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Die Scheidungspapiere Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-15411-0

Erschienen: 21.09.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch

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Die 29-jährige Anwältin Sophie ist eigentlich auf Strafrecht spezialisiert. Doch eines Tages bittet sie ihr Chef, bei einem ganz anderen Termin einzuspringen: Die Tochter eines wichtigen Mandanten, Mia Durkheim, möchte sich beraten lassen, nachdem ihr Mann völlig überraschend die Scheidung eingereicht hat. Nach dem Gespräch ist Mia so von Sophie hingerissen, dass sie unbedingt von ihr vertreten werden möchte – trotz Sophies Warnungen. Aber schließlich ist es auch Mias erste Scheidung ... Und so stürzen sich die beiden Frauen gemeinsam in einen Rosenkrieg, der am Ende auch Sophies Leben gehörig auf den Kopf stellt.

Susan Rieger (Autorin)

Susan Rieger ist Absolventin der Columbia Law School, wo sie später auch als Provost arbeitete. Außerdem war sie Dekanin in Yale und unterrichtete an beiden Schulen Jura. Sie hat diverse juristische Artikel für Zeitungen und Magazine geschrieben. "Die Scheidungspapiere" ist ihr erster Roman. Susan Rieger lebt mit ihrem Mann in New York City.

Aus dem Amerikanischen von Annette Hahn
Originaltitel: The Divorce Papers
Originalverlag: Crown

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-15411-0

€ 9,99 [D] | CHF 12,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Goldmann

Erschienen: 21.09.2015

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Rosenkrieg aus Sicht der Anwältin

Von: Frau Goethe Datum: 09.10.2015

https://www.facebook.com/fraugoetheliest

Sophie ist eine erfolgreiche Anwältin für Strafrecht. Als sie ihr Chef bittet, ein Erstgespräch für eine Scheidung zu führen, hat sie keinerlei Ambitionen, diesen Fall zu übernehmen. Mia Durkheim, geborene Meiklejohn, ist allerdings von der jungen Advokatin begeistert und setzt es durch, dass Sophie sie vor Gericht vertritt. Da es auch bei Scheidungen genügend illegale Kniffe gibt, lenkt Sophie ein und übernimmt die Vertretung. Sie arbeitet sich nun in die für sie neue Gesetzeswelt ein und steht Mia in ihrer schweren Zeit bei. Sie setzt Schreiben für die Gegenpartei auf, in denen es um Unterhaltsforderungen, Besuchsrecht und Aufteilung der Gemeinschaftsgüter geht.

Susan Rieger hat während ihrer Zeit als Hochschuldozentin für Recht genügend Erfahrung mit Paragraphen und deren lückenhaften Regelungen sammeln können. In ihrem Debütroman kreiert sie nun die skurrile Situation, dass sich eine Strafverteidigerin einer Ehescheidung annimmt. Die beiden Rechtszweige haben nicht viel miteinander zu tun, sodass Sophie als Laie für die Aufteilung einer knapp 20jährigen Ehe der gehobenen Mittelklasse agiert. Ihre Bedenken teilt sie am Beginn des Buches in diversen E-Mails an ihren Chef und ihrer Freundin mit. Diese E-Mails sind das Kommunikationsmittel, mit denen auch der Leser ins Geschehen eingeführt wird. Anders als in einem nacherzählenden Roman müssen sich größere Teile des Hergangs nun selber rekonstruiert werden.

Beim Lesen der 650 Seiten kam unweigerlich die Frage auf, was Frau Rieger mit diesem Roman erreichen möchte. Nach Cover und Klappentext habe ich die Schilderung einer Trennung à la Ehepaar Rose (Der Rosenkrieg) erwartet. Die Autorin lässt ihre Leser langsam an das Thema Scheidung oder Annullierung einer Ehe mitsamt der Aufteilung der Vermögenswerte herangehen. Sobald die Grenzen genügend geklärt sind, greift sie weitere Themen wie Kindesunterhalt, Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht auf. Dieser Erzählstil ist wie ein Grundkurs im Familienrecht und vermittelt leicht verständlich die in den Vereinigten Staaten gültige Rechtslage. Sollte hier also ein Ratgeber an die Hand gegeben werden, wie eine Scheidung ablaufen könnte, gibt es meinerseits keinen weiteren Einspruch.

Als Ratgeber sind mir die verwertbaren Tipps aber zu stark mit Sophies fiktivem Lebenslauf verwässert. Unsere Protagonistin wurde als Teenager selber damit konfrontiert, dass sich ihre Eltern trennten. Um das Kindeswohl aus Sicht einer Betroffenen darzulegen, mag das ein geschickter Handlungszweig sein. Gerade im emotionalen Auf und Ab haben Eltern nicht immer das Geschick einer verantwortungsvollen und vorausschauenden Ordnung der Lebensumstände für ihre Kinder. Von daher sind die privaten E-Mails, die Sophie an ihre Freundin und ihre Familie schreibt, nicht vollkommen überflüssig. Als Richterin hätte ich sie aber gerne aufgefordert, schneller zum Anliegen zu kommen. Sollte das Abschweifen von den Scheidungspapieren allerdings das Ziel haben, einen belletristischen Roman zu veröffentlichen, sollte das Thema dringend überarbeitet werden. Die Sitzung wird in diesem Fall vertagt.

