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Die Optimierungsfalle Philosophie einer humanen Ökonomie

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-06147-0

Erschienen: 18.10.2011
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Ein Plädoyer für eine nachhaltige und menschengerechte Ökonomie

»Der ökonomische Markt ist nicht moralfrei«, sagt der angesehene Philosoph Julian Nida-Rümelin und präsentiert sein Modell einer humanen Ökonomie.

Julian Nida-Rümelin (Autor)

Julian Nida-Rümelin, geboren 1954, studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft in München und Tübingen. Nach einer Gastprofessur in den USA übernahm er Lehrstühle an den Universitäten Tübingen, Göttingen und schließlich München, wo er seit 2009 einen Lehrstuhl für Philosophie am Seminar für Philosophie der Ludwig-Maximilians-Universität München inne hat. Nach einer Erhebung der Zeitschrift Cicero gehört er neben Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk zu den drei bekanntesten deutschen Philosophen.

Julian Nida-Rümelin war Kulturreferent der Landeshauptstadt München und Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröders.

2008 wurde er zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Philosophie gewählt.

Seit mehreren Jahren, zuletzt auch im Zusammenhang mit der Weltfinanzkrise, hält Nida-Rümelin regelmäßig Vorträge in der Wirtschaft, die sich unter anderem mit Fragestellungen der Verantwortung, der ethischen Unternehmensführung und der nachhaltigen Ausgestaltung wirtschaftlicher Zielsetzungen befassen.

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-06147-0

€ 8,99 [D] | CHF 11,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Irisiana

Erschienen: 18.10.2011

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Die Optimierungsfalle von Julian Nida-Rümelin

Von: Kapriziös Datum: 02.09.2015

www.kapri-zioes.de

Können wir unsere Ökonomie human gestalten? Wir müssen sogar, denn alles andere führt zur Irrationalität. Das ist die Kernaussage des Buchs „Die Optimierungsfalle“ von Julian Nida-Rümelin. Gerade nach der Finanzkrise scheint das Thema aus aktuellen Debatten nicht mehr zu verschwinden. Ist unser Wirtschaftssystem wirklich gut? Die Antwort ist fast schon trivial – nein. Denn sonst wäre es wohl nicht zu den schweren Folgen gekommen.

Während die Zocker sich so langsam wieder in ihre Startlöcher begeben oder es schon getan haben, wird von Wissenschaftlern über das Instrumentarium nachgedacht. Sollte eine globale Finanztransaktionssteuer erhoben werden? Sollte die Fiskalpolitik in der EU genauso einheitlich und unabhängig gestaltet werden, wie es für die Geldpolitik schon der Fall ist? Sollten die Sanktionen für Untreue und Betrug beziehungsweise für Insidergeschäfte erhöht werden? Das alles ist nur verarzten der Symptome. Julian Nida-Rümelin möchte tiefer zur Ursache vordringen. Nach ihm liegt die Marodität in den grundlegenden Annahmen, auf denen die Ökonomie fußt.

Die Wurzeln der Volkswirtschaftslehre

Es wird gerne ignoriert und vergessen, dass die Volkswirtschaftslehre, die sich maßgeblich Gedanken um die Ausgestaltung der Ökonomie macht, ihre Wurzeln in der Philosophie hat. Präziser lässt sich der Ursprung der Volkswirtschaftslehre auf die Moralphilosophie während der Aufklärung im 18. Jahrhundert zurückführen. Aus dieser Zeit stammt auch das grundlegende Menschenbild, auf welchem sich viele Modelle berufen, der Homo oeconomicus. Zugleich grenzt sich die VWL so von den anderen Sozialwissenschaften ab, denn für sie ist das Verhalten von Menschen das Ergebnis rationaler Entscheidungsprozesse. Mit anderen Worten maximiert der Mensch rational seinen persönlichen Nutzen. Tut er das?

Sollte es die Volkswirtschaftslehre nicht stutzig machen, dass sie als einzige Sozialwissenschaft dieses Menschenbild benutzt und darauf im Prinzip alles aufbaut? Julian Nida-Rümelin möchte den Homo oeconomicus endlich zu Grabe tragen. Damit steht er nicht allein da und die Idee, dass es einen Homo oeconomicus nicht gibt, ist auch weder sehr neu noch sehr einfallsreich.

Eine humane Ökonomie

Julian Nida-Rümelin antwortet auf den liberalen Markt mit den nutzenmaximierenden Heinzelmännchen mit dem Konzept der „strukturellen Rationalität“. Es gibt für den Menschen auch noch andere Verhaltensgründe als stur den kurzfristigen Bedürfnissen nachzugehen. Manchmal bezieht der Mensch auch langfristige Folgen seiner Handlung ein, das soll es ja tatsächlich geben. Gerechtigkeit, Integrität und Respekt existieren. Nach Julian Nida-Rümelin wird der Mensch, der optimal handelt, strukturell irrational, wenn er immer nur punktuell optimiert. Und mit dieser Aussage leistet der Autor einen wichtigen Beitrag zum Denken in unserer Gesellschaft. Eigentlich könnte diese Erkenntnis vieles umstürzen, aber bislang bleibt das irgendwie aus. Die Symptome sind eben wichtiger als Ethikgeschwätz.
In der Tat bedient sich Nida-Rümelin sehr viel der Ethik für seine Darstellungen, allen voran die antiken Griechen haben es ihm angetan. Manchmal verirrt sich auch Kant in seine Aussagen. Das Buch richtet sich an Laien, so jedenfalls steht es auf den ersten Seiten geschrieben. Das wird notwendigerweise daneben gehen. Für Laien ist das Niveau sehr hoch, zu hoch. Der Autor hätte sich schon mehr Mühe geben müssen, seine Aussagen bildhafter und insbesondere knapper darzustellen. Spätestens ab der Hälfte des Buchs, wenn die steinalten Philosophen aus ihrer Kiste hervorgekramt werden, wird ein Laie wegen der abstrakten Ideen das Buch genervt zu schlagen. Thema verfehlt – oder so!

In seiner Argumentation bleibt Julian Nida-Rümelin sehr sachlich und ruhig, wird niemals polemisch oder regt sich auf über die Unvernunft des Menschen. Er hätte Grund dazu. Für mich richtig interessant war es, als er im dritten Teil des Buchs auch wieder den Bezug zu aktuellen Wirtschaftszahlen und Entwicklungen gesucht hat. Die Ausführungen über die unterschiedlichen Sparquoten in verschiedenen Ländern sind für mich Gold wert. Immer wieder fallen normative Wörter wie Respekt, Integrität, Empathie, aber dabei bleibt es auch. Ich vermisse Lösungsansätze, wie Nida-Rümelins wichtige Erkenntnisse in die Realität umgesetzt werden können.

Fazit

„Die Optimierungsfalle“ ist ein wichtiges Buch mit tollen Erkenntnissen für die Volkswirtschaft. Nur leider werden die vom Autor eigentlich adressierten Laien nicht so viel Freude damit haben, es ist in manchen Teilen sehr abstrakt.

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