viel Blutvergießen.

Ein außergewöhnliches Buch

Von: Annette Wildhage aus Oberursel Datum: 30.10.2017

Buchhandlung: Bücherstube Frank Wildhage GmbH

Ein außergewöhnliches Buch von einem außergewöhnlichen Autor. Viel mehr als nur ein Krimi. Hier treffen sich subtile Spannung und psychologische Raffinesse. Ein sehr klug und einfühlsam komponiertes Buch.

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