Erzählstil, Charakterisierung der Figuren und Spannungsbogen konnten ebenfalls nicht überzeugen. Erzählt wird in der Nüchternheit, mit der man auch eine Gerichtsakte lesen würde. Als Ratgeber wäre das passend, für einen belletristischen Roman strapaziert das arg die Aufmerksamkeit der Leser. Zudem kommen die unendlichen Listen mit Werten, die einer Seite zugeschrieben werden müssen. Die Hauptfiguren wurden ausreichend genug gezeichnet, um die Bindungen ihrer Beziehungen zu erkennen und ihre jeweiligen Ambitionen zu verstehen. Da der Leser durch Sophie keine Möglichkeit hat, auch die Gegenseite kennenzulernen, ist man natürlich verleitet, Partei für Mia zu ergreifen. Es fällt leicht, mit ihr wütend zu sein, sich zu ärgern und sich über gelungene Vereinbarungen zu freuen. Da die Spannung sehr schwach vorhanden ist und auch immer wieder von Themenwechsel wie private Gedankengänge von Sophie unterbrochen wird, möchte man den Fall am liebsten zu den Akten legen. Die Deutsche Übersetzung hat obendrein den Nachteil, dass hierzulande andere Gesetze gelten, sodass der Fokus eindeutig auf dem Erzählerischen liegt. Das Urteil kann also nur lauten: Das Buch hat seine Berechtigung auf dem amerikanischen Markt. Im deutschsprachigen Raum kann ich es nur Lesern mit speziellem Interesse am Amerikanischen Scheidungsrecht empfehlen. Missachtung des Ratschlags kann zu Zeitabschnitten mit Langeweile führen. Von daher kann lediglich mit drei neutralen Sternen bewertet und nochmals die Funktion als Ratgeber einer US amerikanischen Scheidung hervorgehoben werden.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Ein sehr lustiges und unterhaltsames Buch!

Von: Valarauco Datum: 24.06.2016

valaraucos-buchstabenmeer.com/

Cover
Sehr pink! Die Frau, welche den Papierstaple trägt, soll mit Sicherheit Sophie darstellen. Ich finde das Cover sehr gut gewählt und auch irgendwie total witzig. Es passt gut zu dem Roman und lässt unglaublich viel Spielraum für mich und meine Fantasie.

Meine Meinung
Sophie hat noch nie in ihrem Leben einen Zivilprozess geführt und jetzt soll sie gleich die Scheidung einer wichtigen Mandantin übernehmen? Sie ist nicht sonderlich begeistert von dieser Idee, ihr Vorgesetzter lässt sich jedoch davon nicht abbringen. Er findet es erfrischend, wie anders sie die Dinge sieht und auch angeht. Hin und wieder ist es ein Vorteil, manchmal auch ein Nachteil, dass sie bisher nur Mörder und andere Straftäter vertreten hat.

Sophie macht auf mich einen sehr guten Eindruck. Dadurch, dass sie eigentlich gar nicht beschrieben wurde, konnte ich meiner Fantasie freien lauf lassen und ich habe es geliebt. Während dem Lesen habe ich in meinem Kopf selbst die Geschichte neben her geschrieben. Auch die anderen Figuren wirken in ihren Briefen und den Aktennotzien so lebendig und echt, dass es ein leichtes wahr, mein Kopfkino anzuwerfen.
Mia ist die Mandantin, die Sophie vertreten soll und es ist fantastisch zu sehen, wie sie sich weiter entwickelt und beginnt ihr Leben noch einmal völlig neu in die Hand zu nehmen.

Auch David, Sophies Chef, macht einen durchaus sympathischen Eindruck. Durch ihn erhält man einige Einblicke hinter die Kulissen, die man bei einer anderen Art das Buch zu schreiben, nicht bekommen hätte.

In vielen Rezensionen habe ich bisher gelesen, dass sie das Buch wegen der Gesetzestexte nicht mochten. Ich kann verstehen, wenn diese Teile jemanden gelangtweilt haben, war bei mir ähnlich. Es ist jedoch immer der wichtigste Teil markiert, daher musste man die nicht ganz lesen. Ich glaube sie waren zum Teil einfach nur drin, der Vollständigkeit halber. Auch kann es sein, dass die Schreiben und Auflistungen bezüglich der Vermögenswerte nicht so spannend waren, doch das kann man ja überfliegen. Ich finde, hätte das gefehlt, wäre dem Buch die Glaubhaftigkeit verloren gegangen. Deshalb bin ich ganz froh, das es ist wie es ist.

Mich hat es begeistert und ich habe es am Wochenende in einem Rutsch durch gelesen und wollte gar nicht mehr damit aufhören. Ich vergebe vier von fünf möglichen Monstern für eine Geschichte die etwas ganz besonderes ist und die mich sehr gut unterhalten hat.

